La Fura dels Baus - Die Opernarbeiten auf DVD

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    • La Fura dels Baus - Die Opernarbeiten auf DVD

      Der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus ist mit ihren spektakulären Operninszenierungen mittlerweile eine hohe Aufmerksamkeit garantiert. Einiges ist auf DVD zu haben.

      Da ist zunächst Wagners Ring des Nibelungen aus Valencia, über den anlässlich der Fernsehübertragung hier im Forum schon diskutiert wurde (WAGNER: "Der Ring des Nibelungen" - Valencia 2009/10):





      Ansonsten gibt es noch Berlioz: La Damnation de Faust, aufgezeichnet bei den Salzburger Festspielen:




      Gibt es noch andere Inszenierungen der Truppe auf DVD?


      Wünschen würde ich mir zum Beispiel Michaels Reise um die Erde von Stockhausen, die es bei Arte mal zu sehen gab.

      Michel :wink:
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • RE: La Fura dels Baus - Die Opernarbeiten auf DVD

      Le Merle Bleu schrieb:

      Der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus ist mit ihren spektakulären Operninszenierungen mittlerweile eine hohe Aufmerksamkeit garantiert. Einiges ist auf DVD zu haben.

      Gibt es noch andere Inszenierungen der Truppe auf DVD?


      Michel :wink:
      Ich schätze die Inszenierungen von Carlus Padrissa und dieser Truppe auch sehr. Es gibt noch eine weitere "Inszenierung", allerdings nur in Buchform, nämlich diese:



      Da ich die leider nicht habe, kann ich derzeit (noch) nichts dazu sagen.

      Außerdem erinnere ich mich an eine Übertragung der ZAUBERFLÖTE aus dem Jahr 2003 von den Bochumer Ruhrtriennale unter der Stabführung von Marc Minkowski, die ich damals, noch frisch unter dem Eindruck der grandiosen Salzburger DAMNATION, etwas enttäuschend fand - vielleicht, weil die Inszenierung nicht von Padrussa, sondern von Jaume Plensa verantwortet wurde?

      > Mozart: Die Zauberflöte
      > Bochum - 7 September 2003 - Marc Minkowski (Dirigent)
      > La Fura dels Baus / Jaume Plensa (Regie)
      >
      > Tamino - Matthias Klink
      > Pamina - Genia Kühbauer
      > Sarastro - Kwangchul Youn
      > KÖnigin der Nacht - Erika Miklósa
      > Papageno - Christian Gerhaher
      > Papagena - Anne Cambier
      > Monastatos - Burkhard Ulrich
      > Speaker - Olaf Bär

      Details zu dieser Coproduktion mit den Opernhäusern von Madrid und Paris finden sich hier: http://www.omm.de/veranstaltungen/festspiele2003/RUHR-2003-die-zauberfloete.html.
      Vielleicht kann jemand eine Aufzeichnung dieser Inszenierung noch auftreiben. Ich habe sie seinerzeit mangels weiterem Interesse gelöscht.

      Weitere Inszenierungen bzw. Aufzeichnungen sind mir derzeit auch nicht bekannt.

      :wink: Rideamus


      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Wieder Wagner :thumbup: wieder mit Mehta :S - "Tannhäuser" an der Mailänder Scala. Die Premiere war im März 2010. Die Handlung wird in dieser Inszenierung nach Indien verlegt. Das Mailänder Publikum soll mit heftigen Buh-Rufen und Pfiffen reagiert haben.

      Ob die Mailänder Produktion auf DVD erscheinen wird? Die im Netz kursierenden Videos machen schon neugierig.

      Die Besetzung ist auf jeden Fall sehr interessant:

      Hermann: Georg Zeppenfeld
      Tannhäuser: Robert Dean Smith
      Wolfram: Roman Trekel
      Elisabeth: Anja Harteros
      Venus: Julia Gertseva

      La Fura dels Baus bietet hier eine Mediathek an, in der man sich in kurzen Videos einen Eindruck von den bisherigen Produktionen verschaffen kann.

      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Rideamus schrieb:

      noch frisch unter dem Eindruck der grandiosen Salzburger DAMNATION
      Ich erinnere mich, dass Du Dich enthusiastisch über diese Inszenierung geäußert hast. Ich müsste die Scheibe mal in meinen Player legen und genauer ansehen :schaem:

      Général Lavine schrieb:

      La Fura dels Baus bietet hier eine Mediathek an, in der man sich in kurzen Videos einen Eindruck von den bisherigen Produktionen verschaffen kann
      Danke für den sehr interessanten Link. Der "Grand Macabre" aus London würde mich brennend interessieren, die Kritiken klangen jedenfalls hoch interessant. Ist aber vermutlich nicht gefilmt worden???

      Die Inszenierung "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" aus Madrid, mit der Gerard Mortier seinen Einstand am Teatro Real im September 2010 gegeben hat, ist anscheinend aufgezeichnet worden - vielleicht wird daraus ja eine DVD. Dieser Blogger war jedenfalls einigermaßen begeistert.


      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Ich habe sowohl La damnation de Faust 1999 in Salzburg als auch Die Zauberflöte 2003 in Bochum live gesehen. Der Berlioz war überwältigend, ich hatte bis dato ein solches Feuerwerk suggestiver und intelligenter, teils auch witziger Bildwirkungen nicht auf der Opernbühne gesehen. Allerdings gibt es bei den Katalanen immer auch die Kehrseite: die handelnden Figuren verschwinden manchmal im Orkan der Bilder - ein Merkmal, das auf der DVD durch die Möglichkeit des Zooms oft abgemildert wird. Die Zauberflöte war, da stimme ich Rideamus voll zu, eine Enttäuschung: Immer wieder frappierender Aktionismus der (Bühnen-)Bilder, in denen die Sänger mehr oder weniger arrangiert herumstanden - wie hineinkopiert. Größtes Handicap: die häufig praktizierte Ersetzung der Dialoge, hier durch Gedichte von Rafael Argullol, die von Dörte Lyssewski mit bleischwerem Pathos vorgetragen wurden. (Minkowski und die Sänger, darunter die von mir zum erstenmal gehörten Christian Gerhaher und Genia Kühmeier, waren aber sehr gut.)

      Beim Valencia-Ring habe ich nur mal reingeguckt und fühlte mich in meiner Skepsis bestätigt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein technologisch hochgerüstetes Bildertheater eine zentrale Option des (Musik-)Theaters der Zukunft ist. Und wenn es so virtuos gemacht ist wie beim Salzburger Berlioz, würde ich das noch nicht einmal bedauern.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      gibt es bei den Katalanen immer auch die Kehrseite: die handelnden Figuren verschwinden manchmal im Orkan der Bilder - ein Merkmal, das auf der DVD durch die Möglichkeit des Zooms oft abgemildert wird.


      Hallo zusammen,

      ich bin nicht so ganz sicher, ob ein DVD- / Fernsehmitschnitt so ganz optimal für diese Art Inszenierung ist. Ich habe die Salzburger Damnation auf DVD gesehen und fand sie sicher nicht schlecht. Deine Begeisterung kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ich glaube, daß ein solches Feuerwerk an Bildern und Lichteffekten, gerade wie sie auch beim Ring eingesetzt werden, auf einem relativ kleinen Fernseh-Bildschirm doch ganz anders wirken, als Live auf einer Bühne.

      Die von Michel erwähnte Produktion von Michaels Reise aus Stockhausens Donnerstag aus Licht konnte ich mir noch auf der Homepage vom WDR (oder Arte?) anschauen, ist aber jetzt nicht mehr vorhanden. Das sah nicht schlecht aus. Zu Stockhausens Opern sollte ihr Stil eigentlich gut passen.

      Über Youtube kann man sich noch Schnipsel anschauen.

      Viele Grüße,
      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Berlioz: Les Troyens



      Daniela Barcellona, Lance Ryan, Elisabete Matos, Giorgio Giuseppini, Stephen Milling, Eric Cutler, Orquestra de la Comunitat Valenciana, Valery Gergiev


      Hat jemand eine Meinung zu dieser Inszenierung?
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Les Troyens am Mariinsky-Theater

      Dieselbe Produktion sah ich am Mariinsky-Theater, wobei ich nicht weiß, wieviel auf dem Weg von Valencia nach St. Petersburg verloren gegangen ist. Dazu ein kurzes Gespräch zwischen dem Dirigenten (Valery Gergiev) und einem deutschen Bekannten nach der Premiere.
      VG: Wie fanden Sie die Inszenierung?
      Antwort: Inszenierung? Ich habe keine gesehen. Das war doch eine konzertante Aufführung mit hässlichen Kostümen und Dekorationen, die nicht zur Stückvorlage passten.
      VG: Sie immer mit Ihrem deutschen Regietheater.
      Antwort: Ein bisschen Regie hätte nicht geschadet.
      VG: Aber es waren doch einige eindrucksvolle Bilder dabei.
      Antwort: Und das soll heute schon genug sein?
    • Gluck: Orpheus & Eurydike

      vom Festival Castell de Perada:



      Anita Rachvelishvili, Maite Alberola, Auxiliadora Toledano, Orquesta bandArt, Leitung Gordan Nikolic
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Ligeti: Le Grand Macabre



      - trotz der enormen Vorbehalte, die ich nach der Münchner Turandot-Inzenierung gegen das "Prinzip Fura dels Baus" habe, kann ich bei dieser Scheibe nicht widerstehen...
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Le Merle Bleu schrieb:



      Daniela Barcellona, Lance Ryan, Elisabete Matos, Giorgio Giuseppini, Stephen Milling, Eric Cutler, Orquestra de la Comunitat Valenciana, Valery Gergiev


      Hat jemand eine Meinung zu dieser Inszenierung?
      Ich kann noch keine Meinung zu der der ganzen Aufführung haben, aber eine starke Befürchtung habe ich schon auf Grund des ausführlichen Ausschnitts der ersten 8 Minuten auf YouTube ("http://www.youtube.com/watch?v=-3s8WqBE7wc") und den daneben aufschlagbaren Trailern des DVD-Labels.

      Sie bestätigen die Ansicht, die auch Zwielicht schon weiter oben angedeutet hat, und die mich seit dem - noch sehr eindrucksvollen - RING von Valencia und der münchener TURANDOT immer mehr beschleicht: dass nämlich Carlus Padrissa zunehmend nur noch auf die Wirkung zwanghaft origineller Bilder und Projektionen setzt und sich immer weniger von dem beeinflussen lässt, was er da eigentlich inszenieren soll. Den oben zitierten Beitrag des Skeptikers zu dem Dialog mit Varlei Gergiev kann ich nur voll bestätigen: in den bezogenen Ausschnitten sah ich auch nur "eine konzertante Aufführung mit hässlichen Kostümen und Dekorationen, die nicht zur Stückvorlage passten".

      Eine so massiv verfälschende und auch sinnfreie Bebilderung wie das - wohl von Götz Friedrichs RING-Tunnel beeinflusste - Raumschiff Karthago oder die Reduktion Trojas auf Boxer in Schutzhelmen grotesk kostümierten Überbleibseln aus einem STAR WARS-Projekt habe ich jedenfalls seit der knallbunten Popcornorgie, die Phillip Stölzl in Salzburg unter der falschen Flagge von Berlioz' BENVENUTO CELLINI aufgefahren hat, nicht mehr gesehen. Ist es nur Zufall, dass beide Male der Breitpinsler Gergiev am Pult stand?

      Man frage mich bitte auch nicht, warum Cassandra im Rollstuhl hereingefahren wird, aus dem sie natürlich problemlos aufstehen kann, wenn es ihr (oder dem Regisseur?) zu langweilig wird, im Sitzen zu singen.

      Wie weiter oben zu lesen ist, war ich einmal von der Fura dels Baus sehr angetan. Das hält sich leider inzwischen sehr in Grenzen, weil ihre Bilderorgien inzwischen als Masche durchschaubar sind und immer deutlicher wird, dass sich Padrussa für die Menschen, deren Drama er eigentlich zeigen soll, überhaupt nicht (mehr) interessiert.

      Wenn ich irgendwann mal meine Befürchtung für sehr lau überprüfen kann, werde ich das gerne tun. Investieren werde ich in diese Geisterbahnfahrt aber sicher kaum etwas.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung