Arnold Schönbergs größter Erfolg - Die "Gurrelieder"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Diese Aufnahme ist auch noch ziemlich neu:



      Den dazugehörenden Konzertmitschnitt kann man sich komplett auf der Homepage des Bergen Philharmonic Orchestra ansehen/anhören: Gurre-Lieder
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Momentan ist auf Ö1 ein Gurrelieder-Mitschnitt zu hören (Susanna Mälkki mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra, aufgenommen am 16. August 2019). Bin nur zufällig hineingeraten (weil im Nebenzimmer der Radio lief) und kann jetzt nicht aufhören, dieser wunderbaren Musik zu lauschen!

      Daher habe ich schnell diesen Thread überflogen und habe festgestellt, dass nicht alle die Gurrelieder schätzen. Das ist ja auch vollkommen okay - aber ich möchte kurz festhalten, dass ich die Gurrelieder für großartig halte. Die einzige mir bekannte Komposition Schönbergs, die mir gefällt..
    • Sadko schrieb:

      Bin nur zufällig hineingeraten
      hallo Sadko, das ist nun wirklich ein Zufall --- nachde ich nämlich kürzlich deine doch recht erheblichen Vorbehalte gegenüber Schönberg gelesen hatte ("gepusht"), war ich am überlegen, ob ich dir nicht mal die Gurrelieder vorschlagen sollte ... aber wenns von allein kommt, ists natürlich viel besser ...
      ;)
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Lieber Zabki!
      Musikempfehlungen sind mir immer willkommen!

      Vor einem Monat habe ich geschrieben:

      Sadko schrieb:

      Was unterscheidet jetzt gute Musik von nur handwerklich brauchbarer Musik? Als mögliche Antwort würde ich formulieren: Wenn der Komponist die Musik innerlich gespürt hat und sie sozusagen aus seinem Inneren, aus seinen Gedanken geflossen ist. (das kann man natürlich nicht überprüfen, aber man hat ja gewissermaßen einen Eindruck beim Zuhören - der ist natürlich wieder subjektiv, okay) Sozusagen würde ich das meiste von Arnold Schönberg (Ausnahme: Gurrelieder!) nicht als gute, also als schlechte Musik bezeichnen.
      In den letzten Wochen hatte ich Schönbergs Violinkonzert und Verklärte Nacht im Konzert: beides gefällt mir gar nicht. Aber die Gurrelieder finde ich wunderbar!
    • Sadko schrieb:

      Daher habe ich schnell diesen Thread überflogen und habe festgestellt, dass nicht alle die Gurrelieder schätzen. Das ist ja auch vollkommen okay - aber ich möchte kurz festhalten, dass ich die Gurrelieder für großartig halte. Die einzige mir bekannte Komposition Schönbergs, die mir gefällt..
      Ich finde die Gurrelieder ganz nett, aber sie verblassen bei weitem hinter dem, was Schönberg später in seiner atonalen und Zwölfton-Phase komponiert hat, wobei ich die atonalen Werke sogar vorziehe. Das zweite Streichquartett, Pierrot Lunaire oder Erwartung und später z.B. das Violinkonzert, das sind wirkliche Höhepunkte der Musikgeschichte, nicht die Gurrelieder. Von Moses und Aron ganz zu schweigen.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
    • Das zweite Streichquartett kenne ich nicht - danke für den Tipp, höre ich mir heute noch an! Erwartung habe ich vor einem knappen Jahr zweimal szenisch gehört (in Brno): Die Idee (eine Sekunde Handlung in einer halben Stunde Musik darzustellen) finde ich zwar faszinierend, aber ansonsten gibt mir das Stück einfach nichts...
      Trotzdem: Danke für Deine Antwort - und Meinungen sind verschieden :cincinbier:


      PS: Dass mir Schönbergs Violinkonzert überhaupt nicht gefällt, könnte unter anderem auch damit zu tun haben, dass mir die meisten Violinkonzerte nicht gefallen (Ausnahme: Alban Berg)..
    • Sadko schrieb:

      Meinungen sind verschieden
      Nun, die Ablehnung eines bestimmten Werkes oder aller Werke eines Komponisten könnte vor dem Hintergrund, dass viele andere erfahrene Musikfreunde das Hören dieser Werke als bereichernd empfinden, ja dazu Anlass geben, dass man sich weiter entwickelt und den eigenen Hörgeschmack vom angeborenen Geschmack zum geschulten Geschmack zu bewegen sucht.

