Lehár: Der Zarewitsch, Seefestspiele Mörbisch 2010

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    • Lehár: Der Zarewitsch, Seefestspiele Mörbisch 2010

      Meine Lieben!

      Ich bin heute erst dazugekommen mir die Aufzeichnung der Operette anzusehen und anzuhören, was kein Schaden war.

      In der Regie von Peter Lund und dem Bühnenbild von Karl Langenfass bemühten sich die Sänger der Hauptpartien,

      Tiberius Simm als Zarewitsch jeden hohen Ton, wenn geht geflissentlich auszuweichen und nur nicht ein C zu singen, welches im "Wolgalied" nicht vorgesehen ist, ansonsten wäre eines drin, aber Falsett ist ja auch schön - oder, aber selbst Rudolf Schock sang es noch auf seine alten Tage [falsettierend].

      Alexandra Reinprecht, eine Sängerin der WStO, als Sonja hatte in der Auftrittarie ein Geflacker in ihrem, später etwas schöneren, Sopran - wenn geht auch nur nicht zu dramatisch zu werden, und lieber auf Stimme zu verzichten, hohen Tönen mit ihrem Parner, gekonnt, auszuweichen. Wenn Frau Reinprecht singt "Nur nicht versäumen den Augenblick" dann kann sie es nicht ernst meinen, denke ich.

      Sieglinde Feldhofer, aus der Grazer Opernhaus, als Mascha, sang die Sonja glatt an die Wand, sie hätte die Divenpartie bekommen sollen und hatte auch mehr Temperament.

      Marko Kathol hatte begrenzten Charme, Stimme auch weniger, jedoch er betonte er komme vom Ballett, er hätte dort bleiben sollen.

      Eine Sprechrolle gab es außer Harald Serafin, Manfred Schwardtmann noch, dessen Namen ich mir nicht merkte - aber er [versuchte] zu singen, das hätte er bleiben lassen sollen und seine Bonmots waren auch etwas abgestanden.

      Das Bühnenbild ist einfach und doch sehr geschmacklos, Venedig als Zufluchtsort wird so oft erwähnt, dass sogar die Mücken in Mörbisch schon daran glauben und die Krönungsszene des Zarewitsch zum Zaren hätte besser in den "Boris" gepasst, doch der wurde, meines Wissens, Gottseidank [bei solchen Besetzungen], in Mörbisch noch nie gespielt [sie steht auch nicht im Libretto des Glockenverlages drin - in der Partitur noch weniger].

      Durch die Hitze die am Drehtag war, hatte Petrus mit den Sängern ein Einsehen und auch der ORF, denn es kam ein Gewitter und es wurde im 2. Akt, die Generalprobe gezeigt, ganz ohne Regen [nur die Stimmen von Alexandra Reinprecht und Tiberius Simm waren auch nicht besser].

      Nach Mörbisch "pilgern" zahlt sich, meiner Meinung, nicht aus, denn was da geboten wird, ist auf einer Provinzbühne besser untergebracht.

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus dem heute schwülem Wien. :wink: :wink: