BRILLIANT CLASSICS - Perlen der Zweitverwertung

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    • BRILLIANT CLASSICS - Perlen der Zweitverwertung

      Liebe Pfennigfuchser,

      die niederländischen Macher von Brilliant Classics verfahren ja bekanntermaßen zweigleisig: Einerseits produzieren sie selbst, vornehmlich mit niederländischen Nachwuchs-Talenten. Andererseits verwerten sie alte Aufnahmen der EMI, der DECCA, von BIS und anderen und packen diese gleich in Box-Sets von drei bis teilweise neun CDs.

      Einige dieser zum Teil üppigen Box-Sets habe ich mir bereits zugelegt:


      Claude Debussy
      Orchesterwerke
      Orchestre National de l'ORTF, Jean Martinon
      1973 (alte EMI-Aufnahmen)


      Sergei Prokofieff
      Sämtliche Sinfonien (+ Skythische Suite und Russische Ouvertüre)
      London Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra, Walter Weller
      1974-1978 (alte Decca-Aufnahmen)


      Hugo Alfvén
      Sämtliche Sinfonien (+ Orchesterwerke)
      Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Neeme Järvi
      1987-1992 (alte BIS-Aufnahmen)


      Bohuslav Martinu
      Sämtliche Sinfonien
      Bamberger Sinfoniker, Neeme Järvi
      1987-1988 (alte BIS-Aufnahmen)


      Ludwig van Beethoven
      Sämtliche Streichquartette
      Guarneri Quartett
      1987-1992 (alte Decca-Aufnahmen)

      Habt ihr weitere Empfehlungen und Favoriten dieser zum kleinen Preis üppig bestückten Editionen?

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • Oh ja, bei mir stehen z.B. die Sibelius-Symphonien mit Leif Segerstam



      und die Gesamtaufnahme der Symphonien von Albéric Magnard.



      Die Gesamtaufnahme der Beethoven-Violinsonaten mit Grumiaux und Haskil zählt zu meinen "Unverzichtbaren":



      Dass die Brilliant-Reihe "Historic Russian Archives" gelegentlich diskographisch unzuverlässig ist, haben wir im Mravinsky-thread mal besprochen. Trotzdem habe ich aus der Reihe so einige Boxen, denn das sind zu einem großen Teil Aufnahmen, die sonst nicht zu haben sind. Diese hier finde ich besonders aufregend:



      Und die Gilels/Masur-Aufnahme der Beethoven-Klavierkonzerte hat sich auf einen der obersten Plätze in meiner persönlichen Hitparade der LvB-KK-GA's katapultiert - ich halte sie für aufregender als selbst die Gilels/Szell-Studioaufnahme:



      Grüße,
      Micha
    • Zufällig höre ich gerade etwas aus einer dieser Boxen und möchte diese nebst ihrer "Partnerbox" unbedingt empfehlen:

      und

      Die gesammelten Chorwerke von Mendelssohn und Brahms, gesungen vom Chamber Choir of Europe unter Leitung von Nicol Matt.
      Während aber bei Mendelssohn der Zusatz "Complete" nicht ganz stimmt (es fehlen die weltlichen Werke und einige kleinere Geistliche), scheint mir bei Brahms alles drin zu sein, was es für Chor gibt, sieht man von den chorsinfonischen Stücken wie dem Deutschen Requiem oder der Alt-Rhapsodie ab.
      Der Chorklang ist in beiden Aufnahmen sehr homogen und klangschön, die einzelnen Stückcharakter werden gut getroffen, es wird sehr einfühlsam musiziert.
      Gerade bei geistlicher Chormusik brauche ich diesen Schritt in die Religiösität des Komponisten (okay, Brahms war nach eigenen Angaben nicht gläubig - bei manchen Stücken muss ich das aber stark bezweifeln ;) ) und das finde ich hier erfüllt.
      Die Preise sind, wie bei Brilliant üblich, für die Menge an CDs spottbillig und hier lohnt sich sowieso jeder Cent.


      LG, Peter.
      Alles kann, nichts muss.
    • Freunde des französischen Meisters Gabriel Fauré (1845-1924) können bei Brilliant beherzt in die Vollen greifen:

      Lieder-Gesamtaufnahme (4 CDs, Gerard Souzay, Elly Ameling, Dalton Baldwin)


      Klavierwerke komplett (4 CDs, Jean-Philippe Collard)


      Kammermusik (5 CDs, 2 Klavierquartette, 2 Klavierquintette, Streichquartett, 2 Violinsonaten, 2 Cellosonaten u. a., verschiedene Ensembles)


      Alles hochwertige Aufnahmen, die ich gern empfehle.
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich habe zwar ein wenig den Überblick verloren bzw. nie einen gehabt, aber wenn ich aus dieser Box nach dem Zufallsprinzip eine CD rausziehe, reut es mich nie:





      Domenico Scarlatti: Die 555 Cembalosonaten
      Pieter-Jan Belder, Cembalo




      Die folgenden Aufnahmen besitze ich noch in der alten DG-Box mit überaus dickem und unübersichtlichem Booklet. Lange Zeit nur schwer erhältlich, jetzt dank Brilliant ein Schnäppchen: vielleicht nicht die perfekte Aufnahme, als die sie lange gehandelt wurde, aber jedenfalls eine sehr, sehr gute:





      Schönberg/Berg/Webern: Die Werke für Streichquartett
      LaSalle-Quartett



      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Ich habe zwar ein wenig den Überblick verloren bzw. nie einen gehabt, aber wenn ich aus dieser Box nach dem Zufallsprinzip eine CD rausziehe, reut es mich nie


      *hüstel* :D

      Mich schon.
      Und ich finde, es gibt gerade da bessere Aufnahmen als die von Pieter "Adagio" Belder. (Wär ja was für einen Thread... :pfeif: )
      Mir sind seine Corelli-Aufnahmen erheblich lieber.



      Allerdings sind beide Kassetten keine Zweitverwertung, sondern genuine brilliant-Produktionen.
    • Hildebrandt schrieb:

      *hüstel* :D

      Mich schon.
      Und ich finde, es gibt gerade da bessere Aufnahmen als die von Pieter "Adagio" Belder.


      Jaja, ich hab auch schon Scott Ross (von Youtube) probiert. :D

      Scarlatti höre ich skandalöserweise fast immer nebenbei zum Arbeiten, wahrscheinlich passen da Belders Tempi ganz gut... :whistling:


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • einzeilige fußnote schrieb:

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Und muss diese Box überhaupt noch lobend erwähnt werden?


      das nicht, aber vielleicht dazuschreiben, wer da werkelt... :rolleyes:


      Die Symphonien sind unter Rudolf Barschai mit dem WDR-Symphonieorchester Köln (soweit ich weiß eine Eigenproduktion) eingespielt worden und mehrfach ausgezeichnet. Die Streichquartette sind vom Rubio Quartett (Eigenproduktion) und haben sehr wohlwollende Kritiken bekommen. Die Suiten sind unter Kuchar und dem National Ukrainian SO zwar keine Alternative zu Chailly und dem RCO, jedoch durchaus eine solide Einspielung. Die Violinkonzerte spielt Oistrach unter Mrawinskij und Roschdestwenski.
      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...
    • Zwielicht schrieb:

      Hildebrandt schrieb:

      *hüstel* :D

      Mich schon.
      Und ich finde, es gibt gerade da bessere Aufnahmen als die von Pieter "Adagio" Belder.


      Jaja, ich hab auch schon Scott Ross (von Youtube) probiert. :D

      Scarlatti höre ich skandalöserweise fast immer nebenbei zum Arbeiten, wahrscheinlich passen da Belders Tempi ganz gut... :whistling:


      Viele Grüße

      Bernd
      In diesem Thread zwar OT, ich kann's mir aber nicht verkneifen: Ich habe zwar schon längere Zeit meine Scarlatti-Platten nicht mehr angefasst, aber ich war damals uneingeschränkt süchtig nach den Aufnahmen von Andreas Staier, vor allem seine ersten beiden Scarlatti-Aufnahmen, die noch bei Deutsche Harmonia Mundi erschienen sind. Wenn ich die beim Arbeiten auflegen würde, wär's wohl mit dem Arbeiten vorbei :D

      Viele Grüße
      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)


    • J.S.Bach: Das komplette Orgelwerk (17 CDs), Hans Fagius 1983-89
      Aufnahmen von BIS





      Venetian Vespers, Gabrieli Consort & Players, Paul McCreesh (5 CDs), 1990-96
      Aufnahmen von DGG (Archiv)




      Mahler: Sämtliche Sinfonien, Inbal (15 CDs), 1985-92
      Aufnahmen von Denon




      Strauss: Sämtliche Orchesterwerke, Kempe (9 CDs), 1970-75
      Aufnahmen von EMI




      Mozart: Die Zauberflöte, Mackerras (2 CDs + Finta), 1991
      Aufnahmen von Telarc




      Bruckner: Sinfonien, Jochum (10 CDs), 19??
      Aufnahmen von EMI


      Ausserdem von der EMI:
      Strawinski: Ballette, Muti (3 CDs) 1978-82
      Schubert: Sinfonien, Muti (4 CDs) 1987-93


      Von Denon:
      Ravel: Orchestermusik, Inbal (4 CDs), 1987-88
      Diverse: Helene Grimaud (5 CDs)
    • @Parsifal:
      na ja gut, das gibt's da alles. Aber ist von diesen Aufnahmen irgend eine zu empfehlen? Inbals Mahler und Jochums Bruckner zumindest stehen bei mir eher ziemlich weit oben auf der Liste der größten Langweiler...
      Grüße,
      Micha
    • Micha schrieb:

      @Parsifal:
      na ja gut, das gibt's da alles. Aber ist von diesen Aufnahmen irgend eine zu empfehlen? Inbals Mahler und Jochums Bruckner zumindest stehen bei mir eher ziemlich weit oben auf der Liste der größten Langweiler...
      Grüße,
      Micha


      Die Frage ist gerechtfertigt und kann von meiner Seite mit ja beantwortet werden.

      Einzig Jochums Bruckner kenne ich aus meiner Auflistung nicht, habe aber im Web recht gemischte Beurteilungen gelesen, von denen nicht wenige positiv waren.

      Inbals Mahler ist in der Tat Interpretatorisch zeitweise etwas lau, aber nicht überall. Und klanglich ist er sehr gut.

      Das Bach'sche Orgelwerk von Fagius ist auf kleineren schwedischen Orgeln eingespielt und lohnt sich als Alternative zu z.B. Walcha.

      Die Venezianische Vesper mit McCreesh ist wunderbar interpretiert. Ich habe den Kauf nicht bereut.

      Kempes Strauss beurteile ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits findet man die Orchesterwerke so komplett sonst nirgens (ausser bei EMI vielleicht noch). Andererseits kenne ich von den bekannteren Werken daraus mir besser gefallende Alternativen (oft Karajan). Trotzdem würde ich Kempe immer noch als gut bezeichnen.

      Die Zauberflöte mit Mackerras ist gut, aber keine Referenz. Und man kann sie immer noch so , wenn man unbedingt viel bezahlen möchte, in der Originalaufmachung für etwa 35€ kaufen. (Zum Vergleich: Die Mozart-Edition mit 170CDs kostet nur das Doppelte und diese Zauberflöte ist mit drin)

      Bei Mutis Strawinski muss ich gestehen, dass ich immer nur bis zur Frühlingsweihe komme und dort hängenbleibe, weil sie mir so gut gefällt.

      Mutis Schubert habe ich komplett gehört und bin leider nirgens hängen geblieben. Aus meiner Sicht keine Empfehlung.

      Inbals Ravel gefällt mit punktuell (Une Barque / Pavane). Der Bolero oder die Bilder einer Ausstellung sind aber eher schwach.

      Grimaud gefällt mir nur, wenn sie solo spielt. Das ist in dieser Box zum Glück oft der Fall.

      Parsifal
    • Also ich würde trotz Allem dazu raten, in den Bruckner reinzuhören da er mich damals klanglich absolut nicht begeistert hat (über das interpretatorische lässt sich streiten, aber der Klang ist da schon objektiver). Insgesamt ist das Blech nicht gut abgebildet, es klingt scharf und gepresst und dadurch unangenehm. Auch die Streicher klingen nicht so wie man es sich von einer Aufnahme aus den 70ern erwartet. Wenn man sich zum Vergleich, die frühen Aufnahmen aus dem Kölner Wand-Zyklus anhört, fällt es einem schwer über diese Mängel hinwegzusehen.

      Lg
      Georg
      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...
    • Jochum hat es sich bei Bruckner zum Markenzeichen gemacht, jedes Crescendo mit einem Accelerando zu versehen. Mir geht das bei dieser Vorhersehbarkeit ziemlich gegen den Strich, aber wen das und die klanglichen Einschränkungen nicht stören, kann damit ganz zufrieden sein.

      Inbal/Mahler ist eher für Klangfetischisten zum Kennenlernen geeignet, musikalisch nur nur in Ausnahmefällen spannend. Im 2. Satz der 5. fehlt ein prominenter Trompeteneinsatz, der Fehler ist schon immer bekannt, wurde aber von Denon nie behoben.
      Ebay-Verkäufer schaffen es hin und wieder, diese Box als legendäre Denon-Mahler-Aufnahme über dem Einkaufspreis zu vertickern.

      Ciao,
      Gerardus
    • Hallo,

      ich möchte an dieser Stelle gerne eine CD mit Werken von Georges Bizet empfehlen.

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/415mmtnQoUL._SS400_.jpg]

      Die CD enthält die Carmen-Suite sowie die Arlesienne-Suiten. Es musiziert das Orquestra Filarmonica de Mexico unter Enrique Batiz. Eine 3-CD-Box mit den gesammelten Orchesterwerken unter Batiz ist ebenfalls bei Brilliant Classics erhältlich. Da ich diese nicht besitze, kann ich dazu aber keine Bewertung abgeben.

      Liebe Grüsse!

      Michael
    • Knusperkönig schrieb:

      Hallo,

      ich möchte an dieser Stelle gerne eine CD mit Werken von Georges Bizet empfehlen.

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/415mmtnQoUL._SS400_.jpg]

      Die CD enthält die Carmen-Suite sowie die Arlesienne-Suiten. Es musiziert das Orquestra Filarmonica de Mexico unter Enrique Batiz.

      Lieber Knusperkönig,

      kannst du die mit anderen Einspielungen vergleichen? Oder, was gefällt dir an ihr?

      Würde mich wirklich interessieren. Ich kenne andere Einspielungen von Batiz mit mexikanischen Orchestern und die sind vor allem bei lateinamerikanischen Komponisten sehr gut. Überhaupt hat Mexiko wahrscheinlich zur Zeit die besten Orchester Lateinamerikas und das sogar nicht nur in Mexiko City. Ich habe z.B. auch sehr gute Mitschnitte aus Veracruz und Valladolid. Von mexikanischen Freundinnen lasse ich mir inzwischen regelmäig Klassik-CDs mitbringen. Mein Eindruck ist, dass es hier einiges zu entdecken gibt.

      :wink: Matthias