Franz Liszt – "der irrende Ritter aller möglichen Orden"

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    • Das Listz-Jahr ist Vergangenheit, aber bei Tonart (WDR3) geht es offenbar weiter:

      2. Januar:
      Ein Beirag über die Lisztomanie und die Rezension einer neuen Einspielung seines Orgelwerks

      3. Januar:
      Nachlese zum Lisztjahr. Gespräch mit Rolf-Dieter Arens, dem ehemaligem Rektor der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, Vorsitzenden des Franz-Liszt Klavierwettbewerbs und künstlerischen Leiter des Liszt-Festivals.
      Ausserdem ein Porträt über Marie Jaëll, Pianistin und engen Freundin Liszts, die auch selbst komponierte.

      4.Januar:
      Beitrag über die Liszt-Schülerin Lina Schmalhausen, die über die letzten Lebenstage Liszts Tagebuch führte.

      Hudebux
    • Meine Güte, 2012 der letzte Beitrag. Man kann wirklich den Eindruck bekommen, dass Liszt so gar nicht mehr zählt.

      Und ich habe das Gefühl, das stimmt sogar. ;(

      Kürzlich, bei meinem Bayreuth-Besuch, stand ich wieder einmal an seinem Grab und kurz danach in Weimar vor seinem Wohnhaus. Und natürlich kommt man bei solchen Gelegenheiten, bei der Beschäftigung mit Wagner und Bayreuth, nicht an ihm vorbei. Aber irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass er schon damals eher als 'fünftes Rad am Wagen' bei der Familie galt. (Cosimas Tagebücher Winter 1882, Umstände der Beerdigung)

      Nun hatte das natürlich auch seinen Grund. 'Du sollst keine anderen Götter haben neben mir' und so. Aber persönlich kann ich das schon auch nachvollziehen. Da man nicht immer nur Wagner hören kann :D , habe ich danach also wieder einmal ein wenig Liszt gehört. Und irgendwie ergeht es mir da wie einigen meiner Vorredner.

      Die Klaviermusik - ja! Vor allem die Sonate, das Petraca-Sonett 104, das ich zunächst mit Horowitz kennengelernt habe und das mich damals als eine Art 'Sehnsuchtsmusik' völlig umgehauen hat. Aber auch 'Funerailles', 'Totentanz', Études d'éxecution trancendante' oder die 'L'Années de pèlerinage' oder die Balladen finde ich wirklich großartig. Dazu kommen noch die Klavierkonzerte, v.a. mit Richter, nun aber auch mit Argerich.

      Auch die Lieder höre ich gerne. Wenn er dann aber das Klavier verlässt, bekomme ich langsam Probleme. Einige der Symphonischen Dichtungen - ok, aber die Oratorien schon sind so gar nicht mein Fall.

      Zur Zeit höre ich gerade



      Und da wird mein Problem, mein persönliches Problem, vielleicht exemplarisch deutlich. Den Beginn finde ich faszinierend (ich kann das jetzt alles musikalisch nicht genau beschreiben), gerade in den harmonischen Wendungen, in dem Wagemut, den er dort zeigt. Ich habe das Gefühl, dass das wirklich modern und seiner Zeit weit voraus war. Und auch weiterhin empfinde ich es als spannend, aufregend, auch verstörend. Aber irgendwann verliere ich den Faden, bin ich abgelenkt, finde es anstrengend und zwar nicht im positiven Sinne. Vielleicht liegt es an seinen Programmen, die er dort vertont hat. Ich fühle mich bei ihm immer besonders genötigt, dieses Programm nachzuvollziehen, ob ich möchte oder nicht. Bei der Klaviermusik kann ich mich davon noch freimachen, bei der Sinfonik empfinde ich mich als Hörer zu sehr gezwungen, eingeengt.

      Mag sein, dass ich mich vielleicht doch noch irgendwann von diesem Gefühl freimachen und ihn eher als absolute Musik hören kann. Aber noch glaube ich, dass ich ihm damit nicht gerecht werde. (Ich mir selber aber auch nicht. ^^ ) Andererseits ist er ein Komponist, von dem ich weiß, dass er stets eine Herausforderung für mich sein wird, dass ich mich auch mit ihm beschäftigen will.

      Übrigens, obwohl ich nun wirklich haufenweise Konzerte besucht habe, habe ich eine Symphonische Dichtung von ihm noch nie live erlebt. Vielleicht auch ein
      kleiner Hinweis auf seine Bedeutung im Konzertleben.

      :wink: Wolfram