Worte, die verloren gehen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Worte, die verloren gehen


      Das sich die Sprache verändert ist eigentlich ein ganz natürlicher Prozess.

      Es gibt aber doch Wörter, um die es schade ist wenn sie verloren gehen. Diesen Wörtern soll dieser Beitrag gewidmet sein.


      Was für Wörter fallen Euch dazu ein?
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
      ----------------------------
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Überall spricht man heute vom CHILLEN,
      dabei haben wir in der deutschen Sprache das wunderschöne Wort entspannen

      Chillen, dass klingt für mich spitz und aggressiv, so garnicht nach Entspannung, während das Wort entspannen schon im Wortklang das wiederspiegelt worum es geht.
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
      ----------------------------
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Auch das Wort Sommerfrische, dass man heute prsaktisch überhaupt nicht mehr hört ist eigentlich ein sehr schönes Wort. Aber hier glaube ich, dass sich auch die Art der "Tätigkeit" sehr stark verändert hat, sodass das heutige Wort Urlaub viel besser passt. Aber für eine Differenzierung in der Art des Urlaubs wäre es vielleicht nicht schlecht, dass Wort noch zu verwenden.
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
      ----------------------------
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Die Sprache geht schon manchmal seltsame Wege. Aus irgendwelchen Gründen wird zum Beispiel das Wort gleichzeitig seit einigen Jahren fast flächendeckend durch zeitgleich ersetzt. Warum nur? Ist es die eine gesparte Silbe, die den Ausschlag gibt? Auch das wunderbare Wort saumselig ist inzwischen ganz verschwunden. Das Beseeligende an der Langsamkeit wird offenbar nicht mehr geschätzt. Leider musste auch der anschauliche Dauerlauf dem Joggen weichen. Während der Bandsalat aus durchaus erfreulichen Gründen heute keine Rolle mehr spielt. :D

      Gruß, Carola
    • RE: Worte die verloren gehen

      Erzherzog schrieb:


      Das sich die Sprache verändert ist eigentlich ein ganz natürlicher Prozess.

      Es gibt aber doch Wörter, um die es schade ist wenn sie verloren gehen. Diesen Wörtern soll dieser Beitrag gewidmet sein.


      Was für Wörter fallen Euch dazu ein?
      Eines dieser Wörter, die verloren gehen, scheint der Plural von "http://de.wikipedia.org/wiki/Wort" Wort zu sein: Wörter ist hier ganz richtig, Worte ist etwas anderes und bezieht sich meist auf mehrere Wörter wie in Zitaten o.ä.

      Etwas das mir inzwischen oft aufstößt ist es, wenn inzwischen durch zwischenzeitlich ersetzt wird.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • In Österreich gehen die ganz normalen umgangssprachlichen Begrüßungsformeln verloren - jeder sagt nur mehr "Hallo" und "Tschüss". Ich komme mir manchmal vor wie ein Saurier, wenn ich mich weigere, so zu grüßen.

      Und dass jemand sagt, etwas schmeckt gut, findet man auch nicht mehr. Alles ist lecker. ?(
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Beim Einkaufen stört mich eher, dass ich an der Kasse statt mit einem Guten Tag jetzt mit Hallo angekumpelt und anschließend mit Schönen Tag noch verabschiedet werde - ein schlichtes Auf Wiedersehen hätte es auch getan.

      Gruß, Carola
    • Carola schrieb:

      Die Sprache geht schon manchmal seltsame Wege. Aus irgendwelchen Gründen wird zum Beispiel das Wort gleichzeitig seit einigen Jahren fast flächendeckend durch zeitgleich ersetzt. Warum nur? Ist es die eine gesparte Silbe, die den Ausschlag gibt?


      Das finde ich besonders bedauerlich, weil damit eine Nuance verlorengeht. Tendenziell bezieht sich "gleichzeitig" auf Zeitpunkte oder parallel verstreichende Abläufe und "zeitgleich" auf die Länge von Zeitintervallen. Bei einem versetzt gestarteten Zeitfahren können zwei Radrennsportler "zeitgleich" sein, obwohl sie weder gleichzeitig starten noch ins Ziel kommen.
      Liegt die Veränderung vielleicht auch daran, dass man "gleichzeitig" auch oft übertragen verwendet, i.S.v. "gleichermaßen"?


      Auch das wunderbare Wort saumselig ist inzwischen ganz verschwunden. Das Beseeligende an der Langsamkeit wird offenbar nicht mehr geschätzt.


      Ich frage mich manchmal, ob ich es noch erleben werde, wenn vielleicht bei der Schlechtschreibreform 2050 "seelig" und "Standart" als offizielle Schreibweisen anerkannt werden...
      Saumselig klingt allerdings schon ziemlich lange eher altfränkisch, oder?


      Leider musste auch der anschauliche Dauerlauf dem Joggen weichen.


      de facto ist der Jogger freilich meist gemütlicher unterwegs als der Dauerläufer der 1970er...
      Immerhin ist der Unterschied werbeträchtig:

      "http://www.wearenotjoggers.com/"


      "Schönen Tag noch" finde ich allerdings nicht wesentlich formloser oder kumpelig als "Auf Wiedersehen." Könnte allerdings amerikanischer Einfluss sein. Dort ist die verbreitete Kumpelversion von "Have a nice day!" schlicht "Have Fun!" (ja, als Abschiedsgruß)

      ergebener Diener

      Kater Murr
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • amelia grimaldi schrieb:

      In Österreich gehen die ganz normalen umgangssprachlichen Begrüßungsformeln verloren - jeder sagt nur mehr "Hallo" und "Tschüss". (


      Was sind die umgangssprachlichen Begrüßungsformeln? Servass und PfeatsEahna?

      :prost:
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • ich habe - herausgegeben von Andrea Köhler - ein Buch voller Nachrufe Kleines Glossar des Verschwindens - Von Autokino bis Zwischengas

      Dies ist eine - auch nostalgische - Erinnerung an Wörter, die mit den Sachverhalten, zu denen sie gehören, auch aus dem Wortschatz schwinden. Das erste Wort in dem lesenswerten Büchlein ist übrigens die Hakenleiste, eben die, die in der Küche angebracht war und auf der Schildchen angebracht waren wie für die Hände, für die Teller, fürs Gesicht, für die Gläser.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Ja, das tut sie, sonst würden wir ja heute noch mittelhochdeutsch sprechen,aber es ist dennoch schôn, Altes zu bewahren.
      Wir hatten irgendwann schonmal ienen Thread zu diesem Thema, den ich gestartet habe. Mich hat dazu damals ein Adventkalender angeragt, der eine Seite mit Magneten auf denen vom Aussterben bedrohte Worte waren, dazu inspiriert. diese Worte hatte ich ienzeln vorgestellt, wenn mich mein Gedächtnis nciht täuscht. Dazu gehört z.B. auch das Wort "Kleinod", welches mir immer noch ausnehmend gut gefällt. und sein Zwilling "Augenstern".
      Ein Kleinod ist etwas besonders Seltenes und Kostbares, das eigentlch in eine Schatztruhe gehört. Wobei diese Schatztruhe auch das eigene Herz sein kann.
      Jeder, der ein bewahrenswertes Wort vorstellt, könnte das z.B. auch in ienem Vers oder Gedicht tun, in dem es vorkommt. Selbst geschrieben oder gefunden-egal. :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Es gibt aber auch zu neuen Ehren gekommene Wörter, zum Beispiel den Speicher. Als Alternativwort zum Dachboden oder als Getreidespeicher war das Wort bis zur Digitalisierung eindeutig auf dem absteigenden Ast. Und nun gibt es den Datenspeicher, die Speichermedien, das Abspeichern und die Speicherkapazität. Wenn das keine Karriere ist!

      Gruß, Carola
    • gioachino schrieb:

      Dass sich die Sprache verändert, ist eigentlich ein ganz natürlicher Prozess.



      Ciao. Gioachino :P
      Das ist es in der Tat. Leider manchmal auch bezeichnend, denn heute spricht man ja nur noch davon, das man sich liebt, kaum mehr aber einander.

      Ob das wohl ein freudscher Lapsus ist?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • DASS DAS DAS mal mit einem S, mal mit SS geschrieben wird, ist allgemein bekannt. Eigentlich....

      Und GUT wird heutzutage so gesteigert : GUT - BESSER - OPTIMAL. Schlaumeier steigern neuerdings auch noch den Superlativ :

      OPTIMALER - AM OPTIMALSTEN ! Dass Sprache sich verändert, ja. Aber bitte nicht so !



      Ciao. Gioachino :stern:
      miniminiDIFIDI
    • Manchmal muß man eben Verbotenes tun und Superlative steigern.
      Lieber was vermeintlich Valsches schreiben, als sich von Sprachnörglern terrorisieren zu lassen. Beim Spiegel gilt jetzt offenbar die Richtlinie, dass man, Bastian Sick sei Dank, nicht mehr "vorporgrammiert" schreiben darf, weil das ja ein ach so schlimmer Pleonasmus ist. ("Gulaschsuppe" bestellt so einer wie der aber bestimmt trotzdem). Da ist jetzt überall nur noch "Ärger programmiert". Liest sich halt nach meinem Sprachempfinden wie Moppelkotze.
      Chillen = aggressiv und spitz? Nö, das empfinde ich ganz anders. Bin eigentlich ganz dankbar, dass das Wort benutzt wird. Wenn ich nämlich zum chillen eingeladen werde, dann muß ich mir keine Gedanken machen, ob ich die Einladung annehme. Chiller sind träge Penner mit verföhnten Frisuren, die sich narzistisch an ihrem Chillen ergötzen und dabei womöglich noch im öffentlichen Raum (Park, Mainufer, etc.) chillige Musik hören und mit abgespreiztem kleinen Finger an ihren Beck´s Gold- oder Desperados-Fläschchen nippen. Zum "entspannen" würde ich mich aber auch nicht einladen lassen - etwa von jemanden, der tagsüber wie ein gespanntes Klappmesser durch die Welt läuft?
      Es gibt übrigens viele Wörter, die mir nicht schnell genug aus dem aktiven Wortschatz verloren gehen. Beispielsweise Kroppzeug in Bezug auf Menschen.

      so, und jetzt ist erstmal ne Runde chillen vorprogrammiert :stern: :wink: :sleeping:
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.