Gabriel Fauré — Requiem

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    • Aber nicht im Solopart, oder doch?? ?(

      Poztupimi schrieb:


      Hallo Andreas,

      immerhin singen bei der schon Rideamus genannten Gardiner-Einspielung Knabenstimmen – die "Salisbury Cathedral Boy Choristers" – mit, was ich persönlich zwar sonst nicht so mag, was aber für mich einer der Reize speziell dieser Aufnahme ist.

      Grüße,
      Wolfgang
      Ich finde meine Gardiner-CD gerade nicht.

      LG
      Andreas
    • ThomasBernhard schrieb:

      es gibt zwei Fassungen: für großes und kleineres Orchester. Aber das gibt sich nicht viel.

      Hundertprozentig gut gefallen mir beide Herreweghe-Einspielungen nicht unbedingt (aber das aus der Erinnerung und ich weiß auch gar nicht so genau, warum...), aber für den Mehrfachsammler führt dennoch kein Weg an ihnen vorbei.
      Ich rate zur jüngeren Einspielung der "großen" Fassung. Francks d-moll-Sinfonie inklusive.



      Vielleicht sollte man ein besonderes Detail dieser Einspielung noch erwähnen:

      Herreweghe läßt den Text in der "gallikanischen Aussprache" (lt. Beiheft) wiedergeben, will sagen: statt Sanctus wird Sanctüs, statt Agnus Anjüs, statt angelorum wird angelorom gesungen, .

      Was zumindest für meine Ohren immer noch gewöhnungsbedürftig ist.

      Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Liebe Capricciosi!

      Ich weiß nicht, vielleicht ist meine Wahrnehmung von weihnachtlicher Milde getrübt, aber ich habe eine Aufnahme gefunden, die mir momentan, wenn schon nicht als Referenzaufnahme, so doch zumindest als sehr gute Einspielung (und besser als alle mir bekannten Konkurrenten!) erscheint. Und zwar an einem Ort, an dem ich es nicht vermutet hätte, nämlich bei folgendem Weihnachtsgeschenk:



      Die Aufnahme gibt es allerdings auch einzeln, nämlich hier:



      Der Dirigent Douglas Bostock wählt sehr flotte Tempi, was der französischen Eleganz sehr zugute kommt, doch ohne das Stück zu verhetzen: im Gegenteil, das "Libera me" ist hier schneller als bei Herreweghe und Legrand, wirkt aber getragener. Der Chor, die "Pueri Gaudentes", ist, wie der Name schon sagt, in den hohen Stimmen mit Knaben besetzt, was hier dem Klang tatsächlich diesen eigenen Reiz verleiht. Ein sehr guter Chor! Der Bariton Furio Zanasi bietet hier wieder einmal eine Top-Leistung und singt seine Solopassagen mit der nötigen Ruhe und sanften Ausstrahlung. Das Sopran-Solo wird von einem Knaben, Vojtech Dyk, vielleicht nicht perfekt, aber sehr lieblich gesungen, wobei das schnelle Tempo (3'04'') die Phrasierung und Interpretation sehr fördert.

      Es ist zwar nirgends ausdrücklich vermerkt, aber meinem Höreindruck nach wird hier die eher selten zu hörende ("ursprüngliche") Fassung von 1893 für Kammerorchester gespielt, was in meinen Augen zusätzlich zum Wert der Aufnahme beiträgt. (edit: Doch, ich habe jetzt den Vermerk "1893" gefunden!) Etwas gewöhnungsbedürftig ist vielleicht, dass statt einer Orgel ein Harmonium zum Einsatz kommt, aber auch das hat durchaus seine Reize.

      Liebe Grüße,
      Areios

      P.S. für Fairy: Und das "In paradisum" ist auf dieser Aufnahme auch très célèstement gesungen!
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Die oben von Rideamus gelobte Aufnahme ist dieser Tage bei mir eingetroffen und nach zweimaligem Hören kann ich seine Empfehlung nur unterstreichen. Zum Gesagten wäre vielleicht noch hinzuzufügen, daß mich nicht zuletzt der Einsatz der Orgel beeindruckt (nie penetrant oder gar bracchial, aber mehrfach mit sattem Fundament und fein ziselierend etwa im "In Paradisum": herrlichl!). Auch die beiden Solisten, die eher opernfern-schlicht agieren, gefallen mir gut. Der durch die reduzierte Instrumentierung abgedunkelte Klang wird niemals schwammig, auch ein Verdienst des herausragenden Chors.


      Catherine Bott, Sopran; Gilles Cachemaille, Bariton; Monteverdi Choir; Salisbury Cathedral Boy Choristers; Orchestre Révolutionnaire et Romantique; Ltg.: Sir Eliot Gardiner; Philips, aufg. 1992

      Auch die anderen auf der CD enthaltenen Werke werden eindrucksvoll dargeboten und zeigen z. B. einen Debussy und Ravel abseits dessen, was ich von beiden erwarten würde. Wunderbare Stücke!

      Das Fauré-Requiem kenne ich bislang nur von einer anderen Aufnahme, die mich weit weniger überzeugt: zu dick, zu wolkig, mit großem Orchester und Chor (wohl die 3. Fassung von fremder Hand), zu opernhaft (Verdi läßt grüßen), vor allem im Chor und den beiden Solisten (viel Sopran-Vibrato!). Jetzt da ich Gardiner (der die oben von Areios aufgestellten Qualitätskriterien m. E. gut erfüllt) im direkten Vergleich gehört habe, erscheint mir diese Fassung eigentlich entbehrlich:


      Lucia Popp, Sopran; Siegmund Nimsgern, Bariton; Ambrosian Singers; Philharmonia Orchestra; Ltg.: andrew Davis; Sony, aufg. 1977

      Obwohl ich eigentlich Fauré-Fan bin, entdecke ich erst jetzt dieses großartige Werk für mich!

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich kannte bislang keinen Komponisten namens Fauré.

      Und Requiems - mit dem Mozart-Requiem und dem Brahmsschen Deutschen Requiem war ich bislang vollauf zufrieden.

      Bis ich über das " Pie Jesu " gesungen von Sumi Jo gestolpert bin.

      Sehr, sehr berührend und schön. (Habe jetzt allerdings keinen Vergleich. Wenn ich die lange Liste der Platten anschaue...)

      "http://www.youtube.com/watch?v=GhcvgVrNLLY&feature=related"


      Meine Neugier auf das ganze Stück ist jedenfalls geweckt. Auch wenn für mich die Requiem-Zeit eigentlich im Spätherbst liegt

      (traditionell Requiems und daneben ausreichend Hänsel und Gretel...)


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • "Mein" Requiem ist dieses



      unter Rutter, der als durchaus geistesverwandter Komponist mE ein besonderes Verhältnis zu diesem Requiem hat und dieses in dieser Aufnahme auch überzeugend realisiert.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Oh je, das wird schwer.

      Für Herrn Marias Scheibe spricht nicht zuletzt der unschlagbar günstige Preis.

      Doch die Lucia Popp singt jetzt so ganz anders als die Sumi Jo, und die höre ich schon seit gestern, und heute (fast) den ganzen Tag...

      ...die steckt jetzt schon als "Referenz" fest in mir drin.


      Aber die englische Scheibe... ...der Sängerknabe ist unbeschreiblich, da kommen einem die Tränen, mir jedenfalls.

      Jetzt die Frage...

      ...Peter, singt der Sängerknabe denn genauso gut weiter, wie er anfängt?

      Dann würde das wohl meine Wahl werden.


      Meine Güte, ist das ein Stück.


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • amamusica schrieb:



      Jetzt die Frage...

      ...Peter, singt der Sängerknabe denn genauso gut weiter, wie er anfängt?

      Dann würde das wohl meine Wahl werden.


      Meine Güte, ist das ein Stück.


      :wink:

      amamusica :pfeif:


      Ich habe mir heute Morgen die CD aufgelegt - ich bin auch beim Wiederhören begeistert. Der Sängerknabe ist übrigens kein Knabe, sondern die Sopranistin Caroline Ashton. Und ja, sie singt so schön weiter.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Hallo Peter,

      Peter Brixius schrieb:

      Der Sängerknabe ist übrigens kein Knabe, sondern die Sopranistin Caroline Ashton.
      Oooh! :hide:

      Nun, bei genauem Studium der mitwirkenden Künstler hätte man das sicher herausfinden können...

      ...aber - sie singt doch völlig "sängerknabenhaft" und gar nicht so Sopran-Diva-opern-Tremolo-mäßig... (die Sumi Jo ja auch nur ganz dezent) - erstaunlich! :rolleyes:

      Habe bei ein paar anderen Aufnahmen in den Sampler reingehört, und die anderen waren da halt doch meist arg...
      ...und auch extrem langsam, schien mir.

      Peter Brixius schrieb:

      Und ja, sie singt so schön weiter.
      Da müßte ich mir das wirklich überlegen.

      (...habe mal zur "A"-Konkurrenz rübergelugt... ...mit allem "drumherum" unter zehn... :thumbsup: ...konnte dem "Klick" nicht wiederstehen! )



      voller Vorfreude :rolleyes: ('s wird noch etwas dauern, wen stört's!)


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Schlage gerade über die Stränge... ( :D )

      Bin ja sonst keine "Jedes Stück in vielen Aufnahmen"-Person.

      Bin schon froh, wenn eine Aufnahme.

      Aber mich lockte die Sir Colin Davis / RfCh Leipzig, StKap Dresden schon sehr.

      Und - die schien mir heute noch günstiger als gestern! Da sind die Versandkosten das teuerste.

      Konnte einem weiteren "Klick" nicht wiederstehen...



      Bin jetzt wirklich seeeeehr gespannt auf das "doppelte (Scheiben-)Glück" !


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Es gibt gute Argumente, der verschiedenen Fassungen wegen mehrere Einspielungen zu haben. Bei Rutter handelt es sich um die Fassung von 1893, die eher kammermusikalisch orientiert ist. Sie ist gegenüber der ersten Fassung von 1888 erweitert (Offertoire und Libera me), dazu sind Horn- und Trompetenstimmen gekommen, die Partitur wurde insgesamt überarbeitet.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • calisto schrieb:

      Liebe amamusica, gehört diese Aufnahme mit Victoria de los Angeles nicht auch in Dein Regal?? :rolleyes: Bezieht sich eigentlich nicht auf CDs, aber: Aller guten Dinge sind Drei.



      calisto


      Ja, und die gleiche Aufnahme gibts außerdem auch noch günstiger und mit besserer Kopplung hier:



      Cluytens hat ein untrügliches Gespür für Faurés Musik - ich habe immer das Gefühl, hier stimmt beim Dirigat einfach alles! Und die Solisten sind eine absolute Top-Besetzung (Fischer-Dieskau ist meiner Meinung nach wirklich das sonst unerreichte Optimum für das Baritonsolo, bei den Sopranistinnen gibt es schon ein paar, die auf ihre Art ebenso gut sind wie Victoria de los Ángeles, wenn auch kaum besser)!

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Hallo Calisto und Arieos,

      wenn mir gleich DREI CDs von dem Requiem nicht doch etwas zuviel wären (zumal ich eine recht lange "Wunschliste" habe, was CDs anbelangt -
      nicht die 10. CD eines Stückes, sondern einfach nur EINE... ), würde ich mir die sicher auch noch gönnen, klingt ja sehr vielversprechend!

      Bei mir ist, der Weg war weit und beschwerlich, von jenseits des Ärmelkanals, die von Brixius im Post #30 so empfohlene CD
      inzwischen endlich eingetrudelt





      und ich kann mich seinem Urteil nur anschließen und sagen: :juhu: :angel: :juhu:

      Vor allem die Ashton mit ihrem absolut tremololosen "Sängerknaben"-Sopran im "Pie Jesu"... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

      Nochmals vielen vielen Dank für den Tip, Peter Brixius!


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Liebe amamusica,

      es freut mich, dass Dir die Rutter-Einspielung so sehr wie mir gefällt. Ich habe eine ganze Reihe von Einspielungen (immerhin 15 auf CD), da ist mir die unter Rutter die liebste (wobei sie eine der wenigen ist, die die Fassung von 1898 verwendet). Aber die Fassung macht es ja nicht, es ist die Intensität des Musizierens, die überzeugt.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)