Leonie Rysanek, die Wienerin, die ein Weltstar war!

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    • Bei aller Wertschätzung auch meinerseits, gab es bei ihr leider zwei Defizite, deren eines Vitelozzo bereits angesprochen hat : sie legte sich die Noten offenbar gern, weil häufig, nach ihrer Fasson zurecht und war auch kein Vorbild an Intonationsreinheit, was vielleicht ihrer interpretatorischen Intensität geschuldet war. Jedenfalls gehört sie auch für mich zu den Großen ihrer Zeit !

      Ciao. Gioachino
      miniminiDIFIDI
    • Übrigens hat Leonie Rysanek in Innsbruck mit der Operette begonnen,

      sie sang eine, wie in einer Kritik stand, herrliche Giuditta, wie es später auch ihre Schwester Lotte Rysanek an der Volksoper machte [Rosalinde, Glawari, Angele Didier] - nur sang Lotte dann an der WStO die Liù, Buttefly, Musetta, aber auch Leonore im Troubadour, u.a.

      und die will ich hier nicht vergessen. Übrigens sang Lotte Rysanek in der Böhm'schen "Elektra" für ihre Schwester Leonie [die sich verletzt hatte] 30 Takte der Elektra, da sich Karl Böhm an diese erinnerte, denn sonst wäre die Aufnahme in den ehemaligen Wiener Schlachthöfen nicht rechtzeitig fertig gewoden.

      Das, gar nicht nur so, nebenbei.

      Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Beide Rysanek-Girls sind übrigens auf einer Aufnahme von Smetanas Dalibor (auf Deutsch) zu finden:


      Die Titelrolle wird von einem halbwegs überzeugenden Ludovico Spiess gesungen, aber Leonie ist voll in ihrem Element in der hochdramatischen Partie der Milada.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Lieber Philbert!

      Auch im "Fidelio" sangen die Schwestern an der WStO. Leonie die Leonore und Lotte die Marzellina.

      Nur glaube ich, da gibt es keinen Mitschnitt.

      Der "Dalibor" war eine Glanzsstunde der Aufführungen der WStO. Ludovico Spiess sagt mir aber auch heute nicht so zu, wie damals. Aber die Rysanek - Schwestern waren und sind grandios.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter.
    • Habe ich von der Tosca Besprechung rüberkopiert.

      Ich habe jetzt wieder einmal, eine "neue Tosca" Gesamtaufnahme auf CD bekommen und sie stammt aus einer LIVE Aufnahme aus der MET 1968, dafür hat sie kein Cover, aber sie hat etwas ganz Besonderes.

      Sie ist nämlich hinten in der Garderobe aufgenommen worden und man hört den Abendregisseur die Personen aufrufen, zwar in englischer Sprache, aber sie ist wirklich einzig - gut.

      Die Floria Tosca ist, auch für mich, keine Unbekannte, Leonie Rysanek, eine wirkliche Traum - Tosca. Sie ist die Primadonna, die impulsiv ist und auch eifersüchtig. Nun sie hat ja auch Franco Corelli als Cavaradossi als Partner. Wenn ich den noch mehr lobe, so hieße das "Eulen nach Athen, bzw. Rom tragen". Sein Tenor ist in jeder Lage kraftvoll und der Baron Scapia von Cornell MacNeill war ja in der ganzen Welt, mit dieser Partie, unterwegs. Er ist der elegante Machtmensch vor dem Rom gezittert hat - und mit kraftvoller Stimme.

      Aber richtig "herrlich" wird diese Tosca erst wenn der Abendregisseur die Leute auf die Bühne holt, so oft habe ich noch nie "Spoletta" auf einer LP oder CD gehört. Einfach herrlich und sehr der Erinnerung förderlich. Denn den Abendregisseur habe ich oft genug, an der WStO, gehört.

      Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Succubus schrieb:

      Danke, Vitelozzo für die schönen Bilder (das erste hatte ich lange als Hintergrundbild auf meinem Laptop :love: )
      Du hast ihr sehr schön gehuldigt.
      Ihre Chrysothemis finde ich wunderbar und einfach sprachlos machend in Götz Friedrichs "Elektra"-Film, einfach atemberaubend, was sie da sowohl gesanglich als auch darstellerisch leistet. :juhu: :juhu: :juhu:
      Darstellerisch ist die Leistung allerdings begrenzt: wegen eines Unfalls mit Bänderriß wurde sie bei den Filmaufnahmen weitgehend von ihrer Schwester gedoubelt. Eine Elektra mit Gipsbein hätte beim damaligen Stand des Regietheaters doch etwas merkwürdig gewirkt. Ich habe zuhause noch das signierte Programm ihrer letzten Münchner Elektra als Klytemnestra und erinnere mich immer noch, wie sie die Bühne beherrschte...
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Für die Freunde von Leonie Rysanek......



      UNBEKANNTES und BEKANNTES

      Sie macht viel Freude diese Box !

      Habe noch ein Interview gefunden , sehr interessant !
      "http://www.a-e-m-gmbh.com/andremuller/leonie%20rysanek.html"

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Heute an ihrem 88 Geburtstag denke ich an die GROßARTIGE Sängerin Leonie Rysanek ,14.11.26-7.3.1998 , die mir immer noch schöne Stunden beschert mit ihrer außerordentlichen Stimme !

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Dann gedenke ich mal gerne mit. Ich habe noch letzten Monat an ihrem Grab gestanden, ganz klein und unscheinbar in einer Ecke des Zentralfriedhofs in Wien.
      Leider hatte ich nur ein Mal das Vergnügen sie zu hören, und zwar kurz bevor sie starb, als Klytemnästra in Salzburg unter Maazel.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Hallo,
      bei Leonie Rysanek denke ich an ihre großartige Sieglinde aus dem Böhm-Ring.
      Bei walhall sind alte Rundfunkaufnahmen veröffentlicht: Sie singt die Tosca (am Anfang ihrer Karriere keinesfalls schlechter als in späteren Jahren) und die Rezia aus Webers Oberon. Beide Gesamtaufnahmen sind sehr zu empfehlen.
      Bei emi gab es mal einen kurzen Querschnitt durch Cavalleria rusticana mit Rysanek als Santuzza, wobei sie allerdings nicht so viel zu singen hatte. Weiß jemand, ob es da eine Gesamtaufnahme gab?
      Schöne Grüße
      wegan
    • 90. Geburtstag - Ausstellung in der Wiener Staatsoper

      Anläßlich des 90. Geburtstages von Leonie Rysanek zeigt die Wiener Staatsoper ab heute im Gustav Mahler-Saal eine Ausstellung mit dem Titel "Leonie Rysanek und die Wiener Staatsoper". Eine späte Würdigung des Ehrenmitgliedes, dem der damalige Staatsoperndirektor (im Gegensatz zu anderen Häusern) einen würdigen Abschied von der Bühne in ihrer Heimatstadt nicht gewährt hat.
    • Meine Güte, nun ist sie schon über 20 Jahre tot. Welch ein Verlust immer noch für die Opernbühne.

      Die Rysanek war ja jemand, deren Aufnahmen ihr eigentlich selten gerecht werden. Zu deutlich treten dabei die Mängel der Stimme hervor. Erst in Verbindung mit der Bühne konnte sie dies alles wegwischen, vergessen machen. Und wie!!!!

      Ich habe sie zum Glück noch in einigen Partien erleben können. Kundry, Ortrud, Klytämnestra, Herodias, Kaiserin. Unvergessen!!!!!!!! Sie machte einen zittern und beben, sie beherrschte, auch wenn sie nicht machte, die Bühne und den Zuschauer total. Und wenn sie dann anfing zu singen, waren Intonation, Gesangslinie und solche Nebensächlichkeiten ;) völlig egal. Man war ihr verfallen, total und für alle Zeiten.

      Gott, wie vermisse ich sie. Und ich befürchte, dieses Exzessive, dieses Ausleben auf der Bühne, auch diese Furchtlosigkeit vor dem möglichen Scheitern, diese Hemmungslosigkeit - wir werden es nicht mehr erleben.

      :wink: Wolfram