Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • Algabal schrieb:

      Albert Ayler: Spiritual Unity (1964)
      Albert Ayler (ts), Gary Peacock (b), Sunny Murray (dr)


      Danke für die Empfehlung und die kurze Diskussion. Lief gestern nun auch bei mir. Allerdings aus dem Datenstrom, nicht vom Dreher. Ich fand das sehr spannend. Ja, anstrengend, aber durchaus zugänglicher als etwa Gran Torso oder Nonos Fragmente ... und durchaus auch geschlossen.
    • Danke für Deine ausführliche Antwort, lieber Maurice!!

      Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen - und mir geht es mit folgendem ganz genauso:

      Maurice schrieb:

      Doch genau DAS ist die Krux vieler Modernisten. Sie erzählen mir keine Geschichte mehr, aber sie spielen die Skalen rauf und runter. Was soll ich damit anfangen?
      - wenn auch tendenziell vielleicht bei anderen Sachen. Irgendwo in diesem Faden habe ich mal was davon geschrieben, dass sich mir bei vielen technisch fraglos perfekten Musikern des Post-Free-Jazz (und auch bei vielen FreeJazzern nach 1975) die Dringlichkeit dessen, was sie da machen, nicht erschließt (das entspricht dem, was Du als "Sie erzählen dir keine Geschichte" umschreibst). Ja, mich nervt es, wenn Leute etwas augenscheinlich vor allem deshalb machen, weil sie es können - und es nichts mehr dahinter gibt (oder ich einfach zu blöd bin, das zu hören/zu dechiffrieren). Das ist natürlich für jeden womöglich anders (für mich etwa ist es dort am unmittelbarsten, wo der emanzipatorische Impetus des Jazz als treibende Kraft spürbar ist - darum mag ich ja Ayler so besonders gern, auch wenn das, was er gemacht hat, tatsächlich häufig ziemlich anstrengend ist).

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Das ist natürlich für jeden womöglich anders (für mich etwas ist es dort am unmittelbarsten, wo der emanzipatorische Impetus des Jazz als treibende Kraft spürbar ist - darum mag ich ja Ayler so besonders gern, auch wenn das, was er gemacht hat, tatsächlich häufig ziemlich anstrengend ist).
      Der Jazz war ursprünglich die Unterhaltungsmusik der armen Leute, nicht mehr und nicht weniger. Das war er bis zum Ende der Swing-Ära, dann wurde der Jazz zur "Kunstmusik". Man könnte auch "künstliche Musik" schreiben. Denn wenn man dem Glauben schenkt, was die "Entwickler" des Bop dazu sagten, wollten sie mit ihrer Musik alleine sein, sich absetzen von der "billigen Unterhaltungsmusik" der Weißen.

      Während eine Richtung der Schwarzen mehr in Richtung Rhythm and Blues ging (Louis Jordan, Lionel Hampton, Buddy Johnson, Erskine Hawkins, Louis Prima, Big Joe Turner, etc.), das war dann der "kommerzielle Weg", gingen Musiker wie Monk, Mingus, Miles Davis, Lennie Tristano mehr den Weg des "künstlerischen Jazz". Ich weiß, diese Trennungen sind furchtbar, aber so ist es doch gelaufen.

      In den späten 1950-er Jahren wurde dann die Harmonik immer mehr aufgelöst (John Coltrane mit seiner modalen Musik bei Miles Davis) .
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Diese:



      Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (2012)
      Masabumi Kikuchi (p), Thomas Morgan (b), Paul Motian (dr)

      Sehr schönes Album, sehr wenig „Müll im Strom“. War die letzte (veröffentlichte) Session, an der Paul Motian beteiligt gewesen ist. ;(

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Diese:



      Charlie Haden Quartet West: In Angel City (1988)
      Charlie Haden (b), Ernie Watts (ts), Alan Broadbent (p), Larance Marable (dr)

      Ist mir zu smooth. Ein paar aufregende Stellen, die einen mal ganz kurz aufhorchen lassen, gibts aber schon.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Nochmal Triospiel.

      Mats Eilertsen: And Then Comes the Night

      Mats Eilertsen, Bass
      Harmen Fraanje, Piano
      Thomas Strønen, Drums



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Algabal schrieb:

      Diese:



      Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (2012)
      Masabumi Kikuchi (p), Thomas Morgan (b), Paul Motian (dr)

      Sehr schönes Album, sehr wenig „Müll im Strom“. War die letzte (veröffentlichte) Session, an der Paul Motian beteiligt gewesen ist. ;(

      Adieu
      Algabal
      Vielen Dank für den Tipp, gefällt mir sehr!

      :wink:
      „Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“
    • Eben lief:

      My Favorite Things (20.05.1964)
      Grant Green (g), McCoy Tyner (p), Bob Cranshaw (b], Elvin Jones (dr)

      Sehr schöne Interpretation. Ich mag Grant Green Gitarrenspiel ja durchaus sehr gern. Und Tyner spielt das Ding hier ganz anders als mit Coltrane (er kann sogar den Fuß vom Sustain-Pedal nehmen)! ^^

      Ist hier enthalten:



      Und weil das so schön war, schiebe ich diese nach:



      Grant Green: Idle Moments (1963)
      Joe Henderson (ts), Bobby Hutcherson (vib), Grant Green (g), Duke Pearson (p), Bob Cranshaw (b), Al Harewood (dr)

      Auch schön.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Algabal schrieb:

      Diese:



      Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (2012)
      Masabumi Kikuchi (p), Thomas Morgan (b), Paul Motian (dr)

      Sehr schönes Album, sehr wenig „Müll im Strom“. War die letzte (veröffentlichte) Session, an der Paul Motian beteiligt gewesen ist. ;(

      Adieu
      Algabal

      Jo. Jetzt auch hier. - Vielleicht sollte ich es doch mal mit mit Jazz am Klavier versuchen, anstatt die Orgel zu malträtieren ... ich mag den geneigten Interessierten die Musik von Valentin Silvestrov nahelegen, besonders die "Bagatellen":



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
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      Mauerblümchen schrieb:

      Jo. Jetzt auch hier. - Vielleicht sollte ich es doch mal mit mit Jazz am Klavier versuchen, anstatt die Orgel zu malträtieren ... ich mag den geneigten Interessierten die Musik von Valentin Silvestrov nahelegen, besonders die "Bagatellen":



      Gruß
      MB

      :wink:

      Vielen Dank für den Tipp, werde ich mir heute Abend anhören.
      „Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“
    • Neu

      Mauerblümchen schrieb:

      Algabal schrieb:



      Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (2012)
      Masabumi Kikuchi (p), Thomas Morgan (b), Paul Motian (dr)
      Jo. Jetzt auch hier. - Vielleicht sollte ich es doch mal mit mit Jazz am Klavier versuchen, anstatt die Orgel zu malträtieren ...

      Weil Du die Musik so sehr magst?


      Mauerblümchen schrieb:

      ich mag den geneigten Interessierten die Musik von Valentin Silvestrov nahelegen, besonders die "Bagatellen":



      Gruß
      MB

      :wink:


      Von Silvestrov kenne ich einiges, bisher aber noch keine Klavierwerke. Werde dem Hinweis mal folgen, wenn ich wieder ausgejazzed habe.

      Hier indes diese:



      Paul Bley: With Gary Peacock (1970)
      Paul Bley (p), Gary Peacock (b), Paul Motian / Billy Elgart (dr)

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
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      Hilih schrieb:

      Mauerblümchen schrieb:

      Jo. Jetzt auch hier. - Vielleicht sollte ich es doch mal mit mit Jazz am Klavier versuchen, anstatt die Orgel zu malträtieren ... ich mag den geneigten Interessierten die Musik von Valentin Silvestrov nahelegen, besonders die "Bagatellen":



      Gruß
      MB

      :wink:
      ...

      Bereits gestern gehört, gefällt mir wirklich gut. Von Silvestrov habe ich mir jetzt mal einiges in meine Spotify-Bibliothek gepackt.
      Gibt es weitere Empfehlungen diesbezüglich?
      „Zwei plus zwei ergibt vier, immer und überall.“
    • Neu

      Daraus:



      Paul Motian: On Broadway, Vol. 3 (1992)
      Lee Konitz (ss, as), Joe Lovano (ts), Bill Frisell (g) Charlie Haden (b), Paul Motian (dr)

      Adieu
      Algabal

      Edit: jetzt hab ich grad unbeabsichtigt mein letztes Posting überschrieben. Das war Paul Motian „On Broadway 4“, die ich aber doof fand, weil Chris Potter ein unendlich langweiliger Saxophonist ist und außerdem Herr Kikuchi unangemessen rumgrunzt. Die CD ist in selbiger Box zu finden, die hier angebildet ist.
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
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      Bevor das Licht ausgeht für heute:



      Enrico Rava: Tati (2005)
      Enrico Rava (tp), Stefano Bollani (p), Paul Motian (dr)

      Adieu
      Algabal

      Edit (23:02 Uhr): Hier würde mich mal die Meinung von Maurice zu diesem Album interessieren (zumal zur Trompete von Rava, aber vor allem auch zu den "Geschichten", die im [mehr oder weniger] 'freien' Jazz ggf. doch erzählt werden können). ape01
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