DOWLAND, John (1563 - 1626) - "Semper Dowland, semper dolens"

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    • DOWLAND, John (1563 - 1626) - "Semper Dowland, semper dolens"

      Dieser Thread soll dem englischen Komponisten und Lautenisten John Dowland (1563 - 1626) gewidmet sein.

      Es hat mich erstaunt, dass es über ihn noch keinen eigene Thread gibt, hat er doch durch die CD von Sting "Songs from the Labyrinth" die höheren - oder niederen - Weihen der Popkultur erreicht:




      Ich spare mir lange Ausführungen zu Dowlands Leben und Werk und kann mich insoweit für die erste Orientierung auf den Artikel bei Wikipedia 'http://de.wikipedia.org/wiki/John_Dowland' und eine sehr informative Website 'http://www.johndowland.de/index1_d.html' beziehen.

      Ich habe etliche Aufnahmen von ihm, sowohl rein instrumental, wie auch mit Gesang.

      Bei den ersteren steht für mich immer noch die Einspielung von Paul O´Dette an erster Stelle.




      Bei den Gesangaufnahmen ziehe ich eigentlich Aufnahmen mit Countertenören weiblichen Stimmen vor, mit einer Ausnahme: keine kommt an die Einspielungen mit Emma Kirkby heran:




      Ich finde ihre androgyne Stimme passt einfach unnachahmlich gut zu dieser melancholisch-entrückten Musik.

      Nun ihr: gefällt euch Dowland, und wenn ja, was und von wem ?
    • Lieber Bernd

      Eine erste Antwort, ganz auf die Schnelle: In meiner Sammlung sind einige Dowland-CDs, die bei der berühmten Liste der CDs für die einsame Insel eine große Chance auf einen vorderen Platz hätten.

      Die von Dir schon genannte Aufnahme der Lautenwerke von Paul O'Dette gehört dazu.

      Daneben ein absolutes Muß die Lachrimae Or Seven Teares in der Aufnahme von Jordi Savall (die auch in den Gambenthread passen würde) - leider derzeit nur als Download oder gebraucht zu kaufen:



      Unter den vielen magischen Aufnahmen Savalls eine meiner liebsten.


      Was seine Lieder betrifft, so schwöre ich auf Paul Agnew:

      ....

      - seit ich diese Aufnahmen kenne, finde ich Emma Kirkbys ausdrucksarmen, gleichförmigen Gesang kaum noch erträglich. Wenn Du die Gelegenheit haben solltest, in Agnews Version mal reinzuhören, wirst Du die Platten auch gleich kaufen ;+)


      Viele Grüße
      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • zatopek schrieb:

      Es hat mich erstaunt, dass es über ihn noch keinen eigene Thread gibt, hat er doch durch die CD von Sting "Songs from the Labyrinth" die höheren - oder niederen - Weihen der Popkultur erreicht:


      Wie meinsten das jetzt? 8| ?( :wacko:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Hallo Juli,

      Juli schrieb:

      zatopek schrieb:

      Es hat mich erstaunt, dass es über ihn noch keinen eigene Thread gibt, hat er doch durch die CD von Sting "Songs from the Labyrinth" die höheren - oder niederen - Weihen der Popkultur erreicht:
      Wie meinsten das jetzt? 8| ?( :wacko:
      Nun, je nachdem, wie man zu Sting und seinem "Dowland-Projekt" steht fallen die Kritik sehr unterschiedlich aus. Es gibt Rezensenten, die ihn in den Himmel loben. Ich selber finde ihn kaum erträglich.
    • Zu nennen wäre da in jedem Fall noch folgende Aufnahme:



      Die Stimme von Dorothee Mields passt wunderbar zu den zerbrechlichen Miniaturen Dowlands - und die Begleitung kann sich ebenfalls hören lassen ;+)

      :wink: :wink:

      Christian
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Hallo Michel,

      Le Merle Bleu schrieb:

      ...

      - seit ich diese Aufnahmen kenne, finde ich Emma Kirkbys ausdrucksarmen, gleichförmigen Gesang kaum noch erträglich. Wenn Du die Gelegenheit haben solltest, in Agnews Version mal reinzuhören, wirst Du die Platten auch gleich kaufen ;+)
      Das ist jetzt aber starker Tobak "ausdrucksarm" und "gleichförmig". Nun, das sagt man Kirkbys Gesang generell nach, dass sie wenig variabel ist. Für mich ist das kein Nachteil. Ich finde, es passt eigentlich zu der sehr melancholischen Grundstimmung, die den Liedern Dowlands nun mal anhaftet. Nichts kann da schädlicher sein, als zu viel Ausdruck und Emotion.

      Aber trotzdem: Danke für den Tipp. Ich werde mir mal die Aufnahmen von Paul Agnew zu Gemüte führen.
    • Die Einspielung der Lautenwerke mit O'Dette kenne ich noch nicht, da ich den bei Brilliant gelabelten Interpretationen von Jakob Lindberg einiges abgewinnen kann und mich daher bis jetzt noch nicht genötigt gesehen habe, mir eine weitere Einspielung zuzulegen:



      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Die gezigten CDs mit Agnew gehören überdies zu den schönstausgestatteten Alben, die ich kenne, eben im Rahmen dessen, was in dem Winz-Format möglich ist. Es gibt noch eine dritte CD mit Dowland-Zeitgenossen.

      Eine weitere Empfehlung für die Kirkbyaner wäre die CD (gemischtes Programm) mit Julianne Baird und Ron McFarlane auf Dorian. Ebenfalls eine sehr schlanke Sopranstimme, aber nicht so sinustonartig wie Kirkby (es gibt evtl. noch eine weitere ähnliche CD, die ich gerade nicht finde)



      (die rein instrumentalen Gambenconsort oder Lautenwerke sind mir noch weitgehend unbekannt)

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Hallo Bernd,

      "Lachrimae or Seaven Tears" finde ich in der Einspielung von Fretwork und dem Countertenor Michael Chance sehr gelungen. :thumbsup:

      Mit Sting kann ich persönlich in diesem Genre nichts anfangen :thumbdown: . Ich hatte die CD irgendwann einmal geschenkt bekommen und wollte sie anlässlich dieses Threads hören, finde sie aber nicht (da hatte sie wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen ?( ).

      Auf der von mir favorisierten CD findet sich auch noch Consortmusik von William Byrd.

      LG
      corda vuota


    • Leute, hört Euch doch nicht immer nur CDs an und mäkelt dann an den Sängerinnen rum....

      Singt's den Dowland doch lieber mal SELBER. Ist überhaupt nicht schwer. Nicht mal für MÄNNER. :boese:
      (Noten gibt's aufstrich kostenlos im Zwischennetz)

      Die meisten seiner Ayres sind übrigens vierstimmig. Wird gerne übersehen.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Ich habe eine alte Aufnahme von Dowland Ayres mehrstimmig gesungen vom Hilliard Ensemble, wunderschön!
      Ich glaube, die CD ist aber vergriffen mittlerweile.

      [Blockierte Grafik: http://i50.servimg.com/u/f50/11/80/70/77/3porta14.jpg]

      :wink:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • zatopek schrieb:

      Hallo Juli,

      Juli schrieb:

      zatopek schrieb:

      Es hat mich erstaunt, dass es über ihn noch keinen eigene Thread gibt, hat er doch durch die CD von Sting "Songs from the Labyrinth" die höheren - oder niederen - Weihen der Popkultur erreicht:
      Wie meinsten das jetzt? 8| ?( :wacko:
      Nun, je nachdem, wie man zu Sting und seinem "Dowland-Projekt" steht fallen die Kritik sehr unterschiedlich aus. Es gibt Rezensenten, die ihn in den Himmel loben. Ich selber finde ihn kaum erträglich.


      Nur zur Erklärung, Bernd:
      Es hat mich etwas irritiert, dass du hier bei uns ausgerechnet die unsägliche Sting-Aufnahme und ihre angeblichen Weihen in der Popkultur als Referenz und als Begründung für einen Dowland-Thread anführst. Da gibt´s nun wirklich anderes und besseres! Nichts gegen Sting, aber wir beschäftigen uns hier nicht vordringlich mit den Popcharts, oder? ;+)
      Nix für ungut, aber ich bin ausgesprochene Dowland-Liebhaberin und das ging mir so´n bißchen über die Hutschnur...

      :wink:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Hallo Juli,

      Juli schrieb:

      ....
      Es hat mich etwas irritiert, dass du hier bei uns ausgerechnet die unsägliche Sting-Aufnahme und ihre angeblichen Weihen in der Popkultur als Referenz und als Begründung für einen Dowland-Thread anführst. Da gibt´s nun wirklich anderes und besseres! Nichts gegen Sting, aber wir beschäftigen uns hier nicht vordringlich mit den Popcharts, oder? ;+)
      Nix für ungut, aber ich bin ausgesprochene Dowland-Liebhaberin und das ging mir so´n bißchen über die Hutschnur...

      :wink:
      Ich finde die Aufnahme ja auch ziemlich daneben. Aber:

      Ich zitiere mal von der Besprechung bei amazon (ich hoffe, das ist erlaubt ?)
      Das wirklich Gute an Stings Engagement: Der Name John Dowland kommt (wieder) ins Bewusstsein vieler Menschen und vielleicht gibt es den einen oder anderen, der jetzt wirklich mehr erfahren möchte über diesen großen Komponisten, der einst über sich sagte: „aut furit, aut lacrimat, quem non fortuna beavit“(Wen das Schicksal nicht begünstigt, der tobt oder weint)
      [amazon]

      Dem würde ich mich anschließen. Ich kenne mehrere Hörer, die erst über Sting zu Dowland und der Musik der Renaissance gefunden haben. Dafür immerhin sei im Dank geschuldet.
    • Kater Murr schrieb:

      nicht so sinustonartig wie Kirkby
      :mlol: Das bringt es auf den Punkt

      zatopek schrieb:

      Das ist jetzt aber starker Tobak "ausdrucksarm" und "gleichförmig". Nun, das sagt man Kirkbys Gesang generell nach, dass sie wenig variabel ist.
      Ich muss gestehen, dass ich auf die Stimme mittlerweile etwas allergisch reagiere - mag mehr an mir liegen als an Kirkby. Ist zwar hier in wenig off-topic: Ich bin ein gebranntes Kind, was Kirkby und Rooleys Consort of Musicke betrifft - erst die Monteverdi-Madrigale über diese Aufnahmen kennengelernt, und die CDs verkauft, nachdem das Concerto Italiano gezeigt hatte, wie's anders geht, wie viel Saft und Kraft und Leben in dieser Musik steckt. Und dann bei Dowland mit Kirkby vs. Agnew die gleiche Erfahrung gemacht. Also ich mag die Kirkby und den Rooley einfach nicht mehr ;(

      Michel :wink:
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Och nee, du Amsel!

      Jetzt machs uns hier die Emma madig!
      Ich finde ja immer noch, dass ihre Stimme gerade zu Dowland ganz gut passt, aber - ok - meine Lieblingsinterpretin der traurigen Gesänge ist sie nicht!
      Ich mag es ganz gerne von einem (guten) Countertenor gesungen und da gehört diese hier ganz vorne für mich dazu:


      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Ich geb´s zu, ich bin ausgesprochene Fanin von Gerard Lesne, ich liebe diese Stimme und die ihr innewohnende Melancholie! ;(
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Hier meldet sich noch ein leidenschaftlicher Dowlandianer ohne Berührungsängste zu Crossover! Warum soll man so wunderbare Musik nur den Klassik- Fans überlassen? Sting macht etwas sehr Eigenes daraus und ich finde das durchaus hörenswert.

      bustopher schrieb:

      Singt's den Dowland doch lieber mal SELBER. Ist überhaupt nicht schwer.
      Da bin ich voll und ganz deiner Meinung, wobei man allerdings einen passenden Begleiter braucht- Klavier finde ich hier wirklich nciht so prickelnd! Mangels Laute hab ich schon zwei Gitarristen überzeugt und das klingt wirklich sehr schön- es gibt auch fertige Transkriptionen aus der Lautentabulatur. Sehr angenehm bei Dowland ist die Tessitura, die geht für fast alle hohen und mittleren Stimmen. Rythmisch sollte man allerdings sicher sein, sonst wird's kompliziert. Die Schwierigkeiten sind nicht so sehr stimmtechnisch, aber "ganz leicht" ist es m.E. trotzdem nicht. Und es gibt nicht wenige Stimmen, da passt es hinten und vorne nicht. Mein bestes Crossover mit Dowland war "If my complaints" mit einer Folk-Rock-Band im Stil von Runrig. Die hatten noch nie etwas von dem Herrn gehört und waren sofort hin und weg. Das sind dann echte Missions-Sternstunden und wir haben munter drauflos arrangiert. Unsäglich, jawoll! :hide: :thumbsup:


      Juli schrieb:

      Ich glaube, die CD ist aber vergriffen mittlerweile.
      Ich hab sie auch- und finde sei ebenfalls wunderschön, zumal ich die Hilliards mal live damit gehört habe

      zatopek schrieb:

      Ich finde, es passt eigentlich zu der sehr melancholischen Grundstimmung, die den Liedern Dowlands nun mal anhaftet.
      Emma Kirkbys Stimme hat für mich in diesem Repertoire eine ganz eigene Qualitât und sie braucht keine ausgeprâgten gestalterischen Fähigkeiten um unmittelbar ins Herz zu treffen. Der Klang an sich reicht hier vollkommen aus. Das ist Musik aus einer anderen Welt :angel:

      Caesar73 schrieb:

      Die Stimme von Dorothee Mields passt wunderbar zu den zerbrechlichen Miniaturen Dowlands - und die Begleitung kann sich ebenfalls hören lassen
      :yes: :juhu: :juhu: :juhu: Eine meiner Lieblings-Dowlands!

      Ich habe von Dowland sogar eine selbstgekaufte Einspielung mit einem Counter und das will bei mir was heissen! 8+) Andreas Scholl macht das sehr schön.
      Was ist denn euer Lieblingslied von Dowland?

      Bei mir "Flow my tears ", "If my complaints" und "I saw my lady weep"

      Um nicht völlig im Depriloch zu versumpfen singe ich aber dann schnell noch "Come again" und "Awake sweet love" hinterher.
      :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Ich habe von Dowland sogar eine selbstgekaufte Einspielung mit einem Counter und das will bei mir was heissen! Andreas Scholl macht das sehr schön.


      Siehst du, Fairy, wie die Geschmäcker auseinandergehen ;+)
      Ich finde A. Scholl ganz schlecht mit Dowland, die Stimme viel zu glatt, zu perfektionistisch, da kommt bei mir absolut nichts rüber, sorry!
      Na, ja, du weißt und wir alle wissen, dass gerade bei Sängern die Geschmäcker sehr differieren.
      Vive la difference!

      :wink:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Le Merle Bleu schrieb:

      Kater Murr schrieb:

      nicht so sinustonartig wie Kirkby
      :mlol: Das bringt es auf den Punkt

      zatopek schrieb:

      Das ist jetzt aber starker Tobak "ausdrucksarm" und "gleichförmig". Nun, das sagt man Kirkbys Gesang generell nach, dass sie wenig variabel ist.
      Ich muss gestehen, dass ich auf die Stimme mittlerweile etwas allergisch reagiere - mag mehr an mir liegen als an Kirkby. Ist zwar hier in wenig off-topic: Ich bin ein gebranntes Kind, was Kirkby und Rooleys Consort of Musicke betrifft - erst die Monteverdi-Madrigale über diese Aufnahmen kennengelernt, und die CDs verkauft, nachdem das Concerto Italiano gezeigt hatte, wie's anders geht, wie viel Saft und Kraft und Leben in dieser Musik steckt. Und dann bei Dowland mit Kirkby vs. Agnew die gleiche Erfahrung gemacht. Also ich mag die Kirkby und den Rooley einfach nicht mehr ;(


      Das Problem ist m.E. weniger, dass man hier unterschiedlicher Meinung sein kann oder dass man nicht anerkennen will, dass das, was in den 1970ern Krikby, Rooley u.a. gemacht haben, teils Pionierleistungen gewesen sind. Sondern dass es gar nicht wenige Fans gibt, die den Sinuston zum Standard erheben und behaupten, alles andere sei Vibrato, unhistorisch, überexpressiv usw.

      Im Falle von Dowland gefällt mir persönlich ein leichter Tenor wie Agnew allein aufgrund der Stimmlage besser als fast jeder Sopran, Alt, Counter, aber das ist sicher Geschmackssache. (Ich mag auch bei romantischen Liedern von wenigen Ausnahmen abgesehen, Männerstimmen lieber.)
      (Irgendein Scholl-Recital habe ich auch noch rumliegen, aber nicht das abgebildete, sondern A musical banquet oder so ähnlich.)

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Lieber Bernd, ja, das ist die und ich habe sie gestern abend nochmal gehört. Einfach schön und sogar mit Humor, was ja bei Dowland nciht so ganz auf der Hand liegt! ;+)
      Lieber Kater, hier muss ich dir widersprechen. Für mich ist Kirkby sowieso kein Klang-Standard, ich mag in Händel-Opern und Oratorien "richtige" lyrische Frauen Stimmen , aber davon abgesehen: auf den internationalen Bühnen haben Kirkbies heute null Chance. Wo wird bitte schön noch so gesungen ausser in einigen englischen Knabensopran- Enklaven? HIP-Stars von heute singen mit Körper und mit "Schmackes", sind ungeknebelt und nutzen alle Resonansräume der Stimme voll aus. Welcher ernstzunehmende Dirigent verlangt von seinen Sängern auf internantionalen Bühnen noch "vibratoloses" Singen? Selbst Alt-Stars und ehedem Pioniere des HIP wie J.C. Malgoire oder Christie arbeiten mit grossen "normal vibrierenden" :yes: Stimmen!

      Mir gefällt dieser Stimmklang der Kirkby aber, weil er etwas ätherisch engelhaft Androgynes hat, etwas fragiles Jenseitiges, das mich sehr berûhrt und emotional anspricht- ganz für sich und ohne jeden Bedarf nach Gestaltungsfähigkeit. So wie die Stimme eines Kindes sehr berühren kann, ohne dass sie ausgebildet wurde.
      Gerade dass das kein Standard ist, macht es mir noch besonderer.
      :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)