L'homme-armé-Messen

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    • L'homme-armé-Messen

      L'homme, l'homme, L'homme armé
      l'homme armé
      l'homme armé doit on douter
      On a fait partour crier
      que chascuns se viegne armer
      d'un haubregon de fer.
      L'homme, l'homme, l'homme armé
      l'homme armé
      l'homme armé doit on douter.


      "Den Mann, den bewaffneten Mann
      soll man fürchten.
      Man hat überall ausrufen lassen,
      daß jeder ein eisernes panzerhemd anlegen soll.
      Den Mann, den bewaffneten Mann
      soll man fürchten."

      So lautet der Text zum vielleicht bekanntesten Cantus Firmus der Renaissance. Woher Text und melodie stammen, ist unklar. Busnois wurde als Verfasser genannt, aber man hat vielleicht nur gemeint, er habe zuerst die Melodie als Cantus Firmus benutzt. Es gibt auch ein dreistimmiges Chanson, mit der L'homme-armé-Melodie in der Oberstimme - vielleicht die Urfassung? Lediglich hat es aber einen ganz anderen text und auch seine Notationsweise deckt sich nicht mit den ältesten bezeugten Quellen, womöglich erst später entstanden? Oder war der Ausgangspunkt vielleicht ein anderer Chanson, von Robert Morton (ein im burgundischen Hof wirkender Engländer), wo die Weise im Tenor zu sehen ud hören ist?
      Nur Fragen, keine Antworte.
      So lautet die Melodie:"http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/LhommeArme2.PNG"
      Quelle: "http://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99homme_arm%C3%A9"
      Was sicher ist, dass es kaum ein Komponist zwischen 1450 und 1550 sich nehmen ließ, seine Fähigkeiten in einer oder mehreren Messen über diese Melodie unter Beweis zu stellen. Es finden sich darunter:

      - Guillaume Du Fay (1397-1474)
      - Johannes Ockeghem (c. 1420-1495)
      - Antoine Busnois (c. 1432-1492) (dem neuerdings neben dem einen unter seinem Namen überlieferten auch die 6 (!) anonymen L'homme-armé-Messen aus einer neapolitanischen Manuskript zugeschrieben werden)
      - Vincent Faugues (vor 1442-1471) (in zwei Fassungen)
      - Firminius Caron (c. 1430- c. 1480)
      - Johannes Regis (+ 1502?)
      - Johannes Tinctoris (c. 1435-1511)
      - Loyset Compere (c. 1450-1518)
      - Josquin Desprez (c. 1450-1521) - zwei Messen: "super voces musicales" und "sexti toni"
      - Jacob Obrecht (nach 1450-1505)
      - Mattheus Pipelare (c. 1450-1515)
      - Jean Mouton (1459-1522)
      - Philippe Basiron (c. 1450-1491)
      - Pierre de la Rue (c. 1460-1518)
      - Antoine Brumel (c. 1460-1520)
      - Mabriano de Orto (c. 1460-1529)
      - Juan de Anchieta (1462-1523)
      - Beltrame Vacqueras (um 1500)
      - Francisco de Penalosa (c. 1470-1535)
      - Robert Carver (c.1485-1570)
      - Ludwig Senfl (c.1486-1543)
      - Constanzo Festa (1490-1545)
      - Cristóbal de Morales (c. 1500-1553) - zwei Messen: zu 5 und zu 4 Stimmen
      - Giovanni Pierluigi da Palestrina (c.1525-1594) - zwei Messen: zu 5 und zu 4 Stimmen
      - Francisco Guerrero (1528-1599)
      - Giacomo Carissimi (1605-1674) - 12-stimmig
      und natürlich noch einige anonym überlieferte Kompositionen.

      Ich werde im Folgenden einige von mir bekannte Messen über "L'homme armé" vorzustellen (von Ockeghem, Dufay, Josquin). Dass soll euch nicht zurückhalten, mitzumischen und erzahlen, welche Werke ihr kennt, wie ihr sie findet, oder was auch immer.

      LG
      Tamás
      :wink:




      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Die Handschrift VI E 40 aus Neapel

      Oben wurde schon kurz dieses interessante Manuskript aus Neapel erwähnt, das sechs L'homme-armé-Messen beinhaltet. Das interessante daran ist aber weiter, dass diese sechs Messen alle als ein großer Zyklus zu verstehen sind (in insgesamt 30 Sätzen). Als "Thema" des Zyklus dient die kontrapunktische Behandlung dieses Cantus firmus. Die ersten fünf Messen (alle vierstimmig) beinhalten nicht die ganze Melodie: die Weise wurde auf fünf Motive zerteilt, und je eine Messe darüber geschrieben. Erst die sechste Messe bringt die ganze Weise: als Kulminationspunkt sogar durchwegs im zweistimmigen Kanon (so wird diese Messe fünfstimmig).
      Die kompositorische Qualität ist sehr hoch: der Einfluss von Du Fay, aber vor allem von Busnois ist so stark, dass man letzten Komponisten als Verfasser vermutet (eine weitere L'homme-armé-Messe ist schon unter seinem Namen überliefert).
      Der Cantus firmu wird dabei in jeder Messe sehr vielfaltig behandelt und sowohl rhytmischen (Diminution, Augmentation, usw.) als auch melodischen (Umkehrung, Krebs, usw.) Veränderungen, sowie deren allerlei Kombinationen, unterworfen - eben als wolle jemand sämtliche Möglichkeiten der Cantus-firmus-Behandlung zur Schau stellen.
      Zur Schau, weil die Stellen, wo der Cantus firmus vorkommt, alle gekennzeichnet sind: die Teile ohne Cantus sind mit rot, die mit Cantus mit schwarz geschrieben.
      Einige Zeichen deuten darauf, dass diese Messen nicht zum liturgischen Zweck, sondern eben zur Präsentation der kontrapunktischen Möglichkeiten geschaffen wurde (z.B. nachlässige Betextung der Messtexte, wobei aber der Cantus Firmus immer sorgsam betextet ist - mit dem Originalgedicht!).

      An Einspielungen gibt es zwei:

      vom Huelgas-Ensemble; die bringt verschiedene Teile der sechs Messen:
      "http://www.amazon.com/Dissection-DUn-Homme-Arme-Burgundian/dp/B00000270F/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=music&qid=1298706305&sr=8-3"

      (hab kein Bild bei euren Werbepartnern gefunden)

      von der Cantica Symphonia, die enthält die sechste Messe vollständig, dazu kleinere Ausschnitte instrumental aufgeführt aus den anderen fünf.



      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Johannes Ockeghem: Missa 'L'homme armé'

      Die L'homme-armé-Messe von Ockeghem ist möglicherweise noch ein Jugendwerk, jedenfalls mutet sie noch stellenweise etwas altertümlich an. Einerseits ist die Cantus-firmus-Behandlung relativ einfach: die Weise wird durchwegs im Originalform, in relativ schnellem Tempo verwendet und erscheint entweder in den drei uneteren Stimmen, also nie im Sopran (anders als bei Dufay oder Josquin), andererseits gibt's da einige formale Lösungen (z.B. Beschleunigung vor dem Schluss), die noch auf die Ars Subtilior typisch waren.
      Die Melodie wird insgesamt 8 mal durchgeführt:

      Kyrie: eine Durchführung (im Tenor - erster Einsatz: Takt 1, zusammen mit den anderen Stimmen)
      Gloria: zwei Durchführungen (I. "Et in terra": im Alt - erster Einsatz: Takt 1, mit den anderen Stimmen; II. "Qui tollis": im Tenor, nach dem viertaktigen Duo von Sopran und Bass)
      Credo: drei Durchführungen (I. "Patrem": im Bass - erster Einsatz: Takt 2; II. "Et resurrexit": im Bass, zusammen mit dem Sopran als Duo; bei "Et in Spiritum" kein Cantus; bei "Et in Spiritum" wird der Bass zweigeteilt, in der unteres Stimme wird der Cantus zu Ende geführt (Wiederholung von "l'homme, l'homme, l'homme armé, usw.") III. "Et in unam" - im Bass; keine vollständige Dzrchführung: Wederholung der Anfangszeile fehlt.)
      Sanctus-Benedictus: eine Durchführung (im Tenor - erster Einsatz: Takt 1, zusammen mit den anderen Stimmen - "Pleni sunt" und "Benedictus" ohne Cantus, in Hosanna bringt der Tenor die Anfagszeile in verlängerten Notenwerten.)
      Agnus Dei: eine Durchführung (im Bass I [Bassstimme ist hier zweigeteilt] - erster Einsatz: Takt 5; zweiter Agnus ohne Cantus); dritter Agnus: im Bass II in verlängerten Notenwerten)

      Ich kenne diese beiden Einspielungen:

      Eine kraft- und schwungvolle Interpretation, der Cantus wird immer mit dem Originaltext gesungen, und mit kräftiger Stimme, so ist er gut auszuhören.


      Eine eher sinnliche Darbietung, Cantus wird mit den liturgischen Worten textiert.

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato



    • Bellum & Pax. Missa L’ homme armé, Da Pacem.
      Jacob Obrecht, Josquin Desprez, Pierre de La Rue.
      "http://www.capilla.be/NL/index.php'", "http://www.oltremontano.com/Home/Home.html", "http://psallentes.com/"
      Ltg.: Dirk Snellings.

      Über die Entstehung und den Sinn der Chanson vom l’ homme armé habe ich inzwischen unterschiedliches gelesen: es soll in zunächst einmal eine Warnung sein und ein Aufruf, sich gegen einen sich nähernden Feind zu wappnen.

      Einige meinen, unter Philipp dem Guten entstanden, sollte die Chanson die Menschen zur Teilnahme an einem neuen Kreuzzug nach Konstantinopel bewegen - man denke nur, an das berühmte Fasenenfest (le banquet de voeux du faisan) 1454 in Lille, wo Philipp einen Eid ablegt, die Stadt von den Türken zu befreien. Die Pläne dazu wurden jedoch nicht ausgeführt.

      Auch die Zahlensymbolik wird bemüht: die Anzahl Semibreves der ursprünglichen Chanson ist 31, genausoviele Ritter zählte der Orden vom Goldenen Vlies, gestiftet 1430 von Philipp dem Guten, um sich der Elite seines Reiches zu versichern. Und auf diesen Orden und den burgundischen Hof soll sich die Chanson beziehen.

      Andere denken beim l’ homme armé an Philipps Sohn, Karl den Kühnen, den letzten Herzog von Burgund, der anders als sein Vater lieber in den Krieg zog, als zu verhandeln, - wobei ihm aber keineswegs soviel Erfolg beschieden war wie dem Vater, - und der sich als einer der letzten Ritter fühlte.


      Die CD, die ich hier zunächst vorstellen möchte, hilft ein wenig, die Chanson und die darauf beruhenden Messen in der Zeit zu verorten. Die Musik der Zeit erzählt von Krieg und Frieden, existentielle Themen für die Menschen. Nicht umsonst gehören l’homme armé und die Antiphon Da pacem zu den mit am häufigsten gebrauchten c.f. der Musikgeschichte.

      Der erste Teil, Prelude, besteht aus einer Intrada auf die Melodie des l’ homme armé, dann folgt die Chanson und dann eine Battaglia nach Heinrich Isaac, intelligent bearbeitete Stücke.

      Oltremontano, die Instrumentalistengruppe, hat auf ihrer Webseite ein tolles Video von der Produktion dieses Teils eingestellt, hier (etwas runterscrollen)
      Bitte unbedingt ansehen, das ist der Grund, warum ich mit dieser CD bei der Vorstellung von meinen l’ homme armé Messen beginne: hier bekommt man die Melodie auf die Ohren und merkt, was für ein faszinierendes Stück mit Tendenz zum Ohrwurm das ist.

      Dann folgt die Missa, wobei gregorianische Teile, wunderbar gesungen von dem Ensemble Psallentes sowie Messteile von Jacob Obrecht, Pierre de La Rue und Josquin Desprez abwechseln.

      Ein Postlude mit Da pacem- und Benedicamus-Vertonungen beschließt die CC.


      lg vom eifelplatz, Chris.


    • Guillaume Dufay (c. 1400 - 1474).
      Missa L'homme armé. Supremum est mortalibus bonum.
      Oxford Camerata. Jeremy Summerly.



      Guillaume Dufay (c. 1400 - 1474) wird schon von seinen Zeitgenossen zur ersten Generation der franco-flämischen Komponisten gezählt und hoch geachtet.

      Nach Anstellungen an Fürstenhöfen in Italien, Savoyen und schließlich der päpstlichen Kapelle in Rom wird er in Cambrai sesshaft. Er erhält Kanonikate in Cambrai und Mons, was ihm ein sehr gutes Auskommen bietet. Als Kanonikus reist er 1437 mit einer Gesandtschaft zum Konzil von Konstanz. Da viele Teilnehmer an diesem Konzil in von ihren Hofkapellen begleitet werden, kann man es gleichsam als “Börse” für Musik und Musiker betrachten. In Cambrai hat Dufay viel Kontakt zu jungen Musikern, er ist zu dieser Zeit schon hoch angesehen und unterhält freundschaftliche Beziehungen zu Musikern, Klerikern und Fürstenhöfen.

      Dufays Missa L’homme armé wird in der Musikliteratur häufig als die erste Messe angesehen, die die weltliche Chanson vom l’homme armé als cantus firmus benutzt. Zu welchem Anlass diese Messe entstand, ist unbekannt, vielleicht zum berühmten Fasanenessen 1454 in Lille, wo Philipp der Gute den Eid ablegte, Konstantinopel von den Türken zu befreien. Für dieses Bankett schrieb Dufay auch die 4stg. Klagemotette O tres piteulx.

      Der 4stg. Tenormesszyklus Missa L’homme armé wird manchmal als Inbegriff der niederländischen Pölyphoniemesse angesehen. Der Tenor ist Träger des cantus firmus, dessen markante Melodie oft heraussticht.

      Die Überlieferungsgeschichte der Messe reicht bis ins frühe 16. Jahrhundert, man findet sie in Quellen auch vielen Ländern Europas, z.B. auch im ('http://www.cmme.org/?page=database&view=sources&id=116') Codex VatS14 der vatikanischen Bibliotheken, in dem auch eine Reihe L’homme armé-Kompositionen anderer Musiker verzeichnet sind. sind. Von Dufay findet man dort das Satzpaar Kyrie - Gloria.

      Die o.a. angegebene CD enthält die gesamte Messe, wobei nach damaligem Brauch Motetten zwischen die Ordinariumsteile eingebettet werden. Die jpc-Angaben bei den Hörschnipseln sind ein wenig seltsam: Supremun est mortalibus bonum ist die letzte Motette und hat bei den Titeln der übrigen Tracks nichts zu suchen. Bei der CD findet man diesen Fehler nicht. Das Booklet ist Naxos-üblich etwas mager geraten.
      Gegen die Oxford Camerata (5 Frauen-, 7 Männerstimmen) unter Jeremy Summerly ist nichts einzuwenden, ich muss allerdings gestehen, dass ich - wenn vorhanden - andere Ensembles bevorzuge.


      lg vom eifelplatz, Chris



    • Antoine Busnois (c. 1432/1435 - 1492)
      Missa L’homme armé u.a.
      The Binchois Consort. Andrew Kirkman.

      Antoine Busnois, (auch Busnoys) geboren ca. 1432 - 1435, gestorben vor dem 6. Nov. 1492 in Brügge, entstammt vermutlich einer Adels- oder Patrizierfamilie aus der Gegend von Lille. Seine Ausbildung erhält er wohl in einer Maitrise, d.h. er ist Chorknabe in einer Hof- oder Kathedralkapelle. 1460 ist er an der Kathedrale St. Martin de Tour nachweisbar; Ockeghem war zu der Zeit Schatzmeister dieser Kathedrale. Busnois rühmt Ockeghem später in einer Motette als seinen Lehrer.

      Busnois schlägt die geistliche Laufbahn ein und wird Kleriker. Das hindert ihn jedoch nicht, einen anderen Priester überfallen zu lassen bzw. sich auch schon mal selbst an einem Überfall zu beteiligen. 1461 wird er von Papst Pius II. exkommuniziert, später auf Bitten von Busnois aber wieder in die Kirche aufgenommen.

      Seit 1467 finden wir ihn am burgundischen Hof in Diensten von Karl dem Kühnen und nach dessen Tod bei der Witwe des Burgunderherzogs Margareta von York sowie bei seiner Tochter Maria von Burgund und ihrem Ehemann, dem Habsburger Maximilian I.

      Ab 1485 ist er Cantor in Brügge, wo zu dieser Zeit auch Jacob Obrecht beschäftigt ist. Am 6. November 1492 wird dort die Nachricht vom Tod Busnois bekannt.


      An der Frage, wer denn nun die erste Missa L’homme armé geschrieben hat, Dufay oder Busnois, scheiden sich die Gelehrtengeister. Für beide Meinungen gibt es gute Gründe, Alter, Stil, Zweck und dergleichen mehr; offenbar kann man es nicht entscheiden, wer die Tradition dieser Messkompositionen ins Leben gerufen hat.
      Für das warum gab es sicher viele Gründe, die grundlegende Chanson passte zur politischen Lage, oft verstand man den eigenen Dienstherrn als den l’homme armé, was diesem sicher schmeichelte und für den Komponisten nicht nachträglich war. Zudem konnte man seine musikalische Kunstfertigkeit im Vergleich beweisen, außerdem es war für die Komponisten dieser Zeit nicht ehrenrührig, das Thema eines anderen neu zu bearbeiten; häufig wird es sogar eine Ehrenbezeugung gewesen sein.

      Die Missa L’homme armé gehörte nach Andrew Kirkmans Ausführungen im Booklet der o.a. CD zu den meist geschätzten und einflußreichsten Werken des 15. Jh., diente vielen als Vorbild, z.B, zitierten Dufay, Basiron, Faugues und Obrecht daraus. Sie wurde auch in mehreren Handschriften überliefert "http://www.cmme.org/?page=database&view=composers&id=34", "'http://www.cmme.org/?page=database&view=pieces&id=150", darunter auch in dem berühmten Prachtcodex "http://www.cmme.org/database/sources/11" aus der Werkstatt des berühmten Buchmalers und Musikers Petrus Alamire aus Mecheln.

      Busnois war zu seiner Zeit der neben Ockeghem berühmteste franco-flämische Komponist, seine Zeitgenossen rühmten die Virtuosität und Eleganz seines Stils, Andrew Kirkmann schreibt im Booklet zur CD gar von Selbstdarstellung. In Superius und Tenor finden sich die Melodiestimmen, der Bass dient als Stütze. Die Stimmen werden fein miteinander verwoben. Dem Rethoriker Busnois ist ein gutes Zeitgefühl für musikalische Perioden zu eigen, Rhythmus, Tonhöhen, Kontrapunkt werden kunstvoll variiert, es wird nicht langweilig.

      Diese Missa L’Homme armé ist vierstimmig, aufgelockert durch Teile mit reduzierten Stimmen. Das Thema des l’homme armé erscheint schon sehr früh im Kyrie und zieht sich durch alle Sätze, oft wird es wie ein Kanon durch alle Stimmen geführt.
      Das Binchois Consort (2 Altisten, 4 Tenöre, 3 Bässe) unter Leitung von Andrew Kirkman singt das richtig gut.

      Außer der Missa L’homme armé sind noch 2 Motetten von Busnois auf dieser CD sowie die Missa Spiritus almus von Petrus de Domarto und die Motette Flos de de spina von Jean Pullois.


      lg vom eifelplatz, Chris.



    • Johannes Ockeghem (ca. 1420 - 1497)
      Missa L’homme armé. Missa Prolationem.
      The Sound And The Fury.


      In Beitrag 5 dieses Threads (etwas weiter oben) hat Tschabrendeki die Missa L`homme armé von Johannes Ockeghem ausführlich dargestellt, dem ist nichts hinzuzufügen.

      Ich habe die o.a. CD, eine Interpretation vom Ensemble The Sound And The Fury. Dieses Ensemble wurde für die ORF Edition Alte Musik, Reihe “paradiese regained” - polyphonie der Renaissance von Thomas E. Bauer gegründet. Zum Kern der Gruppe gehören David Erler, Klaus Wenke, John Potter, Thomas E. Bauer, Colin Mason, Richard Wistreich. Je nach Programm können zu diesen Sängern weitere hinzukommen. Inzwischen hat dieses Ensemble eine stattliche "http://www.medieval.org/emfaq/performers/satf.html" Discographie und einige Auszeichnungen bekommen, z.B. "http://www.medieval.org/music/early/years.html" Medieval & Renaissance Recordings of the Years.

      Bis auf die hohen Stimmen, die mir zu sehr herausstechen (ausnahmsweise singt hier eine Frau, Christine Jaunalksne, mit) gefällt mir die CD ganz gut, allerdings ist eine solche Hervorhebung der hohen Stimmen für Ockeghem auffallend, ist für ihn doch die Betonung der tiefen Lagen oft kennzeichnend.
      Die Probleme, die es mit Kirchen o.ä. Aufnahmeorten gibt, kann man hier und da hören, die Tonqualität läßt manchmal zu wünschen übrig.

      Es gibt inzwischen viele verschiedene Stile, die Musik von Mittelalter und Renaissance zu interpretieren, die Bandbreite reicht von Graindelavoix und dem Ensemble Organum von Pérès bis zu den englischen Gruppen wie The Tallis Scholars, Orlando Consort usw. Solange man nicht mit Sicherheit weiß, wie das damals wirklich war, haben alle ihre Berechtigung.

      Deshalb finde ich die Art, wie die Missa L’homme armé auf dieser CD präsentiert wird, auch nicht ungewöhnlich, selbst wenn der Cantus in dem Stimmengeflecht für mich kaum noch herauszuhören ist. (Und schließlich habe ich gelesen, dass man den Cantus oft nur in den Noten erkennen könne, Und wenn der Schreiber ihn auch da nicht erkannt hat, wurde die Messe als Missa sine nomine bezeichnet.)
      Es geht aber auch anders:



      The Clerks' Group, Eduard Wickham

      Nachdem ich die Schnipsel dieser von Tschabrendeki vorgestellten CD der Clerks' Group gehört habe, mußte ich mir eingestehen, dass mir deren Interpretation besser gefällt. Hier kann man dem Cantus wirklich mühelos folgen. Und mein Wunschzettel ist wieder mal um eine CD reicher.



      lg vom eifelplatz, Chris.



    • Johannes Regis (15. Jh.).
      Opera omnia.
      CD 1: Missa Ecce ancilla Domini/ Ne timeas Maria.
      Motetten.
      CD 2: Missa L’homme armé/Dum sacrum Mysterium.
      Motetten und Chansons.
      The Clerks Group. Edward Wickham.


      Johannes Regis, (auch Jehan Leroy) wird c. 1430 in Antwerpen oder Cambrai geboren und stirbt c. 1485 in Soignies. Diese Daten geben MGG, CD-Rom Version sowie "http://www.hoasm.org/IIID/Regis.html" HOASM an. Die englische "http://en.wikipedia.org/wiki/Johannes_Regis" Wikipedia schenkt Regis 16 Jahre mehr und läßt ihn von c. 1425 - c. 1496 leben.

      Viel ist nicht über Regis bekannt. Er übt verschiedene Tätigkeiten im Bistum Cambrai aus, meist als Magister puerorum oder Scholasticus, also als Chormeister. Cambrai, Antwerpen, Soignies sind die Stationen seines Wirkens.
      In Soignies wird er u.a. auch Binchois begegnet sein, der dort ebenfalls an der Vincentkirche angestellt war. Im Cambrai soll Regis von 1464 - 1474 Sekretär Dufays gewesen sein, wie die Testamentsrechungen anläßlich des Todes von Dufay ausweisen.

      Cambrai, Bischofssitz seit dem 5. Jahrhundert, war zu dieser Zeit die Drehscheibe für die Musik der Niederländer. Kaum ein Musiker, der nicht Cambrai besuchte oder für eine Weile blieb. Dufay lebte und arbeitete dort, und alle zog es dahin: Hayne v. Ghizeghem, Morton, Josquin Desprez, Busnois, Ockeghem, Agricola. Compère, Tinctoris, Binchois, Caron werden häufig im Zusammenhang mit Cambrai erwähnt. Berühmt war die Kathedralkapelle mit Chorschule, von der aus Musiker an viele Fürstenhöfe, die burgundische und die päpstliche Kapelle zogen.

      Auch Soignies, eine kleine Stadt im Hennegau, war damals unter Musikern bekannt und die Stellen an der Kirche St. Vincent begehrt, wie das Beispiel von Binchois zeigt. (Heute scheint man sich an diese große Tradition nicht mehr zu erinnern, als berühmte “Persönlichkeiten” der Stadt wird in der "http://de.wikipedia.org/wiki/Soignies" Wikipedia nur ein Fussballnationalspieler genannt.)

      Die Zeitgenossen, besonders die Musiker unter ihnen, haben Regis hoch geschätzt. In den einschlägigen Quellen, Compères Sängergebet oder der Deploration sur la trépas de Jean Okeghem [!], wird er erwähnt, ebenso in den Schriften von Tinctoris. Seine Werke sind in einigen "http://www.cmme.org/database/composers/35" Handschriften verzeichnet, so im berühmten "http://www.cmme.org/?page=database&view=sources&id=11" Codex Chigi im Vatikan und wurden auch schon in den ersten Drucken von Petrucci veröffentlicht.


      Eine Missa sus l’ ome armé von Regis, die verloren gegangen ist, soll schon 1462 in Cambrai kopiert worden sein. Dies wäre nach Sean Gallagher im Booklet der Cds der früheste Hinweis auf eine Messe mit dem L’ homme armé-Thema.
      Die hier vorliegende Missa L’ homme armé / Dum sacrum mysterium wurde für den Gottesdienst zum Fest des Hl. Erzengels Michael geschrieben, der uns auf vielen Bildern in Rüstung und bewaffnet entgegentritt. Außer dem c.f. L’ homme armé werden noch fünf weitere c.f. in der Missa verwendet, darunter die Antiphon zum Fest des Hl. Michael, Dum sacrum mysterium.

      Sean Gallagher schreibt dazu im Booklet:

      Die Missa L' homme armé /Dum sacrum mysterium ist noch beeindruckender in der Behandlung der zahlreichen cantus firmi. Hier verbindet Regis ausdrücklich das Bild des “bewaffneten Mannes” mit dem kriegerischen Erzengel Michael, indem er zusammen Textauszüge aus der Michaelsantiphon Dum sacrum mysterium mit dem berühmten Thema L’ homme armé komponiert. Diese symbolische Dopplung des “bewaffneten Mannes” ist sogar in die musikalische Faktur eingebettet: fast die ganze Messe hindurch ist die Melodie in loser kanonischer Form in zwei Stimmen dargestellt. [ … ] Im Laufe des [Mess-] Zyklus mehren sich die Bezüge zu Michael durch die Einführung von fünf weiteren Melodien und/oder Texten aus dem Stundengebet des Heiligen. Regis stellt einige dieser Texte besonders heraus (z.B. die Worte Michael präpositus paradisi im Kyrie), was erlaubt, sie deutlich aus dem umgebenden Messentexr herauszuheben.

      Für mich war die Melodie des L’ homme armé am deutlichsten im Credo herauszuhören, die anderen c.f. mangels Kenntnis der Grundmelodien natürlich nicht. Aber man muß dies auch nicht können, um sich über diese großartige Musik freuen zu können.

      Die hier vorgestellte "http://www.cmme.org/?page=database&view=pieces&id=1829" Missa L’ homme armé /Dum sacrum mysterium ist Teil einer 2CDs umfassenden Ausgabe der Opera omnia von Johannes Regis, die einzigen Werke, die erhalten geblieben sind. Alle anderen sind im Laufe der Zeit, v.a. in während der Französischen Revolution verloren gegangen. Das Label "http://www.musiwall.ulg.ac.be/spip.php?page=fiche_artiste&id_article=27" “Musique en Wallonie”, unterstützt von öffentlichen Institutionen, hat sich schon um einige der großen franco-flämischen Komponisten verdient gemacht. Die Ausgabe der Opera omia von Johannes Regis, ausgeführt durch "http://www.theclerks.co.uk/home.html" The Clerks Group unter Leitung von Edward Wickham war sicherlich eine musikverlegerische Großtat. Sie hat in der Fachöffentlichkeit auch Aufmersamkeit gefunden, wie "http://em.oxfordjournals.org/content/37/3/495.extract" hier bei The early Rennaisance. Aufgemacht sind diese Opera omnia wie ein kleines Buch, mit Einführung, Texten und Bildern.

      Außerdem enthält das kleine Album noch die Missa Ecce ancilla Domini / ne timeas Maria sowie Motetten und Chansons.

      Für mich gehört diese Aufnahme schon jetzt zu den Cds des Jahres, v.a. die Motette Celsitonantis ave genitrix / Abrahae fit promissio, Track 1 auf CD 1, ist für mich eines der schönsten Werke dieser Zeit.


      lg vom eifelplatz, Chris.



    • Firminus Caron 1 (15. Jh.).
      Missa L’ homme armé.
      Missa Accueilly m’ a la belle.
      The Sound And The Fury.


      Die Lebensdaten von Firminus Caron sind unbekannt, man hat also versucht , sie aus zeitgenössischen Quellen zu erschließen. "http://en.wikipedia.org/wiki/Firminus_Caron" Wikipedia "http://www.hoasm.org/IIID/Caron.html" HOASM )

      Im 15. Jahrhundert gab es einige Komponisten mit Namen Caron. Jaap van Bentheim schreibt im Booklet zur vorliegenden CD, dass nach den ältesten Quellen aus den Jahren 1460 - 1470 wenig Zweifel daran bestehe, dass der Komponist Firminus Caron ein im 1440 geborener Franzose sei, ausgebildet unter dem stilistischen Einfluss Dufays an einer nordfranzösischen Kathedralschule, möglicherweise Amiens.

      Firminus Caron war ein von seinen Zeitgenossen sehr geschätzter Komponist; seine Werke wurden oft kopiert und sind so in einer Vielzahl von Handschriften überliefert, v.a. die Chansons. Auch in den Werken von Loyset Compère, Tinctoris und Hothby wird er als einer der Großen erwähnt und zusammen mit Ockeghem, Busnois und Regis genannt.

      Man kann vermuten, dass er sich im Bistum Cambrai aufgehalten und in der Umgebung von Karl dem Kühnen gelebt hat. Möglich scheint auch ein Italienaufenthalt zu sein, da seine Werke v.a. in italienischen Handschriften oder frühen Drucken gefunden wurden,"http://www.cmme.org/database/composers/85" CMME weist Drucke von Petrucci und den Codex VatS 14 nach. Da es aber bisher keinen direkten Nachweis für einen solchen Aufenthalt gibt, wird dies zumeist als Spekulation gewertet.

      Es gibt eine schöne und informative "http://www.une.edu.au/music/Caron/missa_LHA.html" Caron-Website der University of New England Armidale in Australien, auf der man die Überlieferung der Werke Carons in verschiedenen Handschriften nachvollziehen kann. Die Site enthält u.a. ein annotiertes "http://www.une.edu.au/music/Caron/catalogue.html" Werkverzeichnis sowie Hörproben.

      Von den fünf* erhaltenen Messen Carons gehört die Missa L’ homme armé zu den frühesten. Sie ist gesetzt für 4 bis 2 Stimmen und im vatikanischen Manuskript "http://www.cmme.org/database/sources/116" VatS 14[/ enthalten, in dem noch einige andere L’ homme armé Messen überliefert sind. In Kyrie, Gloria, Credo läßt sich der Cantus leicht verfolgen, er wird in der Interpretation auf dieser CD auch sehr klar herausgehoben.

      Der Autor des Caron-Artikels in der MGG (CD-Rom-Version) gerät bei der Beschreibung der Messe regelrecht ins Schwärmen:

      – Von den vier Messen Carons konnte nur die über L'homme armé untersucht werden; sie ist von
      denen Dufays und Busnois' über dasselbe Thema sehr verschieden. Während Busnois 3st. komp., verwendet Caron nur vier oder zwei St.; seine Duos zeigen Klarheit und kontrapunktische Feinheit. Das Thema L'homme armé bringt Busnois von Anfang bis Ende, Caron dagegen unterbricht es, indem er nur einen Teil für das Kyrie verwendet und den Rest für das Christe zurückstellt. Sein Stil ist viel wandlungsfähiger als der Busnois'; so tritt z.B. im T. das fanfarenartige Motiv re-re-sol drei- statt einmal auf; diese St. wird von Arabesken in den beiden Contra-St. umspielt, während der Superius eine Art Paraphrase über das Thema selbst singt (wie in der Chanson von Morton, die als originale Vorlage diente). Auf den Worten »Domine, fili unigenite« des Gloria entfaltet sich ein Zwiegesang von erlesener Reinheit; Terzen, Sexten, Dezimen verhüllen die strengen, fast kanonischen Imitationen. Die Satzweise des Credo ist gesuchter. – Caron zeigt in den Werken, die wir von ihm kennen, mehr Klarheit, größere Weite der Linienführung, mehr wirklich melodischen Sinn als manche seiner Zeitgenossen. Vielleicht als Rhetoriker weniger gewandt als Busnois, blieb er auch weniger in Formeln befangen; bei ihm finden sich keine »flourettes« und keine satztechnischen Kunststücke. Vielleicht konnte er nicht solche komplizierten Motetten und strengen Kanons konstruieren wie Busnois und Ockeghem,
      [Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Caron. Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 12017
      (vgl. MGG Bd. 02, S. 861-862) (c) Bärenreiter-Verlag 1986]


      Die CD ist in der Reihe Paradiese regained - polyphonie der renaissance der "http://portraits.klassik.com/labels/portrait.cfm?LABID=1339" ORF-Edition Alte Musik erschienen. Es singt das Ensemble "http://www.medieval.org/emfaq/performers/satf.html" The Sound and the Fury (hier: David Erler, Klaus Wenk, John Potter, Christian Wegmann, Joachim Höchtbauer, Richard Wistreich). Mir gefällt diese Interpreation ausnehmend gut. Hier ist eine Rezension von Klassik.com zu finden. Hier führte der Link ins Nichts, bei Bedarf wird er unscharf neu ergänzt. AlexanderK

      Außer der Missa L’homme armé ist auf dieser CD noch die Missa Accueilly m’ a la belle zu finden.

      *Die Angaben aus der zitierten MGG-CD Rom und der englischen Wikipedia bzw. der Caron-Website können differieren, da die MGG einige Jahre älter ist als New Grove online, auf dem die meisten jüngeren Artikel basieren und wo offensichtlich neuere Froschungsergebnisse veröffentlicht sind.


      lg vom eifelplatz, Chris.



    • Guillaume Faugues 2. (15. Jh.)
      CD 1: Missa L’homme armé.
      CD 2: Missa Vinus vina vinum.
      The Sound And The Fury.



      Über Guillaume Faugues ist wenig bekannt, er soll vor 1442 geboren und nach 1471 gestorben sein. Sein Name wird mit Faugues, Fauques und Fagus angegeben, sein Vorname auch mit Guillermus oder Vincent, letzteres soll allerdings ein Fehler sein. Urkundlich nachweisbar ist er nur für die Saint-Chapelle des königlichen Palastes in Bourges 1462, wo er Capellanus und Chormeister war. Im selben Jahr hielt sich auch Ockeghem in Bourges auf.

      Wichtiger scheint mir das Zeugnis der Zeitgenossen zu sein. Loyset Compere und auch Tinctoris, die ihn beide in ihren Werken als berühmten Komponisten würdigen, zählen ihn zur zweiten niederländischen Komponistengeneration, also zu denen, die Dufay und Binchois unmittelbar folgten. Er gehörte also zur Generation von von Ockeghem, Busonis, Regis und Caron. Dass seine Zeitgenossen ihn hoch schätzten, sieht man auch daran, dass seine Kompositionen z.B, Ockeghem zugeschrieben wurden; nur aus unserer Sicht verschwindet er im Schatten der anderen.

      Jaap van Benthem zitiert in seinem Beitrag für das Booklet der o.a. CD, was Tinctoris über Faugues schreibt:
      Seine Werke duften so süß, dass sie nicht nur der Sterblichen und Halb-Götter, sondern auch der unsterblichen Götter würdig sind.

      Wenige Werke von Faugues sind erhalten, nur diese fünf Messen sind bekannt:

      Missa L'homme armé (based on L'homme armé)
      Missa La basse danse (based on a basse danse)
      Missa Vinus vina vinum
      Missa Le serviteur
      Missa Je suis en la mer

      Die vierstimmige Missa L’ homme armé ist wie die von einigen anderen Komponisten im
      "http://www.cmme.org/database/sources/116" Codex VatS14 überliefert. Der Cantus vom l’homme armé wird im Kyie, sowie im Sanctus und Agnus Dei in dieser Aufnahme mit dem französichen Originaltext gesungen, er ist so sehr gut erkennbar.

      Ich finde die Aufnahme aus der ORF-Edition Alte Musik paradise regained - polyphonie der
      renaissance
      ganz gelungen. Es singt wieder die Gruppe The Sound And The Fury diesmal in der Besetzung David Erler, Klaus Wenk, John Potter, Thomas E. Bauer, Colin Mason.

      Von Guillaume Faugues hieß es, dass sich seine Messe durch die Länge auszeichneten. Das ist diesen CDs nicht anzumerken, sie enthalten je CD 1 Messe von ca. 45 min. Dauer. Weiter möchte ich kritisch anmerken: das Booklet ist kaum in der dafür vorgesehenen Tasche des CD-Kartons unterzubringen, verglichen mit anderen Booklets aus derselben Reihe ist es ca 1 mm zu hoch.
      Die CDs waren auch kaum aus ihren Plastikhalterungen herauszunehmen, so stramm saßen sie fest. Bei CDs dieser Preisklasse finde ich das schon sehr ärgerlich.


      lg vom eifelplatz, Chris.



    • Johannes Tinctoris (c. 1435 - c. 1511).
      Missa L’ homme armé.
      Missa Sine nomine.
      The Clerks’ Group.
      Eduard Wickham.


      Johannes Tinctoris wird um 1435 als Sohn des stellvertretenden Bürgermeisters von Braine l’Alleud (heute in Wallonien) geboren. Wie bei den meisten Komponisten seiner Zeit ist über sein Leben wenig bekannt. 1459/60 arbeitet er an der Kathedrale in Cambrai, dem damaligen Zentrum der franco-flämischen Musik; vermutlich war er vorher in Soignies und Nivelles tätig. Danach geht er nach Orléans, wo er 1463 Chormeister an der Kathedrale wird und an der Universität Recht lehrt. Diese doppelte Qualifikation war vielleicht der Grund, dass König Ferdinand II. von Aragon ihn ein Jahrzehnt später als Capellanus an seinen Hof in Neapel holt. Er wird dort Rechtsberater, Leiter der Hofkapelle und wahrscheinlich Musiklehrer von Beatrix, der Tochter des Königs. 1487 führt ihn eine Reise nach Brügge. Bis zu seinem Tod, vermutlich 1511, gibt es keine weiteren Nachweise über ihn.

      Heute ist Tinctoris v.a. als Musiktheoretiker bekannt und als solcher nimmt er eine herausragende Stellung in der Musikgeschichte ein. Seinen Zeitgenossen galt er jedoch schon in jungen Jahren als hervorragender Komponist, der zusammen mit den berühmtesten Musikern dieser Zeit von Loyset Compère in seinem Sängergebet, der Marienmotette Omnium bonorum Plena, erwähnt wird.
      Es sind nicht viele Kompositionen, die von Tinctoris überliefert sind. Einige weltliche Stücke, vier Messen, vier Motetten sowie noch einige geistliche Werke, dazu Beispielkompositionen aus seinen Traktaten.

      In der hier vorliegenden Missa L’homme armé (VatS 35)durchzieht die namensgebende Chanson alle Stimmen und ist gut erkennbar. Im Kyrie und Sanctus werden darüber hinaus "http://de.wikipedia.org/wiki/Tropus_%28Gregorianik%29" Tropen verwendet, deren Text Cunctorum plasmator summus unbekannt ist. Auch Sanctus und Benedictus sind tropiert.

      Darüber hinaus befindet sich eine Missa Sine nomine auf der CD. Die Messen konnten bisher nicht datiert werden.


      Die Interpretation der Messe durch The Clerks’ Group unter Leitung von Edward Wickham ist sehr gut. Der CD liegt Booklet mit Einführung und Texten bei. Sie ist erschienen - wie auch die Messe von Regis, s. hier Beitrag 10, in der Reihe Musique en Wallonie.



      Von Komponisten der ersten und zweiten Generation franco-flämischer Musiker habe ich keine weiteren L’ Homme armé-Messen auf CD. Tinctoris gehört schon zur dritten Generation, ich fand ihn aber hier nicht fehl am Platz, da er als erster über all diese Musiker berichtet hat.

      Dies ist vorerst der letzte Beitrag von mir zu den L’ Homme armé Messen; dass es zu einem Monolog ausartete, war nicht beabsichtigt.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Ohne Frage sind die "L'Homme armé"-Messen Legion: rund 40 sind zwischen 1450 und 1650 entstanden. Ich kenne wirklich nicht viele, z.B. die beiden von Desprez. Und auch die von Dufay, die gerade bei mir lief.

      Diese Messe hat einen großen Eindruck auf mich gemacht. Obwohl sie mit ihren Harmonien und Konstruktion in der Renaissance steht (Fauxbourdon, "Fließen" der Stimmen), erinnert sie mich entfernt an Machauts Messe. Es ist eine besondere Feierlichkeit darin, die mich sofort gefangennimmt. Aber vielleicht stehe ich ja nur unbewußt auf das Lied "L'Homme armé"... :D

      Die Einspielung, die ich besitze, ist so selten, daß ich nichtmal ein Bild beim Urwaldfluß finde. Die CD ist überhaupt nicht gelistet. Das wundert mich aber nicht sonderlich, handelt es sich um eine CD aus der Reihe "Romantische Kloster - Vol. 1" ( :huh: ) von Mediaphon/Jägel GmbH [EAN: 4013603254073]. Dieses Label ist mir unbekannt, scheint eher ein Resteverwerter zu sein. In diesem Fall haben sie etwas veröffentlicht, was im Jahr 1976 vom Label Vox in der "Candide"-Reihe als LP veröffentlicht wurde [LP: QCE 31094]. Es handelt sich um das Cologne Pro Musica Vocal and Instrumental Ensemble unter der Leitung von Johannes Hömberg. Es wird also nicht nur gesungen, es gibt auch eine Instrumentalbegleitung. Sicherlich verleidet das Manchem den Genuß, aber ich kann nicht gerade behaupten, daß ich nicht von der Aufnahme angetan wäre. Mir gefällt diese Einheit von Gesang und Instrument, weil es sich hier organisch ineinanderfügt. Jedenfalls scheint es keine andere CD-Ausgabe von dieser Aufnahme zu geben.

      Dann wurden noch drei Motetten von Palestrina hinzugefügt: Tu es Petrus, O Magnum Mysterium, Lauda Sion Salvatorem. Sie stammen von der Vox-LP "Palestrina - Messe de Beata Virgine" [TV 34 3095], erschienen 1969.


      Es mag etwas Off-Toppic sein, wenn ich näher auf die CD eingegangen bin, aber für mich hat sich diese Erwerbung einfach gelohnt.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Tatsächlich fehlen hier zwei der berühmteren Messe-Vertonungen: die von Josquin Desprez!


      Geboren um 1440 / 1450-1455 / 1460 (man kann es nicht genau bestimmen, aber die mittlere Angabe gilt heute als die Wahrscheinlichste), folgt Jossequin Lebloitte dit Desprez oder des Prez (verschiedene Schreibweisen möglich) der Tradition seiner Komponistenkollegen, über dessen Leben praktisch nichts Genaues bekannt ist. Man nimmt an, daß er im heutigen Hennegau geboren wurde und möglicherweise Chorknabe in Saint-Quentin war. Erst ab 1477 ist er nachweisbar: im Dienst von Herzog René von Anjou befand er sich in dessen Kapelle in Aix-en-Provence. Mitte der 1480er Jahre war Desprez in in Rom an der Sixtinischen Kapelle, fünfzehn Jahre danach befand er sich für kurze Zeit im Dienst des französischen Königs Ludwigs II. und später von Ercole I. d'Este, Markgraf von Ferrara, jedoch nur für ein Jahr. Im Mai 1504 wurde er Probst in Condé-sur-l'Escaut, wo er bis zu seinem Tod am 27. August 1521 seinen Lebensabend verbrachte.

      Als die ältere der beiden Messen gilt die Missa "L'Homme armé super voces musicales". Sie soll in den Zeitraum 1485-1492 entstanden sein, als Desprez in Rom war. Tatsächlich ist sie in einer Quelle des Vatikan aufgezeichnet (CS 197; entstanden ca. 1492-1495) und erschien 1502 zum ersten Mal im Druck (Ottaviano Petrucci: Misse Josquin). Sie ist vierstimmig und beginnt die Melodie jedes Messe-Teils auf der jeweiligen Stufe des Hexachords, also: Kyrie auf C, Gloria auf D, Credo auf E, Sanctus auf F, Agnus Dei I auf G und Agnus Dei III auf A. Grundsätzlich bleibt die Messe aber in Dorisch und endet stets auf D. Desprez wendet verstärkt den Mensuralkanon an, d.h. die folgenden Stimmen imitieren die Melodien durch ein unterschiedliches Tempo (z.B. doppelt so lang oder halb so lang). Im Agnus Dei singen drei Stimmen die gleiche Melodie, aber in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten!

      Die Missa "L'Homme armé sexti toni" befindet sich im selben Druck von Petrucci und ist ebenso vierstimmig; das erweitert sich aber im Agnus Dei III auf sechs Stimmen. Sie ist in Hypolydisch gehalten mit F als Leitton (Finalis), daher der Name "sexti toni" (Sechster Ton). Desprez wendet hier alle Arten der Bearbeitung an (Kanon, Krebs, Umkehrung usw.), die er teilweise zu höchster Vollendung führte. Gerade im Agnus Dei III führt er die Melodie dreimal parallel in jeweils unterschiedlichsten Bearbeitungen, so daß sich der Musikhistoriker August Wilhelm Ambros im 19. Jahrundert dazu berufen fühlte, das als "frevelhaftes Virtuosenstück des Tonsatzes" zu bezeichnen.


      Beide Messen liegen in zahlreichen Einspielung vor. Die zentralste ist diese hier:



      A Sei Voci
      unter Bernard Fabre-Garrus haben im Jahre 2000 beide Messen eingespielt und damit eine echte Großtat vollbracht. (Sie haben weitere fünf CDs mit anderen Messen von Desprez eingespielt.)




      Bereits 1989 hatten die Tallis Scholars unter Peter Phillips beide Messen veröffentlicht.




      Das Ensemble Métamorphoses veröffentlichte 2010 ebenfalls beide Messen.




      Nur Sexti Toni: Die Oxford Camerata unter Jeremy Summerly - eine solide Aufnahme.




      Nur Sexti Toni: Ensemble Obsidienne unter Emmanuel Bonnardot.




      Nur Sexti Toni: Der Laudantes Consort unter Guy Janssens hat eine Box mit 11 CDs vorgelegt; die Messe ist auf CD3 enthalten.




      Nur Super Voces Musicales: Pro Cantione Antiqua unter Bruno Turner haben in den 1970er Jahren zehn LPs bei der Archiv Produktion der DGG aufgenommen; hier liegen sie komplett in dieser Box vor. Die Messe ist auf CD2.



      Links:
      "http://www.medieval.org/emfaq/cds/search.cgi?q=desprez+homme+arme"
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      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Gerade im Agnus Dei III führt er die Melodie dreimal parallel in jeweils unterschiedlichsten Bearbeitungen, so daß sich der Musikhistoriker August Wilhelm Ambros im 19. Jahrundert dazu berufen fühlte, das als "frevelhaftes Virtuosenstück des Tonsatzes" zu bezeichnen.


      Diesen letzten Agnus der Missa L'homme armé sexti toni pflege ich als Beispiel dafür zu erwähnen, wie manchmal Josquin mit den kompositorischen Mitteln seiner Zeit Musik komponiert, die aber fast garnicht danach klingt: während der Bass in langsamen Schritten dien Cantus-firmus singt (was wegen seiner Quintsprüngen schon fast nach Dur-Moll-Tonalität schmeckt), erklingen in den oberen Stimmen lauter Skalen nach unten, später auch nach oben. Der Eindruck, den dieser Musik in mir hinterlässt ist näher an zeitgenössische Musik, als zu irgendetwas aus der Renaissance.

      Die Missa L'homme armé super voces musicales kenne ich - neben der erwähten Aufnahmen von Tallis Scholars und A Sei Voci - noch aus einer Einspielung der Prager Madrigalisten unter Miroslav Venhoda, es wirkt das Ensemble von René Clemencic, die Musica Antiqua Wien auch mit. Eine sehr kraft volle und auch reichlich instrumentierte Interpretation (freiliech etwas schon betagt).

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Tschabrendeki schrieb:

      Die Missa L'homme armé super voces musicales kenne ich - neben der erwähten Aufnahmen von Tallis Scholars und A Sei Voci - noch aus einer Einspielung der Prager Madrigalisten unter Miroslav Venhoda, es wirkt das Ensemble von René Clemencic, die Musica Antiqua Wien auch mit. Eine sehr kraft volle und auch reichlich instrumentierte Interpretation (freiliech etwas schon betagt).

      Venhoda hat ja einiges gemacht in den Bereich. Es gibt keine zusammenhängende Diskographie außer dieser:

      "http://www.medieval.org/emfaq/cds/dir.shtml?spr"

      10 Alben habe ich gefunden - immerhin.


      jd :wink:
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      Jean Paul
    • Matthaeus Pipelare

      Über sein Leben ist wirklich sehr wenig in Erfahrung zu bringen: sein Nachname deutet darauf hin, daß er oder vielleicht sein Vater als Bläser ausgebildet sein konnten. Angeblich aus Leuwen (Brabant) gebürtig, soll er in Antwerpen gewirkt haben, bevor er dann ab 1498 als Chormeister in der Illustre Lieve Vrouwe Broederschap in ’s-Hertogenbosch (Nordbrabant) nachweisbar ist (aber auch nur bis 1500). Er soll seine Heimat nie verlassen haben, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen. Als Lebensdaten nimmt man den Zeitraum von 1450 bis 1515 an.

      Erhalten sind bis heute 11 vollständige Messen, 10 Motetten und 8 Chansons und je 1 Magnificat und Credo. Er galt als sehr versierter Komponist, und seine Werke sind teils als Druck, teils als Manuskript überliefert.

      Die Missa "L'Homme armé" ist eine vierstimmige Cantus-firmus-Messe, die schon als überholte Kompositionsweise gegolten habe, als Pipelare sie geschrieben haben soll. Sie blieb in einem halben Dutzend Manuskripten und zwei Drucken der damaligen Zeit erhalten. Eine genaue Datierung der Messe ist leider nicht möglich. Laut Ronald Cross soll sie in seiner "mittleren" Schaffensperiode entstanden sein (wohl gegen Ende des 15. Jahrhunderts), doch gilt diese Einteilung inzwischen als sehr fragwürdig.

      Die vier Stimmen sind eher in den tieferen Lagen angesiedelt; vor allem der Baß geht sehr weit herunter (bis zum tiefen D). Pipelare verwendet die damals üblichen Verarbeitungstechniken, läßt den Cantus firmus durch die einzelnen Stimmen wandern oder wendet das Parodieverfahren an. Dabei entsteht ein sehr lichtes Klanggeflecht, welches besonders durch seine "tiefe" Strenge auffällt.


      Wie schmal sein erhaltenes Oeuvre auch ist, dürftig ist dagegen seine Diskographie: gerade mal ein Dutzend Veröffentlichungen mit seiner Musik gibt es, mit einzelnen Stücken aus seinem Gesamtwerk. Und es gibt nur eine CD, die sich komplett ihm widmet. Es ist diese hier:

      oder hier:

      Das Huelgas Ensemble unter Paul van Nevel präsentiert die Messe am Schluß der CD. Sie wird nur mit Männerstimmen ausgeführt. Es gelingt ihnen eine großartige Einspielung, mit einem herrlich klingenden Baßfundament. Dazu gibt es noch eine Auswahl seiner Chansons und Motetten. Knaller! :thumbsup:



      Links:
      1. "http://de.wikipedia.org/wiki/Matthaeus_Pipelare"
      2. "http://en.wikipedia.org/wiki/Matthaeus_Pipelare"
      3. "http://www.jstor.org/pss/20531968"
      4. "http://www.medieval.org/emfaq/cds/search.cgi?q=pipelare"
      5. "http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972702369&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=972702369.pdf" (S. 233 u. 245)


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Die Musikhochschule Hannover hat in Kooperation mit dem DLF ein Semesterprojekt für den Masterstudiengang für angehende Schulmusiker angeboten. Thema dieses Projektes war:

      "L'homme armé - Musik im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu"


      In der nmz ist ein kleines Video von diesem Projekt zu finden (bitte das Bildchen anklicken):
      "http://www.nmz.de/media/video/lhomme-arme-musik-im-spannungsfeld-zwischen-alt-und-neu"


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Tschabrendeki schrieb:

      L'homme-armé-Messen

      Karl Jenkins schrieb eine Messe "The Armed Man", in der er das Thema nutzte. Uraufführung meines Wissens im Juli 2000. Der Stil ist eher bombastisch und ganz sicher nicht Avantgarde. Aber wer Vaughan Williams sea-symphonie liebt kann hier auch mal rein hören. Das Thema hat seine Kraft ganz sicher noch nicht verloren. :)