Gabriel Fauré — Requiem

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    • Gabriel Fauré — Requiem

      Liebe Capricciosi,

      ich benötige Eure fachkundige Hilfe. Passend zur Jahreszeit bin ich auf der Suche nach der besten Einspielung von Gabriel Faurés Requiem. Mir liegt leider nur ein CD mit „In Paradisum" und "Pie Jesu" vor. Nun möchte ich mir einen Fehlkauf ersparen und rechne schwer mit Euren fundierten Tipps! Und wenn Ihr diese noch etwas untermauern würdet, warum Ihr diese oder jene Einspielung favorisiert, würde ich mich sehr freuen.

      LG
      corda vuota
    • es gibt zwei Fassungen: für großes und kleineres Orchester. Aber das gibt sich nicht viel.

      Hundertprozentig gut gefallen mir beide Herreweghe-Einspielungen nicht unbedingt (aber das aus der Erinnerung und ich weiß auch gar nicht so genau, warum...), aber für den Mehrfachsammler führt dennoch kein Weg an ihnen vorbei.
      Ich rate zur jüngeren Einspielung der "großen" Fassung. Francks d-moll-Sinfonie inklusive.



      aber für kleines Geld gibt es auch (sehr) gute Einspielungen:


      die Kopplung mit dem Duruflé-Requiem ist (falls noch nicht vorhanden) sehr zu empfehlen!
      Die Naxos-Aufnahme gefällt mir auch gut.

      Giulini/DG ist mir zu schwerfällig. Aber dies nur spontan aus der Erinnerung.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Liebe Corda Vuota!

      Faurés Requiem gehört zu meinen Lieblingschorwerken, und ich habe - was bei mir selten ist - mittlerweile drei Einspielungen davon angesammelt (alle übrigens noch mit anderem Cover):



      Aber leider bieten alle drei Aufnahmen Probleme. Zuerst musst du wissen, dass es von Faurés Requiem drei Versionen gibt: Ein "Ur-Requiem" von 1887/88 ohne "Offertoire" und "Libera me", instrumentiert nur für Solovioline, tiefe Streicher, Harfe, Pauke und Orgel. Von dieser Fassung gibt es meines Wissens keine Aufnahme. Dann hat Fauré das Requiem in einem zweiten Schritt um "Offertoire" und "Libera me" erweitert und für Kammerorchester (inkl. Hörner und Trompeten) bearbeitet (Version 1893). Diese Fassung ist auf der dritten CD unter Herreweghe eingespielt. Schließlich wurde das Requiem für die Druckfassung 1900 im Verlag Hamelle von fremder Hand für großes Sinfonieorchester bearbeitet, das ist die übliche Version, auch wenn die Instrumentierung nicht von Fauré selbst stammt und die Holzbläser so lächerlich wenig zu tun haben (nur zwölf Takte im Sanctus), dass man sie gleich weglassen auch hätte können.

      Nun kurz zu den Vorzügen und Nachteilen der Aufnahmen, denn ich habe nicht mehr viel Zeit, wobei ich nur diese drei Einspielungen vergleiche: Die erste Aufnahme bietet den besten Chor, doch der Dirigent Michel Legrand missinterpretiert Faurés Musik gründlich und rückt sie in die Nähe des Verdi-Requiems, wo sie definitiv nicht hingehört! Viel zu viel opernhafte Dramatik, viel zu wenig von der Innigkeit, die Faurés Requiem eigentlich auszeichnet. Barbara Bonney ist wunderbar, Thomas Hampson etwas grob. Die Aufnahme hat dafür den Vorzug der Kopplung mit dem Duruflé-Requiem.

      Die zweite Aufnahme hat mit André Cluytens einen wirklich begnadeten französischen Dirigenten, der meiner Meinung nach Faurés Musik wirklich versteht und auch perfekte Tempi wählt. Dietrich Fischer-Dieskau ist beim Bariton-Solo perfekt und setzt Faurés Vorstellungen, der Bariton solle "wie ein Kantor" singen, adäquat um. Victoria de los Ángeles legt das "Pie Jesu" weniger als Engelsgesang, sondern vielmehr als persönliches Gebet an, was mir sehr gut gefällt. Aber das Problem dieser Aufnahme ist die nur durchschnittliche Leistung des Chors... :rolleyes: Hätte man einen ordentlichen Chor gefunden, hätte diese Aufnahme wirklich zur Referenzaufnahme getaugt, so reicht es nur für die mir liebste Aufnahme.

      Die dritte Aufnahme muss man eigentlich nur haben, wenn man die frühere Version kennenlernen will, und sogar dafür ist sie nicht wirklich empfehlenswert. Bei Philippe Herreweghe habe ich immer das Problem, dass ich mich grenzenlos langweile. So auch hier. Zum arg zerdehnten "Pie Jesu" kommt auch noch das dünne Stimmchen von Agnès Mellon dazu, das mir missfällt; der Bariton Peter Kooy und der Chor sind dafür absolut in Ordnung.

      Ich weiß nicht, ob das viel geholfen hat; aber zumindest die ersten beiden Aufnahmen sind beim Werbepartner derzeit so billig, dass man auch beide nehmen könnte.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Ich habe die Naxos-Aufnahme in nicht so guter Erinnerung. Besonders die Aussprache fand ich gewöhnungsbedürftig, ein sehr englisches Latein. Habe ich jetzt aber lange nicht gehört und müsste das mal wieder überprüfen.

      Gruß
      Froh
      "Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein
    • Leider noch immer teuer, aber wunderschöne Interpretationen von den so gerne gemeinsam verkauften Werken:


      .

      Es singen Judith Blegen und James Morris, das Atlanta Symphony Orchestra und sein Chor spielen unter Robert Shaw. Großartiger Sound auch übrigens! - Besser habe das nicht mehr gehört und bei Herreweghe schlafe ich auch beinahe ein - leider.


      "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
      Joris-Karl Huysmans
    • Meine Lieblingsaufnahme ist diese



      Rutter trifft für mich in besonderer Weise Faurés Sprache, vielleicht auch weil sein eigenes Requiem von dem Faurés inspiriert ist.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Liebe Capricciosi!

      Da steht Corda Vuota aber nun vor den gesammelten Lieblingsaufnahmen der Capricciosi (und Faurés Requiem ist ein Stück, von dem es ziemlich viele Aufnahmen gibt!) und ist wahrscheinlich so klug als wie zuvor.

      Ich versuche daher einmal eine abstrakte Kaufberatung, losgelöst von einer konkreten Aufnahme. Wenn ich mit dem Wissen um Faurés Requiem, das ich jetzt besitze, eine möglichst gute Aufnahme kaufen wollte, und die Möglichkeit des Hineinhörens bestünde, würde ich persönlich mir folgende Teile kritisch anhören:

      1.) Den Anfang des Offertoire bis deutlich nach dem Choreinsatz. Wichtige Fragen: Singt der Chor hier den A-Cappella-Teil exakt und sauber? Ist die Artikulation gut und innerhalb der Stimme gleichzeitig? Ist die archaistische Vokalpolyphonie, die Fauré hier betreibt, gut durchhörbar, fein ziseliert, fast pointillistisch? Wenn die Antworten jeweils "JA" oder zumindest fast immer "JA" lauten, weiter zu Schritt 2.)

      2.) Das gesamte Agnus Dei. Hier kann man schön die Qualität des Chors in allen Facetten außer der Polyphonie hören. Im Agnus befinden sich viele dynamische Unterschiede, sowohl subito piano bzw. forte, als auch crescendi und decrescendi. Außerdem sind die Tenöre (eine traditionelle Schwachstelle vieler Chöre) sehr exponiert. Nachteil: Um das alles zu hören, muss man das Stück entweder schon gut kennen oder einen Klavierauszug mitnehmen (gibts auf cpdl.org und imslp.net bestimmt auch zum Downloaden). Abgesehen vom Chor kann man aber auch Orchester und Dirigent gut analysieren: Ist der Orchesterklang durchhörbar und nicht zu soßig? Der Orgelklang schön? Wie gelingt dem Dirigenten der langsame Spannungsaufbau des "Lux aeterna"? (Als Negativbeispiel: Michel Legrand zieht hier etwa entgegen Faurés Anweisungen das Tempo ridikulös schnell an und verdirbt somit die ganze Wirkung dieser Stelle! Noch schlimmer ist, dass er nach Ende des Chors bruchartig zum ursprünglichen Tempo zurückkehrt! Das Positivbeispiel wäre Cluytens.) Ich finde, nach dem Agnus Dei kann man die Qualität der Aufnahme relativ gut abschätzen.

      3.) Anschließend der Anfang des Libera me: Der Bariton darf hier nicht opernhaft dramatisch singen, sondern ruhig, "wie ein Kantor" (Fauré).

      4.) Eventuell noch der Anfang des Pie Jesu: Gefällt mir das Timbre der Sopranistin und ihre Gestaltung? Ist es schnell genug, um nicht öd zu werden? (Wenn das Pie Jesu länger als 4 Minuten dauert, ist das meiner Meinung nach ein schlechtes Zeichen!)

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Lieber Areios, deine Qualitätsmerkmale sind sicher richtgi und wichtig, aber meine Lieblingsnummer aus dem Fauré- Requiem ist "In paradisum" und die entscheidet dann über Sein oder Nicht-Sein. Also die definitive Frage: Hat der Frauenchor die notwendigen Engelsqualitäten????

      Selbige sollte der Solo-Sopran auch haben, was bei der Tessitura der Arie nciht so ganz leicht ist. Barbara Bonney und die Engelsvictoria finde ich jedenfalls adorables :juhu: :juhu: :juhu:

      Das Fauré Requiem ist für mich das tröstlichste und "optimistischste" Requiem überhaupt. Geradewegs auf sanften Flügeln ins paradisum, ohne Confutatis und Tuba mirum oder Dies Irae :angel:
      Empfehlungen hab ich keine hinzuzufügen , Cluytens und Dutoit sind für mich erste Wahl und ansonsten singe ich das am liebsten selbst :rolleyes:
      Judith Blegen würde ich gerne hören, ich hatte einmal das Vergnügen einen Querschnitt ihres Könnens auf einer alten LP zu hören und das hat mir sehr gefallen. Leider ist sie mir dann nie wieder begegnet. Und John Rutter stelle ich mir auch ganz im Geiste des Werkes vor, so er denn nciht ins "Süssliche" abgleitet, aber laut Peters Empfehlung wird das wohl kaum der Fall sein.

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Ich höre gern die Aufnahme unter Celibidache:



      Es singen Dame Margaret Price, Alan Titus und der Philharmonische Chor München. Die Aufnahme entstand 1994.

      Mir gefällt die ruhige, ja kontemplative Art und Weise mit der sich Celibidache dem ohnehin schon sanften Werk nähert. Seine Tempi - wen mag es überrschen - sind insgesamt eher langsam, aber doch nie so langsam, dass es innerhalb des musikalischen Vortrags zu Spannungsverlust käme. Die Soli sind mit Dame Margarte Price und Alan Titus sehr trefflich besetzt. Maragret Prices klarer, ausdrucksvoller und dennoch schlichter Sopran passt wunderbar zum verklärten Ton des "Pie Jesu", Alan Titus steht ihr da in nichts nach. Areios hat ja schon bemerkt, dass Fauré sich zur Gestaltung dieser Partie vor einen eher ruhigen Bassbariton vorstellte. Titus findet dieser Vorstellung folgend einen überzeugenden Weg zwischen einer zu distanzierten und einer zu gefühlvollen Interpretatation. Der Philharmonische Chor München gestaltet sehr ordentlich, präsentiert beste Diktion, sprachliche und klangliche Einheitlichkeit, ein breites Sprektrum an Klangfarben, schöne Phrasierung und hohe dynamische Flexibilität. Das ist schon sehr gut zu hören. Gleiches gilt für die Münchner Philharmoniker, die einen sehr weichen, aber nicht wattigen, sondern schön durchhörbaren Orchesterklang präsentieren. Ich finde, das lässt sich hören.

      :wink: Agravain
    • Ich habe mal meine Aufnahmen (Ansermet, Boulanger, Chung mit den arg opernhaften Bartoli und Terfel, Gardiner und Legrand) des Requiem nach den Vorgaben von Areios durchgehört und muss die Qual der Wahl leider noch um eine weitere, hier bislang noch nicht erwähnte, ergänzen, nämlich diese:



      Gardiner spielte nämlich wie Herreweghe die Originalinstrumentation Faurés von 1893 ein, die mir in ihrer kammermusikalischen Schlankheit besser gefällt als die gängige großorchestrale, obwohl (oder gerade weil) mich eine solche, nämlich Ansermets Einspielung mit Suzanne Danco und Gérard Souzay, für lange Zeit geprägt und das Stück zu einem der wenigen Chorwerke gemacht hat, die für mich unanfechtbar in den musikalischen Olymp gehören.

      Seine Solisten, die mir ansonsten unbekannte Catherine Bott, die durchaus mit Barbara Bonney mithalten kann und den besseren Dirigenten hat, und der bewährte Gilles Cachemaille singen angenehm schlicht ohne deshalb langweilig zu wirken, und Gardiners Monteverdi Chor ist wie fast immer über jeden Tadel erhaben.

      Ich kenne die Aufnahme von Cluytens nicht, und auch andere fehlen mir noch, so dass ich mich hüten würde, Gardiners Aufnahme als "die beste" zu bezeichnen. Von den mir vorliegenden ist sie es aber, und zwar deutlich. Da sie derzeit auch extrem günstig ist, würde ich sie sehr ernsthaft in Erwägung ziehen, zumal sie mit den "Füllern" von Saint-Saens, Fauré, Debussy und Ravel auch noch relativ rare Juwelen bietet.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Wie's der Zufall so will:
      Heute Abend in BR-Klassik eine Aufnahme des Fauré-Requiems:

      22:05 Uhr

      Gabriel Fauré: "Requiem", op. 48 (Arleen Augér, Sopran; Andreas Schmidt, Bariton; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks:
      Colin Davis);Der Chor des Bayerischen Rundfunks.

      Ton de Leeuw: "Prière" (Peter Dijkstra)
      :wink:

      Renate
      Der Beitrag kann von der Moderation in den "Demnächst im Radio"- Thread verschoben werden, falls er hier stört!
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • LIeber Rideamus, ohne sie gehört zu haben: die Gardiner Aufnahme würde ich mit geschlossenen Augen nehmen, die kann nur gut sein! Catherine Bott kenne ich als sehr gute Purcell Sängerin, Orchester und Choir sind Spitzenklasse und überhaupt haben die engländer in allem , was schlank musiziert werden muss, das richtige Händchen. Arleen Auger als Solistin stelle ich mir auch wunderbar vor, wer das hört kann ja mal berichten.

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Liebe Capricciosi,

      Phantastisch :rolleyes: !!! kann ich da nur sagen! Ein wirklich tolle Fülle an Tipps und Anregungen, was es im Moment nicht unbedingt leichter macht, aber es schälen sich schon gewisse Tendenzen heraus.

      Wenn Ich heute früh genug zurück bin, werde ich mir Renates Hörtipp auf BR-Klassik anhören.

      Ich möchte Euch allen hier auf diesem Wege schon einmal Danken :kiss: . So stehe ich nicht so ganz unbedarft im Platten-(CD-)laden. Barbara Bonney singt auch auf der mir vorliegenden CD das Pie Jesu (Boston Symphony Orchestra unter Seui Ozawa). Es sind da noch zwei der genannten in der engeren Wahl. Da wird noch richtig spannend.

      LG
      corda vuota
    • Ich habe mir heute mal folgende CD bestellt



      Folgende Gründe habe ich dafür:
      1. Sie wurde hier doch mehrfach genannt
      2. Barbara Bonney ist mir als vorzügliche Sängerin bekannt
      3. Und Laut ThomasBernhard:“ ...ist die Kopplung mit dem Duruflé-Requiem sehr zu empfehlen“

      So, nun freue ich mich auf die Post!

      Wenn sie da ist, werde ich sie anhand von Areios Beurteilungskriterien unter die Lupe nehmen. :tee:

      Viele Grüße

      corda vuota
    • Irgendwie hat noch keiner eine Einspielung mit Knaben- statt Damensopranen genannt - wie sie bei der Uraufführung unter Faure in der Madeleine 1888 erklang. Im Pie Jesu kommt die ganz andere Qualität sehr schön zum Ausdruck - in dieser Einspielung:




      Ansonsten - das Thema Transkriptionen streifend - diese:



      Klappt beim Requiem nicht, finde ich.

      LG

      Andreas, für den nun wieder die alte Herreweghe-Einspielung gegenüber Dutoit und Gardiner vorne liegt
    • Andreas schrieb:

      Klappt beim Requiem nicht, finde ich.


      Die These würde ich diskutieren wollen, lieber Andreas ;+) Ich behaupte das Gegenteil: Naoumoff gelingt dieses Experiment sogar ganz ausgezeichnet. Was er seinem Flügel für einen Farbenreichtum entlockt ist mehr als hörenswert. In Sachen Faure ist der Pianist auch kein unbeschriebenes Blatt: Es gibt eine Gesamteinspielung der Nocturnes des Komponisten von ihm.

      Es ist vielleicht auch einfach eine Frage dessen, was man hier erwartet: natürlich fehlt der Text, die Farben des Orchesters. Aber einen Vorzug haben solche Transkriptionen: Vieles wird transparener, hörbarer.

      (Ich sehe gerade, dieser Beitrag hat eine veritable Schnappszahl :D )

      :wink: :wink:

      Christian
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Hallo Christian,

      herzlichen Glückwunsch, welchen Schnaps gibt es denn darauf? :vv:

      Caesar73 schrieb:

      Andreas schrieb:

      Klappt beim Requiem nicht, finde ich.


      Die These würde ich diskutieren wollen, lieber Andreas ;+) Ich behaupte das Gegenteil: Naoumoff gelingt dieses Experiment sogar ganz ausgezeichnet. Was er seinem Flügel für einen Farbenreichtum entlockt ist mehr als hörenswert. In Sachen Faure ist der Pianist auch kein unbeschriebenes Blatt: Es gibt eine Gesamteinspielung der Nocturnes des Komponisten von ihm.

      Es ist vielleicht auch einfach eine Frage dessen, was man hier erwartet: natürlich fehlt der Text, die Farben des Orchesters. Aber einen Vorzug haben solche Transkriptionen: Vieles wird transparener, hörbarer.

      (Ich sehe gerade, dieser Beitrag hat eine veritable Schnappszahl :D )

      :wink: :wink:

      Christian
      Ich widerspreche nicht, was das Können von Naoumoff anbelangt, bei diesem Chorstück fehlt mir nur einfach - der Chor ;+)

      Daß man bei der Transkription quasi das Skelett des Werkes anschauen kann, hat auch für mich einen hohen Reiz. Den genieße ich auch sehr bei den Brahms-Transskriptionen von Deinem Namensvetter - und erkenne für mich, daß das Brahms-Requiem in der Klavierfassung imho ebenfalls nicht funktioniert.



      Die menschliche Stimme ist wohl besonders schwer ohne schmerzliche Verluste zu übertragen.

      LG

      Andreas
    • Andreas schrieb:

      Irgendwie hat noch keiner eine Einspielung mit Knaben- statt Damensopranen genannt - wie sie bei der Uraufführung unter Faure in der Madeleine 1888 erklang. Im Pie Jesu kommt die ganz andere Qualität sehr schön zum Ausdruck - in dieser Einspielung:




      Hallo Andreas,

      immerhin singen bei der schon Rideamus genannten Gardiner-Einspielung Knabenstimmen – die "Salisbury Cathedral Boy Choristers" – mit, was ich persönlich zwar sonst nicht so mag, was aber für mich einer der Reize speziell dieser Aufnahme ist.

      Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)