Johann Christoph Bach (1642-1703) - Der profunde Componist

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    • RE: Lamento "Ach daß ich Wassers gnug hätte" für Alt, Violine, 3 Violen und Basso Continuo

      Guten Tag

      Archaeopteryx schrieb:

      Was kennt ihr für Aufnahmen

      Insgesamt habe ich fünf Einspielungen des Lamentos, neben denen aus den bereits erwähnten Gesamteinspielungen des "Altbachischen Archis" mit Goebel und dem "Cantus Cölln" sowie der Kozena-Aufnahme noch diese mir liebe und eindrucksvolle Einspielung



      mit dem Altus Andreas Scholl und den concerto di viole

      auch noch diese



      Aufnahme mit dem Gambenensemble Les Escapades und dem Altus Franz Vitzthum, der über ein angenehmen Timbre verfügt. (In dieser Aufnahme wird das Klagelied Heinrich Bach zugeschrieben, im Booklet aber auch die Zuschreibung an Johann Christian Bach erwogen).



      Gruß :wink:

      aus der Kurpfalz

      Bernhard
      " Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"

      (Heinrich Heine)
    • Herzlichen Dank, lieber Archie für diese kenntnisreiche und ansprechend geschriebene Einführung. Besonders Deine Bemerkung von der Atmosphäre, die sich am Schluss in rotglänzendes C-Dur verdichtet, finde ich sehr schön. Der Text des Lamentos scheint mir allerdings weniger eine mahnende Erinnerung an den Tod zu sein, als Klage und Sündenbekenntnis .

      Meine Sünde geht über mein Haupt
      Wie eine schwere Last ist sie mir zu schwer worden,
      darum weine ich so.


      Die ersten beiden Zeilen sind wörtlich aus Psalm 38 übernommen, ein klassischer Bußpsalm.

      Die bereits lobend erwähnte Aufnahme von Andreas Scholl sieht jetzt so aus:

      ]

      Eine meine liebsten CDs überhaupt.

      Gruß, Carola
    • Carola schrieb:

      Eine meine liebsten CDs überhaupt.


      ...und das aus deinem Munde über einen Altus... :faint:

      Naja, aber solange ein Altus nicht wie ein Altus klingt, ist dagegen ja nichts einzuwenden...

      Versuch's doch mal mit Kozena, wenn die dir über den Weg laufen sollte. Ihre Aufnahme finde ich wirklich ganz fantastisch.

      Die erste Einspielung von dem Lamento mit Goebel ist mit dem Altus David Cordier - nix für mich. :D
      "Nichts gleicht der Trägheit, Dummheit, Dumpfheit vieler deutscher Geiger."

      Max Bruch (1838-1920)
    • RE: Lamento "Ach daß ich Wassers gnug hätte" für Alt, Violine, 3 Violen und Basso Continuo

      Guten Tag

      Archaeopteryx schrieb:

      Was kennt ihr für Aufnahmen



      Ich habe noch eine weitere Aufnahme des Klageliedes bei mir gefunden und zwar diese



      Einspielung mit dem Ensemble Gli Angeli Geneve und dem Altus Pascal Bertin, der die Partie leicht und ausdrucksreich singt. Zu Johann Christophs Zeiten werden in Eisenach wohl auch Falsetisten in der Kirche gesungen haben.

      Gruß :wink:

      aus der Kurpfalz

      Bernhard
      " Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung !"

      (Heinrich Heine)
    • Archaeopteryx schrieb:

      Naja, aber solange ein Altus nicht wie ein Altus klingt, ist dagegen ja nichts einzuwenden...


      Doch, genau darauf kommt es an, sonst könnte man ja auch eine Altistin singen lassen.
      Die Klangfarbe eines Altus ist eine vollkommen andere und in manchen Fällen passt das einfach besser.
      Es gibt hervorragende Altisten und Countertenöre mit wunderbaren Stimmen und ich möchte sie nicht missen.
      Und es gibt grauenhafte Altistinnen mit fetten Stimmen und Dauervibrato, von denen möchte ich das Lamento nicht gesungen hören.

      Tja, de gustibus...

      LG
      Juli

      PS Ich habe mehrere Aufnahmen des Lamentos, aber ausschließlich mit Altus bzw.Haute-Contre und dieses Counter-Bashing hier geht mir allmählich etwas auf die Nerven..
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Mein Gott, bei den Bachs muss man ja höllisch aufpassen, beinahe hätte ich mich hier beteiligt, bis ich gemerkt habe, dass der Bach den ich kenne Joh Christian ist und das ein anderer ist als Joh Christoph. :stumm:

      Nicht einfach mit all den vielen Bachs ?(
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
      ----------------------------
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Das stimmt.
      Es gibt auch mehrere Johann Christophs.
      Riesenfamilie, alle machen Musik und teilweise sind sie auch noch untereinander verschwägert.

      ?(
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Deio schrieb:

      Ich habe noch eine weitere Aufnahme des Klageliedes bei mir gefunden und zwar diese



      Einspielung mit dem Ensemble Gli Angeli Geneve und dem Altus Pascal Bertin, der die Partie leicht und ausdrucksreich singt. Zu Johann Christophs Zeiten werden in Eisenach wohl auch Falsetisten in der Kirche gesungen haben.


      Diese Aufnahme finde ich auch sehr gelungen.

      Und heute Morgen brachte mir der freundliche Briefträger noch diese Aufnahme:



      Zunächst einmal: Von der CD im Gesamten bin ich hin und weg, wunderbare Musikzusammenstellung, sehr schön musiziert.

      "Ach dass ich Wassers g'nug hätte" ist der erste Track auf der CD - verglichen mit der Robustheit der
      Scholl-Interpretation (die ich nur von youtube kenne), ist die von Mena "brüchiger", ich weiß nicht, wie ich diese andere Qualität der Stimme ausdrücken soll. Beide Interpretationen haben etwas für sich, ich möchte keine missen.

      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Neben den o.g. Scholl und McLeod-Aufnahmen dieses wunderbaren Lamentos habe ich noch diese, meine liebste:



      Eine Hammer-CD, tolle Zusammenstellung (inkl. das Klagelied schlechthin - von Buxtehude).

      Warum der Kanadier Daniel Taylor im deutschsprachigen Raum vergleichsweise wenig präsent ist, ist kaum zu erklären. Ich finde ihn wirklich außerordentlich hörenswert.

      :wink: Andreas
    • Andreas schrieb:

      Neben den o.g. Scholl und McLeod-Aufnahmen dieses wunderbaren Lamentos habe ich noch diese, meine liebste:



      Eine Hammer-CD, tolle Zusammenstellung (inkl. das Klagelied schlechthin - von Buxtehude).

      Warum der Kanadier Daniel Taylor im deutschsprachigen Raum vergleichsweise wenig präsent ist, ist kaum zu erklären. Ich finde ihn wirklich außerordentlich hörenswert.

      :wink: Andreas


      Hallo Andreas,

      wie mit vielen englisch-sprachigen Künstlern ist es auch mit Daniel Taylor: sie sind vor allem im dortigen Sprachraum vertreten. Ich habe Daniel Taylor zuletzt vor gut drei Jahren zweimal in Göttingen gehört (Die Göttinger Händelfestspiele 2012 und 2013). Er ist ein toller Gestalter, aber seine Stimme hat ziemlich nachgelassen, hat einige blinde Flecken, in denen seine Stimme nicht mehr richtig sitzt. Und es gibt halt doch schon eine größere Menge an guten Sängern in diesem Stimmfach.

      Meine liebsten Aufnahmen mit Musik des 'profunden Componisten' sind:



      in meinen Ohren eine schon fast zu perfekte Darstellung dieser großartigen Musik.

      Sehr gelungen außerdem:



      und natürlich Magdalena Kozena auf der oben schon vorgestellten neuen Aufnahme von Hrn. Goebel.

      Gruß Benno
    • Die Gardiner-Aufnahme finde ich auch sehr schön - von der Aufnahme des Ricercar-Consorts hatte ich mir mehr versprochen, aber - wie auch in einer Rezension bei amazon dazu geschrieben wird - finde ich die Tonqualität sowas von miserabel, dass ich sie nie auflege und in der hintersten Ecke des Regals beim Ausschuss versteckt habe. Schade drum!


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      Ich habe Daniel Taylor zuletzt vor gut drei Jahren zweimal in Göttingen gehört (Die Göttinger Händelfestspiele 2012 und 2013). Er ist ein toller Gestalter, aber seine Stimme hat ziemlich nachgelassen, hat einige blinde Flecken, in denen seine Stimme nicht mehr richtig sitzt.
      Oh wie schade, hoffentlich war er nur indisponiert. Oder altern Counter früher? Er ist erst 46 Jahre alt.

      ------------------------


      Meine liebsten Aufnahmen mit Musik des 'profunden Componisten' sind:



      [IMG:http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9736583.jpg]



      in meinen Ohren eine schon fast zu perfekte Darstellung dieser großartigen Musik.

      ------------------

      Soeben bestellt ;+)

      :wink: Andreas
    • Daniel Taylor dirigiert jetzt hauptsächlich seinen TEM Chor. (Theatre of Early Music)
      Er tritt nicht mehr so häufig als Sänger auf und wenn, dann überwiegend in seinem Umfeld in Canada (Montreal)
      In seinen Glanzzeiten hatte seine Stimme ein sehr zartes, fast jungfräuliches Timbre - das machte ja gerade den Reiz aus - aber solche Stimmen sind anfällig und der Zahn der Zeit ist gnadenlos.
      immerhin hat er der Welt - und mir - diese wunderbare CD " Lamento" geschenkt, die mich immer noch zu Tränen rühren kann, dabei habe ich nicht nahe am Wasser gebaut.
      Desgleichen rühren mich die Kompositionen von J.Christoph Bach an auf eine ganz besondere Weise. Wie dieser Mensch es geschafft hat, Emotionen im Text in Musik zu übersetzen, das ist unvergleichlich!
      Vom Werk her hat mich am meisten " Wie bist du denn, oh Gott, im Zorn auf mich entbrannt" beeindruckt; allerdings suche ich da immer noch nach der Referenzaufnahme.
      Dieses Stück ist so schmerzzerissen, der Text so unnachahmlich in Musik umgesetzt, dass dem Hörer ein Schauer nach dem anderen den Rücken hinunterläuft.
      Johann Christoph Bach ist völlig zu Unrecht so wenig bekannt. Es ist bedauerlich, dass so wenige seiner Werke für die Nachwelt geblieben sind. Ich träume immer noch davon, dass sie irgendwo auf dem Dachboden einer alten Kirche nochmal einen Haufen vergilbter Partituren von J.C.B. finden. Ein schöner Traum.

      LG
      Juli
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Ich habe mir gerade noxhmal A. Scholl mit dem Lamento " Ach, wenn ich Wassers g´nug hätte" angehört.
      Perfekt! Perfekte Töne, perfekte Stimme - Ich muss immer an die alte `Drei Wetter-Taft´Werbung denken. Berlin - es regnet - die Frisur sitzt.
      "Meine beiden Augen fließen mit Wasser" Da perlt alles ab wie an einem gut gewachsten Mercedes. " Meines Seufzens ist viel" Ich höre nur Schöngesang.
      Er hat eine schöne Stimme, er singt schön. Schön, schön.

      Ich glaube ihm kein Wort.
      Ich habe es immer wieder versucht, aber der Junge lässt mich kalt in seiner Perfektion.

      Carlos Mena hingegen.... :thumbup:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)