LP-Kauf in diesem unserem Sonnensystem

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    • LP-Kauf in diesem unserem Sonnensystem

      Ein paar sind wir ja noch. "Paar" kleingeschrieben. Die nämlich Schallplatten den Vorzug geben oder auch nur nebenbei zur Silberscheibe hören.

      Mittlerweile existieren ja tatsächlich sehr annehmbare CD-Abspielgeräte, aber als ich mir 1994 von meinem ersten selbstverdienten Geld ein Musikinstrument der unkreativeren Sorte zulegen wollte, war die Wahl ganz klar: Ein Plattendreher mußte es sein. Und wurde es ja auch.

      Ich besitze erst seit nicht einmal zwei Jahren einen hifitauglichen CD-Player, sozusagen rechtzeitig zur Beerdigung der kleinen Glitzerplatte (wo kämen wir hin, wenn man jedem Trend hinterherlaufen wollte?). Hauptsache anders als die anderen, egal, wievielen Sinn das macht. 8+) Vgl. zu dem Thema auch das hier:

      "http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EC6189C1B94D543B1AE7084ADDA694427~ATpl~Ecommon~Scontent.html"

      Inzwischen werden wieder Schallplatten gepresst, wenn auch zu Fabelpreisen und in manchmal zweifelhafter Qualität (denn die Tonbänder werden ja auch nicht schöner mit den Jahren). Der Kenner allerdings legt Wert entweder auf ganz bestimmte Labels, von denen uns der kenntnisreiche Micha Schlechtriem jede Menge nennen kann, oder auf Erstpressungen, die einen wirklich hörbar besseren Klang gegenüber mannigfachen Nachpressungen (CDs inbegriffen) bieten.

      Insofern ist es vielleicht eine auch für Pragmatiker zumindest halbwegs nachvollziehbare Idiosynkrasie, in unsern Tagen, wo man mit einem Mausklick - wie nannte Goethe dieses mal so wunderbar? - "sich Musik kommen lassen" kann, noch mühsam schwarze Scheiben aufzustöbern, anzuschleppen, abzuspülen und dann sogar auch aufzulegen.

      Welche Adressen also kennt Ihr? Wo kann man noch hin? Wer ist online reliabel? Ich selbst habe eine etwas angealterte kleine Liste von Anlaufstellen, korrigiert mich, wo das nötig scheint, ja?


      Liebe Grüße,

      Alex :wink:

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • In Köln sind folgende Läden empfehlenswert:

      Parallel (Aachener Str. am Rudolfplatz, direkt neben dem Millowitsch)

      Nicht von den endkrassen Jungs abschrecken lassen, es existiert eine kleine Klassik-Abteilung zu meist noch ganz gut (er-)tragbaren Preisen. Zustandsbeschreibung stimmt in aller Regel exakt, wenn auch visuell vorgenommen - denn sowas würden die wohl freiwillig nie auf den vorhandenen Technics-Direktantriebler legen... Auch Internetpräsenz.

      Antiquariat Weber im Mauritiussteinweg

      Herr Weber hat einen Keller voll mit Klassik LPs - gehabt. Vor zwei Jahren war das noch so. Und es war immer etwas Neues aufzustöbern, hohe Fluktuation. Zustand allermeist ungespielt, weil wohl aus ungehörten Sammlungen.

      Hamburg

      (Die) Plattenrille Grindelhof 29

      Der Schallplattenhändler der Stadt, ein Haus voller Platten, ich war zuletzt 2002 da und habe unter vielem anderem Kempes "Deutsches Requiem" mint in den WALPs bekommen - für 15 €, glaube ich. Die sind wahnsinnig nett, ein Mitarbeiter hat mal eine engbedruckte zweiseitige Desideratsliste für mich bearbeitet und dann bei mir in Oberhausen angerufen, um jeden Posten einzeln mit mir durchzugehen. Den Zustand wird man fallweise prüfen müssen. Direkt daneben gibt es

      Ingos Plattenkiste Grindelallee 41

      Ingo, ebenfalls sehr nett und mit einem gesunden Hang zur mediterranen Gelassenheit, hat offenbar bisweilen - neben einigem Firlefanz - auch echte Sammlerstücke da. Ich habe einige Decca-Verdi-Opern in den jeweiligen Erstpressungen für herzlich wenig Geld bekommen, wieder so ein Stichprobenglück.

      Das Musik Theater Antiquariat Schulterblatt 66, das unbedingt empfehlenswert ist, vereinigt als merkantiles kleines Gesamtkunstwerk Platten, CDs, Noten und Bücher zu den in seinem Titel angeführten Themen. Die Preise sind nicht ganz so freundlich wie das Personal, das, wenn es nicht gestorben ist, noch heute nach der Solti-Arabella für mich sucht. Stand aller meiner H&H-Erlebnisse ist das Schreckensjahr 2002.

      Im schönen München fällt mir nur Bird´s Nest ein, nahe dem Gärtnerplatz, falls die Jungens denn noch nicht flügge geworden sein sollten. 1999 war einiges an Klassik dorten.

      Frankfurt vermag im noch gegenwärtigen Univiertel (die Bildungsanstalt zieht ja um) immerhin die Musical Box, Große Seestraße 40, vorzuweisen. Hier bleiben viele betrübliche Aha-Erlebnisse nicht aus, wenn man zunächst über eine der mannigfach zu findenden tollen alten Scheiben mit exzellent erhaltenem Cover stolpert und dann betreten feststellen muß, daß dieselben offenbar in großen Zahlen als Frühstücksbrettchen verwendet worden sein müssen. Aber der Besitzer ist sehr entgegenkommend, ruft auch zurück, wenn man - via Internet - den Zustand überprüft haben mag. Ich war zuletzt 2005 da.

      In Heidelberg, wo ich noch nie mein Herz, aber schon manche lebensmüde Mark verloren habe, west, die meisten werden´s kennen, Vinyl Only auf der Hauptstrasse 133. Hier tut man wohl, immer auf den Zustand zu achten. Anhören ist möglich. 2001 existierte noch ein kleines Häuschen im Hinterhof, wo einiges an Mitnehmenswertem vor sich hin lagerte. Die Preise sind durchgängig einem Buch von Cornelia Funke entnommen...

      Düsseldoof hatte bis vor Kurzem mit dem Antiquariat am Rathaus meinen Haus-und-Hof-Händler. Fast die Hälfte meines Bestandes habe ich von der freundlichen Frau Gilbert. Die Platten kosteten jahrelang ausnahmslos 5 DM / 2,50 € - unzählige Schätze (als Beispiel Kempes "Meistersinger" in den WALPs) warteten nur darauf, für den Preis einer Zeitschrift abgeholt zu werden. Seit Dezember 2007 waren Daras und Gilbert auf der Kaiserstraße zu finden, das Lokal leider bedeutend kleiner geworden und deshalb hat mich auch im Sommer 2008 ein Anruf erreicht, daß dichtgemacht werden müßte. Weiß jemand, ob die beiden vielleicht doch wieder auferstanden sind?

      Zum Abschluß noch einen Internethändler: 33rpm aus Berlin. Die Preise sind gesalzen, der Herr Müller selbst ist kommunikativ, wenn auch vergeßlich. Die Zustandsbeschreibungen sind exakt und mit vielen Hörproben durchgeführt. Insgesamt sicher eine Adresse.

      Mein Freund Andreas verkauft via eBay unter dem Usernamen "trenka_bronkin" stets von ihm getestete und kontrollierte Platten. Seine leider nicht ganz so exzellenten Bewertungen entsprechen in keiner Weise seinem skrupulösen Vorgehen als Händler. Dummköpfe gibt es halt recht viele...


      Liebe Grüße,

      Alex :wink:

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Lieber Graf!

      Mit den Schalllatten hast Du völlig Recht, stell Dir nur vor es regnet und Du hast keinen Schurm zur Hand [weil Du soviele Lps Covers und ohne auch] tragen musst -

      ein Regenschirm hilft ja nur, wenn man ihn benützt, aber wie sagt schoen daslete Sprichwort "Sich Regen bringt Segen" und do kann man[n] / auch frau -

      sich die Schallplaten auf den Kopf legen und so sie gleich waschen, denn manche Covers sind sehr abgegriffen, und so ungstört durch die Straßen wandeln, es sieht vielleicht ungewöhnlich aus, aber es wirkt schon, man [n] und auch frau wird als Intelligenzbestie gehandelt,weil er oder sie oder es [es können noch alle Pronomen verwendet werden] Interesse an Musik hat,

      ein Käufer von CDs, hat sie in einem Sackerl [oder Lieferwagen] und wird kaum beachtet, a Schand ist das dann!!!!, weil alles so natürlich ist.

      Nun noch etwas was unsere Elisabeth Schwarzkopf sagte [es kann wohl auch nur ihre Meinung gewesen sein] - die CDs haben bei ihr niemals die Tonqualität wie die LPs sie haben, und die musste es ja wissen, Legge mich wer kann, dachte sie, wahrscheinlich.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem kühlem Wien :wink: :wink: ,

      wo es die Firma Teuchler in 1060 Wien, Windmühlgasse gibt, die eine enorme Auswahl hat.

      Ich Peter habe an die 500 LPs [Konzerte, Symphonien, Oratorien und Messen usw.] und enorm viele Gesamtaufnahmen die ich da nicht mitrechne, 300 - 400 werden es schon sein, der Anfang war ja meine Gage als Sänger- und Trillerbua! 8+) 8+)
    • Mein lieber Trillerbub,

      ich erinnere mich dankbar an die Zeit, als Du in einem anderen Forum noch zu jedem Hörerlebnis die LP-Bestellnummer mitpostetetetetetest.

      :juhu:


      Dein Alex :wink:

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Lieber Graf!

      Das geht zur Zeit nicht - habe am 17.11. Prüfung - Philosophie der Geschichte :stern: :stern: -

      und da müsste ich ja alles aus den , dazu gefertigten Regalen, rausräumen, und einen neuen Thread eröffnen :o: :o: , das würde Niemand und Nirgendwer erlauben. :shake: :shake: :shake: Weil ich sie dann ja auch wieder einräumen müsste. :hide: :hide:

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • In Berlin sollte man unbedingt mal zu Horenstein schauen, wenns das noch gibt: Schallplattenantiquariat mit angeschlossenem Café, gibts auch nicht alle Tage:
      horenstein.de/4.html
      In München rate ich zu Phonix in der Fraunhoferstraße, die zwar keinen Keller voll Klassikplatten mehr haben, aber immer noch einen hübschen Bestand.
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Hallo Alex,
      leider gibt es das Birds Nest in München schon einige Jahre nicht mehr. Meine Frau kannte den Besitzer und seine Lebensgefährtin. Zwischenzeitlich gab es sogar eine zweite Filiale nahe beim Saturn. Ich habe aber vor ca. einem Jahr auf ebay den Betreiber wieder als ebay-Verkäufer getroffen.
      Mit den vielen LP-Secondhand-Läden, die es zu meiner Münchner Studienzeit anfang der 2000er Jahre in Bogenhausen und in der Uni-Nähe gegeben hat, siehts nicht wesentlich besser aus ;( .
      Allerdings gehe ich heute vermehrt auf Flohmärkte, was ich allen Geduldigen nur wärmstens empfehlen kann, da man dort neben viel Ramsch oft wahre Schätze entdecken kann, die nach einer kleinen, prophylaktischen Knosti-Reinigung viel Freude bereiten können. So habe ich neulich für 3 Euro die alte Box mit den Mahler-Sinfonien mit Solti in nm-Qualität mitgenommen und auf dem gleichen Flohmarkt eine Stokowski-LP von Columbia von 1952 entdeckt (Wagner mit NYP), die natürlich nicht nm, sondern vg war. Von Bücher- und Plattenbörsen, wie sie auch in Rosenheim stattfinden, rate ich inzwischen ab, da der Eintritt dem Angebot für den Klassikfan nicht mehr entspricht. Die meisten Händler bieten nur noch andere Musiksparten an. Das ist auf manchem Flohmarkt zwar nicht besser, aber man spart sich den Eintrittspreis und kann mit Privatleuten oft handeln!
      Tip:Neben eventueller Plakatwerbung auch auf die Webseiten der Städte bzw. Landratsämter schauen, wo oft im Netz ein Flohmarktkalender für die Region kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

      Gruß,
      scherchen
      "Music is the voice of the all - the divine melody - the cosmic rhythm - the universal harmony." aus Music for all of us (Stokowski, 1943)
    • :wink:

      Parallel und 33rpm habe ich auch schon probiert, Alexens Beschreibung passt sehr gut, empfehlenswert. Viele schöne Re-issues, aber leider zu teils hohen Preisen, gibt es bei ars-music in Hamburg. Für Country, Rockabilly und Bluesfans ist die Bear-Family eine gute Adresse. Alles mit Internetpräsenz.

      Gruß, Frank
    • Graf Wetter vom Strahl schrieb:

      Im schönen München fällt mir nur Bird´s Nest ein, nahe dem Gärtnerplatz, falls die Jungens denn noch nicht flügge geworden sein sollten. 1999 war einiges an Klassik dorten.


      Armin Diedrich schrieb:

      In München rate ich zu Phonix in der Fraunhoferstraße, die zwar keinen Keller voll Klassikplatten mehr haben, aber immer noch einen hübschen Bestand.


      Das PhonX nennt sich jetzt Schallplattenzentrale, der Ort ist aber immer noch der gleiche, nicht weit vom nicht mehr existenten Bird's Nest entfernt. Ist wirklich nicht schlecht (letzter Besuch vor ca. einem Jahr), zeichnet sich aber durch in meinen Ohren unsägliche und enorm laute Musikbeschallung aus :pinch:.

      Außerdem war ich vor Jahren mal eher zufällig in einem Geschäft in der Nähe des Westparks (Sendling ist das, glaube ich). Das musste ich jetzt im Internet suchen: Heißt Der Schallplattenladen und zieht anscheinend gerade nach Haidhausen um. Hatte seinerzeit ein gutes Klassikangebot, teils ziemliche Raritäten, allerdings auch astronomische Preise. Sieht man ja auch im Internet.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Also ich geh das mit dem Vinyl ganz anders an: Vor langer Zeit begann ich damit, dass diese Kunde durchs Land ging: Da ist eine, die noch Schallplatten hört! Wer welche abzugeben hat, kann sich gerne bei mir melden. So werden mir immer wieder Sammlungen angetragen, in denen ich dann stöbern darf. Mein oberstes Gebot lautet: Ich nehme das, was ich brauchen kann und kosten darf es nix! :rolleyes:
      Damit habe ich gute bis beste Erfahrungen gemacht. Man muss natürlich geduldig sein. Wer spezielle Einspielungen sofort und gleich haben möchte, ist mit der Methode schlecht bedient. :wacko:

      LG
      corda vuota
    • Graf Wetter vom Strahl schrieb:

      Hamburg

      (Die) Plattenrille Grindelhof 29

      Der Schallplattenhändler der Stadt, ein Haus voller Platten, ich war zuletzt 2002 da und habe unter vielem anderem Kempes "Deutsches Requiem" mint in den WALPs bekommen - für 15 €, glaube ich. Die sind wahnsinnig nett, ein Mitarbeiter hat mal eine engbedruckte zweiseitige Desideratsliste für mich bearbeitet und dann bei mir in Oberhausen angerufen, um jeden Posten einzeln mit mir durchzugehen. Den Zustand wird man fallweise prüfen müssen. Direkt daneben gibt es

      Ingos Plattenkiste Grindelallee 41

      Ingo, ebenfalls sehr nett und mit einem gesunden Hang zur mediterranen Gelassenheit, hat offenbar bisweilen - neben einigem Firlefanz - auch echte Sammlerstücke da. Ich habe einige Decca-Verdi-Opern in den jeweiligen Erstpressungen für herzlich wenig Geld bekommen, wieder so ein Stichprobenglück.

      Das Musik Theater Antiquariat Schulterblatt 66, das unbedingt empfehlenswert ist, vereinigt als merkantiles kleines Gesamtkunstwerk Platten, CDs, Noten und Bücher zu den in seinem Titel angeführten Themen. Die Preise sind nicht ganz so freundlich wie das Personal, das, wenn es nicht gestorben ist, noch heute nach der Solti-Arabella für mich sucht. Stand aller meiner H&H-Erlebnisse ist das Schreckensjahr 2002.


      Kleines Update zu den Tips des Grafen:

      Das Musik Theater Antiquariat gibt es leider nicht mehr. War offenbar 2008 in die Neustadt umgezogen, der dortige Laden wurde aber inzwischen wohl geschlossen. Ein leicht irritierter General stand gestern ein wenig ratlos auf der Schanze herum und wunderte sich, weshalb auf das Haus "Schulterblatt 64" gleich das Haus mit der Nr. 70 folgte, ohne dass es Anhaltspunkte für irgendwelche gentrifizierenden Neubaumaßnahmen gab ?( Der Frust legte sich aber gleich, denn dafür findet man ein Stück weiter am Schulterblatt 36 nun Zardoz (www.zardoz-schallplatten.de) :thumbup: Das ist ein ziemlich großer Laden mit kleinem CD- und sehr reichhaltigem Vinylangebot. Schanzentypisch liegt der Schwerpunkt zwar bei Indie, Punk, Electro etc., es gibt aber auch durchaus ein beachtliches Jazz- und Klassik-Angebot. Beim Stöbern im Klassikbereich kam bei mir allerdings Übelkeit auf: Man findet fast ausschließlich das Standardrepertoire an LPs, die Tante Elfriede und Onkel Hermann in den 60er/70er Jahren so gebunkert haben, also Anif-Bertl bis zum Erbrechen, Karl Richter, Elly Ney, Wilhelm Backhaus, Karl Böhm, Waldo de los Rios, ... Daher würde ich Zardoz eher denen empfehlen, die an anderen Bereichen als eben gerade Klassik interessiert sind, zumal gerade der Opernbereich auch nur unzureichend abgedeckt ist.

      Die Plattenkiste ist nun in der Grindelallee 39 zu finden - den Besuch mußte ich jedoch erst mal verschieben.

      Grund ist, dass ich sehr viel Zeit in der Plattenrille verbracht habe. Das ist ein wahres Eldorade für Klassikfreunde mit Lust auf Vinyl, wenngleich auch dies kein reiner Klassikladen ist. Man findet im Gegenteil alle interessanten Musikrichtungen hier vertreten. Auch für Jazz-Fans lohnt sich der Besuch unbedingt. Ich habe selten einen Laden gesehen, der so sorgfältig und übersichtlich sortiert ist - die Unmenge an Tonträgern, darunter wirklich sehr viele Raritäten und Sammlerstücke, ist fein säuberlich in ordentlichen Tischen und Regalen eingeordnet, und wenn man dennoch das Gesuchte nicht auf Anhieb findet, hilft das freundliche Personal sehr engagiert weiter. Das Angebot in den Bereichen Oper und Sängerporträts ist nahezu unüberschaubar. Auch die Solti-Arabella hab ich dort gesehen, wenn auch nur als Querschnitt. CDs finden sich in der Plattenrille zwar auch, aber nur in sehr geringem Umfang.

      Besonders glücklich war ich, dort Serge Gainsbourgs "Comic Strip" in einer "remasterisation haute définition" noch originalverpackt erwerben zu können :jub:

      Hierher werde ich sicherlich noch häufiger zurückkehren, zumal man sich vom anstrengenden Herumstöbern in dem wunderbaren, nahe gelegenen Cafe Leonar bei einer Tasse Goldene Joich oder einer Portion Mezze oder Tchouchouka glänzend erholen kann.
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • In der Hamburger Plattenrille stehen Veränderungen an . Der Gründer Paul Löffler und sein langjähriger Partner Herbert Sembritzki werden zum Jahresende ihr Geschäft in neue Hände übergeben . Der Ruhestand ist endlich nah , und er sei ihnen von Herzen gegönnt . Mit ihnen wird natürlich auch etwas gehen , was immer ein wichtiger Bestandteil dieser Schatzgrube gewesen ist : ihr in Jahrzehnten erworbenes Wissen und ihr ganz persönliches Flair . Das wird mir gewiss am meisten fehlen . Immer freundlich , immer bemüht , immer fair - so habe ich sie erlebt . Doch ein kleiner Trost ist , daß es Nachfolger geben wird , die weiter für Nachschub sorgen .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller)
    • Wieder eine Institution weniger. Beim Paul Löffler habe ich schon als Student Platten gekauft, da war er noch in der Rutschbahn. Und mein Doktorarbeitsplatz um die Ecke in der Grindelallee. :)

      Gut, wenn es einen Nachfolger gibt, aber ob der weiter auf der Klassikschiene fährt? Mein Eindruck ist, dass der gegenwärtige Vinylhype in erster Linie Pop und Jazz zugute kommt, an der Klasssik aber weitgehend vorbeigeht. Mein Second Hand Händler hier in Stuttgart reduziert jedenfalls permanent die Preise für klassisches Vinyl. Inzwischen gibt es zahlreiche Boxen schon für € 2,50. In einem anderen Forum wurde berichtet, dass Händler inzwischen Klassik nur noch für 20-40 cent/Platte ankaufen. Wenn man sich also nicht die Mühe machen will, alles einzeln bei ebay anzubieten, dann kann man die Platten auch gleich verschenken. Und wenn man dort mal schaut, was noch richtig ersteigert wird, sind das fast ausschließlich Violinaufnahmen. Da scheint es nach wie vor eine größere Zahl von Sammlern zu geben, die keine CDs mögen.
    • Lieber Wieland , die Plattenrille war ja nie "auf der Klassikschiene ". Sie haben Klassik als einen Teil ihres Angebots gepflegt , ebenso wie Jazz . Aber sie hatten eigentlich nie die "Nachkriegswohlstandsbürger-Klassik " herumstehen , mit der man heute noch auf Flohmärkten dermaßen zugeschüttet wird , daß man die Lust verliert , nach Perlen in dieser Kloake zu tauchen . Das Angebot der Plattenrille wird doch gerade von den Nicht - Allerweltsaufnahmen geprägt . Ich denke schon , daß wird so bleiben . Nur der persönliche Kontakt und Austausch wird ein anderer werden .
      Zu Stuttgart : Da bin ich - mittlerweile am 3.Standort - immer zum Helmut Faber gegangen . Und der wußte genau , was er an Klassik verkaufen kann und was nicht . Aber seit seinem Eintritt in den Ruhestand war ich noch nicht wieder da . Wie es seine Nachfolger halten , kann ich daher nicht beurteilen .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller)
    • b-major schrieb:

      Da bin ich - mittlerweile am 3.Standort - immer zum Helmut Faber gegangen .
      Ja, von dem Laden spreche ich. Da stehen meterhohe Stapel mit allen möglichen DGG, Philips, CBS Boxen mit z.T. 20 LPs für € 5 herum. Natürlich gibt es noch die eine oder andere teure Platte. Aber dafür würde vermutlich ein Fach ausreichen. Gut für uns Sammler, aber schlecht, wenn man sich von etwas trennen möchte.
    • Wieland schrieb:

      Da stehen meterhohe Stapel mit allen möglichen DGG, Philips, CBS Boxen mit z.T. 20 LPs für € 5 herum.
      Dazu fällt mir die auf Jamaica Anfang 70er Jahre geübte Recycling - Praxis ein : Allwöchentlich wurden bei Anleferung der neuen Singles in den Läden die unverkauften wieder abgeholt , um anschließend mitsamt Etikett eingeschmolzen zu werden für neue Platten . Die waren in den Bässen zwar unbeschnitten , knisterten aber gewaltig . Funktionierte , da die Platten auf Kommisionsbasis in die Läden kamen . Hatte aber nichts mit Umweltbewußtsein zu tun .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller)
    • :wink:

      Die Preise von Klassik-Platten regelt Angebot und Nachfrage. In meinen zwei Lieblingsläden kosten rare Exemplare 5-15 EUR, aber normale Ware 1,50 EUR. Einfacher Grund: Dafür interessiert sich nunmal keiner. Die Liebhaber der klassischen Musik liegen bei etwa 5%. Deswegen gibt es da auch bedeutend weniger Neuausgaben alter Scheiben. Da ist selbst die Nische Blues bedeutend lebendiger.

      Gruß, Frank