Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • Max Kaminsky : When the Saints go Marching In AD: 1953, New York

      Max Kaminsky (Trompete, Gesang) - Cutty Cuttshall (Posaune) - Peanuts Hucko (Klarinette, Tenorsax) - Ernie Caceres (Klarinette, Baritonsax) - Dick Cary (Klavier, Celeste, Althorn) - Al Casamenti (Gitarre) - Bob Haggart (Bass) - Jo Jones (Drums)

      Max Kamsinky : Jazz on the Campus AD: 24/25.05.1954, New York

      Max Kaminsky (Trompete) - Ray Diehl (Posaune) - Hank D'Amico (Klarinette) - Dick Cary (Klavier, Althorn) - unbek. (Gitarre) - Jack Lesberg (Bass) - Cliff Leeman (Drums)

      Max Kaminsky (1908-1994) gehörte sein ganzes Leben lang in die Nähe der Dixieland-Bewegung, auch wenn er später in diversen Swing-Bands tätig war, etwa bei Tommy Dorsey, Artie Shaw und Jack Teagarden. Doch bekannt wurde er vor allem im Umfeld von Eddie Condon, spielte dabei aber meist nur die "dritte Geige" hinter Wild Bill Davison und Jimmy McPartland.

      Hier sind nun zwei seiner Platten vertreten, die auch genau das aufzeigen, was ich zuvor geschrieben habe. Einerseits ist es die typische Dixieland-Besetzung, aber dann eben auch wiederum nicht. So fällt die elektrische Gitarre auf, aber auch das harmonisch weitaus komplexere Arrangement in den Stücken. die Titel wiederum sind eine Mischung aus bekannten Dixieland-Klassikern, die aber eben durch die andere Instrumentierung (mit Althorn, Baritonsax oder Tenorsax, elektrisch verstärkte Gitarre) weg vom herkömmlichen Dixieland führen. Auch spielte Kaminsky einen zwar eher einfachen Stil, aber sein Ton ist "feiner", weniger herb wie der Ton von den Kornettisten der Dixieland-Szene damals. Kaminsky spielte auch Trompete, kein Kornett. Gerade hier der kleine, aber feine Unterschied.

      Mit Jo Jones am Schlagzeug und auch Cliff Leeman auf der zweiten Session, hatte er keine "reinen" Dixieland-Drummer zur Hand, sondern etwas moderne Swing-Männer. Der Erstere schon modern wirkend, Leeman dagegen mehr dem traditionellen Spiel zugeneigt.

      Zwei gut gelungene Platten, die man hier auf einer aber immer noch recht kurzen CD zusammen gefügt hat (Spielzeit insgesamt runde 51 Minuten)
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Weiter geht es mit einem Tag, den ich ganz im Zeichen der "Austin High School Gang", ihrer Mitglieder, Nachfolger und Zeitgenossen halten werde. Darunter werden sich Eddie Condon, Bud Freeman, Wild Bill Davison, Max Kaminsky, Pee Wee Russell und auch etwa Marty Grosz befinden, der das Erbe in den 1950-er Jahren bis in die 2000-er Jahre weiter pflegte.



      Bud Freeman : Tenorsax and Orchestra AD: Oct./Nov. 1945 , New York

      Wahrscheinliche Besetzung : Yank Lawson (Trompete) - Lou McGarity (Posaune) - eventuell Peanuts Hucko (Klarinette) - Bud Freeman (Tenorsax) - Gene Schroeder (Klavier) - Carmen Mastren (Gitarre)
      - Bob Haggart (Bass) - Ray McKinley (Drums)

      Bud Freeman : BF and his All Star-Orchestra AD: Aug./Sept. 1945 , New York

      Yank Lawson (Trompete) - Lou McGarity (Posaune) - Edmond Hall (Klarinette) - Bud Freeman (Tenorsax) - Gene Schroeder (Klavier) - Carmen Mastren (Gitarre) - Bob Haggart (Bass) - Ray McKinley (Drums, Voc.)

