NAXOS - Empfehlenswerte Zyklen und Komponistenportraits

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    • Mauerblümchen schrieb:

      Menno, es ging nur um die Frage, ob Naxos sich einfach ein Orchester aussuchen könne, und die würden - überspitzt gesagt - unabhängig von Terminkalender, Repertoirefragen, Dirigentenfragen und Renommeefolgen alles stehen und liegen lassen und für Naxos aufnehmen. Das ja wohl eher nicht. Das gilt genauso für Chandos, Hyperion, BIS, DaCapo usw., richtig.

      Ich denke durchaus - um noch einmal zum Ausgangspunkt der Diskussion zurück zu kommen -, dass Naxos sich ein Orchester aussuchen kann, sie arbeiten ja mit einer ganzen Reihe von Orchestern zusammen. Das wichtigste Kriterium wird gerade bei Naxos sicherlich der Preis sein, hinzu kommt dann vielleicht noch die Verfügbarkeit etc.
      Die oben kritisierten Casella-Aufnahmen sind mit dem Orchestra sinfonico di Roma produziert worden, und sicher ist es völlig unrealistisch, dass Naxos für so etwas die Wiener Philharmoniker einkauft. Aber meinst du, ein Rundfunkorchester der RAI wäre so viel teurer gewesen?
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Was macht den Wert der Naxos Produktionen aus? Wohl weniger die Spitzenleistungen von namhaften Orchestern und Künstlern, als mehr das Repertoire an sich. Wodurch einer breiten Masse von Hörern erst die Möglichkeit geboten wird, und das noch zu günstigen Preisen, viele Musik erst kennenzulernen. Und nicht wenige Aufnahmen gibt es nur bei Naxos. Und wer ausser einer verschwindend kleinen Menge von Hörern kann denn überhaupt den Unterschied zwischen sog. Künstlern der 1. oder 2. Reihe wahrnehmen? Nebenbei gefragt: wodurch unterscheiden sich denn diese Kategorien? Nach Verkaufszahlen, nach Applausstärke? Oder vielleicht nach den persönlichen Präferenzen einer kleinen Gruppe Intensivhörer?

      Naxos hat viele Repertoirelücken geschlossen und eignet sich daher besonders für den Sammler, der somit mehr Vollständigkeit erreichen kann. Beim Standardrepertoire würde ich wahrscheinlich a priori auch nicht unbedingt zu Naxos greifen, aber es gibt eine Reihe Komponisten, die dort sehr ausführlich gewürdigt werden. In Ergänzung zu den bereits genannten fallen mir noch diese ein: Malcolm Arnold, Ferdinand Ries, Ernö von Dohnanyi, Alexander Glazunov, Enrique Granados, Joaquin Turina, Gerald Finzi, Ottorino Respighi, Edward McDowell, Bohuslav Martinu oder Antonio Soler.

      Gut gelungen finde ich auch den Debussy Zyklus mit Jun Märkl, in welchem neben den originalen Orchesterwerken auch sämtliche Bearbeitungen enthalten sind.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Gut gelungen finde ich auch den Debussy Zyklus mit Jun Märkl, in welchem neben den originalen Orchesterwerken auch sämtliche Bearbeitungen enthalten sind.

      So ist es wohl. Man muss nicht alle Post-hoc-Versionen gleichermaßen gutheißen, man kann auch über die Deutungen streiten. Aber zum einen scheint mir kaum Konkurrenz gegeben, zum anderen haben die beiden großen sogenannten Impressionisten per definitionem klangstrukturell gedacht, so dass solche Bearbeitungen sich immer wieder bereits aus ihren Händen zur Entstehungszeit finden, aber unabhängig davon auch bei späteren Versionen neue Hörweisen eröffnen, ohne dass dies dem Original jeweils schaden konnte und könnte. Ich muss gestehen, dass ich hierbei vieles schlicht als schön empfinde.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Die oben kritisierten Casella-Aufnahmen sind mit dem Orchestra sinfonico di Roma produziert worden, und sicher ist es völlig unrealistisch, dass Naxos für so etwas die Wiener Philharmoniker einkauft. Aber meinst du, ein Rundfunkorchester der RAI wäre so viel teurer gewesen?

      Eher nicht, denn unter Umständen käme hier sogar noch dazu, dass man eine Kooperation mit RAI hätte eingehen können. Handelt sich doch immerhin um italienische Komponisten, deren Bekanntheitsgrad nicht so extrem hoch ist jetzt (nicht falsch interpretieren bitte). Damit käme der Sender auch seiner Aufgabenpflicht nach, wenn es sich denn in Italien so ähnlich verhält mit dem Rundfunk wie bei uns.

      Es würde auch Sinn machen, solche Orchester für diverse Werke hier in Deutschland zu suchen. Die Aufnahmen mit dem Kölner Kammerorchester waren ja auch fast alle gut bis sehr gut gelungen, wie z.B. teilweise Haydn oder Telemann, auch die Orchesterwerke von Bach gehören dazu, finde ich zumindest.

      Gut gelungen finde ich auch den Debussy Zyklus mit Jun Märkl, in welchem neben den originalen Orchesterwerken auch sämtliche Bearbeitungen enthalten sind.
      Die Box finde ich z.B. ebenfalls sehr gelungen. Deshalb hatte ich sie ja auch erwähnt weiter Oben. Weiter fand ich die Aufnahmen mit Werken aus dem 18.Jahrhundert überwiegend gelungen. Auch die von Koch übernommenen Einspielungen gehören dazu, oder die unter "American Classics" gemachten Aufnahmen , die man von Delos übernommen hat. Doch gerade die Koch-Einspielungen von z.B. Horst Stein von Max Reger wären klasse, wenn man sie wieder auflegen würde.


      Die Versuche, über Marco Polo Komponisten wie Spohr, Rubinstein, Furtwängler oder Raff zu würdigen fand ich gut, wenn auch die Einspielungen nur bedingt gelungen waren. Geschweige denn, die Mammut-Produktionen mit Werken von der Strauss-Ära (Strauss,sr.,jr.,Josef Strauss,Waldteufel,Suppé), die es so auch noch nicht gegeben hat zuvor.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Auch die von Koch übernommenen Einspielungen gehören dazu, oder die unter "American Classics" gemachten Aufnahmen , die man von Delos übernommen hat. Doch gerade die Koch-Einspielungen von z.B. Horst Stein von Max Reger wären klasse, wenn man sie wieder auflegen würde.

      Liegen die Rechte am Katalog von Koch-Schwann nicht größtenteils bei DG/Universal? Zumindest sind mW einige Koch-Schwann-Aufnahmen auf Eloquence wiedererschienen. Bei den Aufnahmen Robert Crafts könnte es sein, daß er selbst immer der Rechteinhaber war, und bereits Koch-Schwann nur lizensiert hat.
    • andréjo schrieb:

      Ich muss gestehen, dass ich hierbei vieles schlicht als schön empfinde.
      Das ist ja nichts ehrenrühriges

      Maurice schrieb:

      Doch gerade die Koch-Einspielungen von z.B. Horst Stein von Max Reger wären klasse, wenn man sie wieder auflegen würde.
      Die waren auch schon in der Erstversion bei Koch klasse. Ich hatte einige Probleme sie seinerzeit zusammenzubekommen, habe es aber letztendlich geschafft (und mußte keinen Kredit aufnehmen). Ansonsten ist der größte Teil der alten Koch Aufnahmen noch gebraucht verfügbar. Da sind ähnlich Naxos oder Marco Polo einige Trouvaillen dabei. Z.B. die gesamten Werke von Czeslaw Marek.


      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Es gibt auch keine Casella-Einspielungen bei DG mit den Wiener Philharmonikern. Es gibt überhaupt keinen Casella bei DG. Anscheinend können die diesem Orchester auch nicht genügend dafür zahlen ;+)

      Man muss bei Naxos m.E. mehrere Phasen unterscheiden.
      Anfangs ging es hauptsächlich um niedrige Preise. Das abseitige Repertoire erschien bei Marco Polo. Die Qualität dieser Produktionen war naturgemäß eher gemischt, oft von recht bescheidener Qualität mit eher drittklassigen Ensembles. Wie oben gesagt gab es aber auch damals schon Ausnahmen, besonders bei Solo- und Kammermusik.

      Ich meine zwar auch, dass einiges davon (besonders beim Penguin wurde der Preis anscheinend eingerechnet) über Gebühr gelobt wurde, aber es gab vor 20 Jahren eben auch nicht allzu viel Konkurrenz z.B. bei den Haydn-Quartetten und auch wenn man (wie ich selbst) das Kodaly-Quartett nicht besonders prickelnd findet, sind das gut klingende und solide gespielte Aufnahmen (was man von etlichen Orchesteraufnahmen der frühen Naxos-Zeit nicht behaupten kann). Ebenso meine ich auch nicht, dass Jando etc. die absolut besten Einspielungen vorgelegt haben, aber welche, die normalerweise auf Augenhöhe mit dem sind, was Major Labels aufbieten.

      Dann gab es Naxos historical mit oft hervorragenden Überspielungen von Klassikern, die aus dem Copyright gefallen waren (zB Schnabel, Heifetz, Toscanini usw.)

      Schließlich hat Naxos auch gar nicht wenig von Kleinlabeln (außer Marco Polo) wiederveröffentlicht: Crafts Stravinsky usw., Mortensens Buxtehude-Aufnahmen, die oben gezeigten Britten-Lieder, Schonwandts Nielsen-Sinfonien, vermutlich noch mehr, wovon ich nichts weiß und mit Rundfunksendern oder Institutionen (Milken Archiv mit jüdisch-amerikanischer Musik u.a.)

      Beim "Standardrepertoire" ist Naxos durch die billigen Boxen inzwischen schon länger von den Majors überholt worden. Selbst vor 20 Jahren bekam man so was wie Beethovensinfonien schon etwa zum Naxos-Preis in den Budgetreihen der Major labels.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Schließlich hat Naxos auch gar nicht wenig von Kleinlabeln (außer Marco Polo)

      Nach der Unternehmensstrategie sollte Marco Polo (das Vorgängerlabel von Naxos) komplett in Naxos aufgehen, weshalb auch viele MP Produktionen unter dem Label Naxos wiederveröffentlicht wurden. Daher wird unter MP praktisch nichts mehr herausgegeben. Konstantin Scherbakov darf bis zur Beendigung seiner Godowsky Serie noch dort erscheinen.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Maurice schrieb:



      Ich habe auch alle "Naxosen" von Casella unter La Vecchia, die hörbar von der Orchesterleistung zu wünschen übrig lassen. Aber auch alle, die bisher mit Noseda erschienen sind ... eine ganz andere Welt offenbart sich dort !


      Manchmal fragt man sich echt, warum Naxos solche viel zu seltenen Werke nicht mit einem wirklichen "Klangkörper" aufgenommen hat.


      Und ich fand bisher La Vecchias Casella-Einspielungen - aller zugegebenen Schwächen des Orchesters zum trotz - vom Interpretatorischen her immer erheblich interessanter und ergreifender als Gianandrea Noseda. das gilt inbesondere für die 2. Symphonie ... :hide:

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Eusebius schrieb:

      Kater Murr schrieb:

      Schließlich hat Naxos auch gar nicht wenig von Kleinlabeln (außer Marco Polo)

      Nach der Unternehmensstrategie sollte Marco Polo (das Vorgängerlabel von Naxos) komplett in Naxos aufgehen, weshalb auch viele MP Produktionen unter dem Label Naxos wiederveröffentlicht wurden. Daher wird unter MP praktisch nichts mehr herausgegeben. Konstantin Scherbakov darf bis zur Beendigung seiner Godowsky Serie noch dort erscheinen.


      Interessant. Ich hatte die Klammer inzugesetzt, weil Marco Polo ja kein fremdes Label ist, aber Naxos eben auch eine ganze Menge von kleineren oder eingegangenen Labels herausgebracht hat, darunter fraglos Erstklassiges wie Britten (Collins), Buxtehude oder Nielsen (Dacapo).

      Unter den mir bekannten Naxos-Produktionen sehr bekannter Komponisten/Werke finde ich z.B. erstklassig (d.h. mindestens so gut wie die meisten major Optionen)

      Mozart: Klavierquartette (Menuhin Festival Quartett)
      Haydn: Schöpfung (Spering) und Il ritorno di Tobia (wohl die beste Einspielung eines zugegeben obskuren Werks)
      Bartok: Violinsonaten + Kontraste (Pauk/Jando) (ebenso eine CD mit frühen Werken Bartoks)
      Franck: Klavierquintett (Levinas + Q Ludwig)
      Schostakowitsch: Klaviermusik mit Scherbakov

      Wenn man zu weniger bekannten Komponisten geht oder Aufnahmen, die "nur" sehr ordentlich (was je nach Repertoire auch auf Augenhöhe mit der meisten Konkurrenz sein kann), wird es schnell unübersichtlich.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Menno, es ging nur um die Frage, ob Naxos sich einfach ein Orchester aussuchen könne, und die würden - überspitzt gesagt - unabhängig von Terminkalender, Repertoirefragen, Dirigentenfragen und Renommeefolgen alles stehen und liegen lassen und für Naxos aufnehmen.

      Die Antwort lautet: nein. Klaus Heymann hat von Anfang an ein Limit gesetzt, daß nämlich die erste Auflage eines Titels (in der Regel 7000 Exemplare) die Produktionskosten einspielen müssen. Das hält er wohl bis heute aufrecht, weshalb solche renommierten Orchester wie die Wiener oder die Berliner nur in der Historical-Reihe auftauchen ( :P ). Naxos läßt sich auch Vieles sponsern, hat aber durch seinen weltweit operierenden Vertrieb sicherlich den Grundstock für seinen Erfolg gelegt.

      Diese Kosten schränken den Arbeitsraum erheblich ein, unabhängig davon, daß rennomierte Orchester sicherlich auch darauf achten, bei welchem Label sie erscheinen. Die meisten Orchester sind häufig Staats- oder Stadtinstitutionen, mit denen man eine Kooperation eingeht. Und ich denke, das Sponsoring spielt auch eine Rolle.

      Hinzu kommt aber auch, daß viele Orchester doch wenig bis gar keine Aufnahmen machen. Wären sie nicht bei Naxos, gäbe es sonst keine CDs von diesen Orchestern, die sich so weit verbreiten. Da Naxos auch eine Streaming-Plattform hat, haben sie damit mehr Verbreitung als sonst.

      Und kleine Ensembles im Alte-Musik-Bereich hätten z.T. kaum so viele CDs machen können wie bei Naxos. Der Nachteil ist natürlich: große Gewinne sind für die Künstler nicht drin, dafür ist der Rahmen zu eng gesetzt. Im Grunde bietet Naxos einen weltweiten Vertrieb der Aufnahmen an, was man als Werbung ansehehn könnte; die ausgezahlten Tantiemen reichen dann höchstens für die Kaffeekasse.

      Wer zu Naxos geht, verdient kein Geld; dafür sind aber seine Aufnahmen zumindest online permanent verfügbar, was ihm Renommee ermöglichen kann.

      -----

      Ich finde es interessant, wie sich Naxos allmählich aus dem Sumpf der Billiglabels befreite, indem es ein ganz klares Produktionskonzept formulierte und sich daran stets hielt. Ende der 1980er Jahre war Naxos von den anderen Billiglabels kaum zu unterscheiden, da Heymann damals das Problem hatte, an geeignetes Material zu kommen. Ich meine sogar, daß einige spätere PILZ-Titel bereits bei Naxos vorher veröffentlicht wurden (die einzigen Naxos-CDs, die wirklich OoP sind). Ab 1992 begann aber Naxos kleine Ensembles zu produzieren, die bereit waren, für wenig Geld Qualität abzuliefern. Jeremy Summerly machte tonnenweise Renaissance-Aufnahmen, Ony Wytars hatten ihre Anfänge.

      Parallel dazu der Bruckner-Tintner-Zyklus (vor allem: alle Fassungen der Symphonien), der ganz gewiß nicht von Pappe ist. Um das Jahr 2000 kann man bei Naxos kaum mehr von einer Billigklitsche sprechen, sondern von einem Label, welches sich konsequent als erster Lieferant für Klassik-Neulinge und -Spezialisten etablieren wollte.


      jd :wink:
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      Jean Paul
    • Doc Stänker schrieb:

      Denn auch diese Aufnahmen, nun zusammen als Box gehandelt, sind von NAXOS.
      Petrenko, Schostakowitsch, alle 15

      Gruß aus Kiel


      Diese Box würde ich nicht empfehlen, da nicht alle Sinfonien gleich gut gelungen sind.

      Ich verstehe den Hype um den "Petrenko-Shostakovich" sowieso nicht wirklich. Da gibt es wesentlich ansprechendere Einzelaufnahmen, z.B. von Jansons, Ashkenazy, Mravinsky, Kondrashin, Ormandy, Previn, Barshai, Lazarev, Neeme Järvi oder Bychkov.

      Nur, weil die Petrenko-Aufnahmen jetzt "in" sind, braucht man sie wirklich nicht
    • Bei Naxos muss man unterscheiden zwischen dem "Root-Label" und Kooperationen mit anderen eigenständigen Lables, die von Naxos vertrieben werden ("http://www.naxos.com/labels/default.asp").

      Collins gibt es schon lange nicht mehr, und die Produktionen sind von anderen Labels übernommen worden. Z.B. hat Naxos die ersten 5 Folgen der "British Song Series" übernommen und weitergeführt. Bei Hyperion sind z.B. Aufnahmen mit Seta Tanyel erschienen (Beethoven op.35 und Moszkowski).

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Außer der genannten Box der GA der Schostakowitsch-Sinfonien und der -Quartette (durch das Eder Quartett), sind (mindestens) folgende CDs bei Naxos auf allerhöchstem Niveau, klanglich und interpretatorisch:





      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    • inland_empire schrieb:


      Nur, weil die Petrenko-Aufnahmen jetzt "in" sind, braucht man sie wirklich nicht


      Da wir in einem - relativ! - freien Land leben, kann das ja jede/r für sich selbst entscheiden, ob er/sie diese Aufnahmen braucht. Einige der Symphonien finde ich in Petrenkos Lesart jedenfalls durchaus sehr hörenswert (1, 4, 7, 10, 11, 15) andere enttäuschend (z.b. vor allem die 14).

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      inland_empire schrieb:


      Nur, weil die Petrenko-Aufnahmen jetzt "in" sind, braucht man sie wirklich nicht


      Da wir in einem - relativ! - freien Land leben, kann das ja jede/r für sich selbst entscheiden, ob er/sie diese Aufnahmen braucht. Einige der Symphonien finde ich in Petrenkos Lesart jedenfalls durchaus sehr hörenswert (1, 4, 7, 10, 11, 15) andere enttäuschend (z.b. vor allem die 14).


      Also ich bin äußerst erfreut das ich sie alle habe (Als Einzelaufnahmen), die 13. in der Petrenko Version ist inzwischen meine Lieblingseinspielung.
      Aus meiner Sicht ist NAXOS hier ein ganz großer Wurf gelungen!



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

    • Zitat von »Algabal«


      Zitat von »inland_empire«


      Nur, weil die Petrenko-Aufnahmen jetzt "in" sind, braucht man sie wirklich nicht



      Da wir in einem - relativ! - freien Land leben, kann das ja jede/r für sich selbst entscheiden, ob er/sie diese Aufnahmen braucht. Einige der Symphonien finde ich in Petrenkos Lesart jedenfalls durchaus sehr hörenswert (1, 4, 7, 10, 11, 15) andere enttäuschend (z.b. vor allem die 14).


      Also ich bin äußerst erfreut das ich sie alle habe (Als Einzelaufnahmen), die 13. in der Petrenko Version ist inzwischen meine Lieblingseinspielung.
      Aus meiner Sicht ist NAXOS hier ein ganz großer Wurf gelungen!


      Ich werde das mal völlig wertneutral versuchen zu beschreiben. So mancher neue "Zyklus" stellt die teilweise berechtigte Frage, ob er denn "berechtigt" ist oder "Sinn" macht. Als Petrenko dien DSCH-Zyklus begann, war von einer Übernahme der Berliner noch nicht die Rede, so dass man ihm damit nun auch keinen Strick drehen kann. Berechtigt ist er immer dann, wenn neue Erkenntnisse oder "Künstlerische Aussagen" am Ende auch wirklich getroffen wurden. Ob das so ist, wird man in Zukunft sehen. Offenbar scheint aber viel Gutes dabei herausgekommen zu sein.

      Als bekannt wurde, dass V.Petrenko Nachfolger von Rattle werden soll, habe ich mir, aus Interesse an den Werken von Suk, Petrenkos Box bei JPC gekauft - und wurde absolut nicht enttäuscht, sondern kann mich nur lobend auslassen darüber. Die Box habe ich auch erst dann bestellt und gehört, als der erste Hype über ihn bereits zuende war, um auch wirklich ohne Vorurteil die Werke anzuhören. Immerhin hatte ich bereits Peseks Suk schon lange in meinem besitz und auch Neumanns/Peseks Supraphon-Box. Ob man hier nun Petrenko als die Referenz ansehen soll, weiß ich nicht. Belohlavek,Kubelik,Weller,Mackerras fehlen da noch bei mir.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Aus meiner Sicht ist NAXOS hier ein ganz großer Wurf gelungen!
      Das sehe ich auch so!
      Allerdings bin ich gerade von der 14. begeistert, weil so manch möglicher Schwermut umschifft wird durch Genauigkeit. Die 13. ist auch ne Bank. Das liegt am selben Sänger wie in der 14. an dem unglaublichen Vinogradow, der für mich selbst den Altmeister "Eisen" vergessen lässt.
      Weniger gehe ich mit bei Petrenko in der 5. und der 1. Da gibt es in der Tat Bessere! Aber als Zyklus in guter bis bester Klangqualität sind die Aufnahmen nicht zu verachten.
      Ich habe die Einzel CDs mit jeweils guten Einführungstexten und Bildmaterial!
      Gruß aus Kiel

      Ach, Petrenko hat in Liverpool bereits einen Mahler Zyklus hingelegt. Im Internet fand ich die 9. Großes Kino! Mal sehen, wo die erscheinen, wenn es CDs gibt.
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Maurice schrieb:

      Ich werde das mal völlig wertneutral versuchen zu beschreiben. So mancher neue "Zyklus" stellt die teilweise berechtigte Frage, ob er denn "berechtigt" ist oder "Sinn" macht. Als Petrenko dien DSCH-Zyklus begann, war von einer Übernahme der Berliner noch nicht die Rede, so dass man ihm damit nun auch keinen Strick drehen kann. Berechtigt ist er immer dann, wenn neue Erkenntnisse oder "Künstlerische Aussagen" am Ende auch wirklich getroffen wurden. Ob das so ist, wird man in Zukunft sehen. Offenbar scheint aber viel Gutes dabei herausgekommen zu sein.
      Du verwechselst da etwas!
      Das ist jetzt aber der andere Petrenko, Vasily---der hat den Schostakowitsch hingelegt----der andere, Kirill, den Suk---und nur der Kirill wird Chef der Berliner!


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)