Bruckner: Sinfonie Nr. 8 c-Moll – Werk und Einspielungen

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    • Das erscheint demnächst:



      Mariss Jansons dirigiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, live 2017

      Welche Fassung wird denn hier gespielt? Vielleicht war ja jemand im Konzert und kann etwas dazu sagen?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Gurnemanz schrieb:

      Welche Fassung wird denn hier gespielt?
      Ich habe die Frage auf deren Facebook-Seite mal gestellt. Schauen wir mal, wann eine Antwort kommen wird.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Gurnemanz schrieb:

      Welche Fassung wird denn hier gespielt? Vielleicht war ja jemand im Konzert und kann etwas dazu sagen?
      hab davon coolen Mitschnitt (18.11.17) auf Player. Wenn ich nicht völlig schief gewickelt, dann ist aber bloß „Mainstream“-Fassung von 1890.
      Doch was die Lederhosen unter Jansons fabrizierten, kommt trotzdem richtig geil rüber. z.B. Adagio wird nicht klobig, klotzig, sondern frisch, leidenschaftlich gespielt; etwa wie Mitschnitt mit Berlinern unter Mehta vom 09.09.00 aus Werder-Town. Also Jansons gehört auch mit zu meinen Bruckner-8-Mainstream-Fassungs-Favoriten.

      Am liebsten zieh ich mir ja – was Bruckner 8 betrifft - in Mischfassung (z.B. mit European Union Youth Orchestra unter Haitink vom 22.08.89) und in sog. Originalfassung mit dem wahnsinnigen C-Dur-Getöse am Ende vom Allegro, eben der Uneinheitlichkeit wegen, rein (z.B. Mitschnitt mit Elphis unter Gielen vom 23.02.12 aus Fish-Town).

      (Falls bei dir detailiertres Interesse an Jansons-Bruckner 8, lass einfach PN rüberwachsen…..)
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Dank Euch beiden! :) :)

      Amfortas09 schrieb:

      „Mainstream“-Fassung von 1890
      Meinst Du Haas oder Nowak? Vgl. # 1. Bin mit den unterschiedlichen Fassungen nicht so vertraut, gerade bei der Achten scheint das recht verwirrend zu sein, wie hier schon diskutiert wurde.

      Vielen Dank fürs Angebot! Werde mal sehen, ob ich mir die CD bestelle, ist ja nicht eilig.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Max Reger
    • b-major schrieb:

      Wenn die Angabe auf der Rückseite korrekt ist - 1890 - , kann es sich nur um die Nowak - Ausgabe von 1955 handeln .
      Vermutlich. In der Konzertankündigung des BR heißt es:

      Wie die meisten Dirigenten hat sich Jansons für die zweite Fassung von 1890 entschieden, die Bruckners progressive Werkkonzeption stringenter zum Ausdruck bringt als die erste von 1887.

      br-so.de/konzerte/jansons-dirigiert-bruckners-achte/

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Max Reger
    • Ich empfehle mal diese Einspielung weiter, die Dennis Russell Davies gemacht hat. Hier in der "Urfassung" von 1884-1887 :



      Meines Erachtens eine exzellente, wie auch seltene Einspielung, wie der gesamte Zyklus leider noch immer viel zu selten erwähnt wird.

      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • hab mir jüngst noch mal die beiden Mitschnitte mit den Lederhosen unter Jansons (18.11.17) und mit dem European Community Youth Orchestra unter Haitink (22.08.89) reingezogen.

      Die straighte Wiedergabe mit den Lederhosen ist für BR8-Newcomer auch geeignet, weil sie navi-like den Gesamtaufbau der einzelnen Sätze fetzig rüberkommen lässt. Das muss nicht unbedingt immer eine Sache der Tempi sein.

      Die European Community Youth Orchestra unter Haitink verkörpert dazu quasi sowas wie Gegenextrem. Und das liegt – m.E. - nicht bloß an der Mischfassung.

      Youth Orchestra unter Haitink ist schier drauf erpicht die Mucke vor allem in ihren Detail auszuformen.
      Nichts soll im Verlauf derselben niedergeplättet werden. Und das kommt dann einfach durchgängig mega-geil rüber, wenn man beim Br8-Reinziehn mit seinen Lauscherchen sich fortwährend in winzige Details, in Einzelmomenten verlieren möchte .. z.B. das scheinbar rustikal-pastorale Trio schlägt mehr und mehr um in versonnen-bangen, retardierenden Ausdruck, mit subtiler Schützenhilfe von Flöten und Harfen, so als ob Mucke am Ende vom Mittelteil ihrem Entschwinden wehmütig nachhängt…

      Dabei wird keinesfalls der Gesamtzusammenhang vermurkst.
      Die Intensität beim Adagio ist – trotz oder sogar in seiner ca. 30-minütigen Dauer - vergleichsweise sogar gesteigert, ganz ohne Momente von dröger Schwerfälligkeit. Nie kommt vom Community Youth Orchestra unter Haitink das Feeling rüber, als würde die Mucke auseinander bröseln wie die Hertha-Abwehr am 34. Spieltag bei der 2: 6- Heimniederlage im Oly gegen RB-Brauseclub…
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Bruckner 8 unter Mariss Jansons

      Ich war bei der zweiten Aufführung am 18.11.17 vor Ort. Für mich war es ein wahrhaft überwältigendes Erlebnis diese gigantische Sinfonie mit dem BR Orchester erleben zu dürfen. Muß dazu gestehen das ich sie das erste Mal im Konzertsaal gehört habe. Meiner Meinung nach war es eine sehr gute Interpretation der Achten von Bruckner. Habe auch damals den DVD Rekorder laufen lassen und bin noch immer von dem Mitschnitt hingerissen. Danke für den Hinweis auf die CD Veröffentlichung.
    • Peter Konrad schrieb:

      Danke für den Hinweis auf die CD Veröffentlichung.
      Gern geschehen. Dank auch für Deine Rückmeldung! Die CD werde ich mir wohl demnächst bestellen; Großsymphonisches ist mir zur Zeit recht willkommen, und Bruckners Achte bietet da ja bekanntlich einiges! :)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Hartmut Haenchen

      im Juni ist eine Neuaufnahme mit dem Royal Danish Orchestra erschienen, Leitung Hartmut Haenchen.
      Kennt die jemand?
      Fassung von 1890, Gesamtspielzeit unter 70 min (14:13 - 13:30 - 21:47 - 19:49).
      Hörbeispiele leider nur in schlechter Qualität verfügbar.

    • Seit heute finde ich alle vier Sätze der Haenchen-CD bei Youtube.
      Stellvertretend ein Link zum Finale:
      youtube.com/watch?v=yTUXnJ5j_AM

      Hier ist ein persönliches k.o.-Kriterium die Stabilität des Tempos beim ersten Höhepunkt (Buchstabe N). Viele Dirigenten schlagen mit dem Fortissimo unvermittelt ein schnelleres Tempo an, wovon nichts in der Partitur steht. Haenchen tut dies nicht, beschleunigt allerdings das Ende des Fortissimo-Abschnitts ganz erheblich (ab ca 5:50). Ich verstehe nicht was das soll.
      Offensichtlich handelt es sich bei der CD um einen Konzertmitschnitt mit nur wenigen bis gar keinen Korrekturen (Huster, Blättern, ein Trompetenkiekser deutlich zu vernehmen, allerdings kein Applaus).

      Gruß,
      Khampan