Der Böse hört Klassik

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    • vé-nus schrieb:


      Hört nicht der Imperator in der Folge mit den Freimaurern (Masonic Mysteries?) der ja wohl zweifellos einer der bösesten Bösewichte bei Inspector Morse ist, nicht auch Mozart?


      Je nun, er hört Mozarts "Zauberflöte", bzw. er muss sie hören, in der Interpetation, die er selbst als die schlechteste bezeichnet, die er je gehört habe, so schlecht, dass er ihr Hausverbot erteilt haben würde - der Interpretation durch Arturo Toscanini.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Peter Brixius schrieb:


      Je nun, er hört Mozarts "Zauberflöte", bzw. er muss sie hören, in der Interpetation, die er selbst als die schlechteste bezeichnet, die er je gehört habe, so schlecht, dass er ihr Hausverbot erteilt haben würde - der Interpretation durch Arturo Toscanini.


      War das nicht Morse himself? :stern:

      Naja, eigentlich egal...


      Gruß,

      ?
    • vé-nus schrieb:

      War das nicht Morse himself? :stern:


      Die Kassette wurde von de Vries in der Kassettenrekorder praktiziert und das Band als Endlosschleife mit erheblicher Tonstärke in die Nachbarschaft gespielt. "That adds insult to injury", meint Mr. Morse dazu.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Peter Brixius schrieb:


      Die Kassette wurde von de Vries in der Kassettenrekorder praktiziert und das Band als Endlosschleife mit erheblicher Tonstärke in die Nachbarschaft gespielt. "That adds insult to injury", meint Mr. Morse dazu.

      Liebe Grüße Peter


      Während des Inspektors Haus abbrennt... Ich glaube, ich erinnere mich wieder. Danke schön!
      (Es ist höchste Zeit, die DVDs wieder auszupacken!)

      Gruß,



      P.S.: Kennst Du die Folgen eigentlich alle auswendig? :D
      ?
    • vé-nus schrieb:


      Während des Inspektors Haus abbrennt... Ich glaube, ich erinnere mich wieder.


      Genau!

      (Es ist höchste Zeit, die DVDs wieder auszupacken!)


      Meine Jungs fahren beide in den Sommerferien in Gastfamilien nach GB, ich freue mich schon darauf, mit ihnen nach ihrem Englandaufenthalt den ganzen Zyklus sehen zu können. Ich hoffe, dass sie wie ihr Vater vor über 40 Jahren mit einem richtigen gewaltigen Schub zurückkommen (wobei bei mir 1965 natürlich ein historischer Zeitpunkt in Swinging London war).


      P.S.: Kennst Du die Folgen eigentlich alle auswendig? :D


      Ich habe sie vor einiger Zeit alle noch einmal gesehen - und werde sie sicher in absehbarer Zeit wiedersehen. Es gab eine fantastische Website, die inzwischen verschwunden ist, aber sie hat mir sehr geholfen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen, so dass ich sie jetzt auch weiter geben kann.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Liebe vé-nus, lieber Peter!

      Eure Morse-Fachsimpeleien machen mich (nachdem ja auch der Zwölftonapostel seine Lobgesänge losgelassen hat) furchtbar neugierig und ich bin fast überzeugt, dass ich demnächst auch eine Bestellung ins UK schicken werde! Das nimmt unübersehbare Ausmaße an!!!!Bei Oper habe ich begonnen, über Lieder bin ich zur Symphonik gekommen und jetzt muss ich auch schon englische TV-Serien haben...........

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Liebe Renate,

      da bin ich sehr überzeugt, dass Du Dir da eine neue fantastische Welt erschließen kannst. Ich habe noch keine Verfilmungen von Krimis gesehen, die eine solche Kombination von einer Lokalatmosphäre (Oxford ist eine eigene Person in diesen Krimis), Personenregie und überzeugendem Plot haben. Inspector Morse ist eine glaubhafte Person, dessen Freund man gerne sein möchte. Das gleiche gibt für seinen Assistenten, Sergeant Lewis. Und hinter allem steht eine Geschichte von einem unglücklichen romantischen Ritter, der in dieser Welt nicht zu Hause wirkt. Der immer wieder eine Nähe zu Frauen findet, die er im schlimmsten Fall verhaften muss.

      Ich liebe diese Serie ...

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • :mlol: :mlol: :mlol:
      Sozusagen,der Don Qichotte des Krimis? Ich kenne Mister Morse ja auch noch nicht, aber bleibe besser erstmal bei Sherlock Holmes, für den es die Frauen nur als Photographie in der Schublade oder nach einer Behandlung bei Doktor Freud höchstpersönlich als Urlaubsüberraschung gibt.

      F.Q.

      Liebe Renate der von Dir beschirebene Sachverhalt ist ein hochansteckendes Virus in guten Interentforen. Da hilft leider nur Quarantäne oder Lottogewinn oder ein echter Ritter.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Peter Brixius schrieb:

      vé-nus schrieb:


      Hört nicht der Imperator in der Folge mit den Freimaurern (Masonic Mysteries?) der ja wohl zweifellos einer der bösesten Bösewichte bei Inspector Morse ist, nicht auch Mozart?


      Je nun, er hört Mozarts "Zauberflöte", bzw. er muss sie hören, in der Interpetation, die er selbst als die schlechteste bezeichnet, die er je gehört habe, so schlecht, dass er ihr Hausverbot erteilt haben würde - der Interpretation durch Arturo Toscanini.

      Liebe Grüße Peter


      Lieber Peter!

      Von meinen zahlreichen "Zauberflöten Gesamtaufnahmen auf LP ist die Toscanini Aufnahme, von Salzburg 1937, wohl die Schlechteste.

      Ich denke, dass Toscanini zur "Zauberflöte" keinen Bezug hatte, schon bei den Arien der Königin der Nacht tut mir Frau Julie Osvath Leid, denn er ist derart rasch, dass die Königin ihre Koloraturen nicht unterbringen kann, also wird ein Quark daraus.

      Das hätte er unterlassen sollen, es ist in einem Tempo, manchmal, und manchmal zu langsam, ich kenne ja "Die Zauberflöte" kaum, aber auch die drei Knaben [hier sind es auch namentlich angeführte Knaben, zumindest auf meiner 2er LP Gesamtaufnahme] tun mir Leid, ich hätte ungern mit Toscanini gesungen, zumindest nicht die deutsche Oper, wie er auch bei Lotte Lehmann im Fidelio einen Ganztonsprung in der großen Arie der Leonore machte, wo ein halber Ton gehört, Frau Lotte Lehmann, die Toscanini sehr schätzte, war daraufhin unsicher.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem warmen Wien. :wink: :wink: :wink:
    • Der Böse hört Klassik

      Pro:

      Vor einigen Monaten hörte ich das Hörbuch Septagon von Montanari.

      Hier wird ein hoch-intelligenter Serienkiller beschrieben, der seine inszenierten Hinrichtungen mit BWV 140 untermalt.
      So war das "Wachet auf" wohl nicht gemeint.



      Contra:

      Man nehme nur unseren skurrilen aber doch so beliebten Münsteraner Professor Boerne mit seiner Vorliebe für Mahler und Wagner.
    • Dass nicht nur der Böse Klassik hört oder dass diese Musik auch für alle möglichen anderen Szenen eingesetzt wird, widerspricht keinesfalls der Aussage, dass der Böse bevorzugt Klassik hört!

      Ein weiterer "Guter", Lord Peter Wimsey, spielt ebenfalls excellent Klavier, bevorzugt Bach und Scarlatti.

      Warum hört der Böse Klassik?

      - er ist schlau
      - er ist abgehoben, elitär
      - er ist dekadent

      - etwas komplexer: er ist ein gespaltener Charakter, der eben auch das Schöne zu schätzen weiß bzw. es hat eben nichts miteinander zu tun, Schönes zu schätzen und ein perfider Bösewicht zu sein.

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Lieber Kater Murr, lass das aber nicht den armen Platon hören! Der dreht sich im Grab rum und erscheint Dir wie Polonius dem Claudius.
      Wie wärs denn um Platons Rachegeist ein bisschen gnädiger zu stimmen, damit: wenn ein Böser das Schöne schätzt, hat das nciht das Geringste mit seiner Bosheit zu tun, sondern ist ganz im Gegenteil noch der letzte Rest des Guten im ihm , der irgendwo abgeschlagen im Verborgenen schlummert und sein Recht verlangt? :angel: :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Ach Titania!



      Was du wirst erwachend sehn,
      Wähl' es dir zum Liebchen schön,
      Seinetwegen schmacht' und stöhn';
      Sei es Brummbär, Kater, Luchs,
      Borst'ger Eber oder Fuchs,
      Was sich zeigt an diesem Platz,
      Wenn du aufwachst, wird dein Schatz;
      Säh'st du gleich die ärgste Fratz!'




      Wirkt der Blumensaft bei Dir noch? :troest:

      Andersherum wird ein Schuh daraus! Der Platon hat schließlich nur postuliert, daß jemand zum besseren Menschen wird, wenn er nur gute Musik hört. Den empirischen Beweis für seine Behauptung ist er uns (nicht nur hier!) allerdings schuldig geblieben, der reine Geist der Philosophie durfte ja schließlich nicht mit Materie oder gar mit schnödem Zahlenmaterial verunreinigt werden. :juhu: Letzteres war von jeher allenfalls Sache von Buchhaltern, Kleinkrämern, Soziologen und anderen banausoi. Wenn wir nun aber nach knapp zweieinhalb Jahrtausenden kumulierter Lebenserfahrung feststellen, daß da wohl doch möglicherweise kein Zusammenhang besteht, oder vielleicht sogar das Gegenteil gilt - weil uns ein paar Bösewichter (nicht nur aus dem Film) einfallen, die ein Faible für klassische Musik hatten - dann soll uns Platons Rachegeist ruhig erscheinen! Vor so einem zahnlosen, sägemehlgefüllten, wandelndem Bettlaken fürchten wir uns noch lange nicht! :vv:



      "Ooo---ooh [Portamento!!] Roohm! Unstä-härb-lich Feu-är!"
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)