Charles, Lord Byron - Staatstheater Darmstadt, 19.03.2011, Mora

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    • Charles, Lord Byron - Staatstheater Darmstadt, 19.03.2011, Mora

      Am Samstag war ich in:

      Agusti Charles
      Lord Byron - Ein Sommer ohne Sommer (LByron, un estiu sense estiu)
      Oper in zwei Akten
      Text von Marc Rosich
      In katalanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

      Uraufführung und Premiere war an selber Stelle am 12. März 2011
      Koproduktion mit dem Gran Teatre del Liceu, Barcelona und den Teatros del Canal, Madrid

      Musikalische Leitung: Martin Lukas Meister
      Inszenierung: Alfonso Romero Mora
      Bühne: Dirk Becker
      Kostüme: Gabriela Salaverri
      Choreinstudierung: André Weiss

      Lord Byron: Gerson Sales
      John William Polidori: Malte Godglück
      Percy B. Shelly: Norbert Schmittberg
      Mary Wollstonecraft Godwin: Muriel Schwarz
      Claire Clairmont: Margaret Rose Koenn
      William Fletcher: Lasse Penttinen

      Erstmal zu den "Erzeugern":

      Augusti Charles, geboren 1960 in Manresa, hat schon eine Oper geschrieben, die ebenfalls in Darmstadt Uraufführung hatte, im Oktober 2007. Außerdem hat er diverse Kompositionen geschrieben, für die er diverse Preise erhalten hat.

      Marc Rosich, geboren 1973 in Barcelona ist u.A. ein ständiger Mitarbeiter von Calixto Bieito und arbeitet als Journalist, Dramaturg und Übersetzer.

      Die Oper selbst spielt 1816, und hat sechs Bilder, 3 im ersten Akt, sowie drei im zweiten Akt:

      I. Schlachtfeld bei Waterloo, Belgien, Mai 1816
      II. Aufstieg zur Burg Frankenstein bei Darmstadt
      III. Terrasse des Hotel d'Angleterre, Sécheron, Genf
      IV. Villa Diodati, am Ufer des Genfer Sees
      V. Garten der Villa Diodati, am Ufer des Genfer Sees
      VI. Zeit danach, verschiedene Orte überall in Europa

      Handlungsabriß:

      I. Lord Byron und sein Arzt Polidori machen auf dem Weg in die Schweiz Halt auf dem Schlachtfeld, ein Jahr nach Napoleon's Niederlage dort, und ebenfalls ein Jahr nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora, der dann mit seinen Auswirkungen dazu beitrug, daß 1816 "ein Sommer ohne Sommer" wurde.

      II. Shelley und Godwin, Shelley's spätere Frau machen in Darmstadt Halt auf ihrer Flucht aus England.

      III: Clairmont, die Stiefschwester von Godwin ist und eine Affäre mit Byron hatte, versucht beim Aufeinandertreffen der beiden Reisegesellschaften in Genf, wieder mit Byron anzubandeln. Stattdessen aber befreunden sich Byron und Shelley, und man zieht zusammen in die Villa Diodati.

      IV. Man liest sich des schlechten Wetters wegen Schauergeschichten vor. Als die ausgehen, beschließt man, selbst solche zu schreiben. So entstehen Frankenstein und Vampir (geschrieben vom Arzt, Polidori).

      V. Das Wetter bessert sich, man trennt sich, und Polidori wird von Byron entlassen.

      VI. Jahre später, die Bücher sind veröffentlicht (Vampir unter Byron's Namen!). Polidori will seine Urheberschaft beim Verleger anerkennen lassen, scheitert und begeht Selbstmord.

      Charles sowie Rozier kommen im Programmheft zu Worte, und erzählen etwas zu ihren Motivationen und Ideen zur Entstehung der Oper.

      Das Staatstheater gibt Infos unter: staatstheater-darmstadt.de/spi…oper-1011/1715-lord-byron
      Bilder gibt's dort ebenfalls, unter: staatstheater-darmstadt.de/spielzeit/szenenbilder/2051

      Musikalisch haben wir es mit moderner klassischer Musik zu tun, das mag nicht jedermanns Sache sein, steht in der Tradition von Orff aber auch Debussy et.al. Mir hat es gefallen, ich kann aber nicht genau sagen, warum. Sicherlich ist es aber keine Musik, die ich nur von Konserve hören würde, im Zusammenspiel mit dem, was auf der Bühne passiert, fand ich es aber sehr gut.

      Das Geschehen auf der Bühne spielt im Prinzip auf sechs Schollen Erde, die als einzelne Plattformen fest auf der Bühne stehen. Die Aktionen und Handlungen bewegen sich über diese Plattformen, und zwischen den beiden Akten werden auch die Aufbauten auf den Plattformen modifiziert. Diese Reduktion führt zu einer stärkeren Konzentration auf die Handlungen zwischen den Charakteren, die auch von den Akteuren auf der Bühne sehr überzeugend dargestellt werden.

      In Summe habe ich es als einen spannenden, intensiven Abend mitgenommen, der einen Besuch lohnte.

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)