Einsingen im Chor

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Einsingen im Chor

      Liebe Chorsänger-und leiter, ich darf/soll am Sonntag zum ersten Mal einen gemischten Chor(etwa 30 Personen) einsigen bzw auf einen Workshop vorbereiten/einstimmen, der den ganzen Tag dauert und mit einem Konzert abschliesst.¨Dazu habe ich 30 Minurten Zeit und der Tag beginnt fûr den Chor mit eben dieser Einstimmung und soll sich von dem normalen Einsingen unter der Woche unterscheiden und neue Impulse geben. die Chorleiterin weiss, dass ich sehr viel mit der richtigen Körperspannung und der Atmung arbeite und dieser Aspekt ist besonders gefragt.
      Ich habe das in dieser Form noch nie gemacht, aber Erfahrung in Stimmbildung mit kleinen Gruppen, die allerdings mehr therapeutische als künstlerische Schwerpunkte haben. In glücklichen Falle kommt dann beides zusammen.
      Ich habe mir natûrlich ein Konzept gemacht, würde aber die hier aktiven Chorsänger/leiter gerne fragen, was nach eurer Ansicht/Erfahrung unbedingt gebraucht wird und was eher vermieden werden sollte.
      Danke
      :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Liebe Fairy Queen,

      also eine kleine Tonumfangübung sollte meiner Meinung nach unbedingt dabei sein, damit man die Tagesverfassung der Höhen und Tiefen ausprobieren kann, bevor es "ernst" wird. Ansonsten würde ich eher auf schonende Sachen setzen, was zum Vokalausgleich, was Schnelles zum Lockerwerden... Ich stelle mir den Tag als Chorsänger ziemlich heftig vor, gerade auch für die Stimme, wenn man den ganzen Tag singen muss und dann am Abend noch Konzert, da muss es nicht gleich wild beginnen.

      Ich war zwar schon mehrmals auf Chorwochenenden, die ja auch so ähnlich konzipiert sind, aber da war die Aufführung immer die Gestaltung der Sonntagsmesse, und da war zwischen Samstag und Sonntag (in der grauen Theorie) immerhin eine Nacht zur Regeneration. Dass wir das nie genützt haben und am nächsten Tag Mühe hatten, die verschlafene und passivverrauchte Stimme halbwegs flottzukriegen, war ausschließlich unsere Schuld... :hide: :stumm:

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Liebe Fairy,

      da ich angefangen habe, einen Laien - Chordirigenten stimmbildnerisch zu betreuen, was auch mit einschließt, ihn dazu zu befähigen, sinnvolle Übungen für den Chor auszusuchen und auch vorzusingen, kann ich ggf. was dazu sagen.

      Ich würde zuerst damit beginnen, leichte Körperübungen zu machen (Schultenkreisen, Arme ausschütteln oder schlenkern, Stand mit bewegungsbereiten Knieen, "Erdung" beim Stand. das hilft Sängern nach einem Arbeitstag, Verspannungen zu lockern und auch Unausgeschlafenen, um den Kreislauf in Schwung zu bekommen.Danach bewuste Tiefatmung/Flankenatmung, sängerische Haltung. Die ersten eigentlichen Stimmübungen würde ich auch, wie schon gesagt, in bequemer Mittellage und auch mit einfachen Tonfolgen ansetzen; letzteres, weil das Nachdenken darüber, ob man richtig nachsingt, zu Verkrampfungen führen kann. Ggf. auch eine Glissandoübung zum Registerausgleich.

      Ziemlich am Ende würde ich dann die Tonumfangübung setzen, weil die Stimmen dann angewärmt sind. Dabei würde ich erst von der Mitte aus in die Tiefe gehen, dann in die Höhe.

      Als Spassfaktor kann man das ja noch mit einem Kanon, einem beliebten einfacheren Lied o. ä das Einsingen beenden.

      Viel Erfolg,

      :wink:
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)
    • Ulrica schrieb:


      Ziemlich am Ende würde ich dann die Tonumfangübung setzen, weil die Stimmen dann angewärmt sind. Dabei würde ich erst von der Mitte aus in die Tiefe gehen, dann in die Höhe.


      Wir machen das immer umgekehrt (wobei InhaberInnen tiefer Stimmen eigenverantwortlich entscheiden dürfen, ab wann sie in der Höhe nach unten oktavieren und wann wieder hinauf...): Funktioniert auch gut. Und was Ulrica sonst noch geschrieben hat, unterstreiche ich sowieso!

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Danke allen Tipps hier und per PN. Ich habe mein Konzept daraufhin noch etwas bisschen modifiziert, im Grundaufbau war ich jedoch mit euch bereits so gut wie konform- es gibt einfach Regeln, die gelten immer, ob in Bayern in Graz oder in Lille. Da ich mit 30 Minuten recht viel Zeit habe, kann ich mich zuerst gut der Vorbereitung des Instruments, sprich dem Körper in seiner Komplexitât widmen. Der Sänger ist ja nunmal der einzige Musiker, der nciht nur sein Instriument spielt sondern sein Instrument IST, ohne jede materielle Distanz. Was die Sache so komplex macht.
      Ich finde vor dem eigentlichen Singen Summen, Gleiten und Vokaltönen sehr wichtig. Ein Thema sind z.B. auch die Erdung der Füsse, die Vertilkaliät/Aufrichtung und Körperhaltung. Am Ende (und nebenbei auch für den Spass-Überraschungsfaktor) mache ich ein Special, das ich sehr viel in meinen therapeutischen Gruppen anwende: eine Improvisation und Resonanzübung zu je zweien.

      :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Meine Lieben!

      Ich habe mich - früher - laut Erna Berger's und Emmy Loose's Ratschlag - mit der "Königin" oder "Konstanze" eingesungen, auch die Traurigkeitsarie, weil man ja auch die Mittellage anpassen muss, denn nur durch eine richtige Mittellage erreicht man die hohen Töne, sie musss eben passend sein.

      Heute singe ich mich gerne auf Konsonanten ein, das hat mir wieder Emmy Funk, eine Kammersängerin der WStO gesagt, ist zwar etwas schwieriger, aber mit der Zeit und Übung kann man es recht gut machen. Man[n] / Frau sollte einmal es versuchen, es hilft enorm.

      Liebe Grüße, an alle Damen Handküsse und sonst eine schönen Frühlingstag wünscht Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink: :wink:
    • Mein Tipp: Tenor und Sopran (und analog Alt und Bass) in der Höhe unbedingt getrennt einsingen!

      Grund: Bei Frauenstimmen empfiehlt es sich die Höhe erst im Piano vorzuwärmen. Zu lautes und zu hohes Einsingen kann irreperable Stimmschäden verursachen! Also: Höhe vorsichtig und ggf. mit Crescendo angehen. Bei Männerstimmen gibt es (was leider die wenigsten Chorleiter wissen) das umgekehrte Problem. Niemals, niemals, niemals Laien-Tenöre beim Einsingen im Piano oberhalb von f1 singen lassen und dann crescendieren! Grund: Im besten Fall singen die Herren im Falsett, was nicht unbedingt schlecht klingt, aber auch nicht gerade die Muskeln aufwärmt, die man aufwärmen will. Im schlimmsten Fall fängt der Ton erst im Falsett an, d.h. nur die Stimmlippenränder schwingen. Wenn dann irgendwann die Vollstimme anspricht, d.h. die Stimmlippen der ganzen Länge entlang schwimmen, und das asynchron zu den Stimmlippenrändern, gibt es bei jeder Schwingung einen üblen Schlag auf die Stimmlippenränder. Auf die Art kann man sich als Tenor innerhalb von 10 Minuten bleibende Stimmschäden zuziehen! (Bei Bässen passiert das eher selten, weil die selten der Versuchung ausgesetzt sind zu falsettieren - es sei denn, man zwingt sie dazu.) Im übrigen empfiehlt es sich mMn auch in der Höhe ab einem gewissen Punkt zu sagen: Ab jetzt ohne Alt und Bass! - und nicht etwa: Jeder singt so weit wie er kann, denn das führt zu einem ungesunden Wettbewerb mit u.U. verheerenden Folgen. (In der Tiefe besteht die Gefahr nicht. Man kann Stimmbänder nicht überdehnen, da kommt dann halt bei Sopran und Tenor irgendwann nur noch heiße Luft.)
    • Konrad Nachtigall schrieb:

      Mein Tipp: Tenor und Sopran (und analog Alt und Bass) in der Höhe unbedingt getrennt einsingen!


      das kann Sinn machen, vor allem, wenn es ausreichend SängerInnen in den Stimmgruppen sind und sie noch kein rechtes Gefühl für die Leistungsgrenzen ihrer Stimme haben. Wenn die Anzahl zu klein ist, tauchen Ängste auf, mit nicht ganz so runden Tönen gehört zu werden. Altistinnen hören normalerweise von selbst beim d2 auf, weil der Sprung über das obere Passagio sich unüberwindlich anfühlt. In der Regele geht es aber weiter. Wenn sie das mal geschafft haben, schaffen sie auch f und manche sogar g2. Das einzubremsen wäre schade:-)

      Konrad Nachtigall schrieb:


      Grund: Bei Frauenstimmen empfiehlt es sich die Höhe erst im Piano vorzuwärmen. Zu lautes und zu hohes Einsingen kann irreperable Stimmschäden verursachen! Also: Höhe vorsichtig und ggf. mit Crescendo angehen. Bei Männerstimmen gibt es (was leider die wenigsten Chorleiter wissen) das umgekehrte Problem. Niemals, niemals, niemals Laien-Tenöre beim Einsingen im Piano oberhalb von f1 singen lassen und dann crescendieren! Grund: Im besten Fall singen die Herren im Falsett, was nicht unbedingt schlecht klingt, aber auch nicht gerade die Muskeln aufwärmt, die man aufwärmen will. Im schlimmsten Fall fängt der Ton erst im Falsett an, d.h. nur die Stimmlippenränder schwingen. Wenn dann irgendwann die Vollstimme anspricht, d.h. die Stimmlippen der ganzen Länge entlang schwimmen, und das asynchron zu den Stimmlippenrändern, gibt es bei jeder Schwingung einen üblen Schlag auf die Stimmlippenränder.Auf die Art kann man sich als Tenor innerhalb von 10 Minuten bleibende Stimmschäden zuziehen!


      Die Tenöre würde ich gerade beim Aufwärmen natürlich auch nicht oben crescendieren lassen, wie übrigens in dem Stadium niemanden. Aber sanfte Glissando- und danach Legato- und Vokalausgleichübungen machen es möglich, auch oben die Registermischung hinzubekommen. Den Schlag auf die Stimmlippenränden kenne ich selber auch noch vor einigen Jahren auf einem zu plötzlichen Start in der Höhe. Vor allem schwerere Stimmen sind hier gefährdet. Nun, gleich einen Stimmschaden muss man nicht unbedingt bekommen, aber wer weiß, wie besch..eiden sich das anfühlt, wird das künftig vermeiden. Aber, in der tat, das ist wirklich nicht ungefährlich, vor allem, wenn es dauernd passiert.

      Konrad Nachtigall schrieb:


      Ab jetzt ohne Alt und Bass! - und nicht etwa: Jeder singt so weit wie er kann, denn das führt zu einem ungesunden Wettbewerb mit u.U. verheerenden Folgen. (In der Tiefe besteht die Gefahr nicht. Man kann Stimmbänder nicht überdehnen, da kommt dann halt bei Sopran und Tenor irgendwann nur noch heiße Luft.)
      *

      Nun, das kommt ein wenig auf das Temperament der Chorleute an, aber letztlich ist jede/r auch selbst verantwortlich. Es wissen alle, dass Höhe mit Vorsicht zu genissen ist und Tiefe keinen Spass macht, wenn man sie nicht hat. (und auch zur Verkrampfung führt, wenn man aus Ehrgeizgründen drückt, weil vermeintlich mehr rauskommt). Ich komme mit der trainierten Solostimme so ziemlich überall - irgendwie- hin und wenn ich im Kirchenchor helfe, dann muss ich schon einmal durchziehen, weil die Stimme sonst bei den eher minimalistischen Alt - Sätzen gar nicht aufwacht. Der Effekt ist, dass sich die Mitsängerinnen in Alt durchaus mehr trauen in der Höhe, aber auch rechtzeitig aufhören.

      Die Soprane haben oft keine Gefühl für die Tiefe, Da ginge meist auch mehr, wenn die Öffnung aus den Höhe mit nach unten genommen wird und die Randstimmigkeit aktiviert wird. Wer das entdeckt hat, klingt auch als hohe Stimme unten mehr.

      Es kommt allerdings bei der Art der Übungen auch ein wenig auf das stimmliche Niveau des Chores an, das u. a. auch durch ein gut überlegtes Einsingen gefördert wird.

      :wink:
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)
    • Nun, gleich einen Stimmschaden muss man nicht unbedingt bekommen, aber
      wer weiß, wie besch..eiden sich das anfühlt, wird das künftig vermeiden.
      Oder es zumindest versuchen, aber so gut scheint das mit dem Stimmschäden vermeiden nicht zu funktionieren. Meine frühere Gesangslehrerin hatte einmal das Glück eine medizinische Studie über Stimmschäden bei Chorsängern zu begleiten. Ihr Fazit: 1) Hohe Stimmen sind erwartungsgemäß stärker gefährdet als tiefe. 2) Ein sehr hoher Prozentsatz der Tenöre und Soprane mit langer Chorkarriere haben erkennbare Stimmschäden (d.h. sichtbare Deformationen der Stimmbänder), wobei die Art der Schäden gegenläufig ist: Bei den Sopranen ist die Abnutzung mehrheitlich durch "Ausleiern" der Stimmbänder (zurückzuführen auf zu dramatisches und zu lautes Singen bei schlechter Technik), während bei den Tenören die Schäden überwiegend an den Stimmlippenrändern nachweisbar sind und aus falsch-gebildetem Piano in der Höhe resultieren. Kurz: Ein Männerstimmband durch Schreien zu ruinieren ist schwierig (ja, ich weiß, es gibt prominente Gegenbeispiele, aber da muss schon einiges falsch laufen), durch Säuseln sehr leicht. Bei Frauenstimmbändern ist es umgekehrt. Seit ich das gelernt habe, laufe ich gelegentlich Amok, wenn mal wieder ein Chorleiter seinen Tenören zuruft, sie sollen die Höhe ganz leicht nehmen - diese leichte Höhe muss man nämlich erst mal draufhaben, und wenn man das nicht hat, kann man sich daran mehr wehtun als mit drei Stunden Dauergrölen. (Wie gesagt, ein männliches Stimmband, das der ganzen Länge nach schwingt, ist viel schwerer kaputtzukriegen als ein weibliches; ein nur an den Rändern schwingendes hingegen sehr viel leichter.)

      Ich komme mit der trainierten Solostimme so ziemlich überall -
      irgendwie- hin und wenn ich im Kirchenchor helfe, dann muss ich schon
      einmal durchziehen, weil die Stimme sonst bei den eher minimalistischen
      Alt - Sätzen gar nicht aufwacht. Der Effekt ist, dass sich die
      Mitsängerinnen in Alt durchaus mehr trauen in der Höhe, aber auch
      rechtzeitig aufhören.
      Hm, ich habe in dieser Hinsicht schlechte Erfahrungen gemacht, gerade als "Einspringer" in Laienchören. Wenn ich da beim Einsingen in der Höhe durchziehe, dann meinen leider oft die Haustenöre, sie müssten dem Neuen mal zeigen wo der Hammer hängt. (Natürlich kommen solche Machismen nur bei Männerstimmen vor. :rolleyes: ) Das kann üble Folgen haben, insbesondere wenn der Chorleiter das Spiel mitspielt. Ich höre jetzt also immer brav bei a1 auf (oder versuche es zumindest, habe ja kein absolutes Gehör). Dann haben auch die Eigesessenen ihren Triumph, und die Stimmung ist gleich viel besser. :D Richtig Einsingen kann ich mich ja zuhause...
    • Ja,ja - die Spezies Il tenore - molto potente schlägt wohl immer wieder durch :D Wollen hoch hinans - und knallen aufs Maul. Dagegen ist aber eh kein Kraut gewachsen, denn die treiben ihren Unsinn auch ohne dich :P

      Meine Altistinnen benötigen aber durchaus gelegentlich einen Tritt..... äh Anschub :angel:

      :D :wink:
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)
    • Ulrica schrieb:


      Meine Altistinnen benötigen aber durchaus gelegentlich einen Tritt..... äh Anschub :angel:

      Das ist mir in vielen Chören ebenfalls aufgefallen. Es ist unglaublich, wie wenig sich Damen im Alt an Höhe zutrauen! Dabei fordern einige Chorwerke auch im Alt eine ordentliche Höhe. Generell denke ich jedoch auch, dass beim Einsingen der Chorleiter die jeweiligen hohen oder tiefen Stimmen aus den Übungen heraus nehmen sollte. Einsingen in Extremlagen muss sicher nicht in Stimmschäden enden, jedoch würde ich es nicht riskieren, wenn die Einzelstimme nicht eng überwacht werden kann. Und das ist beim Chorseinsingen nunmal eher nicht der Fall.

      LG
      Rosenkavalier
      Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man auch seine Stimme auf diesen Ton aufbaut, man muss zu ihm zurückkehren können, sonst ist es aus. (Agnes Baltsa)
    • Ulrica schrieb:

      Meine Altistinnen benötigen aber durchaus gelegentlich einen Tritt..... äh Anschub :angel:

      :D :wink:
      Ach Du meine Güte ... sind meine Chorsachen so ungewöhnlich, die ich mache? Eigentlich mussten wir Altistinnen zuletzt bei jedem Stück zum f2 ... Und der liebe Gustav Mahler wollte uns sogar bis h2 (das ging aber wirklich nicht mehr). Beim a2 machen wir für gewöhnlich Schluß.

      Beim Einsingen - so meine Erfahrung - trauen sich die Leute eigentlich mehr Höhe zu als beim wirklichen Singen, weil es beim Einsingen auch durchaus mal unsauber klingen darf. In dem absoluten Laienchor, in dem ich angefangen habe, streikten die Sopranistinnen bereits beim f2, da wollten sie nicht hin. Die Chorleiterin damals, eine Musikpädagogin, hat beim Einsingen halt ab und zu "nach oben hingekitzelt", und auf Nachfrage, wie hoch das denn gewesen sei, kam schon mit einem Grinsen, dass das deutlich höher als e2 war.

      Tiefes Singen finde ich aber auch gar nicht so leicht. Entspannungsübungen sind echt wichtig, sonst passiert bei mir da unten gar nix, ausser "brumm" :stumm:
    • Die Lerche schrieb:

      Ulrica schrieb:

      Meine Altistinnen benötigen aber durchaus gelegentlich einen Tritt..... äh Anschub :angel:

      :D :wink:
      Ach Du meine Güte ... sind meine Chorsachen so ungewöhnlich, die ich mache? Eigentlich mussten wir Altistinnen zuletzt bei jedem Stück zum f2 ... Und der liebe Gustav Mahler wollte uns sogar bis h2 (das ging aber wirklich nicht mehr). Beim a2 machen wir für gewöhnlich Schluß.

      Ein Chorstück von Mahler hatte ich auch im Sinn, als ich meine obigen Zeilen schrieb. Da sind aber meine Alt-Kolleginnen reihenweise ausgestiegen! Wenn Du und Deine Altkolleginnen bis a2 durchhaltet, dann habt Ihr meinen vollen Respekt!

      LG
      Rosenkavalier
      Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man auch seine Stimme auf diesen Ton aufbaut, man muss zu ihm zurückkehren können, sonst ist es aus. (Agnes Baltsa)
    • Solche Altistinnen hätten manche Chorleiter wohl gerne im Sopran... ;+) :D
      Aber bis zum e'' und f'' ist in der klassischen Chorliteratur für den Alt schon Standard, ich denke da z.B. an Haydn-Messen (der auch den Chorbass mitunter bis zum g' fordert!)

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Ulrica schrieb:

      Ja,ja - die Spezies Il tenore - molto potente schlägt wohl immer wieder durch Wollen hoch hinans - und knallen aufs Maul. Dagegen ist aber eh kein Kraut gewachsen, denn die treiben ihren Unsinn auch ohne dich

      Das Kenn' ich aber auch von manchen Damen im Sopran... :stumm:
      Da gibt's welche, die wären gut im Alt aufgehoben, aber das wäre ja unter ihrer Würde, und nein, natürlich schaffen die auch noch h" oder drüber, auch wenn sie's e" schon nicht mehr sauber haben und die Differenz vom angestrebten zum tatsächlich erklingenden Ton sich mit zunehmender Höhe dem Halbton nähert und der Gesang klingt wie Schwein beim Abstechen... :hide:

      Areios schrieb:

      Aber bis zum e'' und f'' ist in der klassischen Chorliteratur für den Alt schon Standard, ich denke da z.B. an Haydn-Messen (der auch den Chorbass mitunter bis zum g' fordert!)

      nicht nur beim Haydn. Aber gibt's da nicht noch so irgendwie andere Stimmlagen? Ich glaub' die heißen Bariton und Mezzo oder so... Die gibt' auch im normalne Chor. Das wäre dann die Aufgabe für den Chorleiter, da seine gegeigneten Pappenheimer zu benennen...
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Beim Einsingen im Chor geht es um das Stimmen der Register.

      FairyQueen schrieb:

      Liebe Chorsänger-und leiter, ich darf/soll am Sonntag zum ersten Mal einen gemischten Chor(etwa 30 Personen) einsigen bzw auf einen Workshop vorbereiten/einstimmen, der den ganzen Tag dauert und mit einem Konzert abschliesst.¨Dazu habe ich 30 Minurten Zeit und der Tag beginnt fûr den Chor mit eben dieser Einstimmung und soll sich von dem normalen Einsingen unter der Woche unterscheiden und neue Impulse geben. die Chorleiterin weiss, dass ich sehr viel mit der richtigen Körperspannung und der Atmung arbeite und dieser Aspekt ist besonders gefragt.
      Ich habe das in dieser Form noch nie gemacht, aber Erfahrung in Stimmbildung mit kleinen Gruppen, die allerdings mehr therapeutische als künstlerische Schwerpunkte haben. In glücklichen Falle kommt dann beides zusammen.
      Ich habe mir natûrlich ein Konzept gemacht, würde aber die hier aktiven Chorsänger/leiter gerne fragen, was nach eurer Ansicht/Erfahrung unbedingt gebraucht wird und was eher vermieden werden sollte.
      Danke
      :fee:



      Beim Einsingen im Chor geht es um das Stimmen der Register.
      Beim Einsingen mit Einzelnen wird die Stimme gründlich aufgewärmt – mit individuellen Übungen, die im Chor nicht möglich sind.
      CANTO ERGO SUM