Eben abgebrochen - Literatur

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    • Eben abgebrochen - Literatur

      Tach,

      also früher, als ich noch jung war, da meinte ich, wenn sich ein Autor schon soveil Mühe gibt, für mich ein Buch zu schreiben, dann muss ich es auch ganz zu Ende lesen, auch wenn ich vor Langeweile aus dem Fenster starre oder Badezimmerkacheln zähle ....

      Das Alter bringt es mt sich, dass man gewisse Dinge gelassener sieht. Heute schäme ich mich nicht mehr dafür, dass ich Bücher auch einmal nicht zu Ende lese.

      Dieser Thread soll den Büchern gewidmet sein, die irgendwo zwischendurch abgerochen wurden, und ich fange an mit

      Tobias Goerge Smollett "Die Abenteuer des Roderick Random"



      Die Kurzbeschreibung bei amazon ist irreführend. Nein, man muss ihn nicht mögen, diesen Roderick Random. Er ist ein selbsgefälliger, rachsüchtiger Jammerlappen, dessen "Abenteuer" mich nicht die Bohne mehr interessieren. Dabei in einer vollkommen langweiligen und unsipirierten Sprache geschrieben. :shake:

      Ich hatte mir eigentlich beim Kauf so etwas witziges und Spannendes wie Dickens, Thakeray oder Fielding versprochen und bin schwer enttäuscht ! :boese:
    • Alastair Reynolds "Unendliche Stadt"

      Das geschieht mir eigentlich ganz selten, dass ich mal einen SF-Roman nicht zu ende lese, aber diesmal ist es passiert:



      Eigentlich schätze ich die Romane von Reynolds sehr. Bisher lieferte er Space Operas allerfeinster Güte mit einer Menge abgefahrener Ideen, die er wohl nicht zuletzt aus seinem Studium der Astrophysik bezog.

      Diesmal aber hatte auch meine Geduld ein Ende. Der zweite von drei Teilen zog sich wie Kaugummi, kaum Handlung, eine Reihe schier endloser, langweiliger Dialoge, deren Bedeutung für das Geschehen sich mir überhaupt nicht erschlossen hat. Nachdem auch der dritte Teil keine Fahrt aufnahm, sondern dumpf vor sich hin dümpelte, und ich mich immer häufiger dabei ertappt, dass ich zum Fenster raussah und meine Gedanken wer-weiss-wohin schweiften, lege ich hiermit das Buch beiseite.

      Dann doch lieber den sechsten Teil der Triologie "Per Anhalter durch die Galaxis" auch wenn das Werk nicht von dem viel zu früh verstorbenen Douglas Adams stammt. Eoin Colfer ist auch kein schlechter Autor; seine Artemis Fowl-Serie fand ich teilweise sehr lustig (nein, das sind definitiv keine Kinderbücher ...)

      Viele Grüße, Bernd
    • Blödmaschinen

      Ich hatte mir so etwas versprochen, wie Sloterdijks "Kritik der zynischen Vernunft" aber nach ca. 200 Seiten habe ich es völlig entnervt beiseite gelegt:



      Das Thema ist ja gar nicht einmal uninteressant, aber stilistisch ist das Buch einfach schlecht. Dabei habe ich von Seeßlen schon ein Buch über Science Fiction gelesen, das war gar nicht schlecht. Stellenweise kommt halt seine marxistische Einstellung überdeutlich zum Vorschein. Und diese Ideologie ist so tot wie ein stinkender Fisch.

      Vielleicht packe ich es ja irgendwann noch einmal an. Wiedervorlage: 2 Jahre

      VG. Bernd
    • Yann Martel "Schiffbruch mit Tieger"

      Guten Tag,

      und noch ein Buch, dass angelesen - ich bin bis ca. Seite 100 gekommen - in das Regal wandert:



      Für meinen Geschmack unerträglicher Kitsch. Als ob ich es geahnt hätte, lag es, vor dem Leseversuch seeeeeehr lange auf dem Stapel der noch zu lesenden Bücher und rutsche immer wieder nach unten. Ob ich es noch einmal in Angriff nehme ? Eher nicht.

      VG Bernd
    • Leider nicht abgebrochen ... würde ich jetzt jedoch tun:



      Was für ein postmodernistischer und faktenhuberischer Trivialroman! Es fängt recht interessant an, politisch, sozial und psychologisch offenbar motiviert, und kriegt dann wieder einmal nicht die Kurve weg von symbolistischer Pseudo-Fantasy. Wenn es wenigstens nur halb so viele Seiten gewesen wären!

      Ich hätte damals auf das Literarische Quartett hören sollen!

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Von Harry Mulisch kenne ich nur ein Buch, den Roman Das Attentat. Das fand ich damals stringent und spannend.

      Den Schiffbruch mit Tiger habe ich im Kino erlebt. War eigentlich ganz nett insgesamt: Den umfangreichen religiösen Kontext hatte man da anscheinend deutlich gerafft, was wohl angebracht war. Danach warf ich in einer Buchhandlung einen Blick in den Roman, was mich nicht zum Kauf verleitete...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich habe die "Entdeckung des Himmels" vor einigen Jahren gelesen; war am/vom Ende auch ziemlich enttäuscht, fand es aber dann nicht soo schlecht, dass ich die Lektüre insgesamt bereut hätte. (Hätte auch nicht gewusst, dass das Literarische Quartett not amused gewesen ist, was immer man daraus schließen sollte.)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Regelrecht bereut habe ich die Lektüre auch nicht, manchmal möchte man eben mitreden können. ;+)

      Es ist ohnehin tragisch, dass man die Plots alle so schnell wieder mehr oder minder vergisst - auch wenn es heute dank Internet möglich ist, sie wieder einigermaßen aufzuwärmen. Noch seltsamer scheint mir zu sein - oder es ist wirklich mein privates Problem -, dass man sich Bücher, die einem nicht oder weniger gefallen haben, bisweilen besser in Erinnerung hält als solche, mit denen man recht zufrieden war, ohne dass es einem Erweckungserlebnis gleichgekommen wäre. Das sind ohnehin die meisten - vielleicht auch die meisten Klassiker!

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Ich habe noch NIE ein Buch abgebrochen, weil ich, wenn ich es anfange, auch zu Ende lesen will.

      Bis auf eine Ausnahme für kurzer Zeit.

      Ich lese ja gerne Filmbücher, also solche welche, die nach dem Drehbuch zu einem Film geschrieben wurden. Ich habe mir aus der Bücherei das Buch des Films "Mary Shelleys Frankenstein" (mit Kenneth Branagh) ausgeborgt und angefangen. Aber nach etwa 50 Seiten habe ich es sein lassen, weil der Schreibstil einfach furchtbar war und ich gar keinen Spaß mehr daran hatte.

      (Wobei ich ja gestehen muss, dass ich mich schon durch den Original Frankenstein-Roman durchgekämpft habe)
    • Martin Schleske "Der Klang"

      Tach zusammen,

      ich hatte mich in meinem Urlaub verleiten lassen, das Buch von Martin Schleske "Der Klang - Vom unerhörten Sinn des Lebens" zu kaufen:



      Schleske ist Geigenbauer und, wenn man der veröffentlichten Meinung glauben darf, recht angesehen und erfolgreich. Näheres unter "http://www.schleske.de/". Er vertraut nicht nur seinen handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten, sondern betreibt in einem eigenen, seiner Werkstatt angegliedertem, Akustiklabor wissenschaftliche Untersuchungen über das Zustandekommen des Klangs bei Streichinstrumenten (laienhaft ausgedrück). Daneben ist er aber auch tiefstgläubiger Christ. Sein Buch ist eine daher eine eher wilde Mischung aus Betrachtungen über den Geigenbau und dessen handwerkliche und technische Grundlagen und einem pietistischen Erbauungstraktat. Er versteht das Geigenbauen - und Restaurieren - als ein Gleichnis für ein "gottgefälliges" Leben.

      Nun, anfänglich war ich recht interssiert, seinen Gedanken zum Geigenbau zu folgen. Aber leider macht das dann doch eher einen geringen Umfang des Werkes aus. Die christologischen Gedanken - von theologischen mag ich nicht sprechen, dafür scheinen sie mir zu unsysthematisch zu sein - überwiegen doch sehr. Für mich als "gläubigen" Atheisten ist das ganze recht schwer verträglich, so dass ich jetzt nach 200 Seiten und nachdem eine Bekehrung ausgeblieben ist, das Buch als verzichtbar in´s Regal gestellt habe.

      Nun lese ich dies:




      VG Bernd

      P.S.: Ich würde es begrüßen, wenn das Posting nicht zum Anlass für eine grundsätzliche Auseinandersetzung über Religion genommen würde; nach meiner bisherigen Erfahrung würde dies die Schließung des Threads nach sich ziehen, was ich sehr bedauern würde.
    • Ich kann dich gut verstehen, ich habe das Buch auch durchgelesen und wenn man mit dem christlichen Glauben nichts am Hut hat, dann liest es sich wirklich schwer. Für mich waren da viele interessante Gleichnisse drinne, aber wie gesagt, ich verstehe jeden, der das anders sieht. Herr Schleske neigt aber auch dazu sehr weitschweifend zu erzählen. :D
    • Herr der RInge

      Herrlich, was man nach einem Jahr Mitgliedschaft noch an interessanten Themen entdecken kann!
      Das Buch, an dem ich am häufigsten abgebrochen bin:
      Der Herr der Ringe von Tolkien.
      4 Versuche verteilt über 15 Jahre. Immerhin, jedes mal hab ich es ein Stück weiter geschafft. Beim vierten Anlauf war immerhin schon im Bereich von 150 Seiten.
      Aber es geht einfach nicht! Langeweile pur! Zumindest für mich. Sorry an die Fans! :D

      Das Leseverhalten verändert sich tatsächlich mit zunehmendem Alter. Als Jugendlicher habe ich Nächtelang die Romane nur so weg geraucht.
      Inzwischen - in den besten Jahren - kann ich mich nicht mehr erinnern, welchen großen Roman (mal abgesehen von Abenteuerliteratur im Urlaub) ich als letzten überhaupt zu Ende gelesen habe.
      Mittlerweile bevorzuge ich Sach- und Geschichtsliteratur und Biografien. Ist für mich inzwischen spannender als erfundene Geschichten.
      Was heißt hier modern? Betonen Sie das Wort mal anders! Richard Strauss
    • Gneisenau schrieb:

      Das Buch, an dem ich am häufigsten abgebrochen bin:

      Schöne Formulierung! :thumbup:

      Du stehst da aber wohl nicht alleine da, mir sind schon einige Leute begegnet, real oder virtuell, denen es so ging.
      Ich habe den HdR ja bewältigt, neige aber seit längerem dazu, den "Hobbit" für das "bessere" oder schlüssigere Buch (für meinen derzeitigen Geschmack) zu halten, auch wegen des kleineren Rahmens der Handlung.

      :wink:
    • Für manche Bücher wohl der treffendste Ausdruck. ;)

      Den HdR habe ich zweimal vollständig gelesen, einmal zu Schulzeiten auf Deutsch, noch in der alten Übersetzung, dann im englischen Original, als der erste Film herauskam. Ich kann mir aber schon vorstellen, daß das genußvolle Lesen des Buchs etwas, sagen wir mal, dispositionsabhängig ist.

      :wink:
    • Gneisenau schrieb:

      Seit 2 Jahren meine absolute Nummer 1 im Bücherregal:
      Dominic Lieven: Russland gegen Napoleon
      Inzwischen schon dreimal gelesen! Immer wieder Spannung pur!

      Davon würde ich noch nicht einmal den Klappentext vollständig lesen. <X Fällt daher eindeutig unter "Eben abgebrochen".
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.