      Es bedeutet natürlich Veränderung, Arbeit an sich selbst, damit Verlassen der Komfortzone usw., aber es lohnt sich - nur Mut!

      Eine bloße Meinung ohne den entsprechenden Erfahrungshintergrund spielt sich m. E. auf dem Niveau von "Schokoladenpudding schmeckt mir nicht" ab und ist über die bloße Äußerung hinaus vielleicht nicht viel wert ...

      Ein anderer Forianer beschrieb das Phänomen an anderer Stelle mal mit den Worten "viel Meinung, wenig Ahnung", so weit möchte ich hier nicht gehen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Die Menschen heute sind ziemlich arrogant in der Beurteilung dessen, was gut ist und was nicht. Die Beurteilung der Kunst einer anderen Zeit gehört zum Schwierigsten." - Nikolaus Harnoncourt, Interview vom 22. Juni 2007 (harnoncourt.info/ich-bin-eifoermig/)
    • Bertarido schrieb:

      Ich finde die Gurrelieder ganz nett, aber sie verblassen bei weitem hinter dem, was Schönberg später in seiner atonalen und Zwölfton-Phase komponiert hat, wobei ich die atonalen Werke sogar vorziehe. Das zweite Streichquartett, Pierrot Lunaire oder Erwartung und später z.B. das Violinkonzert, das sind wirkliche Höhepunkte der Musikgeschichte, nicht die Gurrelieder. Von Moses und Aron ganz zu schweigen.
      ich freue mich, wenn jemand Schönberg schätzt, egal was von diesem Komponisten. Nicht, daß ich nicht letztlich auch Moses und Aron höherstellen würde - aber ich finde doch die Gurrelieder mit "ganz nett" weit unterschätzt. Sie sind das erste und einzige vollendete der drei großen "weltanschaulichen" Werke Schönbergs - die andern sind natürlich die Jakobsleiter und Moses und Aron.

      ich finds durchweg eine ganz zauberhafte und überwältigende Musik - schon der Anfang mit den glitzernden Farben und dann dem unglaublichen sanft-dunklen Trompetenmotiv ...

      sicher darf man an den Tristan denken, namentlich an die ruhig fortfließenden Teile aus dem 2, Akt, aber das Nachtsüchtige bei Wagner scheint mir in den Gurreliedern ganz entfernt.

      ich würde die Gurrelieder auch Mahler VIII zur Seite stellen, in ihrer Entspanntheit namentlich dem 2. Teil.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      ich finds durchweg eine ganz zauberhafte und überwältigende Musik - schon der Anfang mit den glitzernden Farben und dann dem unglaublichen sanft-dunklen Trompetenmotiv ...
      So hoch schätze ich die Gurrelieder dann eben doch nicht. Es gibt einige überwältigende Stellen, aber im Großen und Ganzen packt mich das Werk nicht so sehr. Aber es ist ja gut, dass die Geschmäcker verschieden sind. Zudem sind die Gurrelieder eben nicht innovativ, sondern noch einer spätromantischen Tonsprache verpflichtet. Die "Luft von anderen Planeten" fühlt man hier noch nicht...


      zabki schrieb:

      ich würde die Gurrelieder auch Mahler VIII zur Seite stellen, in ihrer Entspanntheit namentlich dem 2. Teil.
      Mag sein, aber Mahlers 8. halte ich von allen seinen Symphonien für die schwächste :versteck1:
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.