Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • Staun ...

      Günter Baby Sommer & Till Brönner: Baby's Party

      Till Brönner, Trompete und Flügelhorn
      Günter Baby Sommer, Schlagzeug




      Hehe ... als ich die quasi-sinfonische Besetzung (Vorsicht Ironie) für diese CD sah, ein Trompeter und ein Schlagzeuger, war ich äußerst skeptisch, ob das wirklich genug Substanz für eine knappe Stunde Musik sein könne. Aber es funktioniert - und wie! Werde ich nicht regelmäßig hören, aber es war spannend und unterhaltsam.

      Zudem klingt die Scheibe (sorry ... die eingestreamten Bits und Bytes) richtig gut. Verstärker und Boxen haben mit Günter Sommers Impulsen und Klängen verschiedenster Lagen und Till Brönners Gebläse ordentlich zu tun. Dicht und intim mit frappierender Räumlichkeit. Macht Laune.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Wo Günter Baby Sommer trommelt ist das Ergebnis immer großartig. Issn Axiom ;)
      "Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich nicht um wichtigtuerische Überlegungen zum Leben nach dem Tod. Sie dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben." (DFW," Dies hier ist Wasser")
    • Mauerblümchen schrieb:

      was fiele denn noch so in den "must have heard"-Kategorie?


      Ich würde mal diese Scheiben empfehlen. Gerade Kenny Dorham hat immer wieder tolle Stücke geschrieben, aber auch junge Musiker entdeckt. Leider wird ihm nur selten die Anerkennung gegeben, die ihm gebühren sollte. Joe Henderson ist einer jener Musiker, die er entdeckt und gefördert hat damals.

      Maynard Ferguson hatte jene Dream Band 1956 zusammengestellt, deren Spiel derart mitreißend war, wie man es selten bei Studio-Orchestern findet.

      Bei Miles Davis ist es immer schwierig, da er so viele exzellente Scheiben produziert hat, aber man sollte sich mal jene anhören, die er VOR Wayne Shorter gemacht hat, denn sowohl George Coleman, als auch Sam Rivers haben gezeigt, dass sie es "konnten", vielleicht aber nicht zu dieser Zeit noch nicht so weit wie Shorter waren. An der Qualität der CDs muss man aber nicht zweifeln.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Mauerblümchen schrieb:

      was fiele denn noch so in den "must have heard"-Kategorie?


      Ich würde mal diese Scheiben empfehlen. Gerade Kenny Dorham hat immer wieder tolle Stücke geschrieben, aber auch junge Musiker entdeckt. Leider wird ihm nur selten die Anerkennung gegeben, die ihm gebühren sollte. Joe Henderson ist einer jener Musiker, die er entdeckt und gefördert hat damals.

      Maynard Ferguson hatte jene Dream Band 1956 zusammengestellt, deren Spiel derart mitreißend war, wie man es selten bei Studio-Orchestern findet.

      Bei Miles Davis ist es immer schwierig, da er so viele exzellente Scheiben produziert hat, aber man sollte sich mal jene anhören, die er VOR Wayne Shorter gemacht hat, denn sowohl George Coleman, als auch Sam Rivers haben gezeigt, dass sie es "konnten", vielleicht aber nicht zu dieser Zeit noch nicht so weit wie Shorter waren. An der Qualität der CDs muss man aber nicht zweifeln.
      Danke ... aber es ging nur um Günter Baby Sommer ... oder trommelt der auf allen diesen Scheiben mit?

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Sorry, das habe ich dann falsch verstanden.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

    • Sommer mit einem Ensemble bestehend aus Violine, Kontrabaß und Gutzheng (eine Art chinesische Zither). Sehr dicht, oft schräg (Sommer ist nunmal ein Freejazzdrummer, wenn auch zugänglicher als Andre).

      Seine beiden besten Arbeiten scheint es nicht mehr zu geben. Das ist einmal ein Piano/Drum Duo mit Cecil Taylor von 1988, auf fmp als Doppel-CD erschienen... Seit fmp wohl endgültig von der Bildfläche verschwunden ist (was tragisch ist) sind deren Alben kaum mehr zu ergattern.

      Gilt auch für Sommers "Hörmusik", eine wahnsinnig tolle Soloscheibe, die seinerzeit auf einem fmp-Unterlabel als LP erschien, aber meines Wissens niemals auf CD veröffentlicht wurde. Ich glaube es existieren auch "Hörmusik II und III", bin aber nicht sicher und wenn kenne ich sie nicht.


      Das Album "Aphorisms" (Floros Florida's, Sax, Peter Kowald Bass, Sommer Drums) finde ich nur noch zum Downloaden bei Amazon aber nicht mehr als CD. Drum auch hier ohne Bild. Freejazz Miniaturen die nicht über expressive Gewalt sondern über intelligentes Aufeinanderhören funktionieren (überhaupt Peter Kowald, den liebte ich immer :D )

      Warum? Etwa darum


      Die zahlreichen Sachen, die aktuell greifbar sind bei Amazon, kenne ich nicht. Ich würde mich da von der persönlichen Vorliebe für bestimmte Klangfarbenkombinationen leiten lassen. Und rumprobieren.

      Übrigens hatte ich mal ne 10-CD-Hörspielbox der Geschichten aus 1001 Nacht. Untermalt von Günter Baby Sommer. Gibt's nicht mehr. Und ich hab sie auch nicht mehr da sie bei einer Verflossenen geblieben ist :heul1:

      Wie ärgerlich...


      LG :)
      "Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich nicht um wichtigtuerische Überlegungen zum Leben nach dem Tod. Sie dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben." (DFW," Dies hier ist Wasser")
    • Ah aber die gibt es noch, ich liebe sie sehr :D



      Aber mit dem Brötzmann Peter muß man natürlich klarkommen :D

      Edit... Link klappt nicht :cursing:
      Brötzmann / Sommer / Phillips :"Reserve"
      "Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich nicht um wichtigtuerische Überlegungen zum Leben nach dem Tod. Sie dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben." (DFW," Dies hier ist Wasser")
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      Louis Armstrong All Stars 1949 live at the Hollywood Empire

      Louis Armstrong (Trompete, Gesang) - Jack Teagarden (Posaune, Gesang) - Barney Bigard (Klavier) - Earl Hines (Klavier) - Arvell Shaw (Bass) - Big Sid Catlett (Drums)

      Hier ist noch nichts von der späteren Routine der All Stars festzustellen. Die Programme waren noch weitaus flexibler und abwechslungsreicher als ab ca. 1954. Stücke wie "Panama", "Body and Soul", "Mahagony Hall Stomp", "The Sheik of Araby" oder auch "C-Jam Blues" verschwanden nach und nach aus dem Programm. Die Musiker sind noch echte "Stars" (wenn man von Arvell Shaw absieht, der nie diesen Status erreichen sollte, aber für mich trotzdem ein wichtiger Bestandteil der Band war), auch das sollte später nicht mehr so der Fall sein.

      Wobei ich das nicht auf die Frontline Armstrong - Trummy Young - Edmond Hall beziehe, die ich für die beste und powervollste Frontline halte, die Armstrong je hatte. Auch der Pianist Billy Kyle, von 1953-1966 ein wichtiger Bestandteil der Band und deren Music Director, war ein exzellenter Solist und auch für Armstrong selbst wichtig. Er studierte die Stücke mit den neuen Kollegen ein, schrieb die Arrangements für die Band und half Louis auf die Sprünge, wenn dieser mal wieder ein Stück gerade nicht parat hatte (Armstrong brauchte nur einen Ton oder Sequenz aus dem Stück, dann war er wieder da).

      Trummy Young, langjähriges Mitglied der Jimmie Lunceford-Band, war einer der innovativsten Posaunisten gewesen, der mit seinem Spiel die Verbindung zum modernen Posaunenspiel herstellte. Er hatte auch als Sänger bei Lunceford Erfolg ("Margie" oder "'Tain't what you Do" sind zwei Beispiele daraus). Er brachte weniger Eleganz, dafür aber eine unglaubliche Power mit seinem riesigen Ton in die Band hinein. Armstrong fühlte sich neben ihm sicher und wohl.

      Barney Bigard spielte eigentlich drei Mal mit der Band. Zuerst von 1947-1952, dann von 1952-1955 und 1960-1961. 1952 war er kurzzeitig nicht in der Band und wurde durch Bob McCracken vertreten (niht ersetzt, das wäre dann eindeutig das falsche Wort gewesen). 1955-1958 spielte dann mit Edmond Hall ein Klarinettist mit, der für sein Instrument eine ähnliche Rolle einnahm, wie Young für die Posaune. Er spielte eine weitaus modernere Klarinette, als man es für einen New Orleans-Klarinettisten erwartete, der 1901 geboren worden ist. Er war ein echter "All Star" gewesen. Einem Status, den der technisch zwar makellose Peanuts Hucko nie so wirklich erreichte. Sein Spiel wurde mal von Joachim Ernst Berendt als "dixielandisierter Benny Goodman" bezeichnet. Er gehörte ins Umfeld Goodmans (er spielte bei ihm Tenorsax in der Bigband zeitweise und 1943-1945 mit der Glenn Miller Army Air Force Band, dann mit Eddie Condon) und war nicht mehr auf dem Niveau wie Edmond Hall gewesen.

      Was Joe Glaser, Armstrongs langjähriger Manager, sich dann 1961-1964 mit der Verpflichtung Joe Darensbourgs dachte, wird immer sein Geheimnis bleiben. Darensbourg, ein sicher guter Klarinettist der alten New Orleans-Schule, war vermulich billiger als seine besseren Kollegen, aber er kannte das Repertoire recht gut. Seine Nachfolger Eddie Shu (1965 ,der eine Vielzahl an Instrumenten spielte) Buster Bailey (1965-1967) und Joe Muranyi (1967-1971) waren sicher sehr gute Musiker (Shu stilistisch von Armstrong meilenweit entfernt. Er wirkte völlig deplatziert für mich), aber eben keine echten Stars.

      Ear Hines, der im Oktober 1951 die Band verließ, hatte mehrere Nachfolger: zuerst wohl Joe Sullivan für ganz kurze Zeit, dann Joe Bushkin (ein ausgezeichneter Pianist, der aus der Hines - und Teddy Wilson-Schule kam) und Marty Napoleon (1952-1953 + 1966-1971). Dazwischen, wie oben geschrieben, 1953-1966 Billy Kyle. Alles sehr gute bis exzellente Musiker, die (bis auf Sullivan) auch nicht ständig maulend waren wie Earl Hines.

      Catletts Nachfolger waren von 1949-Anfang März 1954 Cozy Cole (der nicht mehr ganz so flexibel wie Catlett spielte, aber ein exzellenter und geschmackvoller Musiker war), 1954 kurze Zeit Kenny John, einem vorlauten Trinker, der nüchtern klasse, betrunken eine Zumutung war. Armstrong feuerte ihn dann Mitten im Auftritt.....1954-1958 dann der langweilige Barrett Deems, 1958-1971 Danny Barcelona, der aber auf den Hit-Singles "Hello,Dolly" und "What a wonderful World" spielte, sonst aber technisch versiert, aber irgendwie profillos war. Armstrong bevorzugte dennoch Barrett Deems, der zwar total einfallslos agierte, aber den Takt halten konnte, und einfache Begleitungen spielte.

      Viele Bassisten, die nach und zwischen Arvell Shaw kamen, waren nicht gerade die großen Knaller gewesen (Ausnahmen waren für mich Milt Hinton, einer der ganz Großen seiner Zunft und Jack Lesberg, der auch mit Leonard Bernstein arbeitete). Shaw spielte mehrere Male mit den All Stars. 1965 stieg er dann endgültig aus. Seine Nachfolger waren u.a.: Dale Jones, Mort Herbert, Bill Cronk und 1965-1971 Buddy Catlett.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Bei mir steht heute Vincent Peirani im Vordergrund:

      "Thrill Box":



      Der Titel führt ein wenig in die Irre, da es ein, zu mindestens im Großen und Ganzen, eher sinnlich-verträumtes Album ist.

      Vincent Peirani: Akkordeon, Accordina und Stimme
      Michael Wollny: Piano & Fender Rhodes
      Michel Benita: Bass
      Gäste:
      Michel Portal: Bass-Klarinette und Bandoneon
      Émile Parisien: Sopransaxophon.

      Michael Wollny, für den ich ja eine große Schwäche habe, sorgt dafür, dass dieses Album etwas ganz Besonderes geworden ist. :verbeugung1:


      "Living Being II - Night Walker"



      Ein, wie ich finde, äußerst spannendes Crossover-Jazz-Album. Interessant auch seine Interpretationen v. Purcells "What Power Art Thou" und Led Zeppelins "Kashmir" und "Stairway to Heaven". Der Song "Night Walker" hat mich regelrecht umgehauen. :verbeugung1: Wunderbar experimentell und mitreißend. "K2000" schlägt ebenfalls eine ähnliche Richtung an. Der Rest ist eher ruhig, jedoch nicht minder interessant. Peiranis Klangfarbenspiele faszinieren mich immer wieder. Was er so alles aus einem Akkordeon herausholt ...


      @Mauerblümchen:
      "The Other Side" (Tord Gustavsen Trio) klingt vielversprechend. :thumbup: Oh, je. In diesem Forum wird man noch arm ... :S
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
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      Newbie69 schrieb:

      @Mauerblümchen:
      "The Other Side" (Tord Gustavsen Trio) klingt vielversprechend. Oh, je. In diesem Forum wird man noch arm ...
      Wenn man auf die introvertierte Musik steht ... Hammer.

      Und wegen "arm": Seit einem knappen Monat sind meine CD-Einkäufe bei exakt € 0,- . Das mit den Medien war mal ... Staubfänger ... ein gutes Regal brauchste auch noch ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
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      Albert Ayler : New Grass . 1969 . Hmm . Hat für mich mit der Zeit doch ein wenig nachgelassen . Beim Erscheinen fand ich es sensationell . Ich bin wieder darauf gekommen , weil ich in einem anderen thread David Bedford erwähnt habe . 1970 fragte ich bei einem Gig von Kevin Ayers &The Whole World den Saxofonisten Lol Coxhill nach New Grass von Ayler . Und auf einmal diskutierte er mit Bedford , der auch mit am Tisch saß , über Spiritual Unity . Verstanden habe ich nicht viel von dem , was die älteren "Kapazitäten" da anzumerken hatten . Ich erinnere mich noch ,daß ich dem Vierten am Tisch , der etwas jünger war als ich , ansah und er mir mit seiner Mimik signalisierte , wohl auch nicht ganz dabei zu sein . Es war der Bassist und gelegentliche Gitarrist der Band , ein gewisser Mike Oldfield . Natürlich habe ich mir sofort Spiritual Unity besorgt , aber mit dem Album bin ich nie warm geworden .


      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
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      [IMG:https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51FqbtV1YWL.jpg]

      Ich gebe gerne zu, dass "Dixieland" für viele Jazzfreunde ein "rotes Tuch" ist, aber das lag und liegt vor allem an jenen Bands, die in der ganzen Welt durch die Bierzelte tingelten, durch Komik und Klamauk ihr mangendes Können und fehlende Stilistik durch seltsame "Shows" versuchten zu kaschieren. Dadurch wurde diese Musik nur noch durch Kopfwippen, Füße stampfen und merkwürdigen Band-Gesang populär. So bescheuerte deutsche "Gassenhauer" wie "Am Sonntag will man Süßer mit mir segeln gehn" oder "Ja so san die alten Rittersleut" taten ihr Weiteres, dass diese Musik für mich nur noch "bescheuert" klang und klingt. Noch heute tingeln Bands durchs Land, um dann "Dixieland" zu spielen. Oftmals nicht mal mehr in der typischen Besetzung von Trompete/Kornet, Klarinette, Posaune, Klavier, Banjo/Gitarre und Drums.

      Die besseren Vertreter hier in Europa waren Papa Bues Wiking Jazz Band, Chris Barber - er mit Ellington-Einfluss - und natürlich die Dutch Swing College Band und die Barrelhouse Jazz Band. Letztere aber wurde vor allem durch Jelly Roll Morton, also dem Umfeld der schwarzen Musiker geprägt. Auch die Müncher Allotria Jazz Band, in Hamburg die Old Merry Tale Jazz Band und immer noch in Köln die New Orleans Jazz Band of Cologne (die frühere Maryland Jazz Band Cologne) gehören dazu.

      Eddie Condon legte neben viel Alkohol aber immer viel Wert auf ausgezeichnete Musiker, die auch diese Musik beherrschten. Gerade diese CD ist eine jener wirklich hochwertigen Einspielungen, die man heute noch sehr gerne und völlig zu recht sich anhört und anhören kann.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Mal an b-major:



      Mir der "Spiritual Unity" bin ich durchaus warm geworden ("heiß" wär treffender als nur warm), allerdings, mit allen andren Sachen von Ayler und insbesondere auch mir seinem gospeldurchfluteten Spätwerk, da kann ich auch nur begrenzt was mit anfangen.

      Aus heutiger Sicht - nach Überwindung all der pubertären Begeisterumgsstürme - bleibt er für mich der Mann der einmal, ein einziges Mal alles gegeben hat, nämlich eben in der Spiritual Unity... ein dann nie mehr erfülltes Versprechen. Aber immerhin. Die halte ich hoch, sehr hoch.

      LG :)
      "Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich nicht um wichtigtuerische Überlegungen zum Leben nach dem Tod. Sie dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben." (DFW," Dies hier ist Wasser")
    • Neu

      Maurice schrieb:

      Ich gebe gerne zu, dass "Dixieland" für viele Jazzfreunde ein "rotes Tuch" ist, [...]
      Was, tatsächlich?

      Das ist der Jazz, den ich als erstes kennengelernt habe. Mein Vater hörte Dixie in Form von Barber, Bilk, Bechet, ein bißchen Satchmo - die Singles hat er heute noch, auch wenn sie verstaubt sind. Ich wußte gar nicht, daß dieser Stil so wenig Fürsprecher hat... ;(
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Neu

      Josquin Dufay schrieb:

      Was, tatsächlich?

      Das ist der Jazz, den ich als erstes kennengelernt habe. Mein Vater hörte Dixie in Form von Barber, Bilk, Bechet, ein bißchen Satchmo - die Singles hat er heute noch, auch wenn sie verstaubt sind. Ich wußte gar nicht, daß dieser Stil so wenig Fürsprecher hat...
      Man kann es von beiden Seiten sehen. Auf der einen Seite gibt es in Dresden das Dixieland Jazz Fest, in dieser Art das größte in Europa, aber auf der anderen Seite stehen die vielen "Bierzelt-Mucker", die sich mit "Ice Cream" oder "When the Saints" auf total ausgetretene Pfade bewegen, und damit eigentlich unkreativ sind.

      Kaum ein Drummer heute spielt an seinem Set noch den stiltypischen Dixieland a la George Wettling oder Ray Baudac (der als New Orleanser natürlich geradezu prädestiniert ist für die älteren Stilarten).
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)