Brian, Havergal - der alte Mann mit der jungen Musik

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    • Lese mich hier gerade etwas durch: Brian scheint ja zu polarisieren. Immerhin bemerke ich eben, daß sich eine einzige Aufnahme mit Werken des "alten Mannes mit der jungen Musik" bei mir befindet (erworben vor Jahren vermutlich wegen des von mir hochgeschätzten Dirigenten):

      - The Tinker's Wedding - Comedy Overture
      - Symphony No. 31
      - Symphony No. 7 in C
      Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Ltg.: Sir Charles Mackerras



      Bei mir ein anderes Bild, dem hier ähnlich (da ist die Aufnahme auch dabei, außerdem No. 8 & 9 mit Sir Charles Grove):



      Vielleicht höre ich da gelegentlich mal wieder rein...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • b-major schrieb:

      immerhin wird , wer alle 32 Sinfonien einmal gehört hat , zu einem exklusiven Kreis gehören
      Na ja, so exklusiv fühle ich mich jetzt nicht. Zumal für mich weitgehend gilt: wer alle seine 32 Sinfonien EINMAL gehört hat. Das ist über weite Strecken recht knorrige und eigenwillige Musik - übrigens meist weit entfernt vom "Bombast" der ersten. Ich könnte aber bisher noch gar nicht sagen, welche die besten sind. Aber ich habe ja (hoffentlich) noch etwas Zeit dafür. :alter1:
    • Rosamunde schrieb:

      Ich habe schon seit langem ein grosses Problem mit britischer Musik (allerdings nicht mit Britten). Mein Problem ist, dass sie mich emotional nicht engagiert.
      Sei es Bax, Brian, Walton, Vaughan Williams und sogar meist Elgar: Es passiert für mich nichts.

      Meine Meinung (die sich sicher noch ändern kann):
      Was diese Musik nicht an emotionaler Tiefe vermitteln kann, versucht sie durch pseudoemotionalen Bombast oder durch Nähe zur folkmusic oder British heritage wettzumachen (das letztere ist aber nur ein kitschiges Cover-up für das Fehlen jeglicher emotionaler Tiefe ). Ja, die jeweiligen Komponisten sind gute Handwerker, aber das reicht eben nicht. Es muss auch künstlerische Inspiration dazukommen. Diese fehlt aber.
      Das kann ich erklären: als oberfläches Händlervolk haben die Briten keine Kultur sondern nur Zivilisation (oder Kunsthandwerk) - und selbstverständlich keine emotionale Tiefe und Inspiration. Das geht ihrem Wesen eben ganz wesentlich ab. Kultur hat der Deutsche (der naklar ja auch kein degeniert zivilisierter Westeuropäer ist) und ist daher allein zu faustisch-titanenhaften, authentisch und echt empfundenen, gaaaaaaanz tiefsinnigen künstlerischen Großtaten berufen. Das wussten schon Werner Sombart (Händler und Helden), Thomas Mann (Betrachtungen eines Unpolitischen) und Arthur Moeller van den Bruck (Das Dritte Reich). Du befindest Dich mit Deiner Analyse somit in bester Gesellschaft. :D

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Das kann ich erklären: als oberfläches Händlervolk haben die Briten keine Kultur sondern nur Zivilisation (oder Kunsthandwerk) - und selbstverständlich keine emotionale Tiefe und Inspiration. Das geht ihrem Wesen eben ganz wesentlich ab.
      Was man leicht mit "fish and chips" oder "lamb with mint sauce" veranschaulichen kann. ;)

      Sie wählen darum auch Leute, die sie betrogen haben.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Da war er ja auch tot. Und dann haben diese Händler von der Insel und ihre überseeischen Abkömmlinge dem Deutschen dauerhaft zur Demokratie umerzogen (der Selbstversuch in den 1920ern war ja recht unbeliebt und ist entsprechend offenen Auges an die Wand gefahren worden).

      Aber lassen wir das besser. Hier soll es ja um Havergal Brian gehen.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Rosamunde schrieb:

      Ich habe schon seit langem ein grosses Problem mit britischer Musik (allerdings nicht mit Britten).
      Hervorhebung im Zitat durch den Zitierenden. (Also B und I, kein U. Nur ganz am Rande.)

      Wäre hier nicht "Briten" korrekt? Semantik 2.0. Mehr sag ich nicht.

