Webern durchgehört

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    • Webern durchgehört

      "Wenn sich um den Meister des dreifachen Pianissimo kein Lärm erhebt, so mag das in der Ordnung sein; die zuverlässige Hoffnung aber, daß er in hundert Jahren entdeckt, verstanden und glorifiziert werde, darf keine Ausrede dafür abgeben, daß man ihn heute vergißt."

      Inzwischen sind rund hundert Jahre vergangen, nicht seit Theodor Adorno diesen Satz über Anton Webern 1933 aufschrieb, aber doch seit Webern seine ersten atonalen Stücke komponierte. Weberns Werk ist entdeckt, glorifiziert - und vergessen. Auch verstanden? Zumindest wurden seine Kompositionen wohl so gründlich durchanalysiert wie die kaum eines anderen Komponisten. Zum Verstehen von Musik aber ist Analyse nicht mehr als ein Werkzeug; das Verstehen ist, als höchst subjektiver Vorgang der persönlichen Aneignung, jedem Hörer immer neu aufgegeben.

      Im Konzertleben scheint mir Webern kaum präsent, auch die Zahl der Einspielungen seiner Werke ist übersichtlich. Am ehesten sind noch die Werke für Streichquartett und die noch tonale "Passacaglia" op. 1 in mehreren Aufnahmen erwerbbar. Bei den Chorliedern, Kantaten und späten Ensemblestücken ist die Zahl der Aufnahmen, derer man aktuell habhaft werden kann, recht übersichtlich und beschränkt sich auf die drei Gesamtaufnahmen des Webernschen Werkes, die ich unten kurz vorstellen werde. Warum aber sind beispielsweise die Orchesterwerke wie op. 6, op. 10 oder op. 30, die ja immer noch als Maßstäbe setzend, als revolutionär gelten, nur so selten im Konzertsaal zu hören im Vergleich etwa zu anderen Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts wie Bartóks "Konzert für Orchester" oder Strawinskys "Sacre du Printemps"?

      In dem Aufsatz "Zur möglichen Zukunft Anton Weberns" im Musik-Konzepte-Sonderband "Anton Webern 1" hat Heinz-Klaus Metzger 1983 eine Reihe von möglichen Antworten gegeben. Seine mit jeder Menge offenbar sehr privatem Furor gegen jugendliche Motorrad- und greise Rasenmäherfahrer vorgetragene These, in einer Welt der permanenten akustischen Belästigung finde das Leise, Verlöschende der Webernschen Musik keinen Platz mehr, halte ich allerdings nicht für wirklich ernst zu nehmen. Nicht nur ignoriert Metzger dabei die Möglichkeiten der Schalldämmung beim Bau moderner Konzerthäuser (für Hausmusik ist Weberns Werk wohl kaum gedacht), auch widersprechen ihm die Kompositionen, die in der Zeit, in der er seine Philippika verfasste, aktuell entstanden - Musik von Nono, Lachenmann oder Feldman, die gerade das Leise, Ganz-Leise und Verstummende zum Thema hatte und sich dabei explizit an Webern orientierte.

      Ein anderer Aspekt, auf den Metzger verweist, erscheint mir da schon bedenkenswerter: er beschreibt Weberns Musik als extrem asexuell, er spricht über "jene spezifische Reinheit ohnegleichen, ja man möchte sagen: 'Heiligkeit' (...), die sie aller sonstigen Musik, welchen Schlages auch immer, so inkommensurabel macht" und beschreibt als "wunden Punkt" des Webernschen Komponierens, dass es "so tut, als wäre es wirklich nicht von dieser Welt, und dabei gerade ein Extrem der Authentizität erreicht, das (...) als spekulative Negation alles Irdischen déchiffriert werden muß, dieweil es real auf dem grausamsten Triebschicksal, nämlich der einschneidenden Verstümmelung der naturgegebenen polymorphen Perversität des Menschen, beruht". Muss es das wirklich? Ist Weberns Musik tatsächlich nur als heiligmäßig, unkörperlich, das Sinnliche verneinend zu rezipieren?

      Was die Nichtpräsenz des Webernschen Werkes im Konzertbetrieb betrifft, so scheint mir die charakteristische Kürze seiner Kompositionen ihrem Publikumserfolg am meisten im Wege zu stehen. Nicht nur lohnt es sich für ein Orchester wohl kaum, die "Fünf Orchesterstücke op. 10" aufwendig zu proben, um dann ein Konzert um ganze vier Minuten Musik zu bereichern, auch scheint gerade in den letzten Jahrzehnten, nicht zuletzt durch die Mahler-Renaissance befeuert, das Publikum unter dem Eindruck zu stehen, das Riesenhafte und Überwältigende sei das Gültige - und im Umkehrschluss das Kurze und Konzentrierte die zu vernachlässigende Petitesse. Schließlich: Womit soll man etwa Weberns Orchesterstücke kombinieren? Wer auf Mahlers Neunte wartet, wird bei Weberns op. 10 kaum angefangen haben, zuzuhören, wenn das Werk schon wieder vorbei ist.

      Und schließlich: war Weberns Einfluss auf das Komponieren nach seinem Tod vielleicht so immens (erst in den 50er Jahren, als die Seriellen aus seinem Werk entscheidende Impulse zogen, dann noch einmal in den 70er und 80er Jahren, als, wie beschrieben, Komponisten verschiedenster Herkunft das Leise und Verlöschende zum Thema ihrer Musik machten und damit eines der wichtigsten Elemente des Webernschen Musikdenkens fortspannen), dass sein Werk sich in der Musikgeschichte der letzten sechzig Jahre geradezu aufgelöst hat? Stehen seine Kompositionen nicht inzwischen wie bloße Skizzen da, die Männer wie Boulez, Stockhausen, Lachenmann, Zender oder Nono erst ausgeführt haben? Hat sein Schaffen über diese Funktion des "Stichwortgebens" hinaus überhaupt noch einen musikgeschichtlichen Eigenwert und heute eine ästhetische Bedeutung, oder muss es schlicht als überwunden, als im Werk seiner Nachfolger gänzlich aufgegangen betrachtet werden?


      Ohne eine erneute direkte ästhetische Erfahrung mit dem Werk werden sich (sowieso subjektive) Antworten auf diese Fragen nicht finden lassen. Ich habe mir deshalb vorgenommen, in den nächsten Wochen Webern einmal durchzuhören, das heißt zunächst die Werke mit Opuszahl, von der "Passacaglia" op. 1 bis zur "Kantate Nr. 2" op. 31. Sehr zeitaufwendig wird das nicht; das Gesamtwerk passt auf drei CDs. Ich bin gespannt, wie es mir nach langer Hörabstinenz mit Webern heute ergehen wird und lade herzlich dazu ein, mitzuhören und mitzuschreiben - Opus für Opus, nach der Reihenfolge, und schön langsam, damit sich gegebenenfalls ein Gespräch über ein Werk entwickeln kann, bevor schon das nächste beschrieben wird.

      Wer mittun möchte, dem empfehle ich die chronologisch sortierte Gesamtaufnahme der Werke mit Opuszahl, die Pierre Boulez 1978 bei Sony vorlegte:


      Eine zweite Gesamtaufnahme unter Boulez' Ägide bei Deutsche Grammphon versammelt auf sechs CDs das Gesamtwerk, d.h. auch vor allem die spätromantischen Jugendwerke, die sicher auch interessant sind, in diesem Thread aber zunächst nicht im Mittelpunkt stehen sollen.


      Eine erste Gesamtaufnahme der Webernschen Werke mit Opuszahl hat der amerikanische Dirigent Robert Craft bereits 1954-56 vorgelegt. Sie ist wohl nicht mehr erhältlich. 2005 und 2009 erschienen zwei Volumes einer geplanten neuen Gesamtaufnahme unter Craft bei Naxos:


      Ob im Rahmen dieser Reihe auch eine Neuaufnahme der Werke ohne Opuszahl geplant ist, weiß ich nicht. Über die musikalische Qualität der beiden bereits erschienenen CDs kann ich nichts sagen.

      Dringend empfehlen möchte ich Giuseppe Sinopolis glutvoll-expressive Interpretation der Orchesterwerke.


      Natürlich sind in diesem Thread alle Arten von Anmerkungen zu Webern, nicht nur zu den einzelnen Werken, sehr herzlich willkommen. In der Hoffnung, dass schon mein Einführungsbeitrag nicht ohne Reaktionen bleibt, werde ich mit Beiträgen zu den Werken nach ihrer chronologischen Reihenfolge erst in einigen Tagen beginnen.

      Grüße
      vom Don
    • Sehr schöne Einführung, lieber Don!

      Gern würde ich mich am Durchhören des Gesamtwerks Weberns beteiligen (habe auch die alte Boulez-Edition, die neue teilweise, und manches mehr, z. B. Orhesterwerke mit Herbert Kegel, die Musik für Streichquartett mit den LaSalles und den Ardittis). Allerdings habe ich bei Webern ein Problem, mit der Folge, daß ich seine Musik nur ganz selten höre(n kann): Nur wenn ich absolut ungestört bin und "mit mir in Ruhe", also ohne Ablenkung von allen Dingen, die sonst so allezeit durchs Hirn rauschen - nur dann kann ich Webern hören: Gerade die reifen seriellen Sachen (Streichquartett, Symphonie u. a.) sind so schnell vorüber und jeder einzelne Ton, ja die kleinste Phrase scheint ungeheuer bedeutungsvoll zu sein. Das setzt äußerste Konzentration beim Hörer voraus, viel mehr als anderswo, auch bei Schönberg.

      Doch ich nehme an, gerade dies sagt etwas über die Größe Webernscher Musik.

      Also: Ich verspreche nichts, aber ich überlege ernsthaft, beim Hören von op. 1 bis op. 31 dabeizusein. ;+)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Danke für den Eröffnungsbeitrag, lieber Don!
      Ich beteilige mich gern, gerade weil ich Gurnemanz Äußerung nur unterschreiben kann: Webern ist nichts "für nebenbei" - und deshalb hört man ihn vermutlich noch seltener, als es die ohnehin knappe Zeit erlaubt. Insofern kann ich den mit diesem Vorhaben verbundenen leichten Zwang nur begrüßen.

      Ich habe einige Einzelaufnahmen wie auch die bereits abgebildete DG-Gesamtaufnahme mit Boulez.

      Da bin ich mal gespannt.

      :wink:
    • Don Fatale schrieb:

      Warum aber sind beispielsweise die Orchesterwerke wie op. 6, op. 10 oder op. 30, die ja immer noch als Maßstäbe setzend, als revolutionär gelten, nur so selten im Konzertsaal zu hören im Vergleich etwa zu anderen Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts wie Bartóks "Konzert für Orchester" oder Strawinskys "Sacre du Printemps"?


      Verglichen mit zwei der größten und wirkungsvollsten Reißer der Musik des 20. Jahrhunderts hört man Weberns Orchesterstücke natürlich eher selten. Die Stücke op. 6 sind mir im Konzertsaal aber schon bestimmt 10mal begegnet, häufiger als Bergs op. 6 und vor allem häufiger als Schönbergs op. 16. Auch op. 10 wird öfter mal aufs Programm gesetzt.

      Aber es stimmt: Meist funktionieren die Orchesterstücke im Konzertsaal nicht. Die Ratlosigkeit steht vielen ins Gesicht geschrieben. Höchstens op. 6 Nr. 4 hinterlässt (manchmal) Eindruck. Ja, und das Kombinationsproblem: Op. 6 war bei meinen Konzerterlebnissen fast immer mit einer Mahler-Sinfonie gekoppelt - und obwohl die Kombination gerade mit der Neunten unmittelbar einleuchtet, funktioniert das Programm nicht.

      Op. 10 ist im Konzert besonders schwierig (das gilt natürlich auch für diverse andere Werke Weberns). Hier frage ich mich ausnahmsweise, ob das wiederholte Hören aus der Tonkonserve nicht sinnvoller ist. Oder man müsste ein Gesprächskonzert o.ä. veranstalten, bei dem die Stücke erläutert und jeweils mindestens zweimal gespielt werden.


      Ich lerne immer noch, in Foren nicht zuviel zu versprechen: Aber ab und zu werde ich mich am Threadprojekt gerne beteiligen.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Klasse, da bin ich auf jeden Fall dabei, lieber Don. Meine bisherigen (wenigen) Hörversuche mit Webern endeten allerdings bisher immer mit ungläubigem Kopfschütteln. Die Töne flogen mir nur so um die Ohren und ehe ich mich versah, war das Stück schon zu Ende. Wenn Weberns Werk auf nur drei CDs passt, müsste ich mit diesen beiden Aufnahmen ja eigentlich den größeren Teil schon haben.



      Gibt es eine Einzel-CD, mit der ich das letzte Drittel noch dazu kaufen kann? Die spätromantischen Werke interessieren mich allerdings weniger.

      Gruß, Carola
    • Hat sein Schaffen über diese Funktion des "Stichwortgebens" hinaus überhaupt noch einen musikgeschichtlichen Eigenwert und heute eine ästhetische Bedeutung, oder muss es schlicht als überwunden, als im Werk seiner Nachfolger gänzlich aufgegangen betrachtet werden?

      Nein. Nur weil jemand Konzepte anstößt, die später von anderen konsequenter umgesetzt werden, 'gehen' die Werke, mit denen er dieses Anstoßen vollzieht, nicht in denen der angeblichen Nachfolger 'auf'. Eine derartige Sicht wäre nur gerechtfertigt, wenn die Leistung der betr. Werke allein oder vor allem darin bestünde, jeweils bestimmte Konzepte umzusetzen. Dann hätten alle Werke, die demselben Konzept entsprechen, denselben Wert. Sicher ist es nicht so. Vielmehr reizen mich in einem Werk 'Ausdrucksmomente', die schon eine gewisse 'kreative' Leistung erfordern. Schon
      "Passacaglia" op. 1
      hat mich beim ersten Hören umgehauen. So geht es mir auch mit einigen späteren, warum auch immer, allerdings habe ich mich mit der Boulez-Gesamtaufnahme bislang aus Faulheit fast begnügt. :hide:
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.
    • Was die Nichtpräsenz des Webernschen Werkes im Konzertbetrieb betrifft, so scheint mir die charakteristische Kürze seiner Kompositionen ihrem Publikumserfolg am meisten im Wege zu stehen. Nicht nur lohnt es sich für ein Orchester wohl kaum, die "Fünf Orchesterstücke op. 10" aufwendig zu proben, um dann ein Konzert um ganze vier Minuten Musik zu bereichern, auch scheint gerade in den letzten Jahrzehnten, nicht zuletzt durch die Mahler-Renaissance befeuert, das Publikum unter dem Eindruck zu stehen, das Riesenhafte und Überwältigende sei das Gültige - und im Umkehrschluss das Kurze und Konzentrierte die zu vernachlässigende Petitesse.
      Zunächst, das ist ein geiler Thread, so wie ich mirs schon lange gewünscht habe. Nichtpräsenz des Webernschen Werkes .. ja diese Fomuierung ist erstmal nachvollziehbar, doch sehr scharf formuliert. Ich wähne, die Webernschen Werke werden öfters aufgeführt (d.h. die orchestralen und die kammermusikalischen Werke) als es uns möglicherweise klar ist.

      Bei vielen Kompositionen von Kurtag haben wir ein ähnliches Problem, und doch habe ich die Vermutung, dass manche von Kurtags Stücken durchaus öfters gespielt und auch vom Pubklikum angenommen werden.

      Allerdings - nach meinen Eindruck - werden von Webern überwiegend die Stücke aus der freien sog. atonalen Phase aufgeführt.

      Gründe: die Realisierung dieser Phase gelingt leichter als Aufführungen aus seinem Spätwerk. Aufführungen seines Spätwerks scheitern – nach meiner bisherigen Erfahrung – leider zu oft darin, dass diese viel zu unsinnlich, zu trocken gespielt werden.
      Die Spannung zwischen Struktur und sinnlichem Ausdruck fällt leider häufig unterm Tisch.

      Weberns serrielle Phase: z.B Zender mit den Kantaten, Ashbury und Boulez mit Orchesterwerken und das Emerson-Quartett und The Claremont Quartet (über Youtube reinziehbar) bilden da verdienstvolle, nicht zu überschätzende Ausnahmen. Nebenbei: Webern unterm späten ist mir lieber als unterm frühen Boulez.
      Meist funktionieren die Orchesterstücke im Konzertsaal nicht. Die Ratlosigkeit steht vielen ins Gesicht geschrieben. Höchstens op. 6 Nr. 4 hinterlässt (manchmal) Eindruck. Ja, und das Kombinationsproblem: Op. 6 war bei meinen Konzerterlebnissen fast immer mit einer Mahler-Sinfonie gekoppelt - und obwohl die Kombination gerade mit der Neunten
      unmittelbar einleuchtet, funktioniert das Programm nicht. Womit soll man etwa Weberns Orchesterstücke kombinieren? Wer auf Mahlers Neunte wartet, wird bei Weberns op. 10 kaum angefangen haben, zuzuhören, wenn das Werk schon wieder vorbei ist.
      Boulez kombinierte bei seinem Konzert vom 22.01.2011 Weberns op. 6 (also die 6 Stücke für Orchester) mit Mahlers Sinfonie Nr. 7. Weberns op. 6 war nicht einfach irgend ein Fillup. Und durch diesem fetzigen Thread ist es mir endlich klar warum Boulez das getan hat (ich brauch eben etwas länger, eh ich so was checke :hide: ). Na, um den Kontrast zwischen dem Mahlerschen und Webernschen Werke zu verdeutlichen, auszutragen. Also: warum denn nicht mal auch so diese Art der Konzertzusammenstellung mit Webern ? Das muss doch einfach funktionieren und auch beim Hörer rüberkommen (das Boulez-Konzert wird nächste Woche noch-1-mal gesendet, werde es im Kalender dokumentieren).

      Gielen kombinierte/montierte Weberns Orchesterstücke mit der Rosamunde-Musik von Schubert und begründete das mit der Aura beider Werke.

      Ich behaupte jetzt sogar mal, dass op. 6, op. 10 (die 5 Orchesterstücke) und op. 5 (die 5 Sätze für Streichquartett) einen recht festen Platz im Konzertrepertoire gefunden haben. Das leidige Problem dabei ist, dass diese Stücke (bei op. 5 ist diese Gefahr vielleicht geringer) zu derem Nachteil als bloße Konzert-Fillups, als Anhängsel reingezogen werden.

      Meine Einschätzung momentan: Das Webernsche Werk hat insgesamt eine schmale, aber doch deutlich wahrnehmbare Aufführungshäufigkeit.

      Natürlich ists wünschenswert, dass - vor allem das Spätwerk – Weberns Werke sehr viel häufiger aufgeführt werden.
      Op. 10 ist im Konzert besonders schwierig (das gilt natürlich auch für diverse andere Werke Weberns). Hier frage ich mich ausnahmsweise, ob das wiederholte Hören aus der Tonkonserve nicht sinnvoller ist. Oder man müsste ein Gesprächskonzert o.ä. veranstalten, bei dem die Stücke erläutert und jeweils mindestens zweimal gespielt werden.
      Ich habe einen Mitschnitt (live, keine Studio-Konserve!) von 2005, in dem Walter Levin (vom LaSalle-Quartett) ein Gesprächskonzert mit op. 5 sehr engagiert und „pädogogisch“ gemacht hat, auch mit Musikbeispielen (Walter Levin macht das auch mit Quartetten von Berg und Nono)
      Auch verstanden?
      ich denke, dass der Rätselcharakter der Werke von z.B. Bach, Beethoven, Mozart, Schubert, Brahms, Mahler kein geringerer ist, als der von Webern. Bei z.B. Werbern wird aber das "Nichtverstehen" dem Hörer schneller bzw. unmittelbarer deutlich...



      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Angeregt durch den Thread habe ich mir diese CD geliehen und daraus mir Weberns Orchestervariationen op. 30. reingezogen.



      Hochinteressante Alternative zu Lucerne Festival Academy Orchestra vom 25.08.10 (Radiomitschnitt) und den Berliner Philharmoniker (Studio, siehe Gesamtbox im Einleitungsposting) beides unter Boulez.

      Boulez bringt - die Struktur (soweit ohne Partitur überhaupt hör- bzw. nachvollziehbar) sowieso - aber auch Klangfarben wunderschön zur Geltung. Die Abbado-Wiedergabe - mit den Wienern - ist zusätzlich sehr passioniert, hoch emotional.

      => Diese op-30-Aufnahme möchte ich nicht mehr missen.

      Inwischen habe ich auch Gefallen an der Kegelschen Aufnahme der Sinfonie op. 21 mit dem RSO Leipzig gefunden. Vorher war ich sehr auf Boulez mit den Berlinern (Studio) und Ashbury mit dem Klangforum Wien vom 23.04.10. (Radiomitschnitt) fixiert.
      lade herzlich dazu ein, mitzuhören und mitzuschreiben - Opus für Opus, nach der Reihenfolge, und schön langsam, damit sich gegebenenfalls ein Gespräch über ein Werk entwickeln kann, bevor schon das nächste beschrieben wird.
      das muss ja nicht rein chronologisch sein .. vorstellbar auch umgekehrte Reihenfolge also vom letzten Werk zurück zum Anfang . oder in Sprüngen ?

      :wink:
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    • Was ich an Webern interessant finde - und was mich immer wieder motiviert, mich an seine Werke zu versuchen: bisher ohne Erfolg - ist die Tatsache, dass er offenbar von Renaissancemusik sehr angetan war. Nicht nur, dass er Werke von Heinrich Isaac ediert hat, auch in seinem Buch über Komposition geht er in die Kompositionstehniken der frühen Niederländer ein - und stellt eine Paralelle zu seinen eigenen auf.
      Hörend konnte ich das bisher nie nachvollziehen: zu sehr aus Bruchstücken gebaut empfinde ich seine Musik, als ich da eine Polyphonie erkennen könnte. Könnt ihr Werke von ihm empfehlen, wo diese Affinität zum Alten (wenn auch im neuen Gewand) euch ganz spürbar da ist?
      (Seine Passacaglia und seine Bach-Bearbeitungen finde ich schon klasse, zu seinen "richtigen" Werken fehlt mir der Zugang.)

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • was mich immer wieder motiviert, mich an seine Werke zu versuchen: bisher ohne Erfolg - ist die tatscahe, dass er offenbar von Renaissancemusik sehr angetan war. Nicht nur, dass er Werke von Heinrich Isaac ediert hat, auch in seinem Buch über Komposition geht er eingehen in die Kompositionstehniken der frühen Niederländer ein - und stellt
      eine Paralelle zu seinen eigenen auf. Hörend konnte ich das bisher nie nachvollziehen: zu sehr aus Bruchstücken gebaut empfinde ich seine Musik, als ich da ein Polyphonie erkennen könnte. Könnt ihr Werke von ihm empfehlen, wo diese Affinität zum Alten (wenn auch im neuen Gewand) euch ganz spürbar da ist? (Seine Passacaglia und seine Bach-Bearbeitungen finde ich schon klasse, zu seinen "richtigen" Werken fehlt mir der Zugang.)
      Mit Musik der Renaissance kenn ich mich gar nicht aus.
      Die Bachbearbeitung des Ricercar aus Bachs MO finde ich auch klasse. (Nebenbei: Scherchens MO-Version bietet eine hochinteressante Alternative zu Webern).
      zu sehr aus Bruchstücken gebaut empfinde ich seine Musik, als ich da ein Polyphonie erkennen könnte.
      Vermutlich wird dir dann der Webern der frühen Atonalität weniger zusagen, obwohl ich, was den Zugang zu seiner Musik bzw. den Zugang zur Moderne überhaupt betrifft, diese Phase für sehr geeignet halte.

      Falls du Wert auf Formen legst, die dem Hörer so etwas ähnliches wie „Halt“ oder quasi „Orientierung“ verschaffen, dann könntest du vielleicht eher was mit seiner späten Schaffensphase anfangen, obwohl ich diese als sperriger empfinde, als die frühe der sog. freien Atonalität.

      Versuchs vielleicht mal mit der Sinfonie op. 21 (1. Satz: Sonatenhauptsatzform, 2. Satz: Variationen), den Orchestervariationen op. 30 oder den Variationen op. 27 für Klavier. Bei Youtube gibt es sicherlich von den aufgezählten Werken auch einige Strings zum Reinziehn.

      Folgender Youtube-String ist hammergeil und hat einen ganz festen Stammplatz
      Anton Webern (1883-1945): String Quartet, Op. 28. Written in 1938.
      The Claremont Quartet:
      Marc Gottlieb, violin
      Phillip Ruder, violin
      Scott Nickrenz, viola
      Irving Klein, cello

      “www.youtube.com/watch?v=Rp9rLBzGTbQ”
      Recorded in 1968.

      Vielleicht springt der Funke bei irgendeinen Webernstück (vielleicht sogar bei einen aus der früheren sog. atonalen Phase) rüber. das wäre toll...

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      Vielleicht springt der Funke bei irgendeinen Webernstück (vielleicht sogar bei einen aus der früheren sog. atonalen Phase) rüber. das wäre toll...
      Ja! (ich hätte endlich auch Gesprächstoff mit meinem Vater, der ein großer Webern-Fan ist :D )

      Danke für die Empfehlungen!

      LG
      Tamás
      :wink:
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      Fugato
    • Ich werde gerne hier mit machen - wenn meine Zeit es erlaubt. Das ganze in chronologischer Reihenfolge zu machen, finde ich sehr reizvoll. Aber das und auch die Taktzahl sollten wir dem Thread-Eröffner überlassen :thumbup: . Außer den schon genannten Päckchen kann ich noch die Streichquartette mit LaSalle und mit den Ardittis (inkl. Streichtrio) in den Ring werfen



      sowie diverse Einzelaufnahmen (z.B. op. 27 mit Pollini, op. 6 mit Gielen und mit Metzmacher, op. 11 mit Queyras, und noch ungehört :schaem: schlummern irgendwo noch Orchesterstücke mit Kegel am Pult)

      :wink: Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Ja! (ich hätte endlich auch Gesprächstoff mit meinem Vater, der ein großer Webern-Fan ist :D )
      und warum ist er dann noch nicht in Capriccio und gibt uns allen z.B. Schützenhilfe für die Entwicklung des Webern-Threads :thumbup:
      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      Ja! (ich hätte endlich auch Gesprächstoff mit meinem Vater, der ein großer Webern-Fan ist :D )
      und warum ist er dann noch nicht in Capriccio und gibt uns allen z.B. Schützenhilfe für die Entwicklung des Webern-Threads :thumbup:
      :wink:
      :D Wäre klasse! Leider ist er im Deutsch nicht so gewandt, wie euer Ungar... ;(
      (In den 50er war es scher eine Femdsprache zu lernen - außer, wenn man Russisch lernen wollte...)


      LG
      Tamás
      :wink:
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      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • :D Wäre klasse! Leider ist er im Deutsch nicht so gewandt, wie euer Ungar... ;(
      (In den 50er war es scher eine Femdsprache zu lernen - außer, wenn man Russisch lernen wollte...)
      du könntest ja übersetzen. Und durch diese Übersetzungarbeit würdest du - wider Erwarten ? - vielleicht doch einen Draht zu Weberns Musik finden. Dann wäre uns allen hier gedient, denn das wäre für diesen Webern-Thread sehr fruchtbar...
      :wink:
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    • Höchst erfreulich, dass doch so einige sich anregen lassen wollen, gemeinsam Webern durchzuhören! Und den "Eben..."-Threads entnehme ich, dass der eine oder die andere auch schon zu Hören angefangen oder sich die entsprechenden CDs zugelegt hat. Legen wir also los!

      Amfortas09 schrieb:

      das muss ja nicht rein chronologisch sein .. vorstellbar auch umgekehrte Reihenfolge also vom letzten Werk zurück zum Anfang . oder in Sprüngen ?

      Kleiner Chaot... ;+) Nein, wir machen das schön der Reihe nach.

      Tschabrendeki schrieb:

      Was ich an Webern interessant finde - und was mich immer wieder motiviert, mich an seine Werke zu versuchen: bisher ohne Erfolg - ist die Tatsache, dass er offenbar von Renaissancemusik sehr angetan war.

      Ganz offenbar jedenfalls hat er sich, wie so viele im frühen 20. Jh., von der symphonischen Form ab- und älteren Formen zugewandt; letzteres wohl aus dem Gefühl, dennoch einen "Rahmen", eine formale Struktur zu benötigen, gerade weil die überlieferte auf Tonika und Dominante gegründete harmonische Struktur ihm gerade unter den Fingern zerfloss. An seinem Opus 1 ist ja beides ganz deutlich abzulesen.
      Ich bin, gerade weil ich bisher zur Renaissancemusik so gar keinen Zugang habe, sehr gespannt, ob ihr auch inhaltlich-emotionale Verbindungen zwischen Alter Musik und Webern ziehen könnt. Vielleicht wird dieser Thread so irgendwie auch meine Eintrittskarte zur Renaissancemusik...


      Passacaglia op. 1

      Die "Passacaglia", die er später mit op. 1 bezeichnete und sein "Gesellenstück" nannte, komponierte der 25-jährige Webern 1908 zum Abschluss seines vierjährigen Studiums bei Schönberg. Tatsächlich war damit sein Schüler-Lehrer-Verhältnis zu Schönberg allerdings noch lange nicht beendet. Grundlage der Komposition ist ein achttaktiger und achttöniger, rhythmisch gleichmäßig voranschreitender Cantus Firmus (jeweils eine Viertelnote, eine Viertelpause im Zweivierteltakt), der zunächst von den Streichern im pizzicato vorgestellt wird und sich dann als Ostinato durch die folgenden 23 Variationen zieht. Er wandert dabei durch die Stimmen und verschwindet auch immer mehr in ihnen, ist nach der dreizehnten Variation nur noch schwer auszumachen. Der Cantus Firmus ist in einer deutlichen d-Moll-Tonalität gehalten, die allerdings durch den leiterfremden Ton As verunklart wird. Bereits in der ersten Variation wird ein Gegenthema etabliert, das in seiner Chromatik aus der d-Moll-Tonalität ausbricht. Dieses Thema, rhythmisch durch Synkopen und Triolen, melodisch durch fallende Sekundschritte gekennzeichnet, wird in den folgenden Variationen immer weiter entwickelt. Die einzelnen Variationen, durchweg achttaktig, sind auch in der Partitur durch jeweils modifizierte Tempovorschriften klar voneinander abgesetzt. Nach der 23. Variation folgt, deutlich abgetrennt durch eine Fermate, eine Coda.

      Die Anklänge an Brahms und dessen Rückgriffe auf alte Formen (z.B. in der Vierten Symphonie), aber auch sein Prinzip der "entwickelnden Variation", über das Arnold Schönberg viel später, 1933, in seinem Aufsatz "Brahms, der Fortschrittliche" schrieb, sind in Weberns "Passacaglia" ohrenfällig. Die an Wagner, an tristansche Leitton-Chromatik mit ihren seufzend-fallenden Sekundschritten aber m.E. auch. Und schließlich fallen einem Reger und Busoni ein als etwas ältere Zeitgenossen, die sich ebenfalls intensiv mit alten Formen beschäftigten. Ihnen hatte Webern schon in seinem Opus 1 aber diese wilde Expressivität, diese emotionalen Steigerungen auf engstem Raum voraus, wegen denen mich die Passacaglia besonders begeistert und die mich auch in vielen seiner späteren Werke sehr faszinieren.


      So, die Diskussion über op. 1 ist eröffnet. Was die Rezension der verschiedenen Aufnahmen angeht, lasse ich gerne erstmal jemand anderem den Vortritt.

      Grüße
      vom Don
    • Mein Höreindruck zur Passacaglia op. 1, mit der von Amfortas09 vorgestellten Aufnahme:

      Zu Beginn passe ich auf den Cantus Firmus auf, Brahms Vierte geht mir nicht aus dem Kopf dabei, doch nach und nach vergesse ich aufzupassen und lasse mich immer mehr hineinfallen in diese spannenden Stimmungswechsel, erst recht bei den emotionalen Steigerungen der Musik. Auch Wagners Tristan-Harmonik und (im Klangbild) impressionistische Momente meine ich durchzuhören. Mit jeder neuen Variation tut sich eine neue Welt auf, das geht schnell, man kann nicht verweilen, schon ist man in der nächsten Welt. (Vielleicht höre ich das Werk einmal mit Partitur und nach jeder Variation „mit Pausetaste“ unterbrechend.) Claudio Abbado und die Wiener Philharmoniker (CD DGG 431 774-2, aufgenommen im Großen Musikvereinssaal Wien im April 1990) „beschönigen“ die Musik vielleicht, der irisierend verklärende Orchesterklang sorgt für eine sicher gewünschte besondere Warmherzigkeit der Interpretation. Schärfer denkbare Konturen mögen hier geglättet sein. Man möchte wohl auf jeden Fall erreichen, das Publikum nicht zu befremden sondern zu betören, gerade mit dieser Musik. Mir gefällt es so.
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Erste Gdanken

      Ich gebe zu, ich fremdele bisher doch sehr mit diesem Werk und verliere auch schon recht früh den Überblick - in welcher Variation befinde ich mich gerade, dauert jede Variation acht Takte? Den Anfang finde ich noch sehr schön, wobei die Pizzicati der Streicher, die den Cantus firmus erstmals vorstellen, mehr zu ahnen als zu hören sind. Dann die 1. Variation, wenn die Trompete den Cantus firmus spielt und die Querflöte das Gegenthema (?). Dieses Kontrapunktische gefällt mir sehr. Danach allerdings, diese Steigerungen und Aufwallungen bis hin zum Orchestertutti mit Beckenschlag - das Spätromantische ist nun mal nicht meine Welt. Zwischen drin gibt es aber mehrmals zarte Aufhellungen (Streicher, Harfe), die mich ansprechen. Ich werde das Stück in den nächsten Tagen auf jeden Fall noch einige Male hören.

      Gruß, Carola
    • Begrifflichkeiten

      Was mich erstaunt ist, dass Webern das Werk Passacaglia genannt hat. Darunter versteht man eigentlich (in der Barockmusik) eine Variationenfolge über ein ständig wiederholtes Bassthema. Das Ausgangsthema wird hier aber durch alle möglichen Stimmen geführt. Und warum heißt dieses Thema dann Cantus firmus? Wieder ein Begriff aus dem Barock, der, als "fester Gesang" eigentlich eine Melodie meint, ein gesungenes Thema also und kein instrumentales. In den Bachkantaten gibt es zwar auch manchmal einen rein instrumentalen Cantus firmus, der zitiert dann aber eine bekannte Kirchenmelodie, geht also letztlich doch wieder auf Vokales zurück.

      Webern verwendet offenbar zwei Begriffe, die aus der Barockmusik stammen, ändert aber ihre Bedeutung. Oder stammt der Begriff des Cantus firmus für das Ausgangsthema gar nicht von ihm?

      Gruß, Carola
    • Die Webern-Passacaglia ist natürlich ein tolles Stück. Ich mag besonders den teilweise sehr grellen (dieses Wort steht sogar in der Partitur) Einsatz der Holzbläser.

      Mich stören ein bisschen die vielen Ganzschlüsse, die irgendwie innerhalb dieser hochchromatischen Harmonik sehr stark herausstehen.

      In der ersten Variation sieht man es ziemlich gut in den Streichern (im Notenbsp. fehlt der erste Takt): lauter schräge Akkorde, und zum Schluss A7 - d.

      Die berühmte Brahms'sche Passacaglia (4. Sinfonie) klingt vielleicht auch deshalb so "unquadratisch", da das Thema mit einem phrygischen Bassschritt (f-e) kadenziert.

      So weit meine ersten Gedanken du dieser berauschenden Musik... bei Aufnahmen kann ich leider nicht mitreden, hab nur die mit HvK. Dessen Orchestervariationen von Schönberg (auf derselben CD) empfinde ich allerdings als ungleich emotionaler als manche neueren Aufnahmen, die ich gehört habe, sehr gut durchhörbar bei perfekter Tempowahl. Ob seine (wenigen) Webernaufnahmen auch eine Referenz darstellen?