Alice Sara Ott - Beseelte Transparenz im Vollgriff

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    • andréjo schrieb:

      Scheps, Ott, Buniatishvili, Wang, de la Salle ... die sind alle einzeln schöner als Richter und Gilels zusammen. ...

      ... mittlerweile könnte man "Ott" sogar im Plural verwenden.;+)
      => "http://www.mona-asuka-ott.de/"
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.


    • Für 19.9.2014 angekündigt:

      Alice Sara Ott & Francesco Tristano - Scandale

      Tristano: A Soft Shell Groove für 2 Klaviere
      +Strawinsky: Le Sacre du Printemps für 2 Klaviere
      +Rimsky-Korsakoff: Scheherazade für 2 Klaviere
      +Ravel: La Valse für 2 Klaviere
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • music lover schrieb:

      Aufmerksam auf sie wurde ich erst heute durch eine auf arte am 9. Februar 2014 ausgestrahlte Fernsehsendung, die ich aufgezeichnet und mir heute abend angeschaut habe. Es handelt sich um eine Sendung des französischen Fernsehens aus der Reihe "Les Salons de Musique", welche am 12. September 2013 im Stadtbad Oderberger (Berlin) vor kleinem Publikum aufgezeichnet wurde.

      Offenbar wurde das heute Nacht wiederholt, ich sehe es nämlich gerade.

      music lover schrieb:

      sowie Chopins Scherzo Nr. 2 b-moll op. 31. Bei diesen beiden Programmpunkten kann ich Christian Köhn (siehe Posting #7) nicht ganz unrecht geben. Es gibt Verspieler, Verwischer, interpretatorische Schlampigkeiten

      Das Scherzo fand ich aber so schlecht nicht, besonders die lyrischen Passagen.

      music lover schrieb:

      Bei "La Valse" von Ravel (Fassung für zwei Klaviere) mit Francesco Tristano setzen beide sich ein lustiges Hütchen auf (kein Scherz: das tun sie wirklich) - und spielen für meinen Geschmack eher mittelmäßig.

      Fand ich auch eher langweilig. Vielleicht liegt es aber auch generell an der Klavierversion? Die Orchesterfassung mag ich nämlich sehr.

      Aber insgesamt ein recht professioneller Auftritt von ihr.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Alice Sara Ott spielte heute in Lübeck Beethoven 3. Ich bin der Falsche, um Jahrhundertinterpretationen erkennen zu können, aber mir gefiel ihr Spiel sehr, sehr gut. Die Thread-Überschrift passt hervorragend zu meinem Eindruck. Ihr Anschlag war sehr facettenreich, zudem hatte sie Klarheit und Linie im gesamten Vortrag - es wirkte auch geistig durchdrungen. Die sinfonische Ausrichtung des Konzerts unterstrich sie durch sehr intensive, natürlich-souveräne Hinwendung zum und Korrespondenz mit dem Orchester. Ihr Auftreten war äußerlich absolut unspektakulär.
      Falls jemand da war: Was war das für eine Zugabe? Chatschaturjan?
      ...schreibt Christoph :wink:
    • Ott in Berlin

      Gestern hat sie in Berlin gespielt, im Kammermusiksaal: Zuerst Grieg, der ihr sehr am Herzen liegt, es gab eine persönliche Einführung mit Mikro der sehr sympathischen, nervösen (wegen der Einführung, wie sie sagte, nicht wegen des Konzerts!) Alice Sara Ott, die erklärte, dass der Titel der neuen CD "Wonderland" nichts mit ihrem ersten Vornamen zu tun habe.... Das Konzert dann: 50 Minuten Grieg durchgespielt, ohne Noten, im Halbdunkel, teils sehr innig, teils furios, größtenteils heiter, volksliedhaft, sehr facettenreich. Ok, kompositorisch kein Schwergewicht, aber sehr gut gespielt. - Nach der Pause dann "something completely different": schwarzes statt weißes Kleid, und die Liszt-Sonate! Ich fand den Vortrag sehr sehr packend, sehr gelungen, der Einspielung z.B. der Grimaud nicht nachstehend. Aber live! Als Zugabe dann: Grieg. Begeistertes Publikum, aber ein halbleerer Saal, was mich wunderte. Sie hätte mehr Publikum verdient. Großer Konzertabend!
    • AlexanderK schrieb:

      In München wird sie nächsten Mittwoch Ravels Konzert G-Dur spielen.Selten habe ich mich auf ein Konzert mehr so von Herzen gefreut.
      Ich werde sie heute in Wien mit Beethovens 3. Klavierkonzert hören und freue mich schon sehr darauf. Auch ich wünsche ihr von Herzen, dass sie Wege findet, mit ihrer Erkrankung umzugehen, dass sie möglichst lange ihren Beruf ausüben kann und dass sie Lebensqualität empfindet. Erkrankungen dieser Art halten mir immer vor Augen, dass das Leben begrenzt ist, Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist und wir in Wahrheit froh über jeden gut verlaufenen Tag sein müssen.
    • Caesar73 schrieb:

      Hallo Sadko, hast Du Deine Eindrücke zu diesem Konzert irgendwo festgehalten?
      Hallo, nein, hab ich nicht. Wenn Du mich jetzt nach meinen Eindrücken fragst, kann ich leider nicht wirklich Auskunft geben, denn unmittelbar vor dem Konzert ist bei mir privat etwas sehr Unerfreuliches passiert, weswegen ich mich eigentlich das ganze Konzert nicht wirklich konzentrieren konnte.
      An sich bin ich kein Alice-Sara-Ott-Fan, aber trotzdem finde ich ihre Erkrankung natürlich sehr tragisch. Nächstes Jahr spielt sie in Wien das wunderbare Ravel-G-Dur-Klavierkonzert, da bin ich wahrscheinlich dort.
    • Sadko schrieb:

      Wenn Du mich jetzt nach meinen Eindrücken fragst, kann ich leider nicht wirklich Auskunft geben, denn unmittelbar vor dem Konzert ist bei mir privat etwas sehr Unerfreuliches passiert, weswegen ich mich eigentlich das ganze Konzert nicht wirklich konzentrieren konnte.
      Kein Problem- und danke für die Antwort, Sadko! :)
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Ich war heute in Wien im Konzerthaus (um die großartige 3. Symphonie von Honegger zu hören), und vor der Pause gab es das G-dur-Klavierkonzert von Ravel. Ott hat mir sehr gut gefallen, abgesehen davon dass sie ziemlich leise gespielt hat (oder das Orchester zu laut) und insbesondere im zweiten Satz (und in der Satie-Zugabe) andauernd sehr leichte Rhythmusprobleme merkbar waren. Entweder Schlampigkeit oder Manierismus oder - was ich annehme/befürchte - Zeichen ihrer Erkrankung.
      Wer Interesse hat: Noch 7 Tage lang hier gratis anhörbar.
    • Seltsam ...

      Ich habe mir soeben auszugsweise das Ravel-Konzert und die komplette Satie-Zugabe angehört und stehe vor einem kleinen persönlichen Rätsel.

      Das Ravel-Konzert gehört zwar nicht zu den allervirtuosesten des Genres, aber es ist sicherlich nur von einem erfahrenen Profi zu bewältigen. Die von Dir, werter Sadko bemängelten Diskrepanzen im langsamen Satz kann ich eigentlich gar nicht nachvollziehen, aber das mag auch eine Geschmacksfrage sein, eine Geschmacksfrage auf sehr hohem Niveau. Gerade der langsame Satz erlaubt eine bemerkenswerte Vielfalt der Darstellung und da ordnet sich Otts Sicht meines Erachtens problemlos ein.

      Doch das kleine Satie-Stück, das auch ich Stümper vom Blatt spielen kann - ob vorführreif, diese Frage stellt sich mir nicht -, hat mich dann absolut befremdet, um es vorsichtig auszudrücken. Gleich am Anfang findet sie nicht in den Rhythmus und auch ansonsten halte ich die von Dir benannten Rhythmusprobleme nicht nur für "leicht".

      Was ist da los? Oder liegen die Wahnvorstellungen bei mir? Wenn das Stück nur irgendwie "schwer" wäre, aber ...

      Ich weiß schon von ihrer Erkrankung. Aber kann diese eine Erklärung für ein solches Phänomen sein - eben im Vergleich Ravel und Satie ??

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Doch das kleine Satie-Stück, das auch ich Stümper vom Blatt spielen kann - ob vorführreif, diese Frage stellt sich mir nicht -, hat mich dann absolut befremdet, um es vorsichtig auszudrücken. Gleich am Anfang findet sie nicht in den Rhythmus und auch ansonsten halte ich die von Dir benannten Rhythmusprobleme nicht nur für "leicht".
      es geht hier um die Gnossienne Nr 1 von Eric Satie.
      Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen.
      Frau Ott experimentiert hier mehrfach:
      - die Begleitung der linken Hand und die Melodie der rechten Hand werden agogisch und dynamisch stark unterschiedlich behandelt. Dadurch wird erkennbar Bezug auf den 2. Satz des Ravel Konzerts genommen. Üblicherweise wird das Stück rhythmisch "streng" gespielt, aber es spricht nichts dagegen, mal von dieser Tradition abzuweichen.
      - über lange Strecken bleibt das Pedal gedrückt. Auch das ignoriert die Tradition, das trockene, anti-emotionale in Saties Musik zu betonen.
      - die zahlreichen Vorschläge spielt sie nicht wie üblich vor, sondern auf den Schlag (bis mindestens Anfang des 19. Jh. war das durchaus der Normalfall, kam dann irgendwann aus der Mode). Warum nicht mal, also quasi historisierend?

      Jedenfalls kann ich keine rhythmischen Schwächen erkennen, sondern eine mMn interessante persönliche Interpretation. Es geht "nur" um eine Zugabe, keine für alle Zeiten alleingültige Interpretation, die es sowieso nicht geben kann.

      Das Ravel Konzert fand ich hingegen nicht berauschend. Aber auch nicht schlecht.

      Alles Gute, Alice!
    • Khampans Deutung hat etwas für sich. Es liegt mir fern, das abzustreiten, auch wenn ich nach einmaligem Hören gedanklich beim besten Willen nicht so weit gekommen bin. Aber es erklärt natürlich, was ich als völlig unverständlich empfunden habe. Ich fühle mich nun nicht genötigt, dieses Experiment für mich als schlüssig nachzuvollziehen. Aber das haben Experimente wohl so an sich.

      Lassen wir die Dinge so stehen und Alice Sara Ott wünsche ich ebenso alles Gute!

      :) Wolfgang
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