Klassik meets Jazz - Crossovers, die uns faszinieren

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    • Bach ein "wahrer" Jazzer?

      Ich weiß nicht, wie ernst gemeint diese "unverschämte Frage" ist, aber
      JSB erscheint mir für eine solche Zuordnung überhaupt nicht zu taugen.
      Wenn ich es richtig verstehe, dann ist das Individuum bei Bach immer in
      einem umfassenderen Ganzen aufgehoben. Im Jazz hingegen geht es vor allem
      darum, dass das Individuum eine eigene und vor allem unverwechselbare
      Stimme bekommt.

      Ich selbst kenne kaum derartige Crossovers.
      Nachdem ich aber mal Gulda habe "jazzen" hören, war ich auch nicht so
      besonders scharf darauf. Ich könnte mir vorstellen, dass es
      unwahrscheinlich schwierig sein dürfte für Künstler, die nicht
      "bilateral" aufgewachsen sind, sich in überzeugender Weise über die
      Grenze hinaus in das andere Gebiet zu bewegen - da scheint es mir
      Prägungen zu geben, die man in fortgeschrittenem Stadium der
      Spezialisierung nicht mehr gut "ablegen" kann, um mit der nötigen
      Unschuld den richtigen "Ton", die richtige "Haltung" oder auch das
      richtige "Gefühl" für das Wesen des bis dato Fremden zu treffen.
      Sicherlich lasse ich mich gerne darauf ein, wenn mich jemand eines
      Besseren belehrt.

      Unbenommen davon: Reizvoll könnten
      Crossover-Projekte m.E. vor allem dann sein, wenn eine neue ästhetische
      Ausdrucksebene als Folge einer Durchmischung/gegenseitigen Befruchtung verschiedener Prägungen
      gefunden wird - wenn also keine "lupenreinen" (*räusper*) Stilmerkmale
      angesteuert werden. Ist alles ein wenig theoretisch, ich weiß. :stumm:
      ...schreibt Christoph :wink:
    • Conlon Nancarrow

      Als auf eine merkwürdige Weise paradox verortet, empfinde ich die Experimente des Conlon Nancarrow.

      Einerseits haben viele seiner Stücke für Player Piano einen unverwechselbar jazzigen Sound; es ist quasi Über-Jazz, da vielfach nicht mit den Mitteln konventionellen Klavierspiels zu bewältigen. Die Rhythmik wird dabei exzessiv verabsolutiert, jenseits der Grenzen, denke ich, die ein Messiaen gesetzt hat, die ein indischer Raga setzt. Andererseits läuft der pointiert maschinenhafte Gestus dieser Musik dem Freiheits- und Individualitätsgedanken des Jazz gänzlich zuwider.

      Es gibt eine Reihe CDs der Musik für das mechanische Lochstreifenklavier, das Bösendorfer-Ampico-Selbstspiel-Piano. Ich führe die folgende an:



      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Ich weiß nicht, wie ernst gemeint diese "unverschämte Frage" ist, aber
      JSB erscheint mir für eine solche Zuordnung überhaupt nicht zu taugen.
      Wenn ich es richtig verstehe, dann ist das Individuum bei Bach immer in
      einem umfassenderen Ganzen aufgehoben. Im Jazz hingegen geht es vor allem
      darum, dass das Individuum eine eigene und vor allem unverwechselbare
      Stimme bekommt.
      Die Frage ist auf der einen Seite natürlich etwas provokant von mir gestellt worden, aber jede Art der Improvisation ist zuerst einmal "persönlich". Und Bach hat, durchaus Duke Ellington nicht unähnlich, Schriftform und Improvisation verbunden. Deshalb eben AUCH ein sehr früher Vorbote das Jazz.

      Ich selbst stehe Bach nicht sonderlich nahe, aber man möge mal seinen Generalbass als eine Art "Riff" der Klassik ansehen, also ein Vorbote auf die Musik bon Bennie Moton, Jay McShann oder Count Basie - oder dem Kansas City-Jazz der 20-er bis 40-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

      Ich selbst kenne kaum derartige Crossovers.
      Ich denke schon, Du siehst sie nur nicht als "Cross Over" an. Die "Rhapsody in Blue" ist z.B. so ein Werk, was man durchaus als Solches bezeichnen könnte.
      Unbenommen davon: Reizvoll könnten
      Crossover-Projekte m.E. vor allem dann sein, wenn eine neue ästhetische
      Ausdrucksebene als Folge einer Durchmischung/gegenseitigen Befruchtung verschiedener Prägungen
      gefunden wird - wenn also keine "lupenreinen" (*räusper*) Stilmerkmale
      angesteuert werden. Ist alles ein wenig theoretisch, ich weiß.



      Nein, überhaupt nicht!! Es ist einfach schwierig, das Ganze in Worte zu fassen, weil das Thema extrem komplex ist.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Da rennst bei mir, aber bestimmt auch bei anderen Foristi, offene Türen ein.
      Nein, unverschämt ist die Frage garantiert nicht, außer für Puristen, für die Jazz nicht wirklich gilt.
      Puristen sind für mich die schlimmsten Hörer überhaupt. Auch Musiker, die sich so bezeichnen, sind leider kaum in der Lage, weiter als bis zur Eingangstüre zu schauen. Ich hatte selbst einen solchen Band-Leader, der nicht kapieren wollte und will, dass seine Ansichten - und die seiner Gefogsleute - der Musik schädlicher sind als jene, die über den Tellerrand blicken können und auch wollen.

      Ich freue mich aber, wenn ich merke, dass es Leute gibt, die meine Meinung dazu teilen.

      Na ja, da müsste man mal definieren, was ein "wahrer Jazzmusiker" denn ist.
      Finde ich nicht unbedingt notwendig. Du hast die Gänsefüßchen anders gesetzt, was der Bedeutung Deiner Worte einen ganz anderen Sinn gibt als meine Aussage gedacht war. Meine war mit einer gehörigen Prise Ironie gemeint, Deine wohl weitaus weniger.

      Ich musste nämlich feststellen, dass weitaus mehr vermeintliche "Jazzmusiker" der Klassik positiv und auch mit dem notwendigen Ernst gegenüber standen, während die Klassiker oftmals die Nase rümpfen gegenüber einem "Jazzmusiker".

      Falls man mich jetzt fragt, warum das so sei, ist die Erklärung dafür auch nur unzureichend. Fakt ist, dass es bis in die 1980-er Jahre hinein kein wirkliches "Jazz-Studium"gab. Jazzmusiker waren Autodidakten oder haben eine klassische Ausbildung genossen. Klassische Musik als reiner Autodidakt zu machen, ist im Grunde fast nicht möglich. Klassische Musik wurde, wie wir wissen, in der adligen Gesellschaft als "Pflicht" seit ewigen Zeiten gelernt und auch praktiziert. Diesen Hang zum "Elitären" gab es auch noch lange im 20.Jahrhundert. Der Jazzmusiker war "ungebildet, trank Alkohol und spielte in Bordellen", also gehörte zum "einfachen Fußvolk". Ich gebe zu, das koingt klischeehaft, doch genau so war es gewesen. Entsprechend spät fanden sich Komponisten, die sich auch ernsthaft dem Jazz zuwenden wollten oder konnten.

      Jazz ist, zunächst einmal ganz einfach gesagt, das Zusammenführen von einfachen Melodien auf einem bestimmten Harmonie-Schema, die der Musiker zuerst "erimprovisiert" hat. Als Harmonie-Schema wurde der Blues oder die einfache form der Liedform gewählt. Darauf wurde dann die Melodie quasi "variiert" (New Orleans) , um am Ende wieder zum Thema zurück zu kommen. Titel hier waren z.B. der "Tin Roof Blues" oder der bekannte "Tiger Rag".

      Duke Ellington wurde dann, gezwungen durch die Anforderungen im Cotton Club ab 1929, der Meister dieser Formen. Viele seiner Titel basierten auf diesen beiden Schemata, doch er verfeinerte sie, wie z.B. in "Mood Indigo". Dieser Linie blieb er im Grunde sein Leben lang treu. Erst der Arrangeur Billy Strayhorn brach diese Linie auf und schuf Neues in der Ellington Band.

      Und Ellington ist nun mal das wichtiste Bindeglied von Klassik und Jazz, weil die Übergänge teilweise fließend sind. Seine "Konzerte" für Barney Bigard, Rex Stewart oder Cootie Williams waren Solistenkonzerte, die denen von Haydn oder Mozart in nichts nachstanden.

      Ein anderes Bindeglied war die Band von Paul Whiteman, der einen "Symphonischen Jazz" spielte, und der die "Rhapsody in Blue" in Auftrag gab und auch uraufführte. Die Musik Gershwins hatte eine ganz andere Dimension als jene von Ellington, aber Gerhswin war ein großer Verehrer von Ellington, wie dieser ein großer Verehrer von Ravel oder Debussy war. Und Ravel kam oft zum Duke in den Cotton Club, weil er zu gerne was vom Duke "klauen" wollte, wie er freimütig bekannte.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • RE: Liebermann - Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Wie sieht es eigentlich mit Rolf Liebermanns "Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra " aus?
      Ich finde das Werk ziemlich schmissig und spannend, vor allem in der Fritz Reiner- Einspielung.
      Nun behaupte ich nicht ernsthaft, daß dies orginärer Jazz ist, aber ein interessanter Versuch von Crossover ist das für mich allemal.

      Ja, finde ich auch.

      Das Liebermann - Jazzconcertino kenne ich schon seit meiner TB-Aufnahmezeit in der Aufnahme mit dem Kölner RSO.
      Was hällst Du, lieber Michael und ihr von der NAXOS-Aufnahme mit Günter Neuhold, die weitere Liebermann-Leckerbissen enthält ?
      Ich bin mit dieser Aufnahme jedenfalls zufrieden. Das Furioso ist eine weiteres tolles Stück ...


      NAXOS, 2002, DDD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • William Russo: Drei Stücke für Blues-Band und Symphony Orchestra op.50

      William Russo hat in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Seiji Ozawa und mit dem Blues-Band-Boss Corgy Siegel in den 70er-Jahren die genialen
      Drei Stücke für Blues-Band und SymphonyOrchestra op.50
      geschrieben und 1973 mit Ozawa / Boston SO und der Siegel-Schwall-Band auf DG aufgenommen.

      Alleine die Idee, die Ozawa in den 70ern kam, als er mit Russo in einem Blues-Restaurant (in der die Siegel-Schwall-Band spielte) in San Francisco saß und Russo zu der Komposition der Drei Stücke für Blues-Band und SO anregte, finde ich schon super. Von der Umsetzung erwarte ich gar keine tolles Blues-Stück mit hohem Anspruch. Das soll und kann ja ruhig "Blues für Anfänger" sein, wie es Hans aus Kiel schon mal in einem früheren Thread (von 2005) zu dem Werk bei Tamino bezeichnete, denn ich will gar kein Blues hören ! Den höre ich mir auch sonst nicht an.
      :thumbsup: Entstanden ist ein packendes Orchesterwerk mit Blues-Inhalten, der durch die Siegel-Schwall-Band mit dem San Francisco SO kurzweilig und packend umgesetzt wird.


      Ich hatte diese Aufnahme zuvor schon auf LP und war nach dem ersten Hören absolut begeistert. Natürlich habe ich mir die CD schon bald nach erscheinen auch zugelegt - die ist klanglich genau so gut geraten, wie auf LP. Sicher --- da geht es absolut zur Sache. Die Instrumentation des Orchesters, das Zusammenspiel mit der Blues-Band und die Mundharmonika mit Orchester - das paßt alles genau und es entstand ein aufgewühltes Orchesterwerk in drei Sätzen - ein Wahnsinn-Stück - mir gefällt dieser Cross-Over seit Jahrzehnten immer wieder !

      Mit dem Stück habe ich (beim Vorführen) seit nunmehr annähernd 30Jahren größte Erfolge bei Menschen erzielt, die mit Klassik rein gar nichts am Hut haben; genau wie bei Klassikliebhabern.


      DG, 1973, ADD


      Bin mal gespannt auf Eure Reaktionen !??! Ich finde das Stück sollte man unbedingt kennen !
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Was hällst Du, lieber Michael und ihr von der NAXOS-Aufnahme mit Günter Neuhold, die weitere Liebermann-Leckerbissen enthält ?
      Ich bin mit dieser Aufnahme jedenfalls zufrieden. Das Furioso ist eine weiteres tolles Stück ...
      Lieber Wolfgang,
      ich gestehe, daß ich diese Naxos nicht kenne........
      Aber "Furioso" habe ich einige male gespielt, das Stück ist wirklich klasse!

      Und der Russo natürlich auch, mit dem habe ich dieselben Erfahrungen gemacht wie Du.

      Frohes neues Jahr,
      Micha
    • Ich habe sowohl den Liebermann gehört (von genau dieser CD nämlich, die Naxos heraus brachte) und auch das Werk von William "Bill" Russo. EIn Wort zu Bill Russo, denn SO ist er den Jazzern weitaus geläufiger. Bill Russo war einer der Arrangeure der Stan Kenton Bigband von 1950-1955 und war Schüler von Lennie Tristano. Später schreib er u.a. mehrere Opern, Ballette und andere symphonische Werke. Als Lehrer u.a. für die berühmte Lennox School of Jazz und der Manhattan School of Music kam es zu Projekten mit Leonard Bernstein, Yehudi Menuhin oder auch Dizzy Gillespie. Ein sehr vielseitiger Musiker also.

      Mit dem Liebermann-Werk kann ich nicht viel anfangen, den Russo fand ich damals klasse. Das Werk war auf einer Ramsch-LP mit dabei, die ich zur Zeit der LP günstig erwerben konnte. Leider kenne ich nur diese eine Einspielung durch Ozawa, was höchst bedauerlich ist.

      Man sollte sich auch mal die Werke des eigentlich als Jazz-Pianist bekannt gewordenen James P. Johnson anhören. Er war Schüler eines Schülers von Rimsky-Korssakov und hat Werke in den 30-er/40-er Jahren geschrieben, die doch recht "jazzig" rüberkommen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Es gibt da auch noch den Komponisten Robert Mcbride((20.2.1911 – 1.7.2007)

      "http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_McBride_%28composer%29",

      dessen Violinkonzert ich seit 1979(als ich eine recht verstaubte LP damit fand) sehr mag.
      Es ist eine Hommage nicht auf den Jazz, sondern auf die "Music Hall bezw. Variete" Musik.
      Aber da gibt es naürlich Berührungspunkte vielerlei Art.
      Ich zitiere mich mal aus einem anderen Leben selber.....Tamino-klar...... :hide:
      Nicht wirklich wichtig, aber ich besitze da noch ein wirklich fetziges und unterhaltsames Violinkonzert von Robert Mcbride, der 1911 in Tucson geboren wurde, welches Lust auf weitere Werke dieses Komponisten macht.Allerdings ist mir seit 1979, als ich die Schallplatte (Desto-Records mit Maurice Wilk-Violine) kaufte, nichts weiteres mehr von diesem Komponisten über den Weg gelaufen außer der Tatsache, daß er offiziell Gershwins "Second Rhapsody" instrumentatorisch überarbeitet hat und Professsor in Tucson war.Maurice Wilk scheint ein ganz herausragender Geiger gewesen zu sein, er starb bereits 1963, wahrscheinlich relativ jung. ?(Gibt es weitere Aufnahmen mit ihm und wer kennt seinen Lebenslauf?Das würde mich sehr interessieren.
      Zu Wilk habe ich das noch gefunden:
      "http://en.wikipedia.org/wiki/Maurice_Wilk"

      Die Sätze des Violinkonzertes sind übrigens nach Variete- Nummern benannt.

      1. Sock 10-G: Allegro
      2. Lush Pix Wix: Lento
      3. B.O. Hypo

        Ich denke , dies ist das einzige Violinkonzert mit solch einer Satzüberschreibung.
        Und es ist ein sehr unterhaltsames, pfiffiges und leider kurzes Konzert.

        Keine Kunst, aber sehr gehobenes Kunsthandwerk, welches ich sehr liebe.
        Und für welches ich sehr eintrete.
        Denn sehr gutes Kunsthandwerk ist für mich eine Tatsache, welche unbedingt zu beachten und unbedingt ernstgenommen werden sollte.
        Solche Komponisten wie Mcbride haben gar keinen Kunstanspruch vor sich hergetragen, sie haben einfach das geschrieben, was Ihnen wichtig war.
        Und das war orginell.
        Und nichts weiter, ein großes nichts weiter, dies aber mit absolutem Können, welches andere leider nicht haben, welche alleine mit einem Kunstanspruch daherkommen.

        Jeder Satz des Konzertes wird eingeleitet durch eine Sequenz, welche im Grunde ein Nummerngirl beschreibt, anschließend kommt dann die eigentliche Darbietung.
        Das finde ich schon ziemlich einzigartig von der Idee her.

        Wo kann man das nun hören?
        Es gibt keine aktuellen CD-Veröffentlichungen.

        Die Aufnahmen mit Maurice Wilk kann man hier hören, bis ich diesen Link lösche:
        "https://www.dropbox.com/sh/8c9ddfmd1hlbjvj/AAAyFHqmJqbhGogtYjtD47Sla?dl=0"

        Für Kurzentschlossene gibt es auch einen lohnenden Link auf youtube aus dem Bibelgürtel der USA 1954 mit einem auch sensationell tollem Virtuosen:

        Charles Joseph In Oklahoma live:
        "https://www.youtube.com/watch?v=ZzBr25Npy-Y"
        Und diese Live-Aufnahme ist besser!
        Und ich kenne diese erst seit ein paar Tagen.

        Und die klingt auch ausgesprochen gut, ein youtube- Fund, von dem ich vor 30 Jahren nur träumen konnte.
        Und das beste:

        Hier kann man sich diese tolle Aufnahme aus Oklahoma legal herunterladen:
        "http://www.stafaband.info/download/mp3/lagu_charles_joseph_plays_the_robert_mcbride_violin_concerto/"
        Damit dürfte das Capriccio-Forum das einzige sein, welches seinen Mitgliedern die einzigen Aufnahmen dieses schönen Violinkonzertes mit ein paar legalen Klicks ermöglicht.
        Woher auch immer........

        Schlussendlich ist das für mich ein tolles Konzert, in beiden Aufnahmen extrem gut dargeboten, eine Hommage an das Variete und sehr gutes Kunsthandwerk, welches ich sehr bewundere.
        Im Gegensatz zu "Werken" von "Komponisten" , welche von vornherein mit einem selbstauferlegten Kunstanspruch daherkommen, welcher einfach indiskutabel ist.
        Das nur als Entgegnung an einen Forianer hier, der dies sowieso erst in ein paar Monaten liest, wenn er seinen nächsten virtuellen Schachzug vorbereitet.
        Für was auch immer, und wer auch immer Ihn steuert oder antreibt oder ob es einfach sein Hobby ist.

      Allen anderen ein gutes neues Jahr und viel Spaß mit wirklich lohnender Musik aus der zweiten Reihe!

      Micha
    • Hallo Michael,
      danke für die Links und noch ein frohes neues Jahr.

      Armin
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • ROBERT MCBRIDE :
      Aria and Toccata in Swing.

      Louis Kaufman, Violin
      Bernard Herrmann, conductor

      In Prinzip dasselbe in Grün...... ;+) :D :angel:

      "https://www.youtube.com/watch?v=EgUW8dQKKsI"

      Das Konzert ist besser.......aber Louis Kaufman war natürlich eine Bank für sich.
      Das ist natürlich früher, und daran kann man sehen, wie man selbst an Kompositionen für die zweite Reihe ohne Kunstanspruch wachsen kann.
      Als Komponist ohne Kunstanspruch, meine ich.

      Daher komme ich heute nicht klar mit "Komponisten" oder "klanglichen" Arrangeuren, welche diesen Kunstanspruch vor sich her tragen.

      Erst dann werde ich hellhörig.

      Es ist doch eigentlich so einfach:

      Würde jemand seine kompositorischen Ergüsse einfach mal einstellen ohne einen Kunstanspruch:
      GERNE!
      Und dann kann man darüber sprechen, aber erst mal ohne einen Kunstanspruch bitte.

      Dasselbe bei Samples!

      Da gibt es vieles interessantes, über das man sprechen könnte.
      Nur wird das durch den Kunstanspruch, der vehement verteidigt wird, kaputtgemacht.

      Ein Gespräch über Kunst ist also nicht möglich.
      Oder nur über das, was ein einsames Herz für Kunst hält.
      Nämlich seine eigenen Ergüsse.

      Nun ist "Kunst" ja schon ein eher hochtrabender Begriff, aber leider gibt es tatsächlich Menschen, welche sich "unterhalb" dieses Begriffes nicht auseinandersetzen wollen.

      Was ist so schlimm daran, sich über den Begriff Kunsthandwerk zu unterhalten?
      Also darüber, welche Technik man anwendet, um Musik zu komponieren?

      Die von mir für Genuin eingespielte Sonate für Cello und Klavier meines besten Freundes Stefan Esser ist für mich-und auch für Ihn- Kunsthandwerk.
      Und, so hoffen wir beide, ziemlich gutes.

      Und es ist auch in echt eingespielt worden und man kann sich das anhören.
    • Herr fahl z.B. kann gerne z.B. anhand der Partitur der Cellosonate meines Freundes Stefan Esser mal eine "Neuaufnahme" seiner Cellosonate machen.
      Ich würde sogar darum bitten, und ich würde jederzeit Frage und Antwort stehen um ein perfektes Ergebniss zu ermöglichen.
      Komponist Esser sicher genauso!

      Wie wäre das mal, eine genaue Interpretation einer Cellosonate mit Hilfe des Komponisten und des Interpreten der Ersteinspielung zu erstellen?
      DAS wäre mal spannend!
      Oder auch nicht.

      Das Angebot steht.
      Es ist ernst gemeint.
      Und falls es angenommen wird, dann wird es wirklich interessant.

      Alles andere ist Kindergarten.
      Und bleibt es auch, falls nicht.

      Gesucht wir also eine Neuinterpretation der Cellosonate von Stefan Esser.
      Das Notenmaterial des Komponisten, welches rudimentär ist, kann ich beisteuern.


      Meine persönliche Version dagegen, welche ziemlich durchgearbeitet und komplett ist, gebe ich natürlich nicht ohne weiteres her.
      Die gebe ich überhaupt nicht her! Soll doch jeder selber seine eigenen Schlüsse ziehen.

      DAS ist Urtext. Viel Spaß damit.

      Und?
      Ist die Challenge angenommen?
    • Michael Schlechtriem schrieb:


      Die von mir für Genuin eingespielte Sonate für Cello und Klavier meines besten Freundes Stefan Esser ist für mich-und auch für Ihn- Kunsthandwerk.
      Und, so hoffen wir beide, ziemlich gutes.

      Und es ist auch in echt eingespielt worden und man kann sich das anhören.


      und zwar hier ...



      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Ich habe eine Einspielung aus London gefunden, die weitere Jazzwerke von William Russo beinhaltet. Eingespielt mit hervorragenden britischen Musikern, darunter Kenny Baker.

      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Crossover Beethoven- Klassik Meets Jazz

      Liebes Capriccio-Forum!
      Es freut mich hier auf eine sehr interessante Diskussion gestossen zu sein, da ich selbst als Pianist, Arrangeur und Bandleader in diesem spannenden Grenzbereich agiere.
      Mit meinem Trio, dem Marcus Schinkel Trio, habe ich bisher 2 CD's in diesem Klassik Meets Jazz- Bereich aufgenommen und würde mich freuen, hier weitere Anregungen und Kritiken zu hören und zu lesen, um mein aktuelles Musikprojekt
      “Crossover Beethoven“ weiterzuentwickeln.
      Anders als meine wenigen Vorgänger wie Jacques Loussier und der geniale Eugen Cicero( Vater von Roger Cicero) nehme ich die Werke Ludwig van Beethovens als Ausgangspunkt für meine musikalischen Abenteuerreisen zwischen Jazz und Klassik.
      Die Spannung der Akkorde ist einem zeitlichen Geschmack unterworfen und nutzt sich im Laufe der Zeit ab.
      So habe ich die genialen Melodien Beethovens weitestgehend belassen, jedoch das harmonische und rhythmische Umfeld stark verändert.
      So wäre ich in fleissiger Planung meiner neuen CD “Crossover Beethoven“-Marcus Schinkel Trio gerne wissen wie meine Interpretationen hier im Forum aufgenommen werden.

      So stelle ich hier einfach mal ein paar Links zum Anhören und Zuschauen ein- viel Vergnügen!


      CROSSOVER BEETHOVEN- Trio Trailer
      "http://youtu.be/y-qO-5jo5gs"

      Beethoven Meets Jazz in der Philharmonie Essen

      Für Elise: "http://www.youtube.com/watch?v=0IrEWtOZ36M"
      Mondscheinsonate :
      http://www.youtube.com/watch?v=Lv5I6TXVibk


      Beethoven Meets Jazz in der Oper Bonn (Trio)
      "http://www.youtube.com/watch?v=behSBK3sApg"



      Lieber marcusschinkel,
      herzlich willkommen bei Capriccio. Capriccio wird von einem Verein geführt, der aus Sicherheitsgründen (um allfällige Klagen zu vermeiden, man weiß nie) beschlossen hat, nur indirekte Links zuzulassen, also jeweils mit Redezeichen vor und hinter dem Link, sodass man ihn mittels Copy and Paste in die Browserzeile einfügen und von dort neu abrufen kann, aber nicht direkt drauf klicken. Ausnahmen betreffen Capriccio Seiten, amazon und jpc. Details HIER .
      Mit herzlichem Gruß und der Bitte um Beachtung.
      Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
      AlexanderK, Moderation
    • Lieber Marcus,

      habe mir einige deiner YT-Dateien angehört. Auch weitere aus der Harmonie in Bonn-Endenich mit einem Stück nach Beethovens 9-3.Satz.
      Es gibt in meinem familiären Umfeld einie, die es gar nicht mögen, wenn Klassik verjazzt wird. Ich sehe das Ganze lockerer und schätze Cross-Over zwischen Jazz/Rock und Klassik, sofern es sich um Eigenkompositionen handelt..

      Meine ehrliche Meinung:
      Mir erschliesst sich aber nicht warum Beethoven (oder andere Klassiker) dafür herhalten müssen ? Böse gesagt/gefragt --- Weil Euch nichts Eigenes einfällt ?
      Andererseits fand ich es aber nicht so tragisch, weil die gehörten Beispiele sowie sehr fern von den Originalen klingen.
      Da gibt es andere Beispiele (Bolero mit Andre Rieu = Horror !), die richtig negativ sind. Bei Euch hatte ich nicht diesen Eindruck.

      LIVE würde ich ein Marcus-Schinkel-Konzert auch mal anhören; aber auf CD für zu Hause wäre mir das schon durch die Instrumentation (Klavier, Kontrabas, Schlagzeug) zu gleichförmig und unspektaculär.
      8+) Du merkst, ich bin auch nicht der direkte Jazz-Fan. Ich komme geschmacklich (wenn es keine Klassik in weitesten Sinne ist) vom New Age-Bereich und Smooth-Jazz.
      Bei mir darf es atmosphärischer, klanglich umfangreicher (durch Synthesizerklänge), mit Entwicklung innerhalb der Stücke und auch fetziger sein.
      Im Jahre 2013 habe ich im Bereich Smooth Jazz die Rippingtons (Russ Freeman) für mich entdeckt ... ;+) und sei Dir sicher --- Russ komponiert eigene Themen und ist nicht auf Beethoven angewiesen um diesen - in verzerrter Form darzustellen. Ja, ich bevorzuge dann lieber die Originale.

      Ich hoffe Du nimmst mir meine voll subjektive Kritik nicht übel.
      ^^ Wie man an Deinen Applausen hört, hast Du ja auch mit Beethoven-Anklängen Deine Zuhörerschaft.
      Es gibt hier bei Capriccio bestimmt ach einige, die Deine Musik absolut Super finden.


      :-OOOO- Für mich wäre eine umfangreichere Instrumentation und eigene thematisch orientierte Musik zwei Punkte, die mir für Dich Vorteilhafter erscheinen würden.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Lieber Marcus,

      ich habe mir gerade Für Elise angehört und die Mondscheinsonate.

      Für Elise war mir zu süffig gespielt, wenig überraschendes.
      Die Mondscheinsonate dagegen fand ich sehr gut, still und unaufgeregt entwickelt, aber immer spannend.

      Sehr schön aber auch, allerdings eher ein crossover aus dem Popbereich :D , Poker Face als Klavier solo.

      Viele Grüße
      Achim
    • Hi,

      diese CD ist noch nicht genannt - sie galt damals als interpretatorisch und klangtechnisch als "erste Sahne". Ray Brown und Laurindo Almeida verwursten hier die Mondscheinsonate mit "Round about midnight"
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.