      Bud Freeman : BF with Rhythm Accompaniment AD: Dez. 1953, New York

      Bud Freeman (Tenorsax) - Dick Cary (Klavier) - George Barnes (Elektrische Gitarre) - Jack Lesberg (Bass) - Don Lamond (Drums)

      Bud Freeman (1906-1991) gehörte bereits Anfang der 1920-er Jahre in das direkte Umfeld der "Austin High Scholl Gang" in Chicago, und damit in den engsten Kreis von Eddie Condon, Bix Beiderbecke und deren Mitglieder. Er wurde später u.a. Mitglied der Bigbands von Tommy Dorsey (1936-1938) und Benny Goodman (1938, ab März bis November), die ebenfalls zum Kreis oder Umfeld Eddie Condons gehörten.

      1939-1940 leitete eine eigene Band, die den etwas abgehobenen Namen "Summa Cum Laude Orchestra" hatte. Mit ihm spielten Max Kaminsky (Trompete), Pee Wee Russell (Klarinette) und Eddie Condon (Gitarre). Nach dem Kriege, in dem er eine Army Band leitete, blieb er weiterhin im Umkreis von Eddie Condon sehr aktiv. Später ging er auch als Solist auf ausgedehnte Tourneen nach Europa. Auch dort machte er zahlreiche Aufnahmen.

      1968 gründete er zusammen mit Yank Lawson und Bob Haggart die bekannte "The World's Greatest Jazz Band" , der er bis 1971 angehörte. Anschließend ging er wieder als Solist auf Tournee, bis er Anfang der 1980-er Jahre aus gesundheitlichen Gründen die Musik aufgeben musste.

      Bud Freeman gehörte mit Coleman Hawkins und Happy Cauldwell zu den frühesten Vertretern des Saxophonspiels, insbesondere dem Tenorsax. Dabei spielte er zuerst Klarinette und das heute kaum noch bekannte C-Melody-Sax, bevor er zum Tenor wechselte.

      Bud Freeman war aber keinesfalls ein Musiker, der nur in der Vergangenheit lebte. Ende der 1940-er Jahre belegte er tatsächlich einen Kurs bei Lennie Tristano, dem damals führenden Pädagogen des Cool Jazz.

      Die hier gespielten Stücke gehen auch in beide Richtungen. Auch hier wieder auf der einen Seite die typische Dixieland-Besetzung mit Trompete-Posaune-Klarinette , aber eben PLUS Tenorsax und der vierköpfigen Rhythmus-Gruppe mit Klavier, Gitarre Bass und Schlagzeug.

      Mit Ray McKinley (1910-1995) sitzt auch ein Drummer in der Band, den man immer wieder gerne "vergisst", wenn es um die Schlagzeuger des Dixieland und Chicago Jazz geht. Bekannt wurde er u.a. als Drummer bei Tommy Dorsey (1934/35) und Jimmy Dorsey (1935-1939). 1939 gründete er mit dem Posaunisten Will Bradley eine eigene Band, die bis 1942 bestehen blieb. 1943-1945 gehörte er zur Army Air Force Band von Glenn Miller, mit dem er bereits 1929 in der Band von Smith Ballew saß, und der einer seiner engsten Freunde wurde.

      1946 gründete er erneut eine eigene Bigband, die recht modern einerseits (etwa durch Arrangements von Eddie Sauter) , aber auch mehr traditionell (Arrangements von Dean Kinkaide) spielte. Diese Band hatte einige hervorragende Musiker versammelt, etwa Peanuts Hucko, Pete Candoli, Mundell Lowe und Nick Travis. 1952 löste er die Bigband auf. 1956-1966 leitete er im Auftrag der Witwe Glenn Millers, die Miller-Bigband.

      So, das war wieder sehr ausführlich, ich weiß.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Und mal wieder mag sich kein Bild einstellen lassen...... :cursing: Mit dem Titel Unten kommt man aber direkt zur CD.

      Marty Grosz : Hooray for Bix AD: Dez. 1957, Yellow Springs, Ohio

      Carl Halen (Kornett) - Turk Santos (2nd Kornett - 6, 12, Gitarre - 9) - Harry Budd (Posaune) - Frank Chace (Klarinette, Baritonsax) - Bob Skiver (Tenorsax, Klarinette) - Tut Soper (Klavier) - Marty Grosz (Gitarre, Gesang) - Chuck Neilson (Bass) - Pepper Boggs (Drums)

      Die "Honoris Causa Jazz Band" habe ich nie gehört, auch kenne ich nur Marty Grosz, den ich noch live gesehen habe. Grosz ist der Sohn des Malers Georg(e) Grosz, der im Dritten Reich aus Berlin von den Nazis fliehen musste. Er wurde 1930 als Martin Oliver Grosz in Berlin geboren, aber lebte ab 1932/33 in den USA. Sein Vater hatte gerade noch vor den Nazis fliehen können, bevor sie sein Atelier stürmten und viele seiner Werke vernichteten oder billig verkauften.

      Die hier vorliegende CD ist eine Hommage an den bereits 1932 verstorbenen Kornettisten Leon "Bix" Beiderbecke (1903-1931), dessen Vorfahren aus dem Raum Hannover stammten. Beiderbecke sollte der erste Musiker des Jazz werden, der einen Mythen-Status erreichte und Kornett spielte. Ähnliche "Mythen" bildeten sich später um den Trompeter Bunny Berigan (1908-1942) , Fats Navarro (1923-1950) und Clifford Brown (1930-1956).

      Beiderbecke spielte einen weitaus lyrischeren Stil als seine Kollegen, auch mit weniger Vibrato als die Kollegen, etwa Wild Bill Davison. Sein Spiel sollte später in den Händen von eben Bunny Berigan, Harold Baker, Miles Davis oder Chet Baker weiterleben. Natürlich modernisiert, aber die Linie kann man durchaus ziehen. Eine weitere Richtung sollte der "New York Stil" werden, der noch eine spur "reiner", aber auch weitaus "glatter" und "gefälliger" ausfallen sollte als jener Beiderbeckes.

      Auch der Kornettist hier - Carl Halen - gehört zu den großen Sympathisanten Beiderbeckes. Er gehört bereits zur dritten Generation Musiker, die sich der Musik der 1920-er Jahre als Vorbild widmeten. Marty Grosz und die hier spielenden Kollegen gehören auch dazu. Der Klarinettist Frank Chace steht z.B. ganz klar im Umfeld etwa Pee Wee Russels.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Und mal wieder mag sich kein Bild einstellen lassen...... :cursing: Mit dem Titel Unten kommt man aber direkt zur CD.

      Marty Grosz : Hooray for Bix AD: Dez. 1957, Yellow Springs, Ohio

      Carl Halen (Kornett) - Turk Santos (2nd Kornett - 6, 12, Gitarre - 9) - Harry Budd (Posaune) - Frank Chace (Klarinette, Baritonsax) - Bob Skiver (Tenorsax, Klarinette) - Tut Soper (Klavier) - Marty Grosz (Gitarre, Gesang) - Chuck Neilson (Bass) - Pepper Boggs (Drums)
      [...]
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Besten Dank für das Bild, Lionel !!!

      :cincinbier: :wink:
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Algabal schrieb:

      Ist hier wieder ziemlich einsam geworden, Maurice, oder?
      Ach, das ist doch immer mal wieder ruhiger hier. Das stört mich nicht.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Wieder mal eine CD ohne Bild, aber genauer Beschreibung :

      Kenny Davern : A Night with Eddie Condon AD: 30.04.1971

      Bernie Privin (Trompete) - Lou McGarity (Posaune) - Kenny Davern (Klarinette, Sopransax) - Dill Jones (Klavier) - Eddie Condon (Gitarre) - Jack Lesberg (Bass) - Cliff Leeman (Drums)

      Diese "Band" spielte genau EINEN Auftritt - jenen hier, der live mitgeschnitten wurde 1971. Man mag es kaum glauben, aber es ist tatsächlich so gewesen. Mehr dazu im Booklet, was wieder glänzend geschrieben wurde, wie immer bei Arbors.

      Man hatte kräftig aufgefahren, auch wenn der Laie das nicht sofort erkennt. Bernie Privin (1919-1999) spielte in den Bigbands von Bunny Berigan, Artie Shaw, Glenn Miller, (Army Air Force Band) Benny Goodman, Charlie Barnet und Tommy Dorsey. Nach dem Kriege wirkte er Jahrzehnte in den Studios der Firma CBS. Lou McGarity (1917-1971) war neben Jack Teagarden, Cutty Cuttshall (mit dem er bei Benny Goodman rund zwei Jahre zusammen spielte) und George Brunies einer der besten Dixieland-Posaunisten überhaupt. Er gab hier vermutlich sein letztes Konzert, wenige Monate später verstarb er leider schon.

      Kenny Davern (1935-2006), der blutjung bereits 1951 erste Gigs mit Henry "Red" Allen spielte, kam 1954/55 zu Jack Teagarden, 1955 zu Phil Napoleon, anschließend zu Pee Wee Erwin. 1962/63 dann gar zu den "Dukes of Dixieland". Später sollte er regelmäßig mit Dck Wellstood spielen. Er konnte es sich sogar erlauben, ein Angebot Joe Glasers auszuschlagen, der ihn für die All Stars von Louis Armstrong holen wollte.

      Bassist Jack Lesberg (1920-2005) spielte 1956 genau für diese Louis Armstrong All Stars (Australien-Tournee), die Arvell Shaw nicht mitmachte. Davon gibt es sogar Aufnahmen. Mit Armstrong spielte er 1947, 1949, 1956 und 1965. Mit Benny Goodman 1946 und 1947, 1940 mit Muggsy Spanier, 1946-1950 und 1964 mit Eddie Condon, 1957 mit Jack Teagarden und Earl Hines. 1968 mit Ruby Braff und Zoot Sims, aber auch mit Leonard Bernstein und dem New York Symphony Orchestra 1945-1948. Er galt als exzellenter und kompetenter Bassist in Jazz und Klassik, damals eine Seltenheit.

      Cliff Leeman (1913-1986) spielte bereits als Teenager mit dem Portland Symphony Orchestra. Später spielte er auch Xylophon in Vaudeville-Gruppen. Von 1936-1943 spielte er u.a. mit Artie Shaw und Tommy Dorsey, Charlie Barnet. !943/44 mit Woody Herman, bevor er seine "First Herd" gründete, 1944/45 mit Don Byas, John Kirby, Raymond Scott und Jimmy Dorsey. Ab 1949 dann mit dem Casa Loma Orchstra, Charlie Barnet und Bob Chester. Dann ging auch er in die Studios, die gutes Geld und genug Arbeit hergaben. Nebenbei aber auch mit Eddie Condon, Bobby Hackett, der Lawson/Haggart-Band und Wild Bill Davison. Auch er wirkte 1963/64 bei den "Dukes of Dixieland" mit, dann mit Peanuts Hucko, Eddie Condon, u.a. 1976/77, also nach diesem Konzert, mit "The Worlds Greatest Jazz Band".
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Wieder mal eine CD ohne Bild, aber genauer Beschreibung :

      Kenny Davern : A Night with Eddie Condon AD: 30.04.1971

      Bernie Privin (Trompete) - Lou McGarity (Posaune) - Kenny Davern (Klarinette, Sopransax) - Dill Jones (Klavier) - Eddie Condon (Gitarre) - Jack Lesberg (Bass) - Cliff Leeman (Drums)
      [...]
      bzw.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Maurice schrieb:

      Algabal schrieb:

      Ist hier wieder ziemlich einsam geworden, Maurice, oder?
      Ach, das ist doch immer mal wieder ruhiger hier. Das stört mich nicht.
      Auch wenn man - wie ich - seit etwa 45 Jahren eigentlich jeden Tag Jazz hört, kommt der Impuls, darüber auch hier bei Capriccio zu schreiben, ja nun nicht gerade automatisch. Zumal das Darüber-Schreiben, also das Sitzen am Computer, einen beim Jazz-Hören stört. Ich möchte aber natürlich ebenso wie Ihr beide, dass der Laden hier am Laufen gehalten wird. Deshalb gern mal wieder ein Beitrag von mir in diesem Thread.

      Bei mir läuft gerade der unvergleichliche Michel Petrucciani in einer geradezu köstlichen Trio-Besetzung:



      Michel Petrucciani - p
      Gary Peacock - b
      Roy Haynes - dr

      rec. live in Karlsruhe 1988
      Information ist nicht Wissen, Wissen ist nicht Weisheit, Weisheit ist nicht Wahrheit, Wahrheit ist nicht Schönheit, Schönheit ist nicht Liebe, Liebe ist nicht Musik. Musik ist das Beste.
      (Frank Zappa)
    • music lover schrieb:

      Auch wenn man - wie ich - seit etwa 45 Jahren eigentlich jeden Tag Jazz hört, kommt der Impuls, darüber auch hier bei Capriccio zu schreiben, ja nun nicht gerade automatisch. Zumal das Darüber-Schreiben, also das Sitzen am Computer, einen beim Jazz-Hören stört. Ich möchte aber natürlich ebenso wie Ihr beide, dass der Laden hier am Laufen gehalten wird. Deshalb gern mal wieder ein Beitrag von mir in diesem Thread.
      :fee: :cincinbier: Danke Dir !! Das finde ich eine tolle Geste von Dir. Und Du hast ja auch immer wieder tolle Sachen "im Programm". Bei mir mal wieder Eddie Condons alte Zeiten, die ich am Ostermontag mit einer Matinee hoch halte in Frankfurt/Main. Doch wir spielen fast immer ohne Posaune, da es davon hier leider nur noch wenige Dixielander gibt, die man auch brauchen kann. So haben wir am Montag eine ungewöhnliche Konstellation mit Trompete 2x plus Rhythmusgruppe (Banjo, Kontrabass und Drums). Die Besetzung ist wegen der Osterzeit so ungewöhnlich, Teile des Programmes aber auch.

      Am 01.Mai dann erneut eine Matinee, dann aber mit Trompete und Tenorsax, Banjo/Gitarre, Kontrabass und eventuell Drums. Sollte der Ersatz-Drummer absagen, spielen wir im Quartett, was mit diesen Kollegen problemlos funktionieren wird. Auch da wieder mit ungewöhnlichen Titeln dazwischen, die heute nur noch selten oder überhaupt nicht mehr gespielt werden.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Vielen Dank für das Bilder einstellen, lieber Lionel !!!

      :trost: :cincinbier: :top: Du hast mit mir wieder viel zu tun, ich weiß. Ich muss weniger hören, oder die richtigen Scheiben aussuchen, die man auch problemlos einstellen kann. :rolleyes: :D
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • music lover schrieb:

      Maurice schrieb:


      Algabal schrieb:

      Ist hier wieder ziemlich einsam geworden, Maurice, oder?
      Ach, das ist doch immer mal wieder ruhiger hier. Das stört mich nicht.
      Auch wenn man - wie ich - seit etwa 45 Jahren eigentlich jeden Tag Jazz hört, kommