Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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      The Dukes of Dixieland : Digital Dixieland

      Die Band wurde 1948 von den Brüdern Frank (Trompete) und Fred Assunto (Posaune) in New Orleans gegründet. Dazu kam Vater Jac Assunto )Posaune, Banjo). In ihr spielten u.a. Jack Maheu, Pete Fontain, Jerry Fuller Klarinette, Gene Schroeder und Stanley Mendelson Klavier, aber auch die Gitarristen Herb Ellis und Jim Hall, der Tubist Rich Mattheson, der Drummer Barrett Deems. Das waren z.T. hoch veranlagte Musiker, die einen technisch höchst anspruchsvollen Stil zu spielen pflegten, dem Stil der schwarzen New Orleans Bands genau entgegen.

      Leider starben beide Brüder sehr jung Anfang der 1970-er Jahre, so dass die "original" Band 1974 am Ende war. Noch im gleichen Jahr wurde die Band neu gegründet und zusammen gestellt. 2014 erfolgte ein gewisser Stilwechsel, indem man andere Musikrichtungen mit einbezogen wurden.

      Es gibt einige interessante historische Tatsachen zu beschreiben, 1957 wurde die erste Stereo-LP für das Label Audio Fidelity aufgenommen. 1978 erfolgte das erste DDD-Album, 1984 die erste CD, die ene Jazzband machte (so Wikipedia). Das kann meines Wissens nicht sein, aber ich bin mir wirklich nicht sicher. Es gibt immerhin in dieser Zeit auch Einspielungen der Count Basie Band. Ob dieser aber zunäcst mal nur als LPs veröffentlicht worden sind oder auch auf CD, vermag ich nicht zu sagen.

      1959 entstand eine exzellente Aufnahme-Session mit Louis Armstrong, eines der besten Produktionen des damals gerade wieder genesenden Armstrong. Eine zweite Session folgte ca. ein Jahr später, die ebenfalls ausgezeichnet gelungen ist. 1986, nun in der neuen Besetzung, wurde ein spektakuläres Konzert mit dem Gastmusiker Danny Barker an Banjo und Gitarre aufgezeichnet, in der die Musik Jelly Roll Mortons gespielt wurde.

      Hier diese Einspielung hatte auch wieder einige interessante Musiker parat. Etwa Posaunist Frank Hooks, der etwa sechs Jahre in der Count Basie Band saß, dem Pianisten Phamous Lambert und Trompeter Frank Tibari.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Rex Stewart : "On His Own" AD: 1944-1947

      Ich bin eigentlich kein so großer Freund von Samplern, aber hier muss ich eine Ausnahme machen. Handelt es sich hier doch um eine Sammlung von 21 Titeln, die lange Zeit vergiffen nur auf LPs zu finden waren.

      Hier die Besetzungsangaben:

      Track 01-04 : Rex Stewart (Cornet) - Lawrence Brown (Posaune) - Tab Smith (Altsax) - Harry Carney (Baritonsax, Bass-Klarinette) - Johnny Guarnieri (Klavier) - Brick Fleagle (Gitarre, Arrangements) - Sid Weiss (Bass) - Cozy Cole (Drums) AD: 05.06.1944, New York

      Track 05-08 : Rex Stewart (Kornett) - Lawrence Brown (Posaune) - Al Sears (Tenorsax) - Harry Carney (Baritonsax) - Eddie Heywood (Klavier) - Ulysses Livingstone (Gitarre) - Junior Raglin (Bass) - Keg Purnell (Drums) AD: 26.01.1946 , Los Angeles

      Track 08-11 : Rex Stewart (Kornett) - Tyree Glenn (Posaune,Vibes) - Ear Bostic (Altsax) - Cecil Scott (Baritonsax) - Dave Rivera (Klavier) - Brick Fleagle (Gitarre) - Junior Raglin (Bass) - J.C.Heard (Drums)
      AD: 30.07.1945 , New York

      Track 12-15 : Rex Stewart (Kornett, Vokal) - Stafford Simon (Trompete) - Sandy Williams (Posaune) Pete Clarke (Tenorsax) - Mike Coluccio (Klavier) - Wilson Myers (Bass, Vocal) - Barney Perry (Drums)
      AD: 08.02.1946, New York

      Track 16-19 : Rex Stewart (Kornett) - Billy Kyle (Klavier) - John Levy (Bass) - Cozy Cole (Drums) AD: Spät 1946 , New York

      Track 20-21 : Rex Stewart (Kornett) - Jimmy Jones (Piano) - John Levy (Bass) - Frankie Bode (Drums) AD: August 1947, New York

      Es sind hier nicht nur einige hochkarätige Solisten zu hören, sondern auch schön ausgeschriebene Arrangements, vor allem von dem Gitarristen Brick Fleagle, mit dem Stewart öfter aufgenommen hat. Sie sind mal traditionell mehrstimmig, aber auch schon unisono geschrieben worden. Man kann also teilweise bereits den Einfluss des modernen Jazz hören. So spielt Fleagle eine elektrische Gitarre.

      Stewart, der als einer der besten, individuellsten und auch intelligentesten Jazzmusiker seiner Zeit war, besticht auch hier durch seine breite Bandbreite. Mal im Crowlstil a la Bubber Miley und Cootie Williams (mit dem er viele Jahre zusammen bei Ellington spielte, und 1957 eine großartige Platte einspielte), aber auch mit seinem typischen "Half-Tone-Effekten". So kann man hier auch sein "Boy meets Horn" hören.

      Herrlich auch die Soli von Lawrence Brown und Harry Carney, das druckvolle Spiel von Cozy Cole und JC Heard und das Klavier des schelmischen Johnny Guarnieri, der es damals geschafft hat, einen Mix aus Fats Waller, Count Basie und Teddy Wilson zu spielen. Mal ganz a la Basie, dann wieder im Stride Stil Fats Wallers, aber auch immer wieder mit perlenden Läufen a la Teddy Wilson. Er war in diesen Jahren einer der meistgesuchten Session-Pianisten.

      Mal schauen, vielleicht schaffe ich es ja, mal einen eigenen Thread für Rex Stewart zu schreiben.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Neu



      Buck Clayton und Ben Webster live 1967 in Europa.

      Ich kann die Lobeshymnen auf diese Live-CD nicht so ganz nachvollziehen. Man kann hören, dass Buck Clayton gesundheitlich angeschlagen war und bald für viele Jahre keine Trompete mehr spielen durfte. Auch Webster ist nicht in Höchstform. Auch die Rhythmusgruppe hat mir nicht so gut gefallen. Ich kannte keinen der Musiker, sie kamen aus der Region, denke ich mal.



      Buk Clayton : "The Doctor Jazz Series, Vol.3" : AD: 13.12.1951 - 24.01.1952 , "Lou Terrasi's, New York City

      Buck Clayton (Trompete) - Herb Flemming (Posaune) - Buster Bailey (Klarinette) - Kenny Kersey (Klavier) - Joe Shulman (13.,17. und 20.12.1950) und Bill Goodall (10. und 17.01.1952) (Bass) - Arthur Herbert (Drums) für den 03.01. und 24.01.1952 wurde kein Bass vermerkt.

      Buck Clayton, der bis zu diesem Zeitpunkt mit dem alten Jazz kaum zu tun hatte, begann in dieser Zeit, sein Repertoire auch auf Stücke aus der Dixieland-Ära auszuweiten. So gibt es dann auch einige Aufnahmen, die ihn in diesem Bereich zeigen. Er meistert auch das auf die gleiche souveräne Art und Weise wie er den Swing, und zumindest im Ansatz, auch den modernen Jazz (zumindest Stücke wie "How High the Moon") in geringem Maße, spielen konnte. 1953 fuhr er so nach Europa und 1958 spielte er in Brüssel mit Sidney Bechet auf der Weltausstellung.

      Buster Bailey sollte zum Ende seines Lebens als Highlight mit den Louis Armstrong All Stars spielen (1965-1967). Während dieses Engagements verstarb er überraschend. Über seine Bedeutung gehen die Meinungen der Kritiker und Jazz-Experten auseinander. Er galt zumindest als wichtige Stimme in der Frühzeit der Bigband-Ära. Er wirkte von 1917 an mit W.C.Handy, Erskine Tate, King Oliver (mit Louis Armstrong zusammen zeitweise), Fletcher Henderson (1924-1927 das erste Mal), Noble Sissle (1929 und 1931 in Europa mit ihm), Edgar Hayes, erneut bei Oliver und Henderson, Lucky Millinder und Stuff Smith. Von 1938 bis 1946 sollte er im John Kirby Sextett Jazzgeschichte schreiben (und mit ihm Charlie Shavers, Russell Procope und Billy Kyle). 1947-1949 spielte er bei Wilbur de Paris, dann vor allem im traditionellen Umfeld (Wild Bill Davison, Eddie Condon, Red Allen, Big Chief Russell Moore und der Band "The Saints and the Sinners" mit weiteren Veteranen der Swing-Ära (63/65).

      Herb Flemming ist im Grunde heute unbekannt. Dabei hat er eine sehr interessante Vita. 1900 auf Honolulu geboren, spielte er viele Jahre in Europa. So spielte er dort mit Sam Wooding und Lew Blackbird Leslie's Show in London und Paris. Er hatte dann in Europa eigene Bands, spielte aber immer wieder mit Sam Wooding, so auch in Berlin. Dabei begleitete er auch die Sängerin Josephine Baker. 1933 spielte er mit eigener Band in Argentinien, Paris und Kalkutta, Shanghai und Ceylon. 1935-1937 spielte er mit eigener Band in Berlin. Dort auch mit Fritz Schulz-Reichel. Während der Olympischen Spiele in Berlin 1936 war er für diese als Dolmetscher tätig. Anschließend ging er nach Italien.

      1937 ging er zurück in die USA, spielte kurz bei Earl Hines und von Silvester 1940 bis 1942 bei Fats Waller in dessen Bigband damals. 1942/43 wirkte er bei Noble Sissle, um dann bis 1949 außerhalb der Musik zu arbeiten, u.a. als Steuerinspektor. Ab 1949 wurde er wieder im New Yorker Raum aktiv, von 1953 bis 1958 spielte er bei Henry "Red" Allen, dann zog er wieder nach Italien, 1964 nach Spanien. Dort leitete er wieder eigene Bands. 1976, kurz vor seinem Tode, zog er wieder in die Staaten. Was für ein bewegendes Leben.....
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Donny McCaslin: Blow (2018)

      Neu



      Vor wenigen Stunden habe ich dieses vor einer Woche erschienene neue Donny McCaslin-Album direkt vom Künstler gekauft und natürlich signieren lassen. Und es dreht sich selbstredend gleich in meinem CD-Schacht.

      Bei Donnys Alben - eins besser als das andere - bin ich vollständig. Was nicht so ganz einfach ist, denn manche sind htf.

      Ein Wahnsinns-Saxofonist. In der Hochform, in der er sich heute Abend in der Elbphilharmonie präsentiert hat, dürfte er der aktuell beste Tenorsaxofonist der Welt sein. Er hat sich geradezu die Seele aus dem Leib gespielt.
      "Ohne Bach wäre alles nichts."
      (Víkingur Ólafsson)