Viola da Gamba — Einspielungen: The good, the bad and the ugly

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    • Viola da Gamba — Einspielungen: The good, the bad and the ugly

      Die Viola da Gamba, fristet in diesem Forum ein Schattendasein – das soll sich jetzt ändern!

      Egal ob solistisch oder im Consort, gefragt sind alle Einspielung, die die Capricciosi kennen. Ob Siebensaiter für die französische Gambenmusik von Marais oder englische Consortmusik von Jenkins – gefragt ist alles was ihr zu diesem Thema kennt.

      Ob es die bekannten Interpreten wie Perl, Savall, Kukijen, Duftschmid, ter Linden etc. oder die weniger bekannten wie Sabina Lehrmann oder Carol Denti sind oder Ensembles wie Fretwork, Five-Part Consort und Les Voix Humaines ...gefragt ist alles.

      Ich beginne gleich einmal mit einem meiner Liebelingsstücke: Carl-Friedrich Abel (1723-1787) „Das Drexel Manuscript“ gespielt von einem der Großen der Gambenmusik: Paolo Pandolfo. Insgesamt handelt es sich dabei um drei Suiten mit insgesamt 29 Solo-Gambenstücken. Eine wunderbare Einspielung, die ich allen Liebhabern der Gambenmusik ans Herzlegen möchte.



      corda vuota
    • Das Evangelium nach Pau.
      Erfrischend anders, reich verziert und mal mit echten Akkorden.
      Leider ein büschen hallig aufgenommen, dennoch heiße Empfehlung.



      Pandolfo ist überhaupt für Entdeckungen gut.
      "Improvisando" oder "Travel Notes" sind verblüffende Genzgänger.
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Schöne Idee ein Gamben-Thread. Ich mag den Klang dieses Instrumentes sehr gerne und eine mir sehr liebe CD bietet Werke von Carl Friedrich Abel für Solo-Viola da Gamba:


      .

      Es spielt Susanne Heinrich. - Sollte ich wieder einmal einlegen - vielleicht schreibe ich dann ja mehr . . . . . .


      "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
      Joris-Karl Huysmans
    • Soll ich jetzt hier alle meine CDs von Hille Perl mit Lee Santana un den Sirius Viols auflisten ? Nöö, ich beschränke mich auf drei:

      Zunächst die CD mit den Stücken von Marais:




      Anspieltipp: Track 14 "La reveuse". Wem dabei nicht die Tränen kommen, oder zumindest eine Gänsehaut, der hat einfach kein Herz

      Die CD mit den Liedern von John Dowland ist natürlich der Oberkracher:




      Aber hier ist es die Stimme von Dorothee Mields, die Steine zum schmelzen bringen kann. Melancholie ohne Ende und nichts für Suizidgefährdete.

      Und zuletzt die jüngst erschienene CD "Loves Alchymie":



      Eine wunderschöne Kollektion eher selten eingespielter Stücke.
    • "Der Gambist stimmt immer, die Gambe nie!" :D

      Trotzdem habe ich gerade die Dowland-CD nach kurzem Hören der Schnipsel stante pede bestellt! Danke für diesen vortrefflichen Hinweis, Bernd!

      Beste Grüße sendet Bernd, der im Abschlußexamen ein Gambenstück auf der Oböse verbrochen hat....
    • arundo donax schrieb:

      Trotzdem habe ich gerade die Dowland-CD nach kurzem Hören der Schnipsel stante pede bestellt! Danke für diesen vortrefflichen Hinweis, Bernd!


      Viel Spaß, ich finde die auch ganz wunderbar.

      Und jetzt unterlaufe ich mal etwas diesen Thread hier im Bereich für ältere Musik. Denn es wird durchaus wieder für Gamben komponiert und Gruppen wie Fretwork vergeben Kompositionsaufträge an zeitgenössische Komponisten, z.B seriell von George Benjamin:



      George Benjamin Upon Silence (1990)für Mezzosopran und 5 6-seitige Gamben nach dem Gedicht von William Butler Yeates "Long-legged Fly" mit Susan Bickley (Mezzosopran) und Fretwork.

      Ich finde es sehr schön.

      Der Rest der CD ist aber ohne Gamben, mit der London Sinfonietta, interessanterweise aber auch noch mal "Upon Silence" in einer späteren Version für 2 Bratschen, 3 Celli und 2 Kontrabässe.

      :wink: Matthias
    • Gamben spielen auch in der folgenden (terzenseligen!) Komposition der Orff-Mitarbeiterin Gunild Keetman eine wichtige Rolle:




      (der Titel ist irreführend, denn von Orff stammt lediglich das Libretto)

      An älterer Musik empfehle ich mal das da - für 4 Gamben verschiedener Größe und Tonlage:



      eine Reinhörmöglichkeit gibts hier:

      http://www.emusic.com/album/Jordi-Savall-Matthew-Locke-The-Consort-Of-Fower-Parts-Suites-MP3-Download/11571732.html
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Einer der wohl weniger der breiten Öffentlichkeit bekannten Komponisten ist Johannes Schenck (1660 – nach 1712). Er schreib eine ganze Reihe von Gambensonaten, die bei Naxxos auf 2 CD’s veröffentlicht wurden. Das Gamben-Duo „Les Voix Humaines“, Susie Napper und Margaret Little spielt die 12 Sonaten „The Nymphs of the Rhine“, Op. 8.




      Hallo Matthias,
      solche "Ausflüge" in die Gegenwart finde ich gut, da sie viel zuwenig bekannt sind:

      Matthias Oberg schrieb:

      George Benjamin Upon Silence (1990)für Mezzosopran und 5 6-seitige Gamben nach dem Gedicht von William Butler Yeates "Long-legged Fly" mit Susan Bickley (Mezzosopran) und Fretwork.



      Viele Grüße
      corda vuota
    • Hallo EinTon,

      es gibt nur eine Gambemkomposition, an der wir Oboisten uns immer wieder vergreifen, nämlich "Les Folies d' Espagne" von Marin Marais. Wir berufen uns dann gerne darauf, dass Marais angeblich die Aufführung seines großartigen Meisterwerks mit Flöte oder Oboe autorisiert hat; es existieren auch Aufnahmen mit moderner (!) Oboe (Schellenberger z.b. hat das Stück auf CD eingespielt).

      Ich bin damals in den Genuss einer Laute als Generalbassinstrument gekommen; der Lautendozent am Maastrichter Conservatorium war höchstselbst bereit, mich zu begleiten. Laute und Oboe lassen sich (ähnlich wie Gitarre und Oboe) hervorragend kombinieren. Schon die Proben haben irre viel Spaß gemacht.

      Beste Grüße

      Bernd
    • ich möchte diesen französischen Film & die zugehörige CD empfehlen (lief kürzlich mal wieder auf arte):

      Tous les matins du monde / Die siebente Saite



      mit Musik von Marais (u.a. das schon erwähnte "La Reveuse"), Lully, Couperin und vor allen Dingen von Mr. de Sainte-Colombe.
      Eingespielt von Jordi Savall u.a.

      Erzählt wird die Geschichte von Mr. de Sainte-Colombe, der sich nach dem Tod seiner Frau völlig in seine Musik zurückzieht.
      Und von Marin Marais, der zwar Mr. de Sainte-Colombe bewundert, aber die Karriere am Hof vorzieht.
      Ein sehr einfühlsamer, wenn auch leicht deprimierender Film.

      Schöne Grüße,
      Peter
    • arundo donax schrieb:

      es gibt nur eine Gambemkomposition, an der wir Oboisten uns immer wieder vergreifen, nämlich "Les Folies d' Espagne" von Marin Marais.


      Hallo Bernd,
      es ist schon erstaunlich, für welche Instrumente dieses wunderbare Werk schon bearbeitet wurde. :rolleyes: Mit Oboe habe ich es noch nicht gehört. Ich werde mal die Oboistin aus meinem Trio fragen, ob sie's mal für mich spielt. :S


      Hier habe ich noch eine schöne CD-Box von Fretwork: Englische Consortmusik von Henry Purcell, William Lawes, John Jenkins und Matthew Locke.




      Hallo Nightrider,

      den Film "Tous les matins du monde / Die siebente Saite" kann man aber nur eingeschränkt empfehlen. Die Geschichte an und für sich ist mehr der Phantasie des Autors entsprungen und basiert nur in kleinen Teilen auf überlieferten Begebenheiten. Ein Problem dabei war sicher die dünne Quellenlage. Über da Leben von Sainte-Colombe ist zu wenig bekannt. Auch bei der beratenden Funktion durch Jordi Savall hätte ich mir etwas mehr erwartet. Was hier von den Schauspielern im Close-Up an Gambenspiel gezeigt wird, wird nicht nur die Streicher unter den Musiker im Publikum entsetzen. Nun ja ein Film eben. Vielleicht war auch das Budget knapp. Lediglich dort wo kein Gesicht zu sehen ist und nur die Hände beim Spiel der Gambe zu beobachten sind, dort hat der Meister (Savall) selbst "Hand angelegt".

      Viele Grüße
      corda vuota
    • corda vuota schrieb:

      Was hier von den Schauspielern im Close-Up an Gambenspiel gezeigt wird, wird nicht nur die Streicher unter den Musiker im Publikum entsetzen. Nun ja ein Film eben.


      Schauderhaft bis lächerlich.
      Es gibt aber positive Gegenbeispiele wie "The Competition" mit Amy Irving und RIchard Dreyfuss, wo gezeigt wird, wie man Schauspieler coachen kann.
      http://www.youtube.com/watch?v=Vq35DIt9Y_4
      Aber das gehört nicht hierher.
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Für mich die vielleicht schönste Musik für Gamben: Purcells Fantasien. In ihrer strengen Polyphonie wirken sie archaisch; bei aller Herbheit klingen die endlosen, hoch expressiven Melodiebögen jedoch einfach berückend.

      Es gibt eine gloriose Aufnahme mit Savall und Hesperion XX, aber diese hier ist ebenfalls sehr schön:





      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Sehr schön (und zudem auch einen ganz guten Überblick verschaffend) ist diese Doppel-CD mit Werken für Viola da gamba solo:



      Sarah Cunningham spielt Werke von u.a. Telemann, Marais, Hume, Demachy, Abel, Kühnel und anderen - und sie spielt ganz wundervoll.

      Empfehlenswert finde ich auch diese:



      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Guten Morgen allerseits!

      Bei ATMA gibt es Aufnahmen mit Gambenmusik von Monsieur Sainte Colombe, gespielt von dem Hervorragenden Gambenduo `Les Voix Humaines´
      Susie Napper und Margaret Little, die ich von anderen Aufnahmen her kenne, gehören für mich zur allerersten Liga an der Gambe!
      Diese CDs - es ist Volume I-IV erschienen - kenne ich allerdings noch nicht und bedauerlicherweise gibt´s keine Hörbeispiele.
      Aber das, was ich bisher von den beiden kanadischen Ladys gehört habe, war sehr gut!



      LG
      Juli
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Tach,

      Juli schrieb:

      Bei ATMA gibt es Aufnahmen mit Gambenmusik von Monsieur Sainte Colombe, gespielt von dem Hervorragenden Gambenduo `Les Voix Humaines´
      Susie Napper und Margaret Little, die ich von anderen Aufnahmen her kenne, gehören für mich zur allerersten Liga an der Gambe!
      Diese CDs - es ist Volume I-IV erschienen - kenne ich allerdings noch nicht und bedauerlicherweise gibt´s keine Hörbeispiele.
      Aber das, was ich bisher von den beiden kanadischen Ladys gehört habe, war sehr gut!


      Die sind wirklich gut. Aber die Musik ist gewöhnungsbedürftig. Ich zumindest hatte mit der "Kargheit" dieser Art von Musik zu Beginn meine Probleme. Man muss sich darauf einlassen.

      Hörschnipsel gibt es hier bei jpc: