Beethovens Klaviertrios und ihre Interpreten

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    • Beethovens Klaviertrios und ihre Interpreten

      Ich eröffne dieses Thema, weil ich erfahren möchte ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt und was ihr noch für Aufnahmen der Beethovenschen Klaviertrios kennt odrer empfehlen könnt.

      Ich selbst kenne nur die Gesamtaufnahme des Beaux Arts Trio.

      Gerade die Aufnahme der 3 Trios op 1 hat mich dermassen gefangen genommen, dass ich nie auf die Idee gekommen bin mir jemals eine andere Aufnahme anzuhören.

      Diese 3 Trios sind für mich von einer so unglaublichen Klangsinnlichkeit, ein so ungemein starkes sinnliches Erlebnis wie ich es selten gehabt habe, was wohl sowohl an Beethovens genialer Komposition wie an der kaum überbietbaren Interpretation und Spielweise des Beaux Arts Trio liegt.

      Da ist soviel klangliche Delikatesse soviel Raffinesse so unglaublich viel Zartheit, Zärtlichkeit, soviel Humor so unglaubliche Spielfreude und Spielwitz soviel Liebe soviel rhythmische Verspieltheit, das es mich jedesmal vom Sockel haut. Ein unglaublicher Klangrausch. Ein sinnliches Erlebnis allererster Kajüte. :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Kennt jemand die Aufnahmen?
      kann das jemand nachvollziehen?
      welche anderen guten Aufnahmen kennt ihr und könnt sie vielleicht sogar damit vergleichen?

      Was ist Eure Meinung speziell zu den Trios op 1?
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
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      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Höre, falls Du sie noch kriegst, die anscheinend einzige komplette HIP-Aufnahme des op.1, mit dem Castle Trio an. Ich kenne zwar BeauxArts nicht mit dieser Musik, anderswo fand ich sie allerdings zwar immer solide bis sehr gut, aber nicht unbedingt so packend wie andere Interpretationen.
      Das Castle Trio auf alten Instrumenten langt hier ganz anders zu, leider sind die restlichen Trios nur absurd teuer zu finden (ich kenne nur die folgende Doppel-CD):



      Die Werke sind natürlich großartig; ich finde sie mindestens so gut wie die ersten Klaviersonaten op.2 oder auch op.10.

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Phänomenal wild und gleichzeitig fast hyperdifferenziert erklingt op. 1/3 auch auf dieser hippen CD mit Andreas Staier, Daniel Sepec und Jean-Guilhen Queyras. Außerdem enthalten: das ebenfalls großartig gespielte Geistertrio und ein Trio von Hummel. Nach wie vor leider meist hochpreisig im Angebot.





      Wenn sonst bei mir Beethoven-Trios im Player landen (zu selten), dann meist in dieser grundsoliden Gesamtaufnahme mit Vladimir Ashkenazy, Itzhak Perlman und Lynn Harrell, an die ich mich gewöhnt habe... :|







      Diesen Klassiker mag ich auch gern - sehr abgeklärt:





      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Erzherzog schrieb:

      Kennt jemand die Aufnahmen?
      kann das jemand nachvollziehen?

      Oh ja! "Klangliche Delikatesse" ist ein schönes Wort in dem Zusammenhang. Ich weiß gar nicht, ob ich unbedingt eine zupackendere Interpretation als die der BeauxArts haben mag, aber Dank auch an den Kater, sein Hinweis war nicht für die Katz´.


      Alex

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Ans Herz legen möchte ich Euch die bisher m. E. zu Unrecht wenig beachteten Aufnahmen des Xyrion-Trios (Nina Tichman, Ida Bieler, Maria Kliegel) mit sehr lebendigen und schnörkellosen Interpretationen:



      Ein besonderes Aha-Erlebnis bietet die Folge 3 mit Beethovens eigenem Arrangement seiner 2. Symphonie. Leider ist die Gesamtaufnahme noch immer nicht vollständig veröffentllicht. NAXOS lässt sich sehr viel Zeit damit, möglicherweise aus Rücksicht auf die beim selben Label erschienene Konkurrenzeinspielung mit dem Stuttgarter Klaviertrio. Hoffentlich geht's bald weiter...

      Viele Grüße
      Frank
    • Mein Favorit seit vielen Jahren: die Gesamteinspielung durch Eugene Istomin (Kl.), Isaac Stern (Vl.) und Leonard Rose (Vc.):



      Klar durchstruktiert, schnörkellos und lebendig musiziert, mit viel Feuer, auch in op. 1.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Zwielicht schrieb:

      Phänomenal wild und gleichzeitig fast hyperdifferenziert erklingt op. 1/3 auch auf dieser hippen CD mit Andreas Staier, Daniel Sepec und Jean-Guilhen Queyras.


      Ich habe mir die Aufnahme vorhin mal wieder angehört. Sie nervt immer noch. "Hyperdifferenziert" trifft es schon ganz gut. "Hemmungslos übermotiviert" würde ich es nennen. Es hagelt förmlich sforzati, jeder zweite Ton wird gleichsam mit einem dicken Ausrufezeichen versehen. Für mich klingt das nach HYP - hysterische Aufführungspraxis.

      Die Beaux-Arts-Aufnahme habe ich als solide aber nicht weiter aufregend in Erinnerung.
      Ich empfehle


      Fein, klar, überaus einfühlsam.

      Grüße,
      der Don
    • Neulich – im Queyras-Thread – hatte ich noch überlegt, was mir an der Beethoven-Aufnahme nicht behagt. Nachdem ich eben noch einmal reingehört habe, würde ich das hier unterschreiben:

      Don Fatale schrieb:

      "Hemmungslos übermotiviert" würde ich es nennen. Es hagelt förmlich sforzati, jeder zweite Ton wird gleichsam mit einem dicken Ausrufezeichen versehen. Für mich klingt das nach HYP - hysterische Aufführungspraxis.


      Die Beaux Arts-Klaviertrios sind leider aufnahmetechnisch misslungen, da das Klavier viel zu dominant ist. Die Aufnahmen klingen fast wie Klaviersonaten mit Begleitung. (Ich muss hier gerade an die Brahms-Violinsonaten mit Heifetz und Bay denken. Da hört man Bay wie aus weiter Ferne einsam auf den Tasten herumstochern. Natürlich ist das ein anders gelagerter Fall und viel extremer, denn Heifetz wollte bewusst im Vordergrund stehen. Auch mit prominenteren „Begleitern“ (Rubinstein, Kapell) ist er ja nicht anders vorgegangen. Kammermusik – im Sinne von miteinander musizieren – war das freilich nicht mehr.)

      Istomin/Stern/Rose sind großartig, mir gefallen auch die Aufnahmen des Florestan Trios sehr gut:



      Gruß, Cosima
    • Don Fatale schrieb:

      Zwielicht schrieb:

      Phänomenal wild und gleichzeitig fast hyperdifferenziert erklingt op. 1/3 auch auf dieser hippen CD mit Andreas Staier, Daniel Sepec und Jean-Guilhen Queyras.


      Ich habe mir die Aufnahme vorhin mal wieder angehört. Sie nervt immer noch. "Hyperdifferenziert" trifft es schon ganz gut. "Hemmungslos übermotiviert" würde ich es nennen. Es hagelt förmlich sforzati, jeder zweite Ton wird gleichsam mit einem dicken Ausrufezeichen versehen. Für mich klingt das nach HYP - hysterische Aufführungspraxis.


      Ja, es hagelt Sforzati - sollte es auch tun, denn die Partitur ist von ihnen geradezu übersät. Es dürfte außerdem selbst von Beethoven nur wenig Werke geben, in denen so häufig die Dynamikvorschriften ff und pp auf engstem Raum kontrastiert werden. Staier/Sepec/Queyras akzentuieren die Schärfen und Kontraste dieses Trios zweifellos besonders stark. Zumindest eine Möglichkeit, den provokativen und von anderen Ensembles häufig unterspielten Charakter des Werks, das ja (laut Ries) von Haydn scharf kritisiert wurde, auch heute spürbar zu machen.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)


    • Eine bessere Aufnahme kann ich mir nciht vorstellen. :juhu: :juhu: :juhu:
      Wir hatten das Thema gestern im thread über die verfilmte biographie "Hilary und Jackie".
      Das innigste Zusammenspiel dieser Musiker und das Ausnahmetalent der du Pré machen diese Trios zu einem Hochgenuss und einer Referenzaufnahme.

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Zwielicht schrieb:

      Staier/Sepec/Queyras akzentuieren die Schärfen und Kontraste dieses Trios zweifellos besonders stark. Zumindest eine Möglichkeit, den provokativen und von anderen Ensembles häufig unterspielten Charakter des Werks, das ja (laut Ries) von Haydn scharf kritisiert wurde, auch heute spürbar zu machen.


      Ja, schon. Abrupte, extreme Kontraste müssen aber nicht zwangsläufig mit Ruppigkeit einhergehen (so klingt das in meinen Ohren). Ich habe bei dieser Aufnahme exakt das von Dir beschriebene Gefühl, als wollten die Musiker das Aufsehen erregende (und Beethoven wollte mit seinen Klaviertrios bewusst Aufsehen erregen) der Klaviertrios, also das, was die Menschen damals als verstörend und revolutionär empfanden, für heutige Ohren nachempfindbar machen, indem sie eben besonders darauf hinweisen. Mich stört das.

      Das Florestan Trio zum Beispiel spielt auch ungestüm und stellt die Kontraste heraus, aber insgesamt scheint mir da mehr „Tiefe“ zu sein.

      Gruß, Cosima
    • Für mich sind Staier/Sepec/Queyras die Aufnahmen gelungen. Die extremen Kontraste stehen, wie Bernd schon schrieb, in den Noten, hier sind sie endlich mal auch mit der nötigen deutlichen Schärfe ausgespielt, aber darüber hinaus sind sie ja nicht nur außerordentlich dynamisch und relativ schnell, sondern auch hochdifferenziert in den Klangnuancen und den feinen Akzentuierungen, weswegen ich sie als gar nicht so ruppig empfinden kann.

      Nun höre ich inzwischen lieber HIP, aber das Beaux Arts-Trio finde ich sehr gut bei den Klangnuancierungen und den feinen Akzentuierungen mit wunderbarem pp der Streicher, aber dann viel zu harmlosen ff und so insgesamt auch viel zu wenig Dynamik und ich meine auch, dass das Klavier leider zu laut aufgenommen ist. - Schade, gerade bei diesen Stärken ihres Spiels.

      Das Castle-Trio wird vorgemerkt. Danke, Kater, für den Tip!

      :wink: Matthias
    • Pianist Menahem Pressler IST, bezw WAR das Beaux-Trio.
      und ich meine auch, dass das Klavier leider zu laut aufgenommen ist. - Schade, gerade bei diesen Stärken ihres Spiels.

      Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies an dem großen Ego von Pressler liegt.

      1997-1998 habe ich mit Heinz Oberdorfer und Ferdinand Erblich vom "Orlando-Quartett" zusammen gespielt.

      Beide haben mir damals erzählt von der sehr großen Egomanie von Pressler, mit dem sie oft zusammen gearbeitet haben, auch bei Ihrem eigenen "Orlando-Festival" .

      Das Orlando-Festival steht heute unter der Leitung des ehemaligen Cellisten des Quartettes, Stefan Metz. Aber das ist eine andere Geschichte, welche ich nicht erzählen.....darf.

      Meine eigene Zusammenarbeit mit Oberdorfer und Erblich scheiterte übrigens an der-ungenannten- Pianistin, welche ich nicht abkonnte.... :D 8|
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Pianist Menahem Pressler IST, bezw WAR das Beaux-Trio.

      Zitat
      und ich meine auch, dass das Klavier leider zu laut aufgenommen ist. - Schade, gerade bei diesen Stärken ihres Spiels.


      Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies an dem großen Ego von Pressler liegt.


      Schade, denn sein Spiel finde ich ja durchaus sehr gut - mit den genannten Einschränkungen, dass ich es gerne noch etwas dynamischer hätte.

      So jemand sollte es doch eigentlich nicht nötig haben, ballanceverzerrend an den Reglern zu drehen.

      :wink: Matthias
    • So jemand sollte es doch eigentlich nicht nötig haben, ballanceverzerrend an den Reglern zu drehen.

      Ja, finde ich auch.
      Ich war seinerzeit auch überrascht, von Musikern, welche mit Pressler gespielt haben, im Prinzip nur sehr wütende Kommentare zu hören.
      Lassen wir das, es sind Gerüchte, welche ich selber nicht bezeugen kann. Es sind nur Gerüchte von Leuten, welche es sicher besser kennen und welchen ich glaube.

      Bei mir ging nur die Alarmglocke an, als Du geschrieben hast, daß das Klavier zu laut abgemischt wurde.
      Und das ist sicher kein Zufall, das war und ist mein erster Gedanke.

      :wink:
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      und ich meine auch, dass das Klavier leider zu laut aufgenommen ist. - Schade, gerade bei diesen Stärken ihres Spiels.


      Ich bin mir ziemlich sicher, daß dies an dem großen Ego von Pressler liegt.

      1997-1998 habe ich mit Heinz Oberdorfer und Ferdinand Erblich vom "Orlando-Quartett" zusammen gespielt.

      Beide haben mir damals erzählt von der sehr großen Egomanie von Pressler, mit dem sie oft zusammen gearbeitet haben, auch bei Ihrem eigenen "Orlando-Festival" .
      Und ich bin mir ziemlich sicher, dass "Egomanie" bei einem Pianisten, der sein ganzes Leben fast ausschließlich der Kammermusik gewidmet hat, ein ganz und gar unpassendes Wort ist. Die Balance bei den Beethoven-Trios ist keineswegs zu Gunsten des Klaviers "hochgedreht", sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus: Bei vielen - vor allem älteren - Kammermusikaufnahmen mit Klavier sind die Streicher unnatürlich im Vordergrund, und das Beaux-Arts-Trio hat als eines der ersten Ensembles mit diesem Unsinn aufgehört (es sind ja auch die Zeiten vorbei, in denen ein Pianist dem Geigen-"Solisten" die Geige auf einem Kissen aufs Podium tragen musste...). Das erscheint dann gemessen am Gewohnten vielleicht "unnatürlich", ist aber so ähnlich wie bei dem berühmten Witz mit den hunderten Geisterfahrern. Dass Pressler ein "großes Ego" hat, ist unbestritten, man könnte es aber auch freundlicher formulieren: Er ist eine große Persönlichkeit. Als er vor wenigen Monaten hier in Detmold einen Kurs gegeben hat, war er sich nicht zu schade, im Abschlusskonzert selbst mit einigen unserer Studenten zu spielen. Im Unterricht war er recht streng, aber nie als Machtdemonstration sondern immer aus erkennbarer Liebe zu den Werken ("So, wie Sie das spielen, tun sie Ravel weh, und das tut mir weh!"). Auf dem Podium benahm er sich dann überaus bescheiden, großzügig und freundlich.

      Viele Grüße,

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Cosima schrieb:

      Die Beaux Arts-Klaviertrios sind leider aufnahmetechnisch misslungen, da das Klavier viel zu dominant ist. Die Aufnahmen klingen fast wie Klaviersonaten mit Begleitung.


      Könnte daran liegen, dass sie auch so konzipiert waren. Man sollte vielleicht nicht allzuviel um Paratexte geben, aber das Titelblatt des Erstdrucks von op. 1 nennt die Dinger Trois Trios pour le Piano-Forte, Violon et Violoncelle - da steht schonmal das Klavier an erster Stelle. Wenn man dann noch die auf dem Titelblatt verwendeten Schrifttypen und die grafische Gestaltung des Titelschriftzugs genauer betrachtet, erkennt man, daß das ungefähr wie folgt aussieht:


      Trois Trios

      pour le Piano-Forte
      Violin et Violoncelle


      Muss nix bedeuten. Könnte aber was bedeuten.

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Cosima schrieb:

      Die Beaux Arts-Klaviertrios sind leider aufnahmetechnisch misslungen, da das Klavier viel zu dominant ist. Die Aufnahmen klingen fast wie Klaviersonaten mit Begleitung.


      Könnte daran liegen, dass sie auch so konzipiert waren. Man sollte vielleicht nicht allzuviel um Paratexte geben, aber das Titelblatt des Erstdrucks von op. 1 nennt die Dinger Trois Trios pour le Piano-Forte, Violon et Violoncelle - da steht schonmal das Klavier an erster Stelle. Wenn man dann noch die auf dem Titelblatt verwendeten Schrifttypen und die grafische Gestaltung des Titelschriftzugs genauer betrachtet, erkennt man, daß das ungefähr wie folgt aussieht:

      Trois Trios

      pour le Piano-Forte
      Violin et Violoncelle


      Muss nix bedeuten. Könnte aber was bedeuten.


      Würde ich nicht überbewerten. Das Cello hat in diesen Werken wesentlich mehr zu tun als bei Haydn oder Mozart (und vermutlich auch den anderen Zeitgenossen). Natürlich steht das Klavier immer an erster Stelle (heißt ja auch Klaviertrio, nicht Cellotrio).

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Nee, ich würd das auch nicht überbewerten. Vielleicht aber bewerten.

      Kann aber naklar auch sein, dass die sich gar nix dabei gedacht haben und denen einfach nach der zweiten Zeile die entsprechenden Lettern ausgegangen sind...
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Das Titelblatt ist völlig normal in dieser Zeit. Die heute sogenannten Klaviertrios waren nun mal ursprünglich Werke für Klavier mit begleitender Violine und Cello. Das betrifft ja nicht in erster Linie (wenn überhaupt) die klangliche Dominanz, sondern die Beteiligung am kompositorischen Geschehen und insbesondere die Selbständigkeit der Instrumente. Noch bei den späten Haydn-Trios ist das Cello häufig nur dazu da, den Klavierbass zu verstärken (bei Mozart wird nach meiner Erinnerung das Cello freier behandelt). Fakt ist, dass die kompositorische Gestaltung Beethovens die vollständige Gleichberechtigung der drei Instrumente realisiert und - auch durch die Einführung eines vierten Satzes - die Gattung vom Anspruch her an das Streichquartett annähert. Die typographische Gestaltung des Titelblatts zeigt womöglich nur, dass die zeitgenössische Terminologie bei der Benennung von Werken/Gattungen manchmal hinter der kompositorischen Innovation zurückbleibt.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)