Eben krass gehört, ey

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    • Höre mich heute mal seit langer Zeit wieder durch die vier Alben der von mir weniger geliebten Phase (1989 bis 1998) der von mir sehr geliebten Armee Neuen Typs. Ich beginne mit der hier:



      NMA: The Love of Hopeless Causes (1993)

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • So, die hat mich schonmal bestätigt - das ist nix. Wobei der Opener „Here Comes the War“ schon krass ist. Aber danach wirds doch sehr mau. Jetzt dann also diese:



      NMA: Strange Brotherhood (1998)

      Fünf Jahre nach „Love of Hopeless Causes“ erschienen, das letzte mit Gründungsdrummer Robert Heaton, das erste auf dem bandeigenen Label Attack. Hier probieren Sullivan und co. einiges an Merkwürdigkeiten aus (Vocoder, mehr Elektronik als üblich). Nicht son Schmusizeugs wie teils auf dem Vorgänger aber irgendwie mäandert dieses Album einigermaßen ziellos dahin...

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Ach, das Eddie-Team! Dafür war ich zu jung oder zu alt oder zu klug oder zu dumm. Keine Ahnung. So‘n Zeugs wie „Iron Maiden“ ist mich nie angegangen.

      Hier jetzt Album drei meiner „Bad Four“ der NMA:



      NMA: Impurity (1990)

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • So, jetzt die letzte (chronologisch ist es naklar die erste) aus dem Tal der Tränen (wobei fast alle anderen Kapellen der 1990er sich glücklich schätzen dürften, sowas wie diese vier NMA-Alben erdacht haben zu dürfen). Also diese:



      NMA: Thunder and Consolation (1989)

      Die ist ungefähr das für die NMA gewesen, was op. 25 für Prokofieff war. „NMA? Das sind doch die, die „Vagabonds“ gemacht haben und „Stupid Questions“ und „Green and Grey“, oder?“ Eigentlich eine tolle, tolle, tolle Platte, aber man wünscht sich, sie hätten sie eher nicht gemacht, weil alles davor und dann (zehn Jahre später) sehr vieles danach eigentlich mindestens besser ist, aber immer an den Hymnen von „TaC“ gemessen wurde. Hier also: Polit-Indie-Postpunk mit Folkanleihen goes tendenziell Mitgröhltauglichkeit. Traf 1989 wohl mitten ins Herz. Die folgenden Platten versuchten daran anzuknüpfen. Fehlanzeige. Richtig gute Musik gabs dann IMO bei der NMA erst wieder ab „Eight“. Da ist der hymnische Gestus des Jahrzehnts zwischen 89 und 98 endlich verabschiedet.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      So, jetzt die letzte (chronologisch ist es naklar die erste) aus dem Tal der Tränen (wobei fast alle anderen Kapellen der 1990er sich glücklich schätzen dürften, sowas wie diese vier NMA-Alben erdacht haben zu dürfen). Also diese:



      NMA: Thunder and Consolation (1989)

      Die ist ungefähr das für die NMA gewesen, was op. 25 für Prokofieff war. „NMA? Das sind doch die, die „Vagabonds“ gemacht haben und „Stupid Questions“ und „Green and Grey“, oder?“ Eigentlich eine tolle, tolle, tolle Platte, aber man wünscht sich, sie hätten sie eher nicht gemacht, weil alles davor und dann (zehn Jahre später) sehr vieles danach eigentlich mindestens besser ist, aber immer an den Hymnen von „TaC“ gemessen wurde. Hier also: Polit-Indie-Postpunk mit Folkanleihen goes tendenziell Mitgröhltauglichkeit. Traf 1989 wohl mitten ins Herz. Die folgenden Platten versuchten daran anzuknüpfen. Fehlanzeige. Richtig gute Musik gabs dann IMO bei der NMA erst wieder ab „Eight“. Da ist der hymnische Gestus des Jahrzehnts zwischen 89 und 98 endlich verabschiedet.

      Adieu
      Algabal

      NMA sind eine Band, die mir vom Namen her natürlich etwas sagen, deren Musik ich aber noch kaum kenne (ein ähnlich blinder Fleck sind bei mir die Pixies).

      Angeregt durch Algabal habe ich mir vorgenommen, dies zuknüftig doch vielleicht mal zu ändern, und habe mir daher gestern einen etwas aktuelleren Song der NMA ("Never arriving" von 2019) auf youtube angehört. Den gibt es dort ganz legal unter: youtube.com/watch?v=1fYkBNDm3LM

      Klarer Fall: das hat was! Der Song ist eingängig, aber trotzdem nicht simpel, und auch das Video ist (trotz einer gewissen Low-Budget-Haftigkeit) auf packende Weise passend.

      Insofern werde ich also wohl noch etwas mehr von diesen Herrschaften hören müssen...

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Algabal schrieb:

      So, jetzt die letzte (chronologisch ist es naklar die erste) aus dem Tal der Tränen (wobei fast alle anderen Kapellen der 1990er sich glücklich schätzen dürften, sowas wie diese vier NMA-Alben erdacht haben zu dürfen). Also diese:



      NMA: Thunder and Consolation (1989)

      Die ist ungefähr das für die NMA gewesen, was op. 25 für Prokofieff war. „NMA? Das sind doch die, die „Vagabonds“ gemacht haben und „Stupid Questions“ und „Green and Grey“, oder?“ Eigentlich eine tolle, tolle, tolle Platte, aber man wünscht sich, sie hätten sie eher nicht gemacht, weil alles davor und dann (zehn Jahre später) sehr vieles danach eigentlich mindestens besser ist, aber immer an den Hymnen von „TaC“ gemessen wurde. Hier also: Polit-Indie-Postpunk mit Folkanleihen goes tendenziell Mitgröhltauglichkeit. Traf 1989 wohl mitten ins Herz. Die folgenden Platten versuchten daran anzuknüpfen. Fehlanzeige. Richtig gute Musik gabs dann IMO bei der NMA erst wieder ab „Eight“. Da ist der hymnische Gestus des Jahrzehnts zwischen 89 und 98 endlich verabschiedet.

      Adieu
      Algabal
      Da Du New Model Army so sehr magst, könnte auch The Murder Capital und deren Debütalbum ‘When I Have Fears’ was für Dich sein. :)

      Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"
    • Mal wieder 2019

      Auf in die Gegenwart, diesmal geht es im weitesten und näheren Sinne um Verlust und wie die jeweiligen Protagonisten damit musikalisch und lyrisch umgehen

      Wilco



      Wilcos Musik wurde von einer Vielzahl von Künstlern und Stilen inspiriert, darunter Bill Fay, The Beatles und Television. Und sie wiederum haben mittlerweile ebenfalls eine Reihe von KünstlerInnen beeinflusst. Die Band setzte zunächst den Alternative-Country von Uncle Tupelo fort, hat aber seitdem immer wieder neue, zum Teil auch experimentelle Dinge in ihre Musik eingeflochten. Wilcos Musikstil hat sich also im Laufe der Zeit von einem Country-Rock-Sound zu einem vielseitigen Indie-Rock-Sammelsurium entwickelt, das viele Genres abdeckt.

      ‘Yankee Hotel Foxtrot’ ist mit über 670.000 verkauften Exemplaren das erfolgreichste Album der Band. Wilco gewann zwei Grammy Awards für ‘A Ghost Is Born’. 2015 veröffentlichte Wilco das neunte Studioalbum ‘Star Wars’ und 2016 das zehnte namens ‘Schmilco’.

      ‘Ode to Joy’ ist nun also das elfte Studioalbum der Band. Es wurde am 4. Oktober 2019 veröffentlicht. Die Band nahm das Album Anfang 2019 in ihren Chicagoer Studios auf. Im Juli kündigten sie das Album an, veröffentlichten die erste Single ‘Love Is Everywhere (Beware)’ und gaben die dazugehörigen Tourdaten bekannt. Im September 2019 wurde ‘Everyone Hides’, die zweite Single des Albums veröffentlicht.

      Und es ist wieder ein bisschen mehr so wie Wilco in dern 00ern, das wird die Fans freuen, sie schon ein wenig länger dabei sind. Ein musikalisch sehr ruhiges, melancholisches und folkiges Album ist es geworden. Die Texte sind durchweg positiv, die Musik ist es eben nicht. Jeff Tweedy, der Sänger der Band hatte in der jüngeren Vergangenheit einiges an persönlichen Verlusten wegstecken müssen. Und so ist es als wenn Jeff Tweedy seine ganz eigene Art gefunden hätte das zu kompensieren. Eine fröhliche Bitterkeit, könnte man sagen.

      Nick Cave & The Bad Seeds



      Aufgrund ihrer düsteren musikalischen Mischung aus Blues, Chanson, New Wave und Indie-Rock gelten Nick Cave & The Bad Seeds als eine der originellsten und populärsten Erscheinungen des Post-Punks und des Indie-Rocks aus den 80er Jahren bis zur heutigen Zeit.

      Im Juli 2015 starb der 15-jährige Sohn von Nick Cave während der Aufnahmen für das sechzehnte Studioalbum der Bad Seeds, also während ‘Skeleton Tree’. Die lyrischen Texte von Skeleton Tree und die teils düsteren und verstörenden Klänge führten zu den falschen Vorstellungen, dass es sich bei dem Album um die Verarbeitung dieses Todes handelt. Der Großteil der Songs auf diesem Album wurden aber bereits vor dem Tod des Sohnes geschrieben, wobei Cave allerdings ein paar Texte während der letzten Sessions des Albums ein wenig veränderte.

      Das ist nun auf diesem Album anders. Hier geht es nun tatsächlich um das Ableben des Sohnes. Das gesamte Album handelt genau davon. Im ersten Teil des Albums gibt es acht Songs, die die Kinder der Songs des zweiten Teils darstellen sollen. Im zweiten Teil des Albums gibt es zwei Songs, die vom gesprochenen Track ‘Fireflies’ unterbrochen werden; dieser Teil soll die Eltern der vorangegangenen Songs darstellen. Es handelt sich bei diesem Album natürlich auch ein wenig um eine Therapie für Nick Cave selbst, und es ist gar nicht so einfach dieses Album einzuordnen oder gar zu bewerten.

      Elbow



      ‘Giants of All Sizes’ ist das achte Studioalbum der Band und wurde am 11. Oktober 2019 veröffentlicht. Das Album hat einen düstereren Ton als frühere Elbow-Alben. Die Texte von Sänger Guy Garvey nehmen auf diesem Album u.a. Bezug auf den Brexit und den Tod seines Vaters und zweier enger Freunde. Garvey gab an, dass diese Todesfälle die Band stark beeinflussten und so dieses Album an einen “dunkleren Ort” führten.

      Garvey gab aber auch an, dass das Album trotz des gedämpften Tons versucht, Trost in persönlichen Beziehungen zu finden. ‘My Trouble’ und ‘On Deronda Road’ sind eine Hommage an seine Frau und seinen Sohn. ‘On Deronda Road’ beschreibt eine Busreise, die Garvey mit seinem kleinen Sohn in Südlondon unternahm. In dem Song ‘Weightless’ stellt Garvey Ähnlichkeiten und Zusammenhänge zwischen sich selbst, seinem neugeborenen Sohn und seinem sterbenden Vater her und sagt: “Die Geburt des Kindes hat mir wirklich durch den Tod meines Vaters geholfen, weil er den Tod meines Vaters zu einem Teil der Dinge gemacht hat und nicht nur zu einem Ende. Und es machte mein eigenes Leben zu einem Teil der Dinge und nicht zum Sinn der Dinge.”

      Ich liebe Elbow! Sie haben für mich noch kein einziges schlechtes Album veröffentlicht. So ist es auch diesmal. Tolles Album, wie ich finde!
      Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"
    • Zu New Model Army fallen mir nur die Cleaners From Venus / Martin Newell ein . Da war Nelson als Bassist tätig . Und daher läuft jetzt gerade ' Live in Japan (Osaka 1994) . Neben Newell und Nelson gehörten noch Captain Sensible (Guitar) , Tiv (Rhythm) ,Garrie Dreadful (Drums) und Dave Gregory (12 String ,Keyboards) zur Band . Gibt es inzwischen als download usw , sowie z.T. auf youtube .

      youtube.com/watch?v=n8O8Jcyb_Q…EjTbtRxNeKN4e8L2VzOrc1ME-

      Da kein Bild : thecleanersfromvenus.bandcamp.…/live-in-japan-osaka-1994

      discogs.com/Cleaners-From-Venu…saka-1994/release/3897909
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • Gretsch , Stehbass & Schlagzeug - wem fallen da nicht gleich The Living End ein ? Die Australier haben mich immer an Dirty Looks erinnert , deren Kopf , der Sänger, Songschreiber und Gitarrist Patrick Barnes , eine Art Wiedergänger in Chris Chaney von The Living End gefunden hat - nur hat Barnes den Trend mit der Gretsch gesetzt . Als 1998 die CD ' The Living End' erschien , war der Prototyp für die weiteren Alben entwickelt . Und immer gute Stücke drauf , Chaney bleibt sich treu .



      Zwei weniger bekannte Aufnahmen der Band : 'Crossfire' , als Begleiter der Country-Sängerin Kasey Chambers youtube.com/watch?v=ZLcXmv9x4ac

      Und eine Sternstunde im Kapitel ' Cover , mindestens so gut wie das Original ' : 2004 erschien ein Sampler mit Singles von The Living End . Als Bonus CD gab es ' Under The Covers' , die genau das enthielt . Mit dabei : die B-Seite der Debut - Single von The Cure , 10:15 Saturday Night . 'Killing An Arab ' war schon aufregend , aber die Rückseite nicht schlechter . Und nun die Version von The Living End : youtube.com/watch?v=uKDonI2vpx…qr7Ud4AtvvgaTdGh&index=52
      Das Original : youtube.com/watch?v=okiCApJeonQ
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • Beryllo schrieb:

      Mir fallen da zuerst die Stray Cats ein!
      Ist schon klar , waren ja der Anstoß für The Living Dead . Aber die Gretsch hat sich Brian Setzer von Patrick Barnes abgeguckt . -
      Heute bei strahlendem Sonnenschein noch was aus meiner down under Ecke ausgekramt : die leider hier viel zu unbekannt gebliebenen Hunters & Collectors . Von ihren zwischen 1984-98 veröfffentlichen Alben ( es gab auch welche davor + danach , und die Band ist fast unverändert noch aktiv ) ist Ghost Nation für mich die wohl konstanteste LP . Macht immer noch was her , der ideale Soundtrack zum Hämmern an Kirchentüren .

      1.Track : youtube.com/watch?v=HDZPu4Mxyok
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • Viel zu gut um ihn nur aufzulegen wenn er gerade gestorben ist, kam mir schamvoll in den Sinn, und somit beginnt der Tag hier in Louisiana :D



      Eine großartige Zusammenstellung mit dem Pickel, daß einige der Songs von ahnungs- und geschmacklosen Produzenten der damaligen Zeit mit Streichern weichgespült wurden :cursing: ich hab mir die geilen Sachen zusammengebrannt, sonst ist Skippen angesagt...

      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich lehne mich mal extrem weit aus dem Fenster. Wer diese hier...


      T Bone Burnett, " The True False Identity"


      ... nicht kennt der weiß nicht, wozu Musik imstande sein kann wenn sie über sich selbst hinauswächst und aus ihren Wurzeln wächst und wächst und sie dann frißt und aus alledem Blüten von dunkler Schönheit wachsen läßt.

      Heiße Empfehlung - neu zu teuer aber auf dem Gebraucht Markt für den Gegenwert von 2,3 Briefmarken zu haben und einfach irre horizonterweiternd und all das :D



      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Hier



      CD2 isses, live 1973 aus Leeds (ich sollte mal wieder die berühmtere von Who hören fällt mir ein wo ich dies schreib), also jedenfalls: die Live isses, so wunderbar das Studioalbum auch ist, vom Sprecher übrigens nur als "The Wailers" angekündigt und nicht als Bob Marley and...

      Zaubrische kleine bescheidene Keybordeffekte, pluckernder Sunshinegrundrhythmus, toller Gesang, ich will garnicht wissen was das an einem Novemberabend (November, Nordengland, Armut, Tristesse) in die Herzen der dortigen Jugend an Träumen gezaubert haben mag und wie wenig dann davon in Erfüllung gegangen ist...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)