Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Algabal schrieb:

      Kiss My Jazz: Doc's Place Friday Evening

      Große Kunst! die sich selbst nicht allzu Ernst - oder zumindest auf die Schippe - nimmt.

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


      Was'n Das? Kenne ich gar nicht! Wer spielt denn da?

      Ansonsten kann ich nur sagen, schöne Sachen liefen bei euch!

      David Murray/Mal Waldron

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: - Ebenso gut sind die Duo-Aufnahmen Dave Burrell/David Murray.

      Anthony Braxton

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      John Zorns Electric Masada habe ich dann auch eingelegt.

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Das war die gute Überleitung zu einem anderen, wesentlichen Protagonisten der New Yorker Downtown und Klezmerjazz-Szene, David Krakauer , den ich heute abend mit seiner Gruppe Klezmer Madness live erleben werde. Wem Electric Masada gefällt, der wird auch seine Freude an David Krakauers Klezmer Madness haben. Bei mir lief diese:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Teils recht rockiger Klezmerjazz mit harter E-Gitarre a la Hendrix und erstklassigen Solisten. Besonders Krakauer selbst ist an den Klarinetten unglaublich gut.

      Dann gleich die extrem treibende Live-CD aus dem Krakauer Alchemia, dem derzeit wohl interessantesten Jazzclub.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      KlezmerJazz außer Rand und Band!

      Im Krakauer Alchemia, wo Krakauer inzwischen mindestens ein mal im Jahr auftritt, habe ich ihn auch schon live gehört: Es war die Reise nach Polen allemal wert!

      Und noch ein Krakauer Produkt:



      Oi,oi, oi, was de machen mit de scheene Freylekhs?

      Klezmer goes HipHophophophop....oi, oi, oi!

      Nicht alles soo gelungen, aber lustig. Das ist übrigens nicht meine einzige CD, in der auf Jiddish gerapt wird. Deswegen noch etwas aus dieser Frank London -cd:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      :wink: Matthias
    • Obwohl ich die LP schon hatte, habe ich mir hier ausnahmsweise doch noch einmal die remasterte Version auf CD gekauft, die es bei jpc gerade günstig gibt.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Sah früher und als LP so aus:



      Das George Adams - Don Pullen Quartett mit Cameron Brown (b) und Mingus Drummer Dannie Richmond war eine wunderbare Band, deren zahlreiche Aufnahmen alle sehr gut sind, die aber live immer noch einen Zahn zulegten. Das Monmatre Jazzhus in Kopenhagen war zusätzlich ein geradezu magischer Ort, an dem die meisten über sich hinauswuchsen und zahlreiche hervorragende Live-Aufnahmen entstanden. Also beste Grundvoraussetzungen für eine erstklassige Live-Aufnahme, die noch bereichert wurde, dadurch, dass ein bestens aufgelegter, sich ganz vorzüglich in den etablierten Gruppenklang einfügender John Scofield hier das Quartett erweiterte.

      Musikalisch boten sie in diesem Quartett immer einen noch stark Hardbob nahen Postbob, musikalisch erweitert in den kräftigen, sehr expressiven Saxsoli George Adams und den ebenso expresiven Pianosoli Don Pullens mit seinen chrakteristischen Blockglissandi um freie Spieltechniken. aber in einem zwar sehr treibenden, aber sehr relaxten, leicht anhörbaren Spielfluß. Die der Band eigene besondere Spannung entstand aus dieser kunstvollen Balance von geerdetem, relaxtem, aber sehr treibenden traditionellerem Gruppenspiel und freieren sehr expressiven Soli. Auch auf dieser CD findet sich nur eine Mid-Tempo-, sonst nur zum Teil höllisch schnelle Up-Tempo-Nummern. Das geht gleich los mit einem wahnwitzigen Speed-Bebob aus der Feder John Scofields, der sich wunderbar ins Gruppenkonzept einfügt, gerade indem er überhaupt nicht die herkömmlichen Hardbob-Gitarren-Patterns und Sounds bedient, sondern mit Rocksounds wie bei seinen Miles Davis-Bandtätigkeiten im Prinzip die Rolle des zweiten Blasinstruments übernimmt, dabei in seinem herausragendem Solo in Track 2 - einem der besten seines Lebens - auch wie Adams und Pullen mit ihren Soli mit freiere Akzente setzt.

      Auf dieser Live-aufnahme kann man auch besonders gut hören, was für durchgehend herausragende Musikerpersönlichkeiten mit ganz eigenem Klang hier am Werk waren. Etwa George Adams solo im ersten Track verdeutlicht, weswegn er zu den ganz Großen des Jazz-Saxophon gerechnet werden muß. Ihre gemeinsame Musik, die ungeheure Spielfreude, die man live immer bei diesen grundsympathischen Musikerpersönlichkeiten beobachten konnte und die mir auch bei jeder ihrer CDs heraushörbar erscheint, ganz besonders bei dieser Live-Aufnahme, macht mich immer glücklich.

      Da außer Cameron Brown und John Scofield leider alle schon verstorben sind, packt mich aber auch die Wehmut in der Erinnerung an wunderbare Live-Erlebnisse dieses Quartetts, wenn auch nie mit Scofield; stets in eher kleinen Klubs, einmal auch im Montmatre in Kopenhagen und immer gingen wir mit einem glücklichen, entspannten, breiten Grinsen nach Hause.

      :wink: Matthias
    • Dann wurde es bei mir experimenteller und freier mit dem völlig gleichberechtigt spielenden Eldorado-Trio, live 2009 in Porto und beim nicht genug zu empfehlenden portugiesischen Cleanfeed-Label erschienen.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Sehr schöne, luftige Momente mit gut gesetzten Pausen und von herber Melancholie, sogenannte Atonalität nicht scheuend, wechseln mit wilden freien Ausbrüchen. Louis Sclavis (ss, bcl), Craig Taborn (p, e-p), Tom Rainey (dr) harmonieren aufs beste, so dass zu wünschen ist, dass sie bei ihren vielen Projekten Zeit finden werden, dieses französisch-amerikanische Trio noch etwas am Leben zu erhalten. Eine Hommage "To Steve Lacy" mit wunderbarem Sopransaxsolo und erstklassige Bassklarinettensoli gibt es auch. Ein sehr starkes Plädoyer für den progressiven und freien Jazz!

      :wink: Matthias
    • Matthias Oberg schrieb:

      Das George Adams - Don Pullen Quartett mit Cameron Brown (b) und Mingus Drummer Dannie Richmond war eine wunderbare Band, deren zahlreiche Aufnahmen alle sehr gut sind, die aber live immer noch einen Zahn zulegten. Das Monmatre Jazzhus in Kopenhagen war zusätzlich ein geradezu magischer Ort, an dem die meisten über sich hinauswuchsen und zahlreiche hervorragende Live-Aufnahmen entstanden. Also beste Grundvoraussetzungen für eine erstklassige Live-Aufnahme, die noch bereichert wurde, dadurch, dass ein bestens aufgelegter, sich ganz vorzüglich in den etablierten Gruppenklang einfügender John Scofield hier das Quartett erweiterte.

      Dein Posting gab mir Anlass, die bei mir vorhandene Version dieser Aufnahmen vom 4. und 5. April 1985

      in den Player zu schieben. Druckvoll und gut, was dort abgeliefert wurde, da gebe ich Dir Recht. Mit einem Sco, der an diesen beiden Abenden richtig schön "dreckig" - oder sagen wir lieber: richtig schön "erdig" - spielte.

      Ich mach' dann mal mit George Adams weiter, und zwar mit Aufnahmen als herausragender Solist des Gil Evans Orchestra
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Matthias Oberg schrieb:

      Algabal schrieb:

      Kiss My Jazz: Doc's Place Friday Evening

      Große Kunst! die sich selbst nicht allzu Ernst - oder zumindest auf die Schippe - nimmt.

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


      Was'n Das? Kenne ich gar nicht! Wer spielt denn da?


      Hm, das wundert mich nicht - die (das heißt eine dauernd, auch auf den drei Alben von Track zu Track fluktuierende Combo) waren unter dem Label nur wenige Jahre in den 1990er aktiv und sind außerhalb der BeNeLux-Staaten nicht sonderlich bekannt gewesen. Kiss My Jazz sind ein Projekt aus dem Antwerpener Kreativpool, das seit den frühen 1990ern eine ganze Reihe bemerkenswerter Musikprojekte unterschiedlicher Genres (am bekanntesten ist vielleicht dEUS gewesen; dazu gehören u.a. aber auch die Anarchistische Abendveranstaltung, Moondog Jr./Zita Swoon, Gore Slut, Dead Man Ray, DAAN, The Rudy Trouve Sextet, The Wizards of Ooze ...) generiert hat.

      Kiss My Jazz waren dabei das einzige explizite Jazz-Projekt aus diesem Umfeld, wobei eine Reihe von Projekten ganz deutliche Nähe zu, zumindest Anleihen beim Progressiv und Free Jazz zeigen. Die ganzen Musiker die bei KMJ mitgewirkt haben aufzuzählen, ist ziemlich aufwendig, deswegen mach ich das jetzt auch nicht. Im Zentrum steht jedenfalls der Gitarrist und Sänger Rudy Trouvé, der sich dadurch auszeichnet, dass er sobald ein Projekt, an dem er beteiligt ist kommerziell erfolgreich zu werden droht, austeigt und was Neues anfängt. Er war ziemlich maßgeblich auch bei dEUS und Dead Man Ray beteiligt, ist aber bei ersteren ausgestiegen. nachdem sie einen »Hit« gelandet hatten und hat letztere aufgelöst, als die Major-Labels kamen.

      Naja, KMJ lohnt sich in jedem Fall sehr. Irrwitziges Zeugs haben die gemacht - und man hört den Stücken in jeder Millisekunde an, welchen irren Spass die Musiker bei den (durchgehend live mitgeschnittenen) Performances hatten.

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Erst mal vielen Dank, Matthias, für die Infos zu Komeda. Ich war in den letzten Tagen allerdings so schniefig und mall im Kopf, dass ich nicht reagieren konnte. Aber um Komeda werde ich mich mal weiter kümmern.

      Unterdessen befasse ich mich mal wieder mit dem Tied&Tickled Trio. Diesmal "Aelita":



      Weit weniger jazzig als "La Place Demon", dennoch gut, die instrumentalen Songs kommen häufig ohne Song-Aufbau aus (Refrain oä), mäandern vor sich hin, sind dabei aber keineswegs langweilig. Im Anschluss dann noch mal das letzte Album gehört - und auch wenn die Alben unterschiedlich sind, so ergeben sie hintereinandergestellt doch auch im Zusammenhang Sinn. Da kommt einem "Aelita" wie "La Place Demon" minus Billy Hart (und Saxophon) vor. Spannende Kombo, das Tied&Tickled Trio. Also noch mal eine Empfehlung für dieses Album:

    • Vielen Dank, Algabal, für die interessante Information.
      --------------------------
      Hallo Ekkehard, in The Tied and Tickled Trio habe ich kürzlich auch reingehört. Besonders die mit Billy Hart finde ich auch sehr gut gemacht. Kommen auf meine endlos lange Wunschliste.
      -----------------------------
      Hallo Musiclover, bei Gil Evans hat George Adams in der Tat auch grandiose Soli geblasen und gelegentlich gezeigt, dass er auch ein begnadeter Sänger war. Gerade diese CD ist schon ganz wunderbar.
      ------------------------
      Hallo Mozartinaa, das ist eine meiner liebsten Rollins-CDs. Auch Ray Brown und Shelley Manne spielen wunderbar. Herrlich, etwa wie Manne für Pferdegetrappel in "I'm an old Cowhand" sorgt. :mlol: Die habe ich mir jetzt auch mal wieder eingelegt.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Schon das Cover ist ein köstliches und kluges Spiel mit Erwartungen: Der schwarze Cowboy - in Texas gab es nach dem Bürgerkrieg viele schwarze Farmer, Züchter und Cowboys und Country und Blues waren in Texas lange kaum geschieden: trad.schwarze wie weiße Sänger/Musiker lieferten meist beides - das Sax cool wie die Winchester Riffle im Western locker aus der Hüfte vorgestreckt. Tolle Arbeit des Designers! :faint: -Und schließlich hat Rollins Saxspiel( wie auch das vom Texaner Ornette Coleman) viel von den älteren kräftigen Texas-Blues-Tenoristen aufgenommen und beibehalten, auch wenn Rollins Eltern von den Jungferninseln nach New York einwanderten.

      Danach gibt es noch etwas von der englischen Pianistin Julie Sassoon, die ich heute abend noch mit anderen englischen und Berliner Free Jazzern live erleben werde:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      :wink: Matthias

    • [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/413hFwL0qpL._SL500_AA300_.jpg]

      Ich bin gerade beim Großaufräumen (verbunden mit bitteren Entscheidungen, wovon ich mich trenne, bevor es bei mir messiemäßig aussieht). Von meiner Bessie-Smith-Complete selbstverständlich nicht. Da liefen

      Down Hearted Blues
      Gulf Coadt Blues
      Aggravatin' Papa
      Beale Street Mama
      Baby Won't You Please Come Home
      Oh Daddy Blues

      Wie trocken die Restauration und Digitalisierung hier ist, merkt man, wenn man in diese Kompilation hinein hört



      die gleich mit Bessie Smith anfängt. Aber unabhängig vom Verfahren (bei Columbia klingt es "authentischer", bei Soho saftiger), die Überzeugungskraft der Sängerin lässt einen nicht lange darüber nachdenken.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Ja, Bessie Smith war schon beeindruckend gut.

      Bei mir liefen aber heute 2 alte Black Saint - Lps der grandiosen Gruppe Old and New Dreams mit Don Cherry (tp), Dewey Redman (ts), Charlie Haden (b), Ed Blackwell (dr). Alle Aufnahmen dieser Gruppe gehören zum besten, was diese 4 fantastischen Musiker je gemacht haben. Die Musik ist unüberhörbar stark Ornette Coleman verpflichtet.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Aufgenommen 1976. Mit hübschen Chinoiserien in "Chairman Mao", auf der Redman eine chinesische Oboe bläst und Blackwell am Schluß einen langsamen Marsch auf der Snare schlägt, was wohl an den "Langen Marsch"erinnern soll. Archie Shepp & Max Roach hatten sogar eine - musikalisch fantastische - Duo-Doppel-Lp "The Long March" genannt. Naja, auch Avantgarde-Jazzer waren von Irrtümern nicht gefeit. By the way, ich weiß gar nicht, wie viele Stücke aus Avantgarde-Jazz, Prog-Rock und Neuer Musik ich aus der Zeit habe, in der der XXL-Vorsitzende geehrt wird, aber es sind ziemlich viele. :shake:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Aufgenommen 1987 live, aber herausgekommen nach dem Tod Blackwells, der einer der ganz großen Drummer war: Wunderbar, wie er sein Drums-Set hier geradezu zum Singen bringt. Inzwischen sind auch Cherry und Redman schon verstorben. :cry: Auch diese geniale Band habe ich noch live erleben können.

      :wink: Matthias
    • Liebe Mozartinaa!
      Lieber Matthias!

      Das ist aber ein schöner Tipp von Euch, Sonny Rollins Way out West, habe ich sofort bestellt, nach Abhören der Internetkostproben. In meiner kleinen Jazz Sammlung habe ich von Sonny Rollins bisher nur Saxophone Colossus. Habet Ihr weitere Tipps für Sonny Rollins CDs?

      Besten Dank für Eure Mühe!

      Herzliche Grüsse

      Gerhard
    • Sonny Rollins

      Gerhard schrieb:

      Habet Ihr weitere Tipps für Sonny Rollins CDs?

      Es gibt viele sehr gute Rollins-Alben. "Tenor Madness" (mit John Coltrane am zweiten Tenorsaxophon im Titelstück)

      halte ich für unverzichtbar, ebenso das Blue Note-Album "Vol. 2", auf welchem sich Thelonious Monk für seine Kompositionen "Misterioso" und "Reflections" dazugesellt und sich beim erstgenannten Stück mit Horace Silver (dem "eigentlichen" Pianisten dieser Session vom 14. April 1957) am Klavier abwechselt

      Mein persönliches Lieblingsalbum von Rollins ist allerdings dieses hier

      mit Big Band-Aufnahmen vom 11. Juli 1958, Trioaufnahmen vom 10. Juni 1958 und - als Referenz an Coleman Hawkins - dem unbegleiteten Rollins-Solo "Body and Soul". Dass ich diese CD so gern mag, liegt aber an meiner Leidenschaft für Big Band Jazz. Wer Rollins lieber im Trio hört, ist bei dieser CD nicht so gut aufgehoben, sondern sollte vielleicht diese Aufnahmen

      in Erwägung ziehen.
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Gerhard schrieb:

      In meiner kleinen Jazz Sammlung habe ich von Sonny Rollins bisher nur Saxophone Colossus. Habet Ihr weitere Tipps für Sonny Rollins CDs?


      Lieber Gerhard,

      Ich habe nur Rollins "Way Out West",aber Matthias dürfte sicher noch andere Aufnahmen von ihm besitzen und Tipps dazu geben.

      Auch ich habe nur eine kleine Jazzsammlung und bevorzuge eher den ruhigeren Jazzstil mit nur wenigen Musikern,wobei ich eine Besetzung mit sax,bass,drums und piano am liebsten habe.

      Liebe Grüße Mozartinaa,die schon neugierig ist[Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_148.gif],welche Platten in deinem Jazzregal stehen und nur darauf warten,uns vorgestellt zu werden.
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Matthias Oberg schrieb:






      Schon das Cover ist ein köstliches und kluges Spiel mit Erwartungen: Der schwarze Cowboy - in Texas gab es nach dem Bürgerkrieg viele schwarze Farmer, Züchter und Cowboys und Country und Blues waren in Texas lange kaum geschieden: trad.schwarze wie weiße Sänger/Musiker lieferten meist beides - das Sax cool wie die Winchester Riffle im Western locker aus der Hüfte vorgestreckt. Tolle Arbeit des Designers!

      Hallo,

      "Way Out West" wurde 1957 während seines Besuches in Kalifornien aufgenommen. Es war Rollins erste Reise,die ihn aus New York in den Westen führte, daher auch der Titel für diese Platte.

      Die Idee, sich als Cowboy zu verkleiden, stammte von Rollins selbst. Schon als kleiner Junge in Harlem zur Zeit der amerikanischen Depression in den 30ern aufgewachsen, träumte er sich gerne in eine andere Welt,die für ihn Freiheit und Weite symbolisierte. Und das war der "Wilde Westen" mit seinen Western und Cowboys. Und als er dann in Kalifornien diese weiten Landstriche sah,wußte er,dass dieses Album eine Hommage an seine jugendliche Faszination zum Wilden Westen werden sollte.

      Als Kulisse wurde die Mojave Wüste ausgesucht.

      William Claxton,der berühmte Jazzfotograf der 60er Jahre bannte das Ganze dann auf Bild. Claxton behauptete später,die Idee,Rollins als Cowboy darzustellen,wäre von ihm gewesen.

      Mozartinaa[Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_205.gif]
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Liebe Mozartinaa,

      danke für die interessante Information.

      Ansonsten, lieber Gerhard, finde ich Musiclovers Liste schon sehr gut. Das sind alles sehr gute und auf die eine oder andere Weise relativ wichtige Alben. Diese, die neben der "Freedom Suite" auch besondere Favoriten von mir sind, sollten aber auch noch unbedingt genannt sein:



      Schon alleine wegen der herrlichen Version von "Mackie Messer".







      Das ist, neben "Way out West" und Saxophone Colossus" meine liebste. Ich habe sie gerade wieder eingelegt. Inzwischen etwas moderner, ohne free zu werden, hatte Rollins auch sein Spiel spieltechnisch noch erweitert und noch weiter verbessert. Er und die Band waren an diesem Abend bestens aufgelegt und spornen sich gegenseitig zu Bestleisstungen an und haben auch im 20-minütigen Titeltrack jede Menge zu sagen. Mit John Coltranes langjährigem Rhythmusteam Jimmy Garrison (b) und Elvin Jones (dr) hat hier Rollins ebenbürtige Mitspieler, was er besonders später oft nicht hatte. Im Titelstück kommt dann noch ein ebenso bestaufgelegter Freddie Hubbard an der Trompete hinzu.

      :wink: Matthias
    • Matthias Oberg schrieb:

      Ansonsten, lieber Gerhard, finde ich Musiclovers Liste schon sehr gut. Das sind alles sehr gute und auf die eine oder andere Weise relativ wichtige Alben. Diese, die neben der "Freedom Suite" auch besondere Favoriten von mir sind, sollten aber auch noch unbedingt genannt sein (...)

      Hallo, lieber Matthias,
      "Saxophone Colossus" ist auch meiner Meinung nach ein Wahnsinnsalbum. Ich hatte es nur deswegen nicht in meine Empfehlungsliste für Gerhard mit aufgenommen, weil er dieses Album ja bereits besitzt (er schrieb, dies sei sein bisher einziges Rollins-Album). Volle Übereinstimmung mit Dir auch hinsichtlich der übrigen Titel!
      Beste Grüße
      music lover
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Liebe Mozartinaa!
      Lieber Matthias!
      Lieber music lover!

      Vielen Dank für Eure Sony Rollin Tipps, da werde ich mir gleich einmal Hörschnippsel anhören, da sind ja wertvolle Tipps dabei. Danke, liebe Mozartinaa, für Deine Hintergrundinformation zu Way out West samt Cover Background, sehr interessant.

      Da Du wissen wolltest, liebe Mozartinaa, welche Jazz Platten ich besitze, anbei die Auflistung meines Bestandes, falls Jazz Experten feststellen, dass sozusagen Beethovens IX oder Mozarts Jupiter Symphonie des Jazz darin fehlen, bin ich für Tipps dankbar. Ich höre ja überwiegend Klassik, schätze aber bei Jazz vor allem auch den Klang von Instrumenten die in der Klassik überhaupt nicht oder nur eingeschränkter zu hören sind (Saxophon, Trompete, Gitarre etc.). Gesang spricht mich im Jazz genauso wie in der Klassik weniger an, kleine Besetzungen schätze ich auch sehr, ebenso bevorzuge ich elektronisch nicht verstärkte Instrumente (also eher keine E - Gitarre für mich).

      Herzliche Grüsse an die Jazzer hier im Forum!

      Gerhard




      1. Moanin`Art Blakely and the Jazz
        massengers
      2. Kenny Burrell, Midnight Blue
      3. Dave Brubeck Time Out
      4. The Dave Brubeck Quartet At
        Carnegie Hall (21. Feb.1963)
      5. John Coltrane, A love Supreme
      6. John Coltrane, My Favorite Things
      7. John Coltrane, Olé
      8. John Coltrane, Blue Train
      9. Cannonball Adderley, Somethin`Else
      10. Miles Davis, Sketches of Spain
      11. Miles Davis, Kind of Blue
      12. Bill Evans, The Complete
        Village Vanguard Recordings 1961 (3 CDs)
      13. Getz/Gilberto
      14. Keith Jarrett, The Köln Concert
      15. Mingus, Ah Um
      16. Mingus, Mingus, Mingus, Mingus,
        Mingus
      17. Wes Montgomery, The Incredible
        Jazz Guitar
      18. Oscar Peterson Trio, We Get
        Requests
      19. Oscar Peterson Trio, Night Train
      20. Sonny Rollins, Saxophone
        Colossus
      21. Modern Jazz Quartet, Plastic
        Dreams
      22. Miles Davis Quintet, Miles
        Smiles
      23. Miles Davis, Birth of the Cool
      24. Lee Morgan, The Sidewinder
      25. John Coltrane, Giant Steps
      26. Paul Desmond, Feeling Blue
    • music lover schrieb:

      "Saxophone Colossus" ist auch meiner Meinung nach ein Wahnsinnsalbum. Ich hatte es nur deswegen nicht in meine Empfehlungsliste für Gerhard mit aufgenommen, weil er dieses Album ja bereits besitzt (er schrieb, dies sei sein bisher einziges Rollins-Album).


      Hatte ich übersehen. :pfeif: :mlol:

      Gerhard schrieb:

      falls Jazz Experten feststellen, dass sozusagen Beethovens IX oder Mozarts Jupiter Symphonie des Jazz darin fehlen, bin ich für Tipps dankbar


      Schwierig, denn wenn du im allgemeinen Forum fragen würdest, ich habe Beethovens Symphonien und Mozarts Jupiter-Symphonie. Was brauche ich noch? Ich bin sicher, hier kämen einige 1000 Vorschläge oder so. :D Unter Jazz-Kennern wäre das nicht anders. Wichtig kann vieles sein, je nach den Kriterien. Ich möchte insofern keinen Kanon aufstellen. Aber deine Liste gibt immerhin einen Anhaltspunkt, was dir gefallen könnte, wenn wir davon ausgehen können, dass dir dein Bestand gefällt. Auf der Grundlage kann ich gerne nach und nach bei jeweiliger Gelegenheit darauf hinweisen, dass dies auch etwas für dich sein könnte.

      Bei mir lief unterdessen weiter Sonny Rollins mit einer etwas 'inoffiziellen' Live-CD, die ich auch besonders mag.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Es handelt sich um einen Live-Mitschnitt vom 12.11.1974 aus Belgrad. Seit Tito seinen unabhängigen Kurs gegenüber der SU fuhr, wurde Jazz in Jugoslawien gefördert und wurden große Anstrengungen unternommen, die bedeutendsten und prominentesten Künstler auf die großen Jazzfestivals in Jugoslawien zu holen - eine vergleichsweise billige Art, die eigenen Unabhängigkeit und 'Liberalität' zu beweisen. In Belgrad fanden sie vielleicht besonders günstige Bedingungen und eine besonders enthusiastisches Publikum vor; - wie auch immer, jedenfalls war Belgrad bei den Jazzern besonders beliebt und die Mitschnitte, die ich kenne, sind alle - von Dizzy Gillespie, über Miles Davis bis Frank Zappa, besonders gut. Dieser bildet keine Ausnahme.

      Rollins war damals mit seinem vielleicht besten Rhythmus-Team der 70'er unterwegs, mit Yoshiaki Masuo (e-g), Gene Perla (e-b) - insofern vielleicht eher nichts für dich, Gerhard, und David Lee (dr), die für sehr viel Groove sorgten, dabei aber auch die meist thematisch einfach gehaltenen Kompositionen und Groove-Grundpatterns sehr schön zu variieren verstehen. Mit "First Moves" und "Alfie's Theme" sind hier zwei - neben "St Thomas" - besonders schöne Kompositionen von Rollins, die zu Standards geworden sind, in m.E. Bestform drauf: Sehr eingängige Stücke mit sehr hübschen Melodien mit Ohrwurmqualität. Rollins ist solistisch am Tenor wie Sopran in Höchstform. Das gilt aber auch für einen weiteren, weniger bekannten Begleiter auf dieser 74-Tournee: Rufus Harley. Der hatte zunächst Oboe gelernt und das hört man seinem Sopransaxspiel auf 3 der 4 Titel der CD auch an, war außerdem wesentlich von Coltrane, aber mit eigenem Sound, beeinflußt und spielte eher etwas in Richtung des Coltrane von 65, also etwas freier als Rollins. Auch wo beide Sopran spielen, sind sie sofort zu unterscheiden und ergänzen sich sehr spannungs-und reizvoll. Das Hauptinstrument des Afroamerikaners hartley war aber schon damals der Dudelsack, genauer die Scottish Great Bag Pipes, geworden, auf die er souverän Coltranes Sopransaxspiel übertrug und das ging ganz vortrefflich. In der abschließenden fast 17-Minuten Version von Alfie' Theme hat Hartley nach einem herausragend guten, kürzeren1. Solo von Rollins dann auch sein ausgedehntes, sehr coltraneskes Pipes-Solo, das Rollins Einstiegssolo um nichts nachsteht. Es folgen gute Soli von Masuo und Perla, bevor dann Rollins noch einmal kurz solistisch den Abschluß bildet. Dass sie außerdem noch einenen Schottischen Folk Tune verjazzen, verwundert dann nicht mehr.
      Auf dem Berliner Jazz Fest und in Ronnie Scott's Club in London sind sie im selben Jahr für dieses Programm von den Jazzpuristen ausgepfiffen worden, in Belgrad wurden sie dafür gefeiert. Der jugoslawische Jazz der zeit war längst stark weltmusikalisch orientiert. Auch Joachim Ernst Behrend liebte diesen Mitschnitt besonders. Dem im Umgang mit Ost-Bürokratien wie Westmusikmanagern erfahrenen Uli Bolbel, der heute vor allem das Jazzwerkstattlabel macht, gelang es dann irgendwie, die Rechte für sein ITM-Label zu organisieren, so dass dieser schöne Mitschnitt mehr als nur die Hardcore-Bootleg-Sammler erreichen konnte.

      :wink: Matthias
    • Ich bin bei Rufus Harley geblieben. Dieser Cherokian-Afro-American führte die Scottish Great Bag Pipes in den Jazz ein und war nicht nur Mitglied der Cherokee-Natio, sondern auch ehrenhalber des McLeod-Clans, dessen Tartan er auch bei seinen Auftritten trug.

      Zunächst lief seine zweite eigene CD aus der Box seiner Atlantic-Veröffentlichungen.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Scotch & Soul
      Atlantic 1967
      Tracks: Passing The Cup Around; Sufur; Scotch and Sould; Feeling Good; A Nightingale Sang in Berkley Square; Taurus the 20th; If You Could See Me Now; Profile in Courage.
      Rufus Harley: bagpipes, reeds; Oliver Collins: piano; James Glenn: bass; Robert Gosset: congas; Billy Abner: drums.

      Dann die kurz vor seinem Tod, 2005, entstandene, als Vermächtnis in Frankreich erschienene letzte CD.



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Sustain
      Isma'a 7/Discograph 2005
      Tracks: A Love Supreme; The Constitution; Scotland the Brave; Where Or When; A Child Is Born; A Tribute To Courage; Sunshower; Amazing Grace; We The People.
      Rufus Harley: bagpipes, narration; Messiah Harley: trumpet; Emmanuel Thompson: drums; Joshua Yudkin: piano and Hammond B3 organ; Keno Speller: percussion.

      Soul Jazz mit kräftigem Einschlag von Coltrane und Pharoah Sanders und Bürgerrechts-Narrations. Besonders die Kombination Pipes, Hammond B3 undTrompete klingt toll! Sehr schöne Soli neben Harley besonders auch seines Sohnes an der Trompete z.B. auf Thad Jones wunderbarem "A Child is born" oder von Yudkin und den Schlagwerkern auf "Sunshower". Und wie "Scotland the brave" einerseits seinen trad. Charakter behält, andererseits zur Jazz-Hymne wird, das allein war mir schon den Kauf wert.

      John Coltranes "A Love Supreme" gibt es auch in einer schönen Live-Version von Harley im Netz. Herrlich, wie Harley am Ende den engl. Folk-Traditional "Greensleeves", über den auch Coltrane gerne improvisiert hat, hier in sein Solo hereinzitiert. Leider ist die Ton-und Bildqualität schlecht.

      "http://www.youtube.com/watch?v=ZmaicurzPb0"

      :wink: Matthias