Der Nominierungsthread zu Verfolgt, emigriert, ermordet...

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    • Diesen Halbsatz fand ich gerade im Beitrag zu Zemlinsky:

      "aber als Dirigent trotz zahlreicher Erfolge nie wirklich reüssieren konnte."

      Diesen Halbsatz sollten wir streichen. Das "Deutsche Theater" in Prag, dessen Opernbühne Zemlinsky langjährig geleitet hat, war schon eine der wichtigeren Opernbühnen der Zeit mit beträchtlicher Wirkung. Anschlußtätigkeit an der Krolloper folgte. Da gehörte Zemlinsky schon zu den gefragtesten Gastdirigenten seiner Zeit mit zahlreichen Verpflichtungen und Tourneen im In- und Ausland.

      :wink: Matthias
    • RE: Zu Zemlinsky

      Matthias Oberg schrieb:

      Diesen Halbsatz fand ich gerade im Beitrag zu Zemlinsky:

      "aber als Dirigent trotz zahlreicher Erfolge nie wirklich reüssieren konnte."

      Diesen Halbsatz sollten wir streichen. Das "Deutsche Theater" in Prag, dessen Opernbühne Zemlinsky langjährig geleitet hat, war schon eine der wichtigeren Opernbühnen der Zeit mit beträchtlicher Wirkung. Anschlußtätigkeit an der Krolloper folgte. Da gehörte Zemlinsky schon zu den gefragtesten Gastdirigenten seiner Zeit mit zahlreichen Verpflichtungen und Tourneen im In- und Ausland.

      :wink: Matthias
      Lieber Matthias

      Möchtest Du ein oder zwei Sätze zu Zemlinsky als Dirigenten formulieren, die ich in den entsprechenden Beitrag übernehmen könnte?

      Viele Grüße
      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Maier, Otto (1904 - 1993). Pianist, Korepetitor

      Otto Maier wird 1904 in Winnweiler geboren. Er studiert in Frankfurt und Köln Klavierspiel und Dirigieren. 1929 wird er bei der WERAG (Westdeutsche Rundfunk AG) als Konzertpianist angestellt. Im Juni 1933 wird ihm gekündigt. Danach arbeitet er als freier Pianist, unter anderem auch bei verschiedenen Rundfunksendern.
      1948 wird er als Korepetitor beim Rundfunkchor des NWDR Köln angestellt. 1969 geht er als Assistent des Chordirektors in Ruhestand.
      Otto Maier ist 1993 gestorben.
    • Nachbemerkung zu Otto Maier:

      Als Otto Maier 1948 zum damaligen NWDR Köln, späteren WDR kam, traf er dort einen alten Kollegen als Vorgesetzten wieder. Auch dieser war 1933 gekündigt, doch danach wieder weiterbeschäftigt worden. Er wurde Kapellmeister am Reichssender Stuttgart, trat in die NSDAP ein, arbeitete im Kreisstab Ludwigsburg, wurde Städtischer Musikdirektor. Und von 1947 - 1962 war er beim NWDR Köln, später WDR Chordirektor.
    • Fleischer, Arthur (1884 – 1948). Sänger



      Der Bariton Arthur Fleischer wurde am 14. Dezember 1884 in Wien geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er am Konservatorium in seiner Heimatstadt. Von 1906 bis 1909 war er an der Komischen Oper Berlin, 1909 am Raimund Theater Wien und von 1910 bis zum ersten Weltkrieg am Hoftheater in Hannover engagiert. Von 1914 bis 1921 trat er an der Wiener Volksoper auf. Es folgten Engagements in Dresden, Graz, Leipzig, darüber hinaus europaweite Gastspiele z. B. in der Tschechoslowakei, Spanien, Holland, Finnland und Italien. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war er ab 1933 in Deutschland und ab 1938 in Österreich mit Auftrittsverbot belegt. Arthur Fleischer emigrierte in die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 11. April 1948 verstarb er in seiner Heimatstadt Wien*. – Sein Sohn ist der Dirigent Thomas Martin (1910-1984).

      * Andere Quellen geben 1949 in San Francisco an.
    • Einstein, Alfred (1880 – 1952). Musikwissenschaftler, Musikredakteur, Musikkritiker



      Alfred Einstein wurde am 30. Dezember 1880 in München geboren. Nach ersten Studien der Rechtswissenschaft wechselte er zur Musikwissenschaft (u. a. bei Adolf Sandberger) und Kompositionslehre. Nach seiner Promotion - einer Arbeit über die Musik der Viola da Gamba - arbeitete er für die Zeitschrift für Musikwissenschaft (1918-1933), Münchener Neueste Nachrichten (1909-1917), Münchener Post (1917-1927) und für das Berliner Tageblatt (1927-1933) sowie als Gast für weitere Zeitungen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Einstein über London und Florenz 1939 in die Vereinigten Staaten von Amerika. Hier wurde er Professor am berühmten Smith College in Northampton (Massachusetts). Alfred Einstein gilt als einer der berühmtesten und fachlich versiertesten Musikwissenschaftlern und -kritikern, der mit Arbeiten über Mozart, Gluck, Schubert und das Madrigal u. a. berühmt wurde. Am 13. Februar 1952 ist Alfred Einstein in El Cerrito (Kalifornien) verstorben. – Alfred Einstein ist ein Vetter Albert Einsteins.
    • Sultan, Grete (1906 - 2005). Pianistin

      Grete Sultan wird am 21. 06. 1906 in Berlin geboren. Im elterlichen Haus in Berlin-Wannsee begegnet sie früh Künstlern wie Richard Strauss, Busoni, Furtwängler, Schnabel, Liebermann. Sie studiert Klavier bei Richard Bulig, Leonid Kreutzer, Edwin Fischer und begeistert sich für die zeitgenössische Musik.
      In den späten 20er - frühen 30er Jahren beginnt Grete Sultan ihre Karriere als Konzertpianistin. Ihr Repertoire umfasst neben Klassik und Romantik auch Kompositionen von Debussy, Schönberg, Krenek, Strawinsky.
      Als Jüdin erhält sie 1933 Auftrittsverbot; sie kann danach nur noch beim Jüdischen Kulturbund spielen. 1935 wird sie aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen, deren Präsident Richard Strauss Gast im Haus der Eltern war.
      1941 gelingt ihr über Lissabon die Emigration in die USA. Hier verdient sie zunächst ihren Lebensunterhalt mit Klavierstunden, später kann sie ihre Karriere als Pianistin fortsetzen.
      1945 macht sie die Bekanntschaft von John Cage. Dieser komponiert 1956 für sie elf seiner 50 Stücke aus “Music for Piano” und 1974/75 die “Etudes Australes”.
      Mitte der 50er Jahre kehrt sie für eine Konzertreise nach Europa , auch Deutschland, zurück. Nach langen Briefwechseln erhält sie schließlich eine kleine Opferrente. 2002 wird ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
      1996 gibt sie in New York ihr letztes Konzert, auf dem Programm stehen die
      Goldbergvariationen von J. S. Bach. Bis zu ihrem Tod ist sie als Klavierpädagogin tätig.
      Am 26. 06. 2005 stirbt Grete Sultan in New York.

      "]http://www.exilarchiv.de/html/biografien/index_biografien.htm"

      "http://www.cmslib.rrz.uni-hamburg.de:6292/"
      receive/lexm_lexmperson_00001399;jsessionid=b3scrro29hhgj?wcm
    • Dauber, Robert (1922 - 1945) Cellist, Komponist.

      Der Vater von Robert Dauber war der Cellist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Adolf Dauber (1894-1950), der als Leiter des Dol Dauber Salonorchester in den zwanziger Jahren bekannt war, aber auch als Cellist im geachteten Ledec-Quartett spielte. Robert Dauber spielte Klavier und Cello. Zunächst widmete Robert Dauber sich der Unterhaltungsmusik. Während seine Eltern in Prag bleiben konnten, wurde er ins KZ Theresienstadt deportiert, wo er sich an Aufführungen der Oper Brundibár beteiligte, ein Streichquartett mit den Geigern Pavel Kling und Max Bloch und dem Bratschisten Parvus gründete und komponierte, Erhalten ist nur die Serenata Violine und Klavier (1942) Anfang 1945 wurde Dauber nach Dachau verbracht, wo er im März an Typhus starb.

    • Löwenthal, Hugo (1875- 1942)

      Der in Prag gebohrene Löwenthal war als Laie lange in jüdischen Singvereinen, bzw. Vereinen zur Pflege und Förderung von Musik engagiert gewesen, bevor er 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Dort adaptierte er Volksweisen zu jüdischen Feiertagen für Violine und Akkordeon. Juni 1942 wurde er in unbekannte polnische Lager weiterdeportiert und kam dort vermutlich bald um oder wurde dort ermordet.

    • Karel, Rudolf (1880 -1945) Musikwissenschaftler, Komponist

      Der in Pilsen gebohrene Karel studierte zunächst Jura bevor er an der Karlsuniversität Musikwissenschaften und Komposition studierte, zuletzt (1904) bei Antonin Dvorák.Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs befand er sich in Rußland, konnte nicht mehr heimkehren und unterrichtete dort bis 1917 Musik. Unter dem Verdacht, ein östereichischer Spion zu sein, wurde er inhaftiert, konnte jedoch fliehen. 1919 gründete er in Rußland das Symphonieorchester der Tschechischen Legion. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er am Prager Konservatorium bis ihn 1941 die deutschen Besatzer seines Lehrstuhls enthoben.

      Karel nahm aktiv am tschechischen Widerstand teil, bis er 1943 verhaftet wurde und in das Prager Pankrác-Gefängnis eingeliefert wurde, wo er zwei Jahre verblieb, in denen er komponieren konnte, weil ihn ein verbündeter Wärter mit zusammengeklebten Rollen Toilettenpapier versorgte, auf die er seine Kompositionen schrieb, und die Rollen nach draußen schmuggelte. Karel komponierte dort neben Kunstliedern, Stücken für Klavier, bzw, Klavier und Violine auch ein Nonett und die Oper "Die drei goldenen Haare des Väterchen Allwissend". Im Februar 1945 wurde er in der kleinen Festung in Theresienstadt interniert, wo er am 6. März an Ruhr verstarb.
    • Binental, Leopold (1886 – 1944). Musikwissenschaftler, Kulturpolitiker


      Leopold Binental wurde am 10. Januar 1886 in Kielce geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. am Pariser Konservatorium und der Schola Cantorum Paris wurde Binental 1914 Professor an der Musikhochschule „Fryderyk Chopin“. Diese Tätigkeit übte er bis 1939 aus. Daneben war er 1915 zunächst stellvertretender Vorsitzender, ab 1916 bis 1919 Vorsitzender der Musikgesellschaft Warschau. In diese Zeit fällt ebenso der Anfang seiner kulturpolitischen Aufgaben, so war Binental z. B. 1927 Kommissar für verschiedene Musikausstellungen im In- und Ausland. Von 1934 bis 1939 war er Vorstandsmitglied des Fryderyk Chopin-Instituts. Herausragend aus seiner umfassenden musikwissenschaftlichen Tätigkeit sind seine Arbeiten über F. Chopin (seine Chopin-Monographie erhielt einen Preis der Académie Française). Leopold Binental wurde im April 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
    • Katz, Erich (1900 – 1973). Komponist, Musikwissenschaftler, Musikkritiker, Instrumentalist


      Der vielfach begabte Erich Katz wurde am 31. Juli 1900 in Posen geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. am Stern’schen Konservatorium Berlin und in Freiburg im Breisgau bei W. Gurlitt, die er 1926 mit seiner Dissertation über „Die musikalischen Stilbegriffe des 17. Jahrhunderts“ abschloss, wurde Katz 1926 Direktor des Freiburger Musikseminars. Dieses Amt hatte er bis 1933 inne. Daneben wirkte er bis 1938 als Musiklehrer, Organist, Komponist und Musikkritiker z. B. für die Musikzeitschrift „Melos“ und für die österreichische Zeitschrift „Musikblätter des Anbruch (ANB)“. Der Multi-Instrumentalist Katz konzertierte in den 1930er Jahren in Deutschland. 1939 emigrierte er nach England, hier war er von 1941 bis 1943 Leiter der Musikabteilung der Bunce Court School in Wem (Shropshire). 1943 wanderte Katz in die Vereinigten Staaten von Amerika aus und wurde 1946 Professor für Komposition am New York College of Music. Von 1943 bis 1959 war er Musikdirektor der American Recorder Society. Ab 1959 bis zu seinem Tode am 30. Juli 1973 in Santa Barbara in Kalifornien wirkte er leitend am Santa Barbara City College. Katz’ Kompositionen sind beeinflusst von C. Orff und P. Hindemith.
    • Stöhr, Richard (1874 – 1967). Komponist, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge


      Der Komponist und berühmte Musikpädagoge Richard Stöhr wurde am 11. Juni 1874 in Wien geboren. Der promovierte Mediziner verfolgte seine musikalische Ausbildung u. a. bei R. Fuchs, W. Schenner und J. Volckner und wurde 1900 Korrepetitor am Wiener Konservatorium. Nach dem „Anschluss Österreichs“ wurde Stöhr, seit 1915 Professor, von seiner Lehrtätigkeit entbunden. Bis zu diesem Zeitpunkt war Stöhr ein erfolgreicher, oft aufgeführter Komponist (Opern, Sinfonien, Kammermusik etc.). Er emigrierte in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er von 1939 bis 1941 am Curtis Institute of Music in Philadelphia, von 1941 bis 1950 am St. Michael’s College in Winooski (Vermont) und danach als Privatdozent lehrte. Richard Stöhr war ein höchst bedeutender Lehrer, zu seinen geschätzten insgesamt ca. 10.000 Studenten zählen A. Rodziński, Erich Leinsdorf, H. v. Karajan, R. Serkin und L. Bernstein (siehe Vorwort zur Biografie). Am 11. Dezember 1967 ist Richard Stöhr in Montpelier (Vermont) gestorben.
    • Smit, Leo (1900-1943). Niederländischer Komponist und Pianist

      Der niederländische Komponist und Pianist Leo Smit wurde am 14. Mai 1900 in Amsterdam geboren. Er studierte in Amsterdam Komposition bei Sem Dresden und Klavier bei Ulfert Schults. Er stammt aus einer jüdischen Familie portugiesischer Herkunft. 1927 ließ er sich in Paris nieder, 10 Jahre später kehrte er nach Amsterdam zurück. Am 12. Februar 1943 vollendete er seine von leuchtenden Lyrismen erfüllte Sonate für Flöte und Klavier. Am 27. April dieses Jahres wurde er von der nationalsozialistischen Besatzungsmacht in das KZ Sobibor gebracht und dort drei Tage später ermordet.
      Seine Werke nützen Instrumentalkombinationen, für die wohl die Jazzbands das Modell abgegeben haben. Die hauptsächlichen Einflüsse in Smits Musik sind jedoch französische, nämlich Debussy und Roussel. Sein bedeutendstes Orchesterwerk ist "Silhouetten".
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Goehr, Walter (1903-1960). Komponist und Dirigent



      Der deutsche Komponist und Dirigent Walter Goehr wird am 28. Mai 1903 in Berlin geboren. Er studiert bei Ernst Krenek und wird Meisterschüler von Arnold Schönberg. Als Dirigent arbeitet er beim Berliner Rundfunk. Diese Stelle verliert Goehr wegen seiner jüdischen Herkunft bereits 1932. Die Gramophone Company (die spätere EMI) bietet ihm den Posten eines Musikdirektors an. 1933 übersiedelt Goehr nach London.
      Hier ist er vor allem als Dirigent tätig. Er setzt sich nachhaltig für zeitgenössische Musik ein, etwa für Benjamin Britten und Michael Tippett, dessen Oratorium "A Child Of Our Time" er zur Uraufführung bringt. 1950 dirigiert Goehr die erste Aufführung von Mahlers Sechster Symphonie in Großbritannien.
      Am 4. Dezember 1960 stirbt Goehr im Rathaus von Sheffield nachdem er dort eine Aufführung von Händels "Messias" dirigiert hatte.
      Der Werkkatalog Goehrs ist schmal. Seine wesentlichen Vorbilder sind Paul Hindemith und Kurt Weill. Goehrs wichtigstes Werk ist die Funkoper "Malpopita" (1931). Außerdem erstellte er Ausgaben von Monteverdis Marienvesper und dessen "L’incoronazione di Poppea" sowie eine Orchesterversion der "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski.
      Als Dirigent bevorzugt Goehr einen entschlackten Stil, der den musikalischen Fluß auf dem exakten rhythmischen Puls aufbaut.
      Goehr ist auch als Mittler von großer Bedeutung. So machte er seinen Sohn, den Komponisten Alexander Goehr, schon zu einer Zeit mit den Kompositionstechniken Schönbergs vertraut, als diese in England noch als tabu galten. Alexander Goehr gab sein Wissen an seine Komilitonen Peter Maxwell Davies und Harrison Birtwistle weiter. Damit sorgte Walter Goehr für die Initialzündung der britischen Nachkriegs-Avantgarde.
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Kanitz, Ernest (Ernst) (1894 – 1978). Komponist, Musikpädagoge


      Der promovierte Jurist Ernest Kanitz wurde am 09. April 1894 in Wien geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. bei R. Heuberger und F. Schreker arbeitete Kanitz als Komponist; ein frühes Werk war das Oratorium ‚Das Hohelied’ (Uraufführung 1921). 1922 wurde er Professor für Musiktheorie am Neuen Wiener Konservatorium. 1930 gründete Kanitz den Wiener Frauenkammerchor mit dem er europaweit Gastspiele gab. Nach dem „Anschluss Österreichs“ und der Schließung dieses Konservatoriums durch die Nationalsozialisten emigrierte Kanitz in die Vereinigten Staaten von Amerika und nahm seine Lehrtätigkeit zunächst am Winthrop College in Rockhill (South Carolina) und ab 1941 bis 1944 am Erskine College (South Carolina) wieder auf. 1945 wurde er Professor für Komposition an der University of Southern California in Los Angeles. Dieses blieb er bis zur Pensionierung. Danach wurde er Privatlehrer und widmete sich wieder verstärkt der Komposition.

      Für Entdecker: Aufnahmen seiner Werke lassen sich bei 'JPC' und 'Amazon' nicht ausmachen.
    • Rosé, Arnold Joseph (1863 – 1946). Violinist, Musikpädagoge



      Der Violinist Arnold Rosé wurde am 24. Oktober 1863 in Jassy (Iaşi; Rumänien) geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. bei K. Heißler in Wien verfolgte er zunächst eine Karriere als Geigenvirtuose bevor er am 16. Mai 1881 Konzertmeister an der Wiener Hofoper wurde. Mit kurzen Unterbrechungen war er ab 1881 ebenfalls Mitglied der Wiener Philharmoniker und ab 1888 mehrmals Konzertmeister bei den Bayreuther Festspielen. Darüber hinaus lehrte er an der Wiener Musikakademie (1893 bis 1901 und 1908 bis 1924*). Bereits 1882 gründete er das weltberühmte Rosé-Streichquartett mit dem er mehrere Uraufführungen von Werken Brahms’, Pfitzners und Schönbergs unternahm. Nach dem „Anschluss“ Österreichs musste Rosé nach England emigrieren, wo er u. a. mit F. Buxbaum kammermusikalisch konzertierte. Nach dem 2. Weltkrieg spielte er wieder bei den Wiener Philharmonikern. Am 25. August 1946 ist Arnold Rosé in London gestorben. – Arnold Rosé ist der Vater der in Auschwitz ermordeten Alma Rosé. Sein Bruder Eduard Rosé ist im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben gekommen.

      * andere Quellen geben 1929 an.
    • Rosé, Eduard (1859 – 1943). Cellist, Musikpädagoge


      Der Cellist Eduard Rosé wurde am 29. März 1859 in Jassy (Iaşi; Rumänien) geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. bei K. Udel und R. Hummer in Wien war er Mitbegründer (mit seinem Bruder Arnold Rosé) des weltberühmten Rosé-Streichquartetts. Dieses verließ er jedoch bereits 1883 um Solocellist an der Oper in Budapest zu werden. Anfang der 1890 engagierte ihn A. Nikisch für das Boston Symphony Orchestra. Von 1900 bis 1926 war er Solocellist am Hoftheater und in der Hofkapelle in Weimar. Zur gleichen Zeit lehrte er an der Musikschule Weimar. Darüber hinaus spielte er z. B. am Prinzregenten-Theater in München und bei den Bayreuther Festspielen. Hochbetagt wurde er in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er am 24. Januar 1943 ums Leben kam.
    • Golschmann, Boris (1906 - ?). Pianist


      Der Pianist Boris Golschmann wurde am 25. November 1906 in Paris geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung u. a. bei I. Philipp in Paris und dem Gewinn des 1. Preises am dortigen Konservatorium konzertierte er sehr erfolgreich in Europa und Amerika. 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und deportiert. Über den weiteren Verbleib bzw. seinen wahrscheinlichen Tod auf dem Weg oder in einem Konzentrationslager ist nichts bekannt. – Boris Golschmann ist der Bruder des Dirigenten Vladimir Golschmann.


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      Heute vor 65 Jahren wurde Auschwitz eingenommen und die letzten Überlebenden befreit.