      :wink:
      "You speak treason" - "Fluently"
      "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"
    • Algabal schrieb:

      Das kann ich erklären: als oberfläches Händlervolk haben die Briten keine Kultur sondern nur Zivilisation (oder Kunsthandwerk) - und selbstverständlich keine emotionale Tiefe und Inspiration. Das geht ihrem Wesen eben ganz wesentlich ab. Kultur hat der Deutsche (der naklar ja auch kein degeniert zivilisierter Westeuropäer ist) und ist daher allein zu faustisch-titanenhaften, authentisch und echt empfundenen, gaaaaaaanz tiefsinnigen künstlerischen Großtaten berufen. Das wussten schon Werner Sombart (Händler und Helden), Thomas Mann (Betrachtungen eines Unpolitischen) und Arthur Moeller van den Bruck (Das Dritte Reich). Du befindest Dich mit Deiner Analyse somit in bester Gesellschaft.
      :D ich schätze Deinen Humor....(meine Meinung zu Thomas Mann gebe ich hier nicht zum Besten). Ich fühle mich dennoch gezwungen zu wiederhoien:

      Rosamunde schrieb:

      Ich bleibe bei den Briten bei Literatur und Rockmusic.
      und schliesse mich Jean an, wenn er hier vorschlägt:

      Jean schrieb:

      Rosamunde schrieb:

      Ich habe schon seit langem ein grosses Problem mit britischer Musik (allerdings nicht mit Britten).
      Hervorhebung im Zitat durch den Zitierenden. (Also B und I, kein U. Nur ganz am Rande.)
      Wäre hier nicht "Briten" korrekt? Semantik 2.0. Mehr sag ich nicht.

      :wink:

      Ich habe schon lange ein grosses Problem mit britischer Musik, allerdings nicht mit Briten. Und mit Britten auch nicht.
      Semantik? .... sagt mir nichts. Kann man das essen? :P
    • Rosamunde schrieb:

      Algabal schrieb:

      Das kann ich erklären: als oberfläches Händlervolk haben die Briten keine Kultur sondern nur Zivilisation (oder Kunsthandwerk) - und selbstverständlich keine emotionale Tiefe und Inspiration. Das geht ihrem Wesen eben ganz wesentlich ab. Kultur hat der Deutsche (der naklar ja auch kein degeniert zivilisierter Westeuropäer ist) und ist daher allein zu faustisch-titanenhaften, authentisch und echt empfundenen, gaaaaaaanz tiefsinnigen künstlerischen Großtaten berufen. Das wussten schon Werner Sombart (Händler und Helden), Thomas Mann (Betrachtungen eines Unpolitischen) und Arthur Moeller van den Bruck (Das Dritte Reich). Du befindest Dich mit Deiner Analyse somit in bester Gesellschaft.
      :D ich schätze Deinen Humor....(meine Meinung zu Thomas Mann gebe ich hier nicht zum Besten). Ich fühle mich dennoch gezwungen zu wiederhoien:

      Rosamunde schrieb:

      Ich bleibe bei den Briten bei Literatur und Rockmusic.
      und schliesse mich Jean an, wenn er hier vorschlägt:

      Jean schrieb:

      Rosamunde schrieb:

      Ich habe schon seit langem ein grosses Problem mit britischer Musik (allerdings nicht mit Britten).
      Hervorhebung im Zitat durch den Zitierenden. (Also B und I, kein U. Nur ganz am Rande.)
      Wäre hier nicht "Briten" korrekt? Semantik 2.0. Mehr sag ich nicht.

      :wink:
      Ich habe schon lange eine grosses Problem mit britischer Musik, allerdings nicht mit Briten. Und mit Britten auch nicht.
      Semantik? .... sagt mir nichts. Kann man das essen? :P
      Weiss auch nicht, was das für ein Zeuch is. Legte sich aber irgendwie horizontal gut rein in die Architektur. Aber du siehst: Man kann auch mal ein Eigentor schießen!

      :D

      Nachschlag auf Basis von "er hat gesagt, sie hat gesagt, er hat gesagt" (i-wie Hörensagenohneschweigen).
      Jean: "Blablabla... Semantik und so".
      Dann warst du dran mit: "Ich habe schon lange eine grosses Problem mit britischer Musik..." (wieder mit Hervorhebungsgedöns randständig).
      Und jetzt ich (Tusch, gleich drauf finaler Tusch): "Ich sehe hier jetzt schon zwei Probleme, mindestens."

      Vorhang, Abgang, in der Reihenfolge.

      Dein Shakespeare (und der Rosamunde ihr Shakespeare sein Drama)

      :wink:
      "You speak treason" - "Fluently"
      "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"
    • Gurnemanz schrieb:

      - Symphony No. 7 in CRoyal Liverpool Philharmonic Orchestra, Ltg.: Sir Charles Mackerras


      Das habe ich eben gehört: gar nicht so übel, feine Orchesterfarben (kein Schwarz-Weiß, wie im Eingangsbeitrag behauptet), ruhige Passagen, aber dann auch mit Schmackes! Die Aufnahme selbst (1987): plastisch, gute Räumlichkeit. Und bei Sir Charles ist das alles in besten Händen.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Jean schrieb:

      Nachschlag auf Basis von "er hat gesagt, sie hat gesagt, er hat gesagt" (i-wie Hörensagenohneschweigen).
      Jean: "Blablabla... Semantik und so".
      Dann warst du dran mit: "Ich habe schon lange eine grosses Problem mit britischer Musik..." (wieder mit Hervorhebungsgedöns randständig).
      Und jetzt ich (Tusch, gleich drauf finaler Tusch): "Ich sehe hier jetzt schon zwei Probleme, mindestens."

      Vorhang, Abgang, in der Reihenfolge.

      Dein Shakespeare (und der Rosamunde ihr Shakespeare sein Drama)
      Weisst Du, was dem einen Grammatik ist, ist dem anderen kleinkarierte Zeitverschwendung. Viel Spass noch damit.
    • Andreas schrieb:

      Lieber Major, magst Du mal Deinen Einleitungssatz korrigieren bitte;-)
      Weil du so nett gebeten hast . - Und gleich noch die Sechste mit Fredman gehört . Die LP habe ich damals nur gekauft , weil mir die beiden Bax-Sinfonien auf Lyrita mit ihm so gut gefielen . Und von Brian hat er noch mehr dirigiert . So findet man Zugang .
      Übrigens hat mal jemand gesagt , mit dem Wetter auf der Insel sei es wie mit den heimischen Komponisten - man redet gern darüber , aber es ist selten gut .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • Hier und in einigen folgenden Beiträgen von gestern und heute geht es gezielt um Havergal Brians Gotische und anderes von ihm:

      Eben gehört

      Havergal Brian: Symphonie Nr. 1 "Gothic"
      Jenisova, Peckova, Mikulas, Mehrere Chöre, CSR SO, Slowakische Philharmonie, Leitung: Ondrej Lenard

      Hab ich 1994 in einem kleinen aber feinen Musikgeschäft in Aberystwyth/Wales gekauft (in der bei Marco Polo gelabelten Ausgabe), das es 2016 immer noch gab ... Eigentlich mag ich den ersten Teil der Symphonie sehr gern. Das Te Deum des 2. Teils hab ich wahrscheinlich noch nie ganz gehört. Shame on me ...

      Macht mich gerade sehr an!!!

      Adieu
      Algabal

      :) Wolfgang, der vergessen hat, für diese Transaktion Algabal um Erlaubnis zu bitten. :thumbdown: ;)
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Korrigendum betreffs Violinkonzert [Beitrag hier von 2014]

      andréjo schrieb:

      [...] rund vierzig Jahre alte Aufnahme [...]
      Mittlerweile habe ich sogar Rechnen gelernt:

      Sagen wir lieber. dass die Aufnahme gut 25 Jahre auf dem Buckel hat.

      :S

      Der Höreindruck ist schon ähnlich wie damals. Komplexe, hin und wieder etwas willkürlich anmutende Textur, aber keineswegs ohne Reiz.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Algabal hat schon recht, für die Tiefe sind die Deutschen zuständig. Ich finde Brian auch nicht tief, aber geil.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • putto schrieb:

      Ich finde Brian auch nicht tief, aber geil.
      Geht mir auch so! :jaja1:

      Wobei: manches ist auch irgendwie "tief" (what ever that means), oder zumindest in einem sehr positiven Sinne "anrührend". ZB die wirklich wunderbar zarten Violinsoli im tosenden Gebrande der 1. und 4. Das ist schon sehr sehr intim und gut gemacht, finde ich.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Robert Simpson hielt Havergal Brians 10. Symphonie für eine seiner besten. Das kann ich nicht beurteilen, da ich die anderen 31 nicht gut genug kenne. Und ob meine Lebenszeit ausreicht, sie alle GUT kennenzulernen, wage ich zu bezweifeln. Sie stehen aber immerhin alle im Regal.

      Die 10. ist auf alle Fälle ein starkes Werk, einsätzig ca 16 min und es ist erstaunlich, was da alles so passiert. Vor allem bedient hier Brian die tiefen Instrumente reichlich wie man das nach Wagner kaum einmal gehört hat. Auch als Einstieg in die Welt des Brian empfehlenswert.



      Zu Brians Symphonie gibt es übrigens ein dreibändiges Werk. Band 1 (Sym 1-12) und 2 (Symp 13-29) habe ich mal für kleines Geld ergattern können. Gelesen habe ich sie allerdings noch nicht.