Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [IMG:https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51adm8jLekL.jpg]

      The Dukes of Dixieland : Digital Dixieland

      Die Band wurde 1948 von den Brüdern Frank (Trompete) und Fred Assunto (Posaune) in New Orleans gegründet. Dazu kam Vater Jac Assunto )Posaune, Banjo). In ihr spielten u.a. Jack Maheu, Pete Fontain, Jerry Fuller Klarinette, Gene Schroeder und Stanley Mendelson Klavier, aber auch die Gitarristen Herb Ellis und Jim Hall, der Tubist Rich Mattheson, der Drummer Barrett Deems. Das waren z.T. hoch veranlagte Musiker, die einen technisch höchst anspruchsvollen Stil zu spielen pflegten, dem Stil der schwarzen New Orleans Bands genau entgegen.

      Leider starben beide Brüder sehr jung Anfang der 1970-er Jahre, so dass die "original" Band 1974 am Ende war. Noch im gleichen Jahr wurde die Band neu gegründet und zusammen gestellt. 2014 erfolgte ein gewisser Stilwechsel, indem man andere Musikrichtungen mit einbezogen wurden.

      Es gibt einige interessante historische Tatsachen zu beschreiben, 1957 wurde die erste Stereo-LP für das Label Audio Fidelity aufgenommen. 1978 erfolgte das erste DDD-Album, 1984 die erste CD, die ene Jazzband machte (so Wikipedia). Das kann meines Wissens nicht sein, aber ich bin mir wirklich nicht sicher. Es gibt immerhin in dieser Zeit auch Einspielungen der Count Basie Band. Ob dieser aber zunäcst mal nur als LPs veröffentlicht worden sind oder auch auf CD, vermag ich nicht zu sagen.

      1959 entstand eine exzellente Aufnahme-Session mit Louis Armstrong, eines der besten Produktionen des damals gerade wieder genesenden Armstrong. Eine zweite Session folgte ca. ein Jahr später, die ebenfalls ausgezeichnet gelungen ist. 1986, nun in der neuen Besetzung, wurde ein spektakuläres Konzert mit dem Gastmusiker Danny Barker an Banjo und Gitarre aufgezeichnet, in der die Musik Jelly Roll Mortons gespielt wurde.

      Hier diese Einspielung hatte auch wieder einige interessante Musiker parat. Etwa Posaunist Frank Hooks, der etwa sechs Jahre in der Count Basie Band saß, dem Pianisten Phamous Lambert und Trompeter Frank Tibari.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Rex Stewart : "On His Own" AD: 1944-1947

      Ich bin eigentlich kein so großer Freund von Samplern, aber hier muss ich eine Ausnahme machen. Handelt es sich hier doch um eine Sammlung von 21 Titeln, die lange Zeit vergiffen nur auf LPs zu finden waren.

      Hier die Besetzungsangaben:

      Track 01-04 : Rex Stewart (Cornet) - Lawrence Brown (Posaune) - Tab Smith (Altsax) - Harry Carney (Baritonsax, Bass-Klarinette) - Johnny Guarnieri (Klavier) - Brick Fleagle (Gitarre, Arrangements) - Sid Weiss (Bass) - Cozy Cole (Drums) AD: 05.06.1944, New York

      Track 05-08 : Rex Stewart (Kornett) - Lawrence Brown (Posaune) - Al Sears (Tenorsax) - Harry Carney (Baritonsax) - Eddie Heywood (Klavier) - Ulysses Livingstone (Gitarre) - Junior Raglin (Bass) - Keg Purnell (Drums) AD: 26.01.1946 , Los Angeles

      Track 08-11 : Rex Stewart (Kornett) - Tyree Glenn (Posaune,Vibes) - Ear Bostic (Altsax) - Cecil Scott (Baritonsax) - Dave Rivera (Klavier) - Brick Fleagle (Gitarre) - Junior Raglin (Bass) - J.C.Heard (Drums)
      AD: 30.07.1945 , New York

      Track 12-15 : Rex Stewart (Kornett, Vokal) - Stafford Simon (Trompete) - Sandy Williams (Posaune) Pete Clarke (Tenorsax) - Mike Coluccio (Klavier) - Wilson Myers (Bass, Vocal) - Barney Perry (Drums)
      AD: 08.02.1946, New York

      Track 16-19 : Rex Stewart (Kornett) - Billy Kyle (Klavier) - John Levy (Bass) - Cozy Cole (Drums) AD: Spät 1946 , New York

      Track 20-21 : Rex Stewart (Kornett) - Jimmy Jones (Piano) - John Levy (Bass) - Frankie Bode (Drums) AD: August 1947, New York

      Es sind hier nicht nur einige hochkarätige Solisten zu hören, sondern auch schön ausgeschriebene Arrangements, vor allem von dem Gitarristen Brick Fleagle, mit dem Stewart öfter aufgenommen hat. Sie sind mal traditionell mehrstimmig, aber auch schon unisono geschrieben worden. Man kann also teilweise bereits den Einfluss des modernen Jazz hören. So spielt Fleagle eine elektrische Gitarre.

      Stewart, der als einer der besten, individuellsten und auch intelligentesten Jazzmusiker seiner Zeit war, besticht auch hier durch seine breite Bandbreite. Mal im Crowlstil a la Bubber Miley und Cootie Williams (mit dem er viele Jahre zusammen bei Ellington spielte, und 1957 eine großartige Platte einspielte), aber auch mit seinem typischen "Half-Tone-Effekten". So kann man hier auch sein "Boy meets Horn" hören.

      Herrlich auch die Soli von Lawrence Brown und Harry Carney, das druckvolle Spiel von Cozy Cole und JC Heard und das Klavier des schelmischen Johnny Guarnieri, der es damals geschafft hat, einen Mix aus Fats Waller, Count Basie und Teddy Wilson zu spielen. Mal ganz a la Basie, dann wieder im Stride Stil Fats Wallers, aber auch immer wieder mit perlenden Läufen a la Teddy Wilson. Er war in diesen Jahren einer der meistgesuchten Session-Pianisten.

      Mal schauen, vielleicht schaffe ich es ja, mal einen eigenen Thread für Rex Stewart zu schreiben.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Hier behutsam Lauschendes.

      Bobo Stenson Trio: Contra La Indecisión

      Bobo Stenson Trio
      - Bobo Stenson, Piano
      - Anders Jormins, Bass
      - Jon Fälts, Drums



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.


    • Buck Clayton und Ben Webster live 1967 in Europa.

      Ich kann die Lobeshymnen auf diese Live-CD nicht so ganz nachvollziehen. Man kann hören, dass Buck Clayton gesundheitlich angeschlagen war und bald für viele Jahre keine Trompete mehr spielen durfte. Auch Webster ist nicht in Höchstform. Auch die Rhythmusgruppe hat mir nicht so gut gefallen. Ich kannte keinen der Musiker, sie kamen aus der Region, denke ich mal.



      Buk Clayton : "The Doctor Jazz Series, Vol.3" : AD: 13.12.1951 - 24.01.1952 , "Lou Terrasi's, New York City

      Buck Clayton (Trompete) - Herb Flemming (Posaune) - Buster Bailey (Klarinette) - Kenny Kersey (Klavier) - Joe Shulman (13.,17. und 20.12.1950) und Bill Goodall (10. und 17.01.1952) (Bass) - Arthur Herbert (Drums) für den 03.01. und 24.01.1952 wurde kein Bass vermerkt.

      Buck Clayton, der bis zu diesem Zeitpunkt mit dem alten Jazz kaum zu tun hatte, begann in dieser Zeit, sein Repertoire auch auf Stücke aus der Dixieland-Ära auszuweiten. So gibt es dann auch einige Aufnahmen, die ihn in diesem Bereich zeigen. Er meistert auch das auf die gleiche souveräne Art und Weise wie er den Swing, und zumindest im Ansatz, auch den modernen Jazz (zumindest Stücke wie "How High the Moon") in geringem Maße, spielen konnte. 1953 fuhr er so nach Europa und 1958 spielte er in Brüssel mit Sidney Bechet auf der Weltausstellung.

      Buster Bailey sollte zum Ende seines Lebens als Highlight mit den Louis Armstrong All Stars spielen (1965-1967). Während dieses Engagements verstarb er überraschend. Über seine Bedeutung gehen die Meinungen der Kritiker und Jazz-Experten auseinander. Er galt zumindest als wichtige Stimme in der Frühzeit der Bigband-Ära. Er wirkte von 1917 an mit W.C.Handy, Erskine Tate, King Oliver (mit Louis Armstrong zusammen zeitweise), Fletcher Henderson (1924-1927 das erste Mal), Noble Sissle (1929 und 1931 in Europa mit ihm), Edgar Hayes, erneut bei Oliver und Henderson, Lucky Millinder und Stuff Smith. Von 1938 bis 1946 sollte er im John Kirby Sextett Jazzgeschichte schreiben (und mit ihm Charlie Shavers, Russell Procope und Billy Kyle). 1947-1949 spielte er bei Wilbur de Paris, dann vor allem im traditionellen Umfeld (Wild Bill Davison, Eddie Condon, Red Allen, Big Chief Russell Moore und der Band "The Saints and the Sinners" mit weiteren Veteranen der Swing-Ära (63/65).

      Herb Flemming ist im Grunde heute unbekannt. Dabei hat er eine sehr interessante Vita. 1900 auf Honolulu geboren, spielte er viele Jahre in Europa. So spielte er dort mit Sam Wooding und Lew Blackbird Leslie's Show in London und Paris. Er hatte dann in Europa eigene Bands, spielte aber immer wieder mit Sam Wooding, so auch in Berlin. Dabei begleitete er auch die Sängerin Josephine Baker. 1933 spielte er mit eigener Band in Argentinien, Paris und Kalkutta, Shanghai und Ceylon. 1935-1937 spielte er mit eigener Band in Berlin. Dort auch mit Fritz Schulz-Reichel. Während der Olympischen Spiele in Berlin 1936 war er für diese als Dolmetscher tätig. Anschließend ging er nach Italien.

      1937 ging er zurück in die USA, spielte kurz bei Earl Hines und von Silvester 1940 bis 1942 bei Fats Waller in dessen Bigband damals. 1942/43 wirkte er bei Noble Sissle, um dann bis 1949 außerhalb der Musik zu arbeiten, u.a. als Steuerinspektor. Ab 1949 wurde er wieder im New Yorker Raum aktiv, von 1953 bis 1958 spielte er bei Henry "Red" Allen, dann zog er wieder nach Italien, 1964 nach Spanien. Dort leitete er wieder eigene Bands. 1976, kurz vor seinem Tode, zog er wieder in die Staaten. Was für ein bewegendes Leben.....
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Donny McCaslin: Blow (2018)



      Vor wenigen Stunden habe ich dieses vor einer Woche erschienene neue Donny McCaslin-Album direkt vom Künstler gekauft und natürlich signieren lassen. Und es dreht sich selbstredend gleich in meinem CD-Schacht.

      Bei Donnys Alben - eins besser als das andere - bin ich vollständig. Was nicht so ganz einfach ist, denn manche sind htf.

      Ein Wahnsinns-Saxofonist. In der Hochform, in der er sich heute Abend in der Elbphilharmonie präsentiert hat, dürfte er der aktuell beste Tenorsaxofonist der Welt sein. Er hat sich geradezu die Seele aus dem Leib gespielt.
      Information ist nicht Wissen, Wissen ist nicht Weisheit, Weisheit ist nicht Wahrheit, Wahrheit ist nicht Schönheit, Schönheit ist nicht Liebe, Liebe ist nicht Musik. Musik ist das Beste.
      (Frank Zappa)
    • Immer wieder gut.

      Keith Jarrett: Standards Vol. 1

      Keith Jarrett, Piano
      Gary Peacock, Bass
      Jack DeJohnette, Drums



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • "Live with Lassy (Timo Lassy Band live in Helsinki, 2012)"



      :verbeugung1:

      Ausnahmsweise mal im mp3-Format. Da das Einfügen von mp3-Links ja nicht möglich ist, habe ich die Nummer eines anderes Formats benutzt, damit man zu mindestens mal das Cover sieht. Hörproben leider nur in den mp3-Formaten von Amazon vorhanden.
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)


    • Kenny Dorham/Harold Land: "Eastwood Ho ! Harold Land in New York AD: 05.&08.Juli 1960, New York & Fire in the West AD: 15.März 1957, Los Angeles

      Beide Musiker waren sehr gute Freunde, aber hatten nur selten die Möglichkeit zusammen zu spielen. So etwa 54/55 mit Max Roach.

      Das erste Album besteht aus nur fünft Titeln, wovon keines ein echter Standard geworden ist. Wobei "So in Love" von Cole Porter stammt und "On a little Street in Singapore" immerhin selten gespielt wird. Die Begleiter sind lokale Musiker, die ich auch noch nie gehört habe: Amos Trice (Klavier) - Clarence Jones (Bass) - Joe Peters (Drums)

      Das zweite Album hat sieben Titel drauf, darunter vier Kompositionen von dem Altsaxophonisten Herb Geller, der hier ebenfalls dabei ist. Die Besetzung ist eine fast schon typische Band für die Verhältnisse von Los Angeles: neben Dorham, Land und Geller wirken Lou Levy (Klavier) - Ray Brown (Bass) und Lawrence Marable (Drums) mit.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Miles Davis : At the Black Hawk AD: 21./22.April 1961, at Black Hawk San Francisco Live

      Miles Davis (Trompete) - Hank Mobley (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)

      Eine herrliche Doppel-CD mit einer jener Besetzungen, die man eher als "Übergangs-Band" bezeichnen würde von Miles. Ich persönlich finde Hank Mobley aber absolut hörenswert, nicht nur bei Miles.

      Ach, was ist es so schön, wenn man eine große Bandbreite im Jazz hören kann, wenn auch nicht immer will. Ich komme immer wieder gerne für eine gewisse Zeit zum "Modernen Jazz" zurück. Gerade nach einer langen Saison mit vielen Auftritten (bei mir bis jetzt 74 in diesem Jahr !!), die meist dem traditionellen Jazz vorbehalten waren, freue ich mich, wenn ich, wenn ich dann wieder etwas modernere Stücke spielen kann.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Harry James : Live at Clearwater Florida, Part 1 : AD: 1970

      Man hat viel über Harry James geschrieben, doch nicht immer wirklich fair und auch richtig. Ja, er hat viele kommerzielle Stücke gespielt und auch entsprechend Platten eingespielt. Doch nach 1955 gibt es keine Aufnahmen mit Streichern mehr (so weit ich es weiß), im Gegenteil. Er hat einige der besten Musiker beschäftigt, sei es in seiner Band, oder als Arrangeure. Er zahlte sehr gut, seine Konzerte waren ausverkauft, er verlangte viel von seinen Musikern, war aber im Grunde ein verträglicher Chef, so weit das in diesem Gewerbe möglich war.

      Man sollte daher auch seine Alben entsprechend fair und sachlich kommentieren. Man denke an seine fantastische Bigband 1948/49, die einen deutlichen Bop-Touch hatte (mit übrigens u.a. Neal Hefti im Trompetensatz und wichtigstem Arrangeur - Darunter die CDs "Big John Special-1949", "There They Go" 1948/49), später dann "Today", "Harry James plays Neal Hefti","James Session", "The Complete Harry James in Hi-Fi 1955/56 - hier teilweise mit Streichern nochmals).

      Spätere Einspielungen, die man als gelungen bezeichnen kann, die aber auch viel guten Jazz präsentieren sind die beiden CDs, dessen ersten Teil ich hier gerade höre, "Live in London" von 1971, mit jeweils Dave Robbins (Posaune), Corcy Corcoran (Tenorsax), Jack Perciful (Klavier) und dem großartigen Ex-Basie-Drummer Sonny Payne eben am Schlagzeug.

      Eine noch spätere Einspielung von 1976, "Comin' from a good Place" mit dem Altisten Quinn Davis, dem Baritonsaxophonisten Bob Lawson, dem Pianisten Tommy Todd (der bereits in den 1950-er Jahren mal mit James spielte, als Nachfolger von Jack Perciful) und dem Drummer Les DeMerle.

      Arrangeure, die er beschäftigte waren: Neal Hefti (er spielte übrigens 1966 auch den Theme Song "Batman" von ihm ein), Ernie Wilkins, Thad Jones, Bob Florence, Jack Perciful (seinem langjährigen Pianisten), Louie Bellson (auch er spielte immer wieder mal mit James), Juan Tizol (der Ex-Ellington-Posaunist spielte von 1944-1951 und 1953-1958 bei James).

      Auch der Drummer Buddy Rich spielte lange Jahre mit Harry James. So in den 1950-er Jahren, wo er sich quasi mit Louie Bellson abwechselte und erneut von 1962-1966. Auch da war Bellson sein direkter Nachfolger, bevor Sonny Payne für einige Jahre übernommen hat.

      Harry James beschäftigte fast durchweg absolute Topp-Drummer. So fehlen hier noch Alvin Stoller, Jackie Mills, Jake Hanna und Don Lamond.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Der Bigband-Sound geht weiter. Nun mit dem britischen Bigband-König Ted Heath, der eine so ausgezeichnete Band hatte, dass ich gerade festgestellt habe, mehr CDs von ihm zu haben als von Benny Goodman oder Harry James und deren Bigbands.



      Ted Heath: Ted Heath and his Music AD: 1944-1951

      Diese Doppel-CD bringt die ersten sieben Jahre der Einspielungen heraus, die Heath machte. Seine ersten Aufnahmen, noch mit einer reinen "Ad hoc-Bigband" für die britische Decca, fand am 08.02.1944 statt. "South of the Border" und "Caravan" waren die Nummern.

      Eine Reihe später hochklassiger Jazzmusiker, die sich wie eine "Who-is-Who-Liste" der britischen Jazzszene liest, spielten in seiner Bigband: Kenny Baker und Bobby Pratt als Lead-und Solo-Trompeter, Stan Roderick, Ronnie Hughes (Trompeten),Harry Roche, Jackie Armstrong (Posaunen), Ray Owen, Les Gilbert, Roy Willox (Altsax), Tommy Whittle und Henry MacKenzie (Tenorsax), Norman Sternfalt, Ralph Sharon, Frak Horrox (Klavier), Dave Goldberg und Jack Seymour (Bass) und der großartige Jack Parnell am Schlagzeug.

      Man muss die britische Jazzszene damals (so wie die schwedische Szene auch) mit völlig anderen Augen sehen. Dort waren auch während des Krieges die Platten aus den USA zu bekommen, ebenso die Radio-Programme zu hören. Man hatte also direkten Zugang zu der Musik, auch war sie frei spielbar auf der Insel. Das Gleiche gilt auch für das neutrale Schweden. So dass sich hier die ganze Szene völlig anders entwickeln konnte als in der restlichen Welt (Australien und die Schweiz vielleicht noch ausgenommen).

      Während man in Deutschland allenfalls Tanzmusik spielte (mit wenigen Ausnahmen), war der direkte Zugang zur amerikanischen Szene zu. Man konnte höchstens über den Umweg Frankreich an Platten kommen, aber das war nicht einfach.

      Nach dem Kriege brauchte man in Deutschland 10 Jahre, um einigermaßen mit der Konkurrenz aus England mithalten zu können. Sicher, es gab Erwin Lehn, Kurt Edelhagen und Kurt Henckels, aber die mussten sich mit blutjungen Musikern erst mal was aufbauen. Vor allem im rhythmischen Bereich war die Lücke auch 1955 noch präsent. Es gab kaum richtig gute Drummer oder Bassisten, die man auch international vergleichen konnte. Auch Instrumente, gute Technik und Aufnahmestudios waren noch kaum vorhanden, da der Krieg überall massiv zugeschlagen hatte.

      Ted Heath aber, konnte da bereits auf eine wirklich erstklassige Bigband vorweisen, die man auch im Austausch mit keiner geringeren Band als jener von Stan Kenton, Mitte der 1950-er Jahre in die USA schickte.

      Heute wird leider diese tolle Band und ihr Bandleader gerne übersehen, doch es lohnt sich ungemein, sich mal was von ihr zu kaufen. Wer mehr wissen möchte, kann mich gerne anfragen. Es gibt günstige Einspielungen, die jeden Cent wert sind, glaubt mir.

      Stilistisch ist die Band vielleicht am besten mit jener von Les Brown zu vergleichen. Immer swingend, mit erstklassigen Solisten besetzt, auch immer musikalisch und geschmacklich auf höchstem Niveau, dazu entsprechende Arrangements, die man auch heute noch locker sich anhören kann. Man müsste mal mit diesen Arrangements auf Tournee gehen.

      Don Lusher, der britische "Tommy Dorsey", der lange in der Heath-Band spielte, hat später eine eigene Bigband gegründet, die die Heath-Tradition aufs Beste weiterführt.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Ted Heath : Ted Heath at Carnegie Hall and First American Tour AD: 01.Mai 1956 (Carnegie Hall) und vermutlich Juli 1956 die Studio-Aufnahmen

      Wenn ich mir schon selbst den Mund wässerig mache, dann auch rein mit dieser großartigen CD.

      Auf dieser CD findet man spezielle Heath-Stücke wie "Listen to my Music" (Seine Erkennungsmelodie), "King Cross Climax", "R.J.Boogie" und natürlich viele Standards des Jazz. Hier ein ganz ausgezeichnetes "Memories of You", ein fetziges "Perdido", ein cooles "Lullaby in Rhythm", ein erneut fetziger "Hawaii War Chant" oder die Klassiker "Georgia on my Mind", "Charleston", "St.Louis Blues" und "Stars fell on Alabama".

      Eine erstklassige CD !!
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Ted Heath : The Perfectionist AD: 1950-er/1960-er Jahre (es gibt keine genaueren Angaben im Booklet, was sehr spärlich ausgefallen ist)

      Eine Doppel-CD von Harry James in dieser Art hätte man wohl verrissen, aber bei Ted Heath hört man davon natürlich nichts. Es sind exzellent arrangierte und gespielte Stücke, aber vor allem auf CD1 stilistisch keine "reine" Jazz-CD. Da wechseln sich Stücke wie "Autumn Leaves", "Mack the Knife", "My Favourite Things", "Sophisticated Lady" und "Mood Indigo" mit "Sabre Dance", "Stranger in Paradise", "It ain't Necessarily So" oder "Fever".

      Das geht teilweise schon arg in die kommerzielle Richtung, aber dazwischen eben immer wieder die bekannten Swing-Nummern. Das Ganze wird mit viel Power und Swing gespielt. Als Solisten sind u.a. die Trompeter Bobby Pratt (der auch als Lead-Trompeter tätig ist), Bert Ezard und Eddie Blair, die Posaunisten Don Lusher und Jackie Armstrong, Les Gilbert (Altsax), Henry McKenzie (Klarinette, Tenorsax), Frank Harrox (Klavier), Johnny Hawksworth (Bass) und Drummer Ronnie Verrell.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Lester Young : In Washington DC 1956 AD: 07.Dezember 1956 Live at Olivia Davis's Patio Lounge

      Lester Young (Tenorsax) - Bill Potts (Klavier) - Norman Williams (Bass) - Jim Lucht (Drums)

      Auch diese CD ist musikalisch und aufnahmetechnisch mehr als gelungen. Young wirkt hier sehr entspannt, das regionale Begleit-Trio swingt und entpuppt sich als sehr gut. Kein Musiker ist wirklich groß bekannt geworden, nur Bill Potts hat sich einen gewissen Namen als Arrangeur in den Studios gemacht.

      Die Serie ist meines Wissens nach auf vier CDs beschränkt. Immer die gleichen Musiker, auf zwei CDs wirkt auf manchen Stücken der Ex-Woody Herman Second Herd-Posaunist Earl Swope mit.

      Das Repertoire entspricht dem üblichen Programm Lester Youngs: "Lester Leaps In", "These Foolish Things","Jumpin' with Symphony Sid" oder "Lullabye of Birdland" lauten vier der sieben Titel hier.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Lee Morgan : Aus der Box die beiden LPs "Introducing Lee Morgan" und "Lee Morgan Sextett" von jeweils 1957

      Besetzung "Introducing LM" : Lee Morgan (Trompete) - Hank Mobley (Tenorsax) - Hank Jones (Klavier) - Doug Watkins (Bass) - Art Taylor (Drums)

      Besetzung "LM Sextett" : Lee Morgan (Trompete) - Kenny Rogers (Altsax) - Hank Mobley (Tenorsax) - Horace Silver (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Charlie Persip (Drums)
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Buck Clayton : Jam Session, Vol.1 : AD: 14.12.1953 & 16.12.1953 , New York City

      ich musste eine Box wählen als Bild, daher diese hier, die alle Titel der Clayton-Jam Sessions beinhaltet und die günstigste Kaufoption gerade war bei Amazon. Ich selbst habe das noch als Einzel-CD (damals war das eine Doppel-LP gewesen, glaube ich sogar)

      Es sind derart swingende, geschmackvolle Einspielungen, dass man sie einfach haben sollte, wenn man sich für diese Musik interessiert.

      CD1 liefert folgende Titel: "Moten Swing", "Sentimental Journey", "Lean Baby", "The Huckle-Buck", "Robbin's Nest".

      Die Besetzung ist groß, aber Clayton (und eventuell Sir Charles Thompson) hat das super arrangiert. Alles klingt wie aus einem Guss, fantastisch. Der wunderbare Basie-Touch mit der "All American Rhythm Section" ist natürlich deutlich hörbar, da auch die meisten Solisten mit Basie spielten oder zu dieser Zeit noch spielen.

      Buck Clayton, Joe Newman (Trompete) - Urbie Green, Benny Powell, Henderson Chambers (am 16.12. für Powell) (Posaunen) - Lem Davis (Altsax) - Julian Dash (Tenorsax) - Charlie Fowlkes (Baritonsax) - Sir Charles Thompson (Klavier, Celeste) - Freddie Green (Gitarre) - Walter Page (Bass) - Jo Jones (Drums)

      So kann der Tag einfach nur gut beginnen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Buck Clayton: "Songs for Swingers" AD: 25.11.1958, New York

      Buck Clayton, Emmett Berry (Trompeten) - Dickie Wells (Posaune) - Earl Warren (Klarinette, Altsax) - Buddy Tate (Tenorsax) - Al Williams (Klavier) - Gene Ramey (Bass) - Herbie Lovelle (Drums)

      Ein typisches Programm für die Bands, die Buck Clayton in der Zeit 1958-1961 immer mal wieder mit fast immer den gleichen Musikern zusammen gestellt hat. Mal mit Sir Charles Thompson am Klavier, mal mit Oliver Jackson an den Drums, war das der Kern der Truppe, die auch 1961 in Europa mit Jimmy Rushing als Sänger gastierte.

      Auch hier wieder mit einigen exzellenten Musikern aus ehemaligen Basie-Bands (Emmett Berry, Dickie Wells, Earl Warren, Buddy Tate und Gene Ramey). Dazu die großartigen Arrangements Claytons, die den Bands einen homogenen Gesamtklang gaben, und sich damit gewaltig von den sonst so oft bunten All Star-Bands unterschieden haben. Da gibt es einfache Bläser-Riffs, aber auch schön instrumentierte Sätze der ganzen Band.

      Emmett Berry spielt übrigens immer das ERSTE Solo in allen Stücken, falls es jemanden interessiert. Sein Zugriff ist fester und rauer als Claytons. Berry wurde mehr von Roy Eldridge beeinflusst als von Harry Edison oder Buck Clayton. So wurde er 1936 Nachfolger Eldridges bei Fletcher Henderson. 1945-1949 spielte er mit Count Basie, und übernahm die Rolle Claytons quasi.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Auf Empfehlung von newbie69:

      Michael Wollny Trio: weltentraum live - philharmonie berlin

      Michael Wollny, Piano
      Tim Lefèvre, Bass
      Eric Schaefer, Drums



      Hat sich sehr gelohnt - danke für den Tipp!

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.


    • Buck Clayton: "Buck Clayton All Stars at Newport AD: 08.Juli 1958 , Newport Jazz Festival Live

      Buck Clayton (Trompete) - J.J.Johnson (Posaune) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Dick Katz (Klavier) - Benny Moten (Bass) - Gus Johnson (Drums)

      Buck Clayton spielte viele Jahre auf diesem damals weltbekannten, und auch absolut hochklassigen Festival. Kaum ein großer Name trat dort nicht auf. Man denke gar an Duke Ellingtons legendäres Konzert 1956, was so etwas wie die Auferstehung der Band nach einigen schwierigen Jahren.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)