Gibt es Musik, die ihr immer hören könnt?

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    • Ich müsste nachdenken, warum, aber mir geht es hier genauso wie Florian, dem Threadstarter: Das einzige, was ich immer hören kann, auch wenn sonst "gar nichts geht", ist die Klaviermusik von Schumann und Schubert. Außerdem höre ich bewusst große Teile des Tages gar nichts. Ich arbeite viel von zuhause, könnte also immer die Anlage anmachen, aber fühle mich ohne Pausen schnell "zugedudelt". Daher mag ich weder während der Arbeit noch in jeder Ruhephase Musik hören.
    • Ich habe offenbar die Frage falsch interpretiert. Wenn damit gemeint war, dass da nur diejenigen Ja sagen dürfen, die den ganzen Tag Musik hören, bin ich total falsch. Ich höre nämlich eher wenig Musik und staune immer wieder ûber das unglaubliche Pensum mancher "Eben gehört" Schreiber. Da muss ja 24 h der Player laufen, anders ist das nicht zu schaffen. :faint:
      Ich hatte die Frage vielmehr so verstanden, ob es Musik gibt, die man in jeder Lebenslage und Verfassung hören kann- so man denn ûberhaupt Musik hört.
      Und da ist für mich dann oben Genanntes: Schubert, Bach, Mozart, Schumann, Brahms, Mendelssohn mit Klavier/Kammermusik, nichts Vokales(wenngleich sosnt meine Lieblingsmusik) und schon gar nichts Symphonisches.
      Worte transportieren einfach zuviele Nebenbotschaften, die nicht immer gehen. Was der Graf Wetter oben zur philosophischen Weise des Hörens von Gegenläufigem schreibt, kann ich gut nachvollziehen. Aber es gibt Kompositionen die sind für mcih allgûltig und brauchen ncihts Für- oder Gegenläufiges.

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Ich kann auch nicht so viel und ständig Musik hören, während intellektueller Arbeit gar keine. Auch keine spezifische Musik immer zu jeder Musikhörgelegenheit. Am ehsten wohl noch die späten Sachen von John Coltrane, bei denen Intensität und Expressivität, äußerste Dichte und Energie mit großer Spritualität zusammenkommen. Das ist fast immer Medizin mit Entspannungs- und Heilkräften für mich.

      :wink: Matthias
    • Klar, 4`33`` kann man eigentlich immer "hören"... :D :D :D

      Nein, Spass beiseite: LEISE Barockmusik oder - noch angenehmer - Mozart oder Haydn geht fast immer, oder aber auch so etwas wie Johnny Cash oder dergleichen darf auch als Untermalung dienen.

      Dennoch ziehe ich es beispielsweise auf Arbeit vor keine Musik zu hören. Das wäre meiner Konzentration abträglich.
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • Aquarius schrieb:

      Klar, 4`33`` kann man eigentlich immer "hören"...

      klar. aber von dem hab' ich eigentlich nicht geredet... Und ja: sein Streichquartett oder Landscapes kann ich eigentlich immer hören.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)





    • Gibt es Musik, die ihr immer hören könnt?

      Nein.

      Umgekehrt gibt es aber sehr viel Musik, die ich nie hören kann...
      So auch bei mir. Und ich finde, dass es heute zu einfach ist, Musik zu hören. Das bringt mit sich, dass für meinen Geschmack zu oft und an zu vielen Orten etwas dudelt und ich manchmal froh bin, wenn nichts dudelt.
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.
    • FAST täglich geht Vokalmusik von Schütz, Scheidt, di Lasso.............d.h. eigtl. das Meiste aus meiner CD.Sammlung BIS ca. 1620; dazu manches von Telemann (etwa seine "Hamburger Admiralitätsmusik 1723")

      Gibt`s Mugge eines "neueren" Komponisten, die mich noch NIE genervt hat?? -bin selbst überrascht, aber spontan fällt mir da grade MORTON FELDMAN ein ("Crippled Symmetry" z.B.)

      - im Jazz wüßt ich tracks von Jimmy Giuffre, Bennie Wallace, Dusko Goykovich, die ich wohl täglich hören könnte ( :huh: garkein Pianist bei :huh: )



      (bin grade zu schlabbb, um bzgl. der richtigen Schreibweisen nachzusehen - Federweißen :angel: - wird nachgeholt)

      rrrccchhh ;+)
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • Auch ich bin nicht dauernd aufgelegt, Musik zu hören, und schätze die Stille bei allen Arbeiten, die Konzentration erfordern. Aber wenn mit der Frage gemeint ist, welche Musik man bei möglichst vielen Gelegenheiten hören kann, würde ich Bachs Brandenburgische Konzerte, Händels Concerti Grossi, Mozarts Sinfonien und andere Orchesterstücke ohne Gesang nennen, die eine schwungvolle, tendenziell fröhliche Note haben. Auf tragische, abgründige Werke möchte ich mich in Ruhe einlassen können.
    • Nein.
      Denn auch ich erlebte schon Tage, an denen ich schlicht nicht ertragen konnte überhaupt noch Musik zu hören. Da will ich einfach nur Stille, und sonst nix.
      Natürlich sind diese Tage absolute Ausnahmefälle, aber es gibt sie nunmal. Dass ich an den Tagen selbst Mozart nicht hören will, sagt für diejenigen die mich kennen vermutlich Alles. :pfeif:

      Außerhalb von diesen Tagen kann ich aber sagen, dass ich generell die langsamen Sätze von Mozarts Klavierkonzerten hören kann. Egal in welcher Stimmung ich auch sein mag, solche Werke haben immer platz in meinem Höralltag. :)
      "Ohne Musik wär alles nichts."
    • Musik, die ich immer hören kann, gibt es unendlich viel, ich brauche sie nur anzustellen. Gerade weil das so einfach ist, gibt's bei mir in letzter Zeit sehr viel John Cage, aber nur das hier: "http://www.youtube.com/watch?v=gN2zcLBr_VM"

      Musik, die ich immer hören will, gibt es so gut wie gar nicht, denn schlechte Musik ist per Definition überflüssig, und gute Musik hat viel Individualität. Eine andere Individualität würde aber irgendwann immer stören.

      Aber mit den langsamen Sätzen aus Mozarts Klavierkonzerten könnte auch ich mir fast immer einen Gefallen tun, und so deprimiert kann ich gar nicht sein, dass ich nicht einmal ein Ensemble von Rossini oder Offenbach hören will.

      Und natürlich gilt:

      If music be the food of love,
      Play on.

      "http://www.youtube.com/watch?v=AusWEi2IByU"

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Tschabrendeki schrieb:

      zumindest mein Tinnitus ist immer mit mir!


      O, das kenn ich. Aber tröste dich: wenn du einen Tinitus jenseits der 10ooo Hertz hast (wie die meisten), wird er mit zunehmendem Alter verschwinden. Mein linksseitiger liegt bei 12ooo Hertz und ist fast schon verschwunden. Insofern freue ich mich auf die 50, dann ist endlich wieder Ruhe.




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      Ich habe Schrauben in den Himmel gesteckt
      und die Rabenmuttern festgedreht
    • Tschabrendeki schrieb:

      corda vuota schrieb:

      Den meisten Menschen macht absolute Stille Angst.

      Absolute Stille? Soetwas gibt's doch garnicht: zumindest mein Tinnitus ist immer mit mir! :D :cry:

      LG
      Tamás
      :wink:


      Ich weiß jetzt nicht, wo Du wohnst, bei mir gibt es diese Stille auf jeden Fall immer wieder. Ich gebe Dir in soweit recht, wenn ich in diesen Momenten absoluter Stille nur noch das eigene Blut im Ohr rauschen höre (zum Glück kein Tinitus :troest: )!
      Absolute Stille ist sicher auch ein wenig vom Wohnort abhängig. ^^

      In diesem Sinne: psssst!
      corda vuota
    • corda vuota schrieb:

      Absolute Stille ist sicher auch ein wenig vom Wohnort abhängig.

      :?: Ich habe das Glück in einem kitzekleinen Dorf aufgewachsen zu sein und jetzt in einer Großstadt zu leben: und an keinen der beiden Plätzen habe ich je "absolute Stille" erlebt: Kirchenglocken, verschiedene Tierlaute, eine in der Wohnung herumtollende Katze, der abgehende Waschgang, das Wasser in der Leitung, Nachbarn, Traktoren, die von den Feldern zurückkommen, über einem vorbeidüsendes Flugzeug, im Freien spielende Kinder, eine ferne übende Tanzkapelle, der Hahn im Nachbarhof, mehrere Hunde, ein möchtegern Rallyfahrer auf der Straße... (machen wir daraus einen Spiel: jeder darf zuordnen welchen Geräusch ich wo erlebt habe! Achtung! manche treffen für beide Orten zu! :D )


      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Florian Voß schrieb:

      Tschabrendeki schrieb:

      zumindest mein Tinnitus ist immer mit mir!


      O, das kenn ich. Aber tröste dich: wenn du einen Tinitus jenseits der 10ooo Hertz hast (wie die meisten), wird er mit zunehmendem Alter verschwinden. Mein linksseitiger liegt bei 12ooo Hertz und ist fast schon verschwunden. Insofern freue ich mich auf die 50, dann ist endlich wieder Ruhe.
      Ruhe - ohne auch Taub zu werden? :wacko:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Christian Junck schrieb:

      Florian Voß schrieb:

      Insofern freue ich mich auf die 50, dann ist endlich wieder Ruhe.
      Ich WUSSTE doch, dass es sich lohnt die 50er Marke zu erreichen. Endlich weiß ich den Grund. :whistling:
      Also das kann ich in keiner Weise bestätigen. Mit 58 höre ich nach wie vor auch die hohen Töne, und leider hin und wieder auch die gar nicht existierenden, die bei mir rechts über 15 kHz liegen. Und ob es sicht gelohnt hat, die 50 zu erreichen, weiß ich auch nicht. Es ist damals eben passiert, ich konnte es nicht verhindern. Ich messe dem aber auch nicht allzu viel Bedeutung bei. Die merkbarste Auswirkung für mich ist, daß ich täglich spüre, einen Körper zu haben, der sehr klar macht, daß er Bedürfnisse hat.

      Zum urprünglichen Thema: Wenn Musik sein soll, aber nichts anderes Genuss verschaffen will, gehen bei mir immer noch die Moment Musicaux von Schubert und einige Aufnahmen des Dave Brubeck Quartett.
    • Aquarius schrieb:

      Klar, 4`33`` kann man eigentlich immer "hören"... :D :D :D


      und es wird auch noch jede Sekunde umkomponiert :D

      Nun, ich stoße immer wieder auf Musik, die mich ganz und gar hinreisst, und zwar völlig unabhängig von der Richtung. Das wird dann häufig wiederholt (Saisonhörer :D ). Irgendwann höre ich mich temporär daran ab, jedoch bleibt die grundsätzlich Faszination meistens bestehen; es wir ein anderes Mal hervorgekramt. Eine aufgebrachte Stimmung kann ich leider nicht mit ruhiger Musik kompensieren, sondern nur mit entsprechend "aufgebrachter" Musik, die dann das zuweilen ungute Gefühl in bessere Bahnen lenkt.

      "Absolute Stille" im Sinne eines mathematischen Absolutheitsbegriff kann es m. E. eher nicht geben (es sei denn, irgendwelche Wissenschaftler haben mal ein entsprechendes Experiment zumindest annähernd durchgeführt, keine Ahnung, ob es so etwas gab oder gibt). Als absolute Stille empfinde ich allerdings, wenn bestimmte Alltags - Grundgeräusche (laufender Kühlschrank, tickende Uhr etc) entfallen. Im Wald raschelt es trotzden und irgendwelche Vögel zwitschern, aber hier rewizt doch etwas oft Ungewohntes den Gehörgang und das tut sicher wohl.

      :wink:
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)

      ACHTUNG, hier spricht Käpt´n Niveau: WIR SINKEN!! :murg: (Postkartenspruch)
    • Ulrica schrieb:

      "Absolute Stille" im Sinne eines mathematischen Absolutheitsbegriff kann es m. E. eher nicht geben (es sei denn, irgendwelche Wissenschaftler haben mal ein entsprechendes Experiment zumindest annähernd durchgeführt, keine Ahnung, ob es so etwas gab oder gibt).

      Wenn schon jemand da ist, die "absolute Stille" zu hören, ist sie nicht "absolut". So gesehen können von mir aus die Wissenschaftler rumexperimentieren was sie wollen, eine "absolute" Stille erreicht man nie. Noch mehr: in unserem Welt ist nichts absolut.

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato