Ragna Schirmer - Im Anfang war Bach

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    • Hi,

      Mercurio schrieb:

      Wie bewerten die, die sie kennen, denn ihre Aufnahme der Goldberg-Variationen?

      es gibt viele, die mir gefallen, und viele, die an mir vorbeirauschen. Ragna Schirmers Aufnahm gehört zu den fünfen, die mir am liebsten sind. Es passt einfach alles, die Tempi, die Dynamik, der gesamte Spannungsbogen.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Mercurio schrieb:

      Wie bewerten die, die sie kennen, denn ihre Aufnahme der Goldberg-Variationen?

      Ihre Interpretation der Variationen beschreitet einen Mittelweg zwischen barock und romantisch empfunden. Die Darstellung ist sehr ausgewogen ohne Extreme. Sie wählt auch eher moderate Tempi und versenkt sich in den kontemplativ angelegten Variationen sehr empfindsam in die Musik. Auch wählt sie eine sehr prägnante Spielweise, ohne Pedal, ein wenig in Anlehnung an den Portato-Stil von Gould. Sie spielt alle Wiederholungen, aber verzichtet auf zusätzliche Ausschmückungen. Trotz ihres damals jugendlichen Alters wirken die Ausdeutungen erstaunlich reif, was darauf schliessen lässt, dass sie sich intensiv mit der Materie beschäftigt hat. Auch wenn ich persönlich neben Gould Angela Hewitt und Murray Perraiha bevorzuge, so bietet doch Ragna Schirmer eine äusserst angenehme Ergänzung, die sich mit Gewinn hören lässt. Wer sich intensiver mit diesem Werk beschäftigen möchte, der sollte diese Aufnahme auf jeden Fall haben.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • ChKöhn schrieb:

      Eusebius schrieb:

      Wer sich intensiver mit diesem Werk beschäftigen möchte, der sollte diese Aufnahme auf jeden Fall haben.
      Oder es selbst üben ;+) .

      Christian

      Wenn ich so etwas lese, wird mir schmerzhaft bewußt, wie traurig es ist, daß ich nicht Klavier spielen kann. (Keine Ironie, ernstaft gemeint!)

      :( :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • 8o :juhu:

      Ich stimme beiden Herren zu, auch wenn mir Herrn Köhns Motivation (soweit ich sie zu verstehen glaube) doch näher liegt als die Herrn Heesters' (soweit sie explizit geäußert wird).

      :tee:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      8o :juhu:

      Ich stimme beiden Herren zu, auch wenn mir Herrn Köhns Motivation (soweit ich sie zu verstehen glaube) doch näher liegt als die Herrn Heesters' (soweit sie explizit geäußert wird).

      :tee:
      Ich muss das kurz erklären:

      Ich kannte eine 97-jährige musikbegeisterte Dame, die mir nach einem kleinen Konzert im Altenheim einen Blumenstrauß überreichte und mit glänzenden Augen erzählte, dass sie neuerdings ein Clavichord auf ihrem Zimmer hätte und täglich üben würde. Auf meine Frage, was sie denn übte, antwortete sie voller Begeisterung: im Moment die Goldberg-Variationen.

      Musik ist einfach großartig...

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • ChKöhn schrieb:

      Zitat von »Eusebius«
      Wer sich intensiver mit diesem Werk beschäftigen möchte, der sollte diese Aufnahme auf jeden Fall haben.

      Oder es selbst üben ;+) .
      Das mache ich ja. Allerdings mit mäßigem Erfolg, zumindest was die technisch anspruchsvolleren Variationen anbelangt. Die Aria klappt schon ganz gut :D
      Es gehört allerdings eine gute Portion Sebstvertrauen dazu, angesichts all der großartigen Aufnahmen nicht zu verzweifeln. Aber ich halte es da wie die genannte ältere Dame: in meinem Kämmerlein bin ich mir selbst genug. Und es soll ja auch Freude bereiten. Und das ist trotz allem bei den Goldbergvariationen der Fall.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Eusebius schrieb:

      ChKöhn schrieb:

      Zitat von »Eusebius«
      Wer sich intensiver mit diesem Werk beschäftigen möchte, der sollte diese Aufnahme auf jeden Fall haben.

      Oder es selbst üben ;+) .
      Das mache ich ja. Allerdings mit mäßigem Erfolg, zumindest was die technisch anspruchsvolleren Variationen anbelangt. Die Aria klappt schon ganz gut

      Dito... :hide:

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Ragna Schirmer verkauft "Clara Schumann - Flügel"

      Ich stelle Ragnas Post aus Facebook mal hier ein.
      Vielleicht hat ja jamand Interesse...

      Ihr Lieben,
      ich danke für die vielen Zuschriften zum "Liebe in Variationen"- Programm. Auch mir ist es eine Herzensangelegenheit: am Samstag beim Konzert in Schloß Bonndorf dachte ich, ein besser passendes Rezital habe ich noch nie zusammengestellt. Da geht wirklich jedes Stück ins nächste über. Umso mehr freue ich mich, das Programm am 30. in Halle wieder auf dem historischen Flügel zu spielen!
      Wie ich an dieser Stelle schon postete, muss aus Platzgründen ein Flügel aus meiner Sammlung weichen: der 1879 in Braunschweig in Korrespondenz mit Clara Schumann gebaute Grotrian Helfferich Schulz Theodor Steinweg ist baugleich mit dem Instrument, was in Claras Frankfurter Wohnung stand. Angesehen vom weichen, warmen Klang ist dieser Flügel auch besonders schön ornamentiert: allein die Lyra mit den zwei Tierköpfen ist eine Augenweide, das ist genau die Lyra, die auch Steinway&Sons bei den ersten Modellen verwandte.
      Ich habe den Flügel in einigen Konzerten gespielt. Auch in Braunschweig bei Grotrian war man sehr begeistert. Unten findet Ihr ein Foto vom Konzert in Messdorf.
      Eigentlich sollte die Aufnahme "Liebe in Variationen" auf diesem Flügel aufgenommen werden, er wich dann aber der Tatsache, dass der Blüthner von 1856 natürlich noch näher an der Zeit der Kompositionen ist.
      Es wäre mir wichtig, dass der Flügel in Hände kommt, die den spezifischen Klang eines solchen Instrumentes aus der Zeit zu schätzen wissen.
      Bei Interesse zur Besichtigung bitte schreiben an: musikerreiki@web.de
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • In der folgenden Sendung aus der Interpretationen-Reihe des Deutschlandfunks, die noch längere Zeit nachgehört werden kann, spricht Ragna Schirmer über das reizvolle Klavierkonzert der (vierzehn- bis) sechzehnjährigen Clara Wieck. Diverse Aufnahmen werden in Ausschnitten präsentiert, aber vor allem geht es um Hintergründe zur Person der späteren Gemahlin Robert Schumanns und ihres Umfelds. Ragna Schirmer hat sich vom Anekdotischen - es gibt ausgesprochen reizvolle Parallelen bezüglich dieses Konzerts - bis hin zum Wissenschaftlichen breit mit dem Thema befasst, und es ist angenehm ihr zuzuhören.

      deutschlandfunkkultur.de/clara…ml?dram:article_id=458137

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.