Alfred Hitchcock - Seine besten Filme

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    • In unserem heimeligen Klassik-Forum darf Der Mann, der zu viel wusste (1956) nicht fehlen!



      In einer Schlüsselszene dirigiert Bernard Herrmann das London Symphony Orchestra zu Arthur Benjamins Storm Cloud Cantata. Beim finalen Beckenschlag des Werkes soll im Covent Garden ein tödlicher Schuss erfolgen. James Stewart versucht dieses zu verhindern. Das ist toll geschnitten und inszeniert! (Außerdem singt Doris Day in diesem Film "Que Sera"... :whistling: ) Insgesamt ist der Film sicher nicht einer der großen Hitchcock-Würfe, aber die Orchester-Szene hat mich schon als Kind ziemlich fasziniert.

      Hier gibt's sie:
      "http://www.youtube.com/watch?v=a3sxapFtepA"

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Und hier der GESAMTE "Man who knew to much" im ORGINAL von 1934 mit der Orginalmusik von Benjamin (Die Kantate im 1956er Film wurde von Herrmann umorchestriert) :

      "http://www.youtube.com/watch?v=lBTzgYuo6GU"


      Klar, die 2.Fassung ist besser, aber es ist äußerst interessant, sich mal die Urfassung mit Peter Lorre anzuschauen.

      Immer noch zu heiß........."Brat"
    • Hi Carsten,
      ich denke mal, der Macguffin "http://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin" war einfach zu gut und die technischen Möglichkeiten 1934 zu schlecht, so daß er das unbedingt nochmal neu machen mußte.

      Ist da außer der Overture und der Kantate überhaupt Musik drin? Ich wage das zu bezweifeln und muß mir das noch mal anschauen.

      Im Orginal ist das ein kleiner, feiner Film mit einem etwas hanebüchenem Finale, und schreit doch nach ganz großem Kino.
      Wobei Lorre umwerfend ist (war das nicht seine erste englischsprachige Rolle? )

      :wink:
      Heiß
      äh, Michael
    • An sich ist der Aufbau der 34er (englische) und der 55er Fassung (amerikanische) grundverschieden. Die zweite Fassung ist viel emotionaler, was natürlich zu einem großen Teil an Doris Day liegt. Wenn dann die grandios lange Szene in der RAlbHall beginnt, ist man ist als Zuseher bereit sich auf die Emotionen von Steward und Day einzulassen. Man fühlt mit ihnen. Die erste Fassung verzichtet auf dieses Emotionen, die Darstellung eines Familienidylls à la Steward/Day. Sie zeichnet sich eher durch rasante Aktionen aus. Beide Filme enthalten zu meiner großen Freude aber eine gehörige Prise Humor. Ich denke da nur an die Szenen beim Zahnarzt bzw. beim Tierpräperator (umwerfend komisch).
    • Tschabrendeki schrieb:

      Und was ist mit den frühen, in England gedrehten Filmen von Hitch? Nicht zu sprechen von den Stummfilmen? Kenn davon jemand etwas? (Ich leider (noch) nicht, aber es würde mich interessieren...)
      Wenn Dir mal das Buch "Alfred Hitchcock und seine Filme" von Bodo Fründt in die Hände gerät (erschienen in der Reihe Heyne Filmbibliotek) - sofort zugreifen, d.h. kaufen. ME eine exzellente deutschsprachige Darstellung von H`s Filmkunst in chronologischer Reihenfolge mit angeschlossener Filmographie und Register.
    • Unter rufen sie schon, daß ich endlich zum Frühstücken herunterkommen soll; deshalb in aller kürze zur Ausgangsfrage. Wenn ich sagen sollte, welcher Film mir am besten gefällt, bin ich vollständig überfragt. Ab 1934 gefallen sie mir alle außerordentlich (Lifeboot habe ich allerdings noch nicht gesehen). Auf der Suche bin ich schon seit einiger Zeit nach "Murder" (1930) und "The Lodger" (1926) - hier kenne ich nur das äußerst spannende Buch von Marie Belloc-Lowndes).
    • Seit Schülertagen bin ich Hitchcock-Verehrer und bin es bis heute. Es fällt es mir ausgesprochen leicht, meinen Lieblingsfilm zu benennen, weil es seit Ewigkeiten mein Favorit ist, und mit jedem weiteren Anschauen seine Favoritenstellung behauptet und festigt: North by Northwest (Der unsichtbare Dritte). In meinen Augen der perfekte Hitchcock. Dieser Film hat alles: Ein umwerfender Cary Grant und eine elektrisierende Eva Marie Saint, die großartige Musik von Bernard Herrmann, Humor, Erotik, traumwandlerisch sichere Balance zwischen Spannung und Leichtfüßigkeit, den absurdesten Mordanschlag der Filmgeschichte und ein sensationelles Finale. Dazu kommen zahllose Details, die jedem Hitchcock-Connaisseur ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern dürften.
      "Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen."
      -- Georg Christoph Lichtenberg
    • Die drei besten Filme Hitchcocks haben einen kleinen Schönheitsfehler: "Les yeux sans visage" ist von Georges Franju und "Les Diaboliques" von Henri-Georges Clouzot und "Wait Until Dark" von Terence Young... ;+)

      Ich muß gestehen, daß ich zu Hitchcock ein ziemlich ambivalentes Verhältnis habe. Die meisten seiner Filme sind für mich langweilig oder haben eine haarsträubende Handlung. "Vertigo" etwa ist ein völlig unglaubwürdiges Konstrukt, "Der Mann, der zuviel wußte" ebenfalls, und die Singerei von Doris Day nervt maßlos. "Der Fall Paradin" ist unbefriedigend, "Marnie" für mich ein Langweiler, "Rebecca" steht etwas höher und wäre eine nette "Gothic Tale", wenn Hitchcock nicht die Beziehungen so grotesk übertriebe. "Psycho", für mich immer noch einer der besten Thriller aller Zeiten, wird durch den Stuß ruiniert, den der "Psychiater" am Ende von sich gibt. Abgesehen davon, daß der Schrecken durch diese (Pseudo-)Wissenschaftlichkeit ruiniert wird.

      Die beiden Filme Hitchcocks, die ich wirklich schätze, sind "Die Vögel", weil hier wirklich alles im Dunkel bleibt, und der absolut grandiose Gerichtsthriller "Witness for the Prosecution" (Zeugin der Anklage).

      Oha, ich vergaß, letzterer ist ja von Billy Wilder...
      :wink:
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Edwin schrieb:

      Die drei besten Filme Hitchcocks haben einen kleinen Schönheitsfehler: "Les yeux sans visage" ist von Georges Franju und "Les Diaboliques" von Henri-Georges Clouzot und "Wait Until Dark" von Terence Young... ;+)
      Neben dem erwähnten Billy Wilder-Film gehört auch noch SCREAM OF FEAR (1961) von Seth Holt mit Susan Strasberg zu dem Quintett der besten Hitchcock-Filme, die nicht von ihm sind, der bei uns unter dem Titel EIN TOTER SPIELT KLAVIER lief, und Mark RObsons THE PRIZE (DER PREIS) mit Paul Newman und Edward G. Robinson als entführtem Nobelpreisträger sollte als Vorlage von TORN CURTAIN (DER ZERRISSENE VORHANG) auch nicht unerwähnt bleiben. :yes:

      Aber im Ernst: ich kenne wohl alle erhaltenen Hitchcock-Filme einschließlich der durchaus sehenswerten Stummfilme und der mir Recht seltener zu sehenden JUNO AND THE PAYOCK, JAMAICA INN oder LIFEBOAT, und ich sehe sie mir periodisch auch immer wieder an, wie neulich mangels sinnvoller Alternativen im TV VERTIGO, SHADOW OF A DOUBT und YOUNG AND INNOCENT. Bei aller Bewunderung gerade für diese Titel und ihren HUmor habe ich (noch) zwei andere Favoriten, die bei mir fast noch höher im Kurs stehen als seine späteren Filme. Da man nur einen pro Posting nennen darf, nenne ich erst mal NOTORIOUS (1946) mit Cary Grant, Ingrid Bergman und Claude Rains, den der ängstliche deutsche Verleih 1951 von einem Anti-Nazi - Film zu einem Rauschgiftkrimi unter dem absurden Titel WEISSES GIFT umgedichtet hat.


      Im Fernsehen lief er dann richtig. Es gibt keine bessere Hitchcock-Szene als die Kuss-Szene zwischen Grant und Bergman (der Duschmord aus PSYCHO ist ja von Saul Bass), und die Story, mit der sich Hitchcock und seine Autoren bei den amerikanischen Behörden verdächtig machten, weil sie noch vor Bekanntwerden der amerikanischen Entwicklung der Atombombe diese Bombe als McGuffin führte, ist weniger weit hergeholt, als sie einem heute erscheinen mag. Zudem ist es einer der ganz wenigen Filme jener Zeit, in denen zwei Superstars so richtig schön zwielichtig sein - und bleiben! - dürfen.

      Bei meinem anderen Favoriten ist Letzteres ja leider nicht erlaubt geblieben. Quizfrage: welchen bisher, wenn ich richtig gelesen habe, wohl noch nicht genannten Film könnte ich da meinen?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Was ist mit "Über den Dächern von Nizza"? Der wurde noch nicht genannt und ich habe den Verdacht, dass Rideamus ihn meint. Zwar nicht gruselig und spektakulär im Sinne von "Psycho", aber hat viel Spannung und ein unübertreffliches Hauptdarstellerpaar mit Cary Grant und Grace Kelly. Wer da kein Knistern spürt, dem kann nicht mehr geholfen werden......

      lg
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Rideamus schrieb:


      [...] Story, mit der sich Hitchcock und seine Autoren bei den amerikanischen Behörden verdächtig machten, weil sie noch vor Bekanntwerden der amerikanischen Entwicklung der Atombombe diese Bombe als McGuffin führte, ist weniger weit hergeholt, als sie einem heute erscheinen mag. Zudem ist es einer der ganz wenigen Filme jener Zeit, in denen zwei Superstars so richtig schön zwielichtig sein - und bleiben! - dürfen.

      Bei meinem anderen Favoriten ist Letzteres ja leider nicht erlaubt geblieben. Quizfrage: welchen bisher, wenn ich richtig gelesen habe, wohl noch nicht genannten Film könnte ich da meinen?

      :wink: Rideamus
      Saboteure (1942) ?
    • Rideamus schrieb:

      Edwin schrieb:

      ... Zudem ist es einer der ganz wenigen Filme jener Zeit, in denen zwei Superstars so richtig schön zwielichtig sein - und bleiben! - dürfen.

      Bei meinem anderen Favoriten ist Letzteres ja leider nicht erlaubt geblieben. Quizfrage: welchen bisher, wenn ich richtig gelesen habe, wohl noch nicht genannten Film könnte ich da meinen?

      :wink: Rideamus


      Meinst du vielleicht "Suspicion" (deutscher Titel: Verdacht)?
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      Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
      Di glorie e di sublimi rapimenti
      Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
      Percè in suo grembo non trovai la tomba?
    • amelia grimaldi schrieb:

      Was ist mit "Über den Dächern von Nizza"? Der wurde noch nicht genannt und ich habe den Verdacht, dass Rideamus ihn meint. Zwar nicht gruselig und spektakulär im Sinne von "Psycho", aber hat viel Spannung und ein unübertreffliches Hauptdarstellerpaar mit Cary Grant und Grace Kelly. Wer da kein Knistern spürt, dem kann nicht mehr geholfen werden......

      lg
      Renate
      TO CATCH A THIEF mag ich zwar auch sehr gerne, gerade wegen des Knisterns in dem Monte Carlo der Grimaldis, aber sooo furchtbar zwieilichtig finde ich die HeldInnen da nicht. Rein kriminalstatistisch wären es Cary Grant und seine "Schülerin" vielleicht, aber so, wie sie dargestellt werden...

      Auch SABOTEURE meine ich nicht, sondern - EDIT: wie Teresa Cellini richtig vermutet hat :juhu: - diesen da:



      In SUSPICION (1941) ist Cary Grant nämlich tatsächlich der Mann, der seine Frau umbringen will. Anders aber als Joseph Cotton in IM SCHATTEN DES ZWEIFELS erdächtigte Frauenmörder war Cary Grant damals zu sehr als Positivfigur etabliert um ihm das anzuhängen, und so klebte man ein Ende an, das mit gutem Grund wenig überzeugend ist. Wie aber der Verdacht gegen Cary Grant hier aufgebaut und untermauert wird, macht Joan Fontaines Verhalten mehr als verständlich und glaubhaft, und man vergleiche nur den von mir auch sehr geschätzten MITTERNACHTSSPITZEN mit Doris Day um nachvollziehen zu können, warum, Hitchcocks Vorbild so viel besser ist (und sogar auch besser als George Cukors GASLIGHT von 1944 mit Ingrid Bergman, Charles Boyer und wiederum Joseph Cotten - diesmal als der Gute).

      Yukon schrieb:

      Die beste Kußszene der Filmgeschichte liefern sich James Steward und Grace Kelly (die wunderschöne) in Fenster zum Hof. Eine Zeitlang hatte ich sogar mal einen Schnappschuß als Desktophintergrund :love: .
      Suum quique und die Kussszene an Grace Kellys realer Todesklippe in dem erwähnten TO CATCH A THIEF oder die zwischen Cary Grant und Eve-Marie Saint in NORTH BY NORTHWEST (DER UNSICHTBARE DRITTE) sollten hier nicht vergessen werden. Großartig sind sie alle, aber sieh' sie Dir mal im direkten Vergleich an. Natürlich musste es real ziemlich blödsinnig aussehen, als Hitchcock damals erstmals die Kamera die beiden permanent umkreisen ließ, aber er erzeugte damit genau den gewünschten Effekt der Destabilisierung, den ihm seither so viele nachgemacht haben, dass man das Besondere dieser Szene kaum mehr nachvollziehen kann. Aber der Effekt in diesem Film wirkt heute noch.

      Ich habe einen dritten Film fast vergessen, der unbedingt zu den Favoriten gehört und m. W. auch noch nicht genannt wurde. Darin spielt eine Brille eine besondere Rolle. Ihre Trägerin war übrigens mit Hitchcock verwandt.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Lieber Yukon,

      richtiger kannst Du gar nicht liegen, denn auch die Patricias sind natürlich richtig identifiziert. :juhu: :D :mlol:

      Ich spielte tatsächlich auf diesen Film an, der unbedingt in die Reihe der allerbesten Hitchcock-Filme gehört:



      STRANGERS ON A TRAIN (1951) wurde von Hitchcock nach einem Drehbuch von Raymond Chandler inszeniert und basiert auf einem Roman von Patricia Highsmith. Darin geht die Brille von Patricia Hitchcock kaputt.


      Allein das Finale im Karussell ist das Ansehen dieses spektakulären Schwarzweißfilmes wert, obwohl Highsmiths Grundidee des Überkreuzmordes schon ein Leckerbissen für sich ist. Die herausragende Leistung aber liefert hier Robert Walker als durchgeknallter Mörder, der mit allen Mitteln seine Gegenleistung einfordert.

      Wie soll man nur aus so viel Meisterwerken einen "besten" herausfiltern?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung