Buxtehude: Das Orgelwerk

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    • Wie gut ist dein Französisch?

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      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Ich habe nun drei CDs mit Ablitzer, zwei mit Vogel, eine mit Oster, sowie den Billigdreier mit Walter Kraft (wovon, vielleicht als Rache für die mutmaßlich nicht lizensierten Aufnahmen, nur eine CD sich halbwegs vernünftig abspielen lässt).
      Würdet Ihr als billige GA eher Stella oder Spang-Hanssen empfehlen?
      Und die Cembalo-Box Stellas? Hier gibt es kaum andere Optionen...
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)


    • Ich empfehle Stella, schrieb hier etwas darüber - und die Cembalo-Box gefiel mir auch, siehe dort. Für den kleinen Geldbeutel sind diese Aufnahmen schon mehr als gut.

      Ansonsten muß man schon zu Koopman (Orgel & Cembalo) oder Foccroulle (Orgel) greifen, was deutlich mehr kostet. Saorgin mag ich auch, aber diese Box ist nunmal keine GA.
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    • Gurnemanz schrieb:

      Bernard Foccroulle

      sicher sehr schön, allerdings für meinen Geschmack tendenziell eher zurückgenommener Spielansatz, was vielleicht einem historisierenden Interpretationsstil zugute kommt - bessere Variante m.E. z.B. Vogel, weil wesentlich extrovertierter/eindringlicher, zudem tolle Orgeln und vorbildliches Beiheft.

      Lebrun/Leurent?
      Vernet?
    • Vielleicht ein paar Worte zu dieser Veröffentlichung, die im Herbst des vergangenen Jahres bei VOX erneut erschienen ist:



      Bei dieser Veröffentlichung dürfte es sich um die erste nahezu vollständige Einspielung durch einen der Nachfolger Buxtehudes in Lübeck (St. Marien), gemeint ist Walter Kraft, der in den Morgenstunden des 09.05.1977 bei einem Hotelbrand in Amsterdam (Hotel Polen) ums Leben gekommen ist, handeln:

      Die Einspielung wurde an der sog. Totentanzorgel (St. Marien, Kemper, III/42), die 1942 infolge der Kriegsereignisse zerstört worden ist und 1955 nach den Abmessungen von 1937 neu errichtet worden ist (Abbau wegen irreparabler Mängel 1985, Neubau 1986 - Führer), realisiert (vgl. zur Bauhistorie den Bericht des Internationalen Orgelsymposiums zur Zukunft der Orgeln in St. Marien, hier).

      Ich persönlich kenne nur diese bei Concerto Royale erschienene 3er-Box, die einen Querschnitt der Aufnahmen der gesammelten Orgelwerke Buxtehudes in der Lesart Krafts enthält:



      Wollte man Walter Krafts Buxtehude musikalisch verorten, tendierte ich weniger zu einem musikwissenschaftlichen/akademischen Ansatz à la Harald Vogel, als vielmehr zu einer Art Sturm und Drang-Herangehensweise. Sein Spiel stellt sich für mein Empfinden als betont (zum Teil monumental) lebendig-ausdrucksvoll und temperamentvoll bei moderaten Tempi dar, verbunden mit ausgeprägten Dynamikunterschieden; in dramatischen Passagen werden zum Teil mit recht lauten (vielleicht etwas undurchsichtigen und stumpfen?) Registermischungen Akzente gesetzt, einige Choralvorspiele klingen aber auch sehr innig, frei von überzogener Affektgestaltung. Insoweit mag diese Sichtweise auf das Werk Buxtehudes durchaus einen zeittypischen Ausdruck der 50er und beginnenden 60er Jahre darstellen (das ist allerdings nur eine Vermutung, da ich nur Kraft/Buxtehude [tw.] aus dieser Zeit kenne).

      Aufnahmetechnisch stellt sich dieses (historische) Dokument künstlerischen Buxtehudespiels aus der Frühphase der Stereofonie angesichts der bekannten schwierigen akustischen Verhältnisse in St. Marien als sehr respektabel dar. Wenn man sich auf diese Produktion einlässt, sollte man jedoch willens sein den kathedralischen Klangfaktor, d.h. einen ziemlich ausgeprägten Nachhall im Sinne einer gewissen einebnenden Akustik, der den Aufnahmen, jedenfalls soweit ich sie kenne, eigen ist oder kleinere technische Unzulänglichkeiten in Gestalt von einigen Sprüngen, wie sie ein Amazonrezensent mit Blick auf die Concerto Royale Veröffentlichung als Ausnahmefall zutreffend beschreibt (Präludium & Fuge g-Moll),


      I just wish someone (an engineer?) had actually listened to for instance the Prelude and Fugue in g-minor, BFK 7, because he/she would have noticed that we actually have several skips in the beginning (use a couple pennies next time!)

      zu akzeptieren. Ob der letzte Punkt allerdings auch auf die VOX-Veröffentlichung zutrifft (was ich vermute) oder ob es sich lediglich um einen Fehler bei dem Concerto Royale-Transfer handelt, vermag ich nicht mit Gewissheit zu sagen.
    • Bei Concerto Royale waren für mich einige Tracks, evtl. sogar die Mehrzahl de facto kaum abspielbar bzw. schwer anhörbar. Ich müsste es nochmal systematisch auf unterschiedlichen Geräten probieren. Aber von daher würde ich vor dieser Ausgabe eher warnen, obwohl ich die "unakademischen" Interpretationen ebenfalls gut fand.
      (Ist bei mir jedenfalls kein allgemeines Concerto Royale Problem; ich habe zwei oder drei andere der Reihe, die spielen einwandfrei bzw. sind evtl. störungen klar der Quelle (Rauschen u.ä.) zuordenbar.)
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    • rec. 19./20.09.2011 & 07.(?) - 13.10.2011

      Innerhalb eines recht überschaubaren Zeitraums hat Simone Stelle seine Sichtweisen des Orgelwerks in Padua an der Zanin-Orgel, Chiesa di S. Antonio Abate (II/25), die 2006 im Noordduitse barokstijl errichtet worden ist, dargelegt. Bevor Stella sich diesem Unternehmen bei Brilliant Classics gewidmet hat, hat er diverse Orgelkonzertreihen des Buxtehudeschen Werkes, u.a.2009 in Florenz, dem Publikum zu Gehör gebracht. Offenbar zeigt sich hier eine tiefe Liebe des Interpreten zu den Orgelwerken Buxtehudes, wenn er mit den Worten zitiert wird

      Simone Stella schrieb:

      Der Wunsch, die kompletten Orgelwerke von Buxtehude aufzuführen, entstand aus meiner Liebe zu Buxtehudes Musik, die wirklich reich und voller frischer musikalischer Ideen ist,

      womit er zweifellos recht hat. Sein Spiel zeichnet sich durch eine betonte Klangfarben- und geschmackvolle Registrierungsvielfalt aus, was insbesondere den choralgebundenen Werken sehr zugute kommt, da hierdurch, ähnlich wie bei Bryndorf, eine musikalisch sehr intensive, kontrastierende Klangwirkung erzeugt wird, was mir persönlich sehr gut gefällt. Hinsichtlich des Raumklangs haben die Tontechniker, jedenfalls nach meinem Eindruck, eine gute Arbeit geleistet, da alles sehr dynamisch ausgewogen und realistisch, verbunden mit einem angemessenen Hallanteil, erklingt. Insgesamt wurde hier eine Aufnahme produziert, die mit anderen auf dem Markt befindlichen Lesarten durchaus mithalten kann.

      Das sparsam gestaltete englischsprachige Booklet umfasst 11 Seiten und enthält neben Informationen zu Dieterich Buxtehude Angaben zu dessen Orgelwerk. Auskünfte zu dem Instrument oder zu den verwendeten Kochrezepten (= Registrierungen) lassen sich zu meinem Bedauern nicht finden.

      Abschließend eine Bemerkung am Rande. Ein Amazonrezensent meint:

      Das Hören wird von intermittierendem Geprassel gestört, das wahrscheinlich fehlerhafte Mikrofone verursachen. Ich habe noch nie so was auf der Platte gehört.

      Derartiges konnte ich ich nicht vernehmen.
    • Irgendwie habe ich ein Déjà vu - das wurde doch schon mal besprochen, oder?

      Keine Ahnung, wie Kari darauf kommt - ich habe solche Geräusche nicht gehört; der Kommentator ist der gleichen Ansicht.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
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      Jean Paul