Rachmaninow, Sergei: Orchesterwerke

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    • Braccio schrieb:

      Die symphonischen Tänze finde ich von seinen Orchesterwerken derzeit am ansprechendsten, sie rangieren noch vor der ersten Symphonie und vor der Toteninsel.
      Find ich auch! :)
      Hab sie bestimmt schon 3 mal live gehört, inkl. K. Petrenko (aber beim Bayerischen Staatsorchester, nicht beim BRSO). Noch werden sie nicht langweilig.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Ich stand heute vor der Berliner Version der Toteninsel von Böcklin, sollte was dazu erzählen, da fiel mir die Story wieder ein, nach der R. angeblich von einer SW-Abbildung zur Komposition inspiriert wurde, später bei Ansicht eines der Originale in Farbe total entsetzt gewesen sein und sich gefragt haben soll, ob er sich unter diesen Bedingungen je hätte entschließen können, das Ding in Töne zu setzen.

      Weiß nicht, ob das nur ne gute Geschichte ist, oder ob das stimmt.
      Jedenfalls ein grandioses Bild und eine ebensolche Bereicherung für die Programm-Musik.
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • audiamus schrieb:

      Weiß nicht, ob das nur ne gute Geschichte ist, oder ob das stimmt.
      Jedenfalls ein grandioses Bild und eine ebensolche Bereicherung für die Programm-Musik.
      Selbst wenn die Geschichte nur erfunden ist: Es ist eine schöne Anekdote - und Du hast recht: Sowohl das Gemälde als auch das Musikstück sind grandios. Ich habe eine Version der Toteninsel vor Jahren auf einer Böcklinausstellung in München gesehen.
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • music lover schrieb:

      Agravain schrieb:

      Außerordentlich gut gelingen die "Symphonischen Tänze" meines Erachtens bei Gardiner, der ja bisweilen ins romantische, ja spätromantische Repertoire vordringt und tatsächlich bisweilen auch interpretatorische Treffer landet. Dazu gehört diese Platte, die während seiner kurzen Zeit beim NDR-Sinfonieorchester stammt. Es ist der Mittschnitt eines Konzertes aus dem Jahre 1993. Es ist eine Aufnahme, die zwar rhythmusfixiert und kraftvoll daherkommt, sich aber vor Lyrizismen (bspw. im ersten Tanz) nicht fürchten, sodass die Bandbreite dieser Musik und deren Wirkung gut deutlich gemacht werden.



      Das "Grammophone" schrieb einst:

      "Rachmaninov's Symphonic Dances are played with great sharpness here, emphasizing the extraordinary originality of his last completed work and serving as a reminder that the original title was Fantastic Dances: this might be more suitable for a performance that, though not lacking in lyrical grace, sets some familiar characteristics in a novel, strange and even somewhat disquieting context. The waltz of the central movement (once to have been called "Twilight") has a rhythmic fluency that suggests not so much elegance as a faintly uncertain atmosphere; and there are shadows lying across the urgency of the finale. A fascinating score is intelligently and imaginatively read." (Januar 1996)

      Dem kann ich nur beipflichten.
      Bei diesem Gardiner-Konzert im Jahre 1993 war ich sogar anwesend. Der Live-Mitschnitt auf DG hat es gleichwohl bisher nicht in meine Sammlung geschafft, aber ich habe ihn mir jetzt mal bestellt. Neugierig bin ich schon, wie ich die Interpretation 26 Jahre später beurteilen werde.
      Nachdem mir die Gardiner-CD inzwischen ausgeliefert wurde und ich ein paar Hördurchgänge mit den "Sinfonischen Tänzen" op. 45 hinter mir habe, kann ich die Empfehlung von Agravain nur nachdrücklich unterstreichen. Das ist eine absolut fantastische Aufnahme, sowohl von der Tonqualität als auch von der Interpretation her. Eigenartigerweise hatte ich es gar nicht mehr, obwohl ich damals im Saal saß, in Erinnerung, wie grandios Sir John Eliot dieses Werk dirigierte. Ich freue mich sehr über diesen Neuzugang in meiner Sammlung.

      Vielen Dank für den Tipp, lieber Elgarian! :thumbsup:
    • Unbedingt genannt werden sollte hier folgende Aufnahme:



      Für mich ist dies eine der besten Einspielungen dieser beiden Werke, und ganz klar die beste von der Ersten. Das ist umso erfreulicher, da der Markt an sehr guten Aufnahmen der Ersten kleiner ist als bei anderen Orchesterwerken von Rachmaninow.


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • maticus schrieb:

      Für mich ist dies eine der besten Einspielungen dieser beiden Werke, und ganz klar die beste von der Ersten. Das ist umso erfreulicher, da der Markt an sehr guten Aufnahmen der Ersten kleiner ist als bei anderen Orchesterwerken von Rachmaninow.
      Hallo maticus, das hört sich ja verdammt interessant an mit Nezet-Seguin.

      Im Prinzip sammle ich alle brauchbaren Aufnahmen der Sinfonischen Tänze.
      - die herausragenden sind:
      Swetlanow (Melodiya, 1966 + 1986 + Warner, 1995)
      Kondraschin (Audiophile Classics, 1963)
      Fedossejew (Melodiya-ZYX-Music, 1985)
      Ashkenazy (Decca, 1984)


      8o Kann es noch eine bessere und wahnsinnigere Aufnahme der Sinfonie Nr. 1 als die mit Swetlanow (Melodiya, 1966) geben ??? Und das soll Nezet-Seguin sein ?
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Kann es noch eine bessere und wahnsinnigere Aufnahme der Sinfonie Nr. 1 als die mit Swetlanow (Melodiya, 1966) geben ??? Und das soll Nezet-Seguin sein ?
      Hallo Wolfgang,

      das weiss ich nicht, weil ich die Aufnahme nicht kenne. Aber eines kann ich sagen: bei mir sind Aufnahmen in meiner Beliebtheit nicht linear geordnet, und es gibt für mich seltenst eine definitiv beste, die alle anderen in jeder Hinsicht überstrahlt. Ich kann also mehrere Favoriten von einem Werk gleichzeitig haben.

      maticus
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    • maticus schrieb:

      Unbedingt genannt werden sollte hier folgende Aufnahme:



      Für mich ist dies eine der besten Einspielungen dieser beiden Werke, und ganz klar die beste von der Ersten. Das ist umso erfreulicher, da der Markt an sehr guten Aufnahmen der Ersten kleiner ist als bei anderen Orchesterwerken von Rachmaninow.


      maticus
      Heute erstmals gehört.

      Und ja: absolute Zustimmung, lieber maticus!
      Beide Werke werden mE optimal dargestellt.

      Die Tänze können wohl kaum werkgetreuer realisiert werden: filigran gestaltet, sorgfältig gezeichnet und - wo angebracht - mit (kontrollierter) Wucht präsentiert. Grossartig!

      Die famose Aufnahme der Ersten Symphonie aus Philadelphia übertrifft Ashkenazy/Concertgebow (meine bisherige Lieblingsversion) um Längen, was ich nicht für möglich gehalten hätte.

      Insbesondere in Sachen Durchhörbarkeit der Nebenstimmen scheint sie mir beispielhaft.

      Rach ohne Krach! Sergei ohne Brei!

      Auch aufnahmetechnisch ist die Produktion eine Glanzleistung: endlich wieder einmal das DGG-Niveau, wie es weiland selbstverständlich war.

      Fette Empfehlung auch meinerseits!

      Gruss aus Bern vom Walter
    • Das freut mich, lieber Walter. Hat mich jetzt glatt bewogen, die CD wieder einzulegen.

      Gruß aus Berlin vom maticus
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    • Ich habe gestern und heute nochmal verschiedene Aufnahmen gehört. Gestern nochmal die Erste und die Tänze mit Nezet-Seguin/Philadelphia. Heute nur die Erste mit Ashkenazy, einmal die (alten) mit dem Concertgebouw, einmal die neueren mit dem Philharmonia.

      Also, beide Stücke mit Nezet-Seguin waren wieder ein Hochvergnügen. Die beiden Ersten mit Ashkenazy sind aber auch sehr gut. Mir scheint, die neuere mit dem Philharmonia ist nicht besser (auch klanglich nicht unbedingt, aber da ich davon die CDs nicht hier habe, konnte ich nur mp3 hören). Aber so oder so, die (beide) gehören für mich auch zu den TOP-Aufnahmen der Ersten. Mir ist ja schöner Klarinettenklang immer sehr wichtig, zumal sie bei Rachmaninow viel Gelegenheiten zum Auskosten bekommen. Z. B. im Larghetto. Da finde ich bei Nezet-Seguin neben dem fantastischen Klarinettenklang (daran dürfte wohl Riccardo Morales "schuld" sein) auch gänsehautäßig, wie beim späteren Klarinetten-Solo (genauer: Duo) die Violinen nicht nur begleiten, sondern stark akzentuiert in den Vordergrund dazu kommen. Habe ich nirgendwo sonst so gehört.

      Ashkenazy war ja Anfang der 1990er quasi mein Hausinterpret für Rachmaninow. Ich hatte (neben den Klavierkonzerten) Aufnahmen mit dem Concertgebouw (Zweite, Dritee, Tänze, Toteninsel; Alternativen brauchte ich damals nicht), aber nicht von der Ersten. Die habe ich zuerst gehört, als ich mir die Rach-Sinfonien mit Jansons/St. Petersburg (mit den stimmungsvollen SW-Leningrad-Covers ) kaufte. Von mindestens der Zweiten mit Jansons war ich doch ziemlich enttäuscht, bei der Ersten hatte ich sonst keinen Vergleich. Inzwischen habe ich einige. Inkl. der "nachgeholten" Ashkenazy/Concertgebouw (Gesamtbox). Inzwischen gehört die Erste auch zu meinen absoluten Lieblingswerken von Rachmaninow. Die Nezet-Seguin/Philadelphia-Aufnahme als Krönung. Aber auch immer wieder bin ich erneut beeindruckt von dem "Rachmaninow-Versteher" Ashkenazy.


      maticus
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    • Ashkenazy beweist seine Qualitäten als "Rachmaninow-Versteher" auch in dieser GA aller Orchesterwerke von Rachmaninow mit dem Sydney Symphony Orchestra:
      bzw. auch hier
      (AD: 31. Oktober - 22. November 2007, Concert Hall of the Sydney Opera House, teilweise live)

      Sehr gutes Orchesterspiel, rhythmisch auf den Punkt und die romantisch-melancholischen Stellen kommen gut zur Geltung.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Kannst Du mir, lieber Lionel, (weitere) überzeugende Gründe nennen, dass ich mir diese Aufnahmen nach denen mit dem Concertgebouw und denen mit dem Philharmonia auch noch kaufen muss?


      maticus
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    • maticus schrieb:

      Kannst Du mir, lieber Lionel, (weitere) überzeugende Gründe nennen, dass ich mir diese Aufnahmen nach denen mit dem Concertgebouw und denen mit dem Philharmonia auch noch kaufen muss?
      Du vielleicht nicht. Aber zum Preis von derzeit €3,49 für den Download des kompletten Albums in CD-Qualität bei Qobuz (wie von Lionel oben verlinkt) könnte jemand, der noch keine Ashkenazy-Version der Rachmaninow-Symphonien hat, schon schwach werden. Höre gerade in die Tänze hinein. Sehr fein. Habe aber die anderen VA-Aufnahmen nicht im Ohr
    • Es ist etwas zu lange her, dass ich diese Aufnahmen gehört habe, um jetzt ad hoc weitere überzeugende Kaufargumente aus dem Ärmel zu schütteln. Das, was ich vorhin schrieb, hatte ich mir beim letzten Anhören vor einiger Zeit so abgespeichert. Desweitern kann ich es mir einfach machen: Streaming-Abo abschließen und reinhören - wenn dich die Aufnahme überzeugt kannst du sie dir immer noch kaufen oder downloaden und wenn nicht hast du dir den Kauf gespart.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Höre gerade erneut Nezet-Seguin/Philadelphia mit Rach-1. Ich finde im dritten Satz das Klarinetten-"Solo" immer wieder fantastisch. Als ich es zum ersten mal hörte vor Jahrzehnten mit Jansons/Petersburger, war ich ob des Klanges verwirrt (und natürlich fasziniert). Weil es sich partiell eher wie ein Bandoneon o.ä. anhört denn eine Klarinette, zumal mal man zunächst nicht annimmt, dass hier zwei Instrumente involviert sind. Nämlich zwei Klarinetten, die um eine Oktave versetzt genau das gleich spielen. (1. Klarinette die obere Oktave.) Ich liebe diese Stelle, nicht nur wegen des Klanges...

      Gibt es das häufiger, dass solche Klangeffekte durch oktav-versetzter Dopplung mit dem gleichen (Solo-) Instrument erzeugt werden? Mir ist sonst nichts bekannt.

      Hier die Noten. Muss das (hoffentlich demnächst) mal mit meiner Lehrerin zusammen spielen.



      (Selbst mit freier Software erstellt.)

      rach_1_larghetto.pdf


      maticus
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