Deutschsprachige Musik: Wichtige Vertreter der Vergangenheit

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    • Stimmt, BAP müsste da rein.

      Was ist eigentlich mit Marius Müller-Westernhagen? Mir ist zwar seine Musik nicht sonderlich geläufig, aber er wird eigentlich immer erwähnt, wenn es um relevante deutschsprachige Musik geht. Sehe gerade auf Wikipedia: Satte 7 Nr.-1-Alben zwischen 1989 und 2014.

      Ok, das mit den Nr.-1-Alben über einen längeren Zeitraum schafft Peter Maffay auch, aber die Tiefe etwa eines Grönemyer hat Maffay nicht. Ist Müller-Westernhagen jetzt eher Maffay oder eher Grönemeyer?

      Und was ist eigentlich mit den ganzen Kreativ-Rappern, die mit Fanta4 mithalten können und Bushido die Grenzen aufzeigen? Ich meine Fettes Brot und so weiter. Ist das doch nur solides Handwerk, bei dem man sich gut unterhält, und kurz danach hat man vergessen, worum es ging?


      Thomas
    • Die Liste ist von 2010, wenn ich recht schaue.
      Seit dem ist vieles passiert.
      Außerdem fehlt Andrea Berg! zu der so mancher Rolling Stone Rezensent heimlich in sein Kissen seufzte.
      Gruß aus Kiel
      Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)
    • Doc Stänker schrieb:

      Die Liste ist von 2010, wenn ich recht schaue.
      Seit dem ist vieles passiert.
      Außerdem fehlt Andrea Berg! zu der so mancher Rolling Stone Rezensent heimlich in sein Kissen seufzte.
      Die Berg hat in der Tat viele Nr.-1-Alben von 2003-2019. Aber das haben andere auch. Wie hieß nochmal diese Blonde mit irgendwas "durch die Nacht"?

      Es geht um Alben mit "Einfluss" bzw. um solche, die man sich nach 10 Jahren noch anhört, als seien sie gerade erst erschienen.

      Apropos:
      Der Frauenanteil in der Liste ist extrem gering. Ähnlich niedriger Prozentsatz wie bei den Unternehmensgründungen oder den Wikipedia-Beiträgen. Brauchen wir weitere Quoten?


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Es geht um Alben mit "Einfluss"
      Moin,
      abgesehen von meiner Ironie dabei.
      Nr. 1 Alben haben Einfluss. Und wenn man die Dame Berg im Kreise ihrer Fans = ausverkaufte Hallen und tausende Frauen jeden Alters "Du hast mich 1000-mal belogen" mitgrölen sieht, dann kann ich dem Ganzen einen gewissen Einfluss nicht verweigern.

      Mir fehlen in den Listen Gruppen wie Fink, Knyphausen und andere, die so seit ca. 2014 wieder gute Musik machten und die nicht diese "neue deutsche Weinerlichkeit" ala Silbermond fortsetzten.
      Mit Rap habe ich nix am Hut. Da kann ich nix beisteuern, das mögen andere machen.

      Gruß aus Kiel

      PS Die Schnarcher vom Rolling Stone haben selbst "Jan Delay", "Deichkind" nicht mitbekommen.
      Aber was will man erwarten? Spex ist tot!
      Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)
    • Es fehlt u.a. “Grobschnitt”. IMO zuviel “Can”, von “Tocotronic” und “Blumfeld” hätte es je nur einer bedurft. Dafür vielleicht doch auch “Die Sterne”, “Wir sind Helden” und sowas wie “Terrorgruppe” oder “Acht Eimer Hühnerherzen”, die zwar ein eher kleines Segment bespielen, dort aber schon klare Marken und Trendsetter (gewesen) sind.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Ich vermisse in der Liste das erste Album von Palais Schaumburg. Mochte ich sehr, hatte auch Bedeutung, finde ich (und sei es nur die, Kurtis Blow nach Deutschland geholt - und Rap damit bekannter gemacht zu haben).

      Und DJ Koze würde ich auch gern in so einer Liste finden.
    • Doc Stänker schrieb:

      Ecclitico schrieb:

      Es geht um Alben mit "Einfluss"
      Moin,abgesehen von meiner Ironie dabei.
      Nr. 1 Alben haben Einfluss. Und wenn man die Dame Berg im Kreise ihrer Fans = ausverkaufte Hallen und tausende Frauen jeden Alters "Du hast mich 1000-mal belogen" mitgrölen sieht, dann kann ich dem Ganzen einen gewissen Einfluss nicht verweigern.
      Ich meine längerfristigen Einfluss. Ich will damit die Leistung einer Helene Fischer nicht klein reden. Sie macht die Leute extrem glücklich - für den Moment. Das muss es auch geben. Da steckt auch viel Arbeit dahinter.

      Letztens hatte ich ja Ton Steine Scherben gekauft. Klar waren das Spinner. "Wir sind unterdrückt, also dürfen wir uns alles nehmen, was wir meinen zu brauchen, und ab da gehört es uns." Und doch ist es mehr als nur ein Zeitdokument. Man spürt heute noch die Wut und die Entschlossenheit. Man könnte das problemlos auf die heutige Zeit übertragen.


      Thomas
    • Algabal schrieb:

      Es fehlt u.a. “Grobschnitt”. IMO zuviel “Can”, von “Tocotronic” und “Blumfeld” hätte es je nur einer bedurft. Dafür vielleicht doch auch “Die Sterne”, “Wir sind Helden” und sowas wie “Terrorgruppe” oder “Acht Eimer Hühnerherzen”, die zwar ein eher kleines Segment bespielen, dort aber schon klare Marken und Trendsetter (gewesen) sind.
      Hier eine weitere Liste:
      indiepedia.de/index.php?title=…tten_(Musikexpress,_2001)

      Da sind Stockhausen, BAP und der weiter oben von mir geforderte Marius Müller-Westernhagen dabei. Und die Sterne, wie ich gerade sehe. Zufrieden?

      Nein, noch nicht. Aber jetzt, da ist nämlich auch "Wir sind Helden" dabei:
      indiepedia.de/index.php?title=…lben_(Musikexpress,_2003)


      Thomas
    • Anderswo schrieb ich, was hier auch wieder passt:
      wie weit willst du in die Tiefe gehen? Was ist mit Novalis, Grobschnitt, Ihre Kinder, Birth Control, Wallenstein, Falckenstein, Streetmark, Pell Mell, Amon Düül, Ash Ra Tempel? Ideal, Der Moderne Mann, Die Krupps, Fehlfarben, Extrabreit? Oder auch Rammstein, Scorpions, Sodom, Warlock, Destruction? Oder aber Echt, Juli, Klee, Clueso, Andreas Bourani, Philipp Poisel, Adel Tawil, Roger Cicero? Da gibt es noch viel mehr.
      39 Clocks, Nico, Morgenrot, Notwist, Kraan, Eloy, Guano Apes, Andreas Dorau, Einstürzende Neubauten, Cluster, Harmonia, Michael Rother, Agitation Free, Hans-a-plast, Can, Philip Boa, Rheingold, Palais Schaumburg, Silbermond, Trio, Joachim Witt, Popol Vuh, Silver Convention, Nena, Cro...

      Die alle haben die gleiche Berechtigung wie die von dir gelisteten Pappnasen Musiker, und vergiss den Naidoo nicht

      Außerdem sollten der letzte Satz von Beethovens 9., "Das Lied von der Erde" und mindestens eine Platte von Modern Talking auf der Liste sein.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Ecclitico schrieb:

      Da sind Stockhausen, BAP und der weiter oben von mir geforderte Marius Müller-Westernhagen dabei.
      Stockhausens Kontakte sind "deutschsprachige Musik"?
      ?(

      50 Nennungen, 1x"ernste Musik".
      :ohnmacht1:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Wieland schrieb:

      Peter Gabriel
      Deutsches Album
      Nicht zu vergessen:



      Wobei das spätere (von Wieland genannte) anders als das hier genannte frühere Album nicht einfach eine deutsche Gesangsspur über denselben Instrumentalspuren wie die englische Version ist, sondern komplett ein zweites Mal eingespielt wurde, mit teilweise unterschiedlichen Details (insbesondere bei "Mundzumundbeatmung"); in meinen Ohren die klar bessere Version.

      Inwieweit die deutschen Übersetzungen (Horst Königstein) gelungen sind, ist anhand der auch im Original nicht so leicht zu deutenden Texte schwer zu beurteilen.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Ecclitico schrieb:

      Es soll keine strikte Trennung zwischen Popmusik und Liedermachern geben, auch wenn Liedermacher in der Regel als "typischer" für die regionale Kultur gesehen werden. Anders ausgedrückt: Die Interpreten sollen eine gewisse Bedeutung für ihr Land oder ihre Region haben bzw. ihr Land oder ihre Region mit ihrer Musik ein bisschen geprägt haben.
      Wieso fehlt hier im Thread noch Andreas Gabalier? Der prägt gegenwärtig doch recht intensiv. Auch wenn mir Johannes Kreidler lieber wäre, aber den kennt sozusagen niemand.
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    • Was ist denn das Ziel?
      Wenn man nicht Pophistoriker ist oder werden will, sehe ich wenig Sinn darin, 35 Jahre später auf einmal systematisch? Musik der 1980er zu hören. Es sei denn, man hat sie eben damals schon gehört und entweder durchgehend seither gehört oder hat Lust auf Nostalgie.
      Obwohl ich ein bißchen zu jung und nie wirklich dran interessiert war, fand ich Sendungen mit Rekapitulation und Nachzeichnung von NDW etc. zwar auch überraschend interessant, aber nur die Musik hören wäre für mich entweder eine kuriose Erinnerung an die Grundschulzeit (oder kurz danach) oder ziemlich nichtssagend, weil ich als Kind eben viel dieser Musik nicht mitbekommen habe.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:

      Was ist denn das Ziel?
      Wenn man nicht Pophistoriker ist oder werden will, sehe ich wenig Sinn darin, 35 Jahre später auf einmal systematisch? Musik der 1980er zu hören. Es sei denn, man hat sie eben damals schon gehört und entweder durchgehend seither gehört oder hat Lust auf Nostalgie.
      Obwohl ich ein bißchen zu jung und nie wirklich dran interessiert war, fand ich Sendungen mit Rekapitulation und Nachzeichnung von NDW etc. zwar auch überraschend interessant, aber nur die Musik hören wäre für mich entweder eine kuriose Erinnerung an die Grundschulzeit (oder kurz danach) oder ziemlich nichtssagend, weil ich als Kind eben viel dieser Musik nicht mitbekommen habe.
      Ist dir eigentlich klar, dass du dasselbe auch zur "Klassik" sagen könntest?

      Ziel ist, wie üblich - also wie bei der "Klassik" - die Trennung von Spreu und Weizen. Man kann nun mal nicht alles hören, egal in welcher Sparte.

      Apropos NDW:
      In einer der Listen ist auch Trio, mit dem gleichnamigen Album. Hier im Thread wurde auch "Palais Schaumburg" genannt. Gleiches Jahr (1981). Es ist aber kein Zufall, dass Wikipedia sowohl zur jeweiligen Gruppe als auch zum Album bei Trio wesentlich mehr Zeilen spendiert. Trio bringt die Sache einfach auf den Punkt. Kein Ton und keine Silbe zu viel oder zu wenig. Es würde mich nicht überraschen, wenn das auch noch im Jahr 2081 im Musikunterricht erwähnt werden würde.


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Es würde mich nicht überraschen, wenn das auch noch im Jahr 2081 im Musikunterricht erwähnt werden würde.
      Ich glaube dafür, dass weder heute noch 2081 deutsche Popmusik im Musikunterricht besprochen wird.
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    • Ich nenne mal einen wichtigen Schlagerkomponisten, dessen bekanntesten Werke aber leider auf Englisch sind: Harbour Lights, Red Sails in the Sunset und When Budapest Was Young, geboren wurde er aber in Österreich-Ungarn und er produzierte vor seiner Emigration auch deutschsprachige Schlager wie Sieben kleine Tillergirls. Der Name des Komponisten ist Wilhelm Grosz (1894 - 1939), er komponierte auch E-Musik.


      An die Seite setze ich ihm einmal den Schöpfer der Schlager aus den Musikfilmen Die Drei von der Tankstelle, Der Kongreß tanzt, Ein blonder Traum und Ich bei Tag und Du bei Nacht, Pionier der Tonfilmoperette in Berlin, Werner Richard Heymann (1896 - 1961).


      Nicht, dass ich jetzt so ein großer Fan wäre, aber vor allem im filmischen Kontext höre ich so etwas schon gerne, und ich zweifle daran, dass die Popmusik der 80er in Deutschland "wichtiger" wäre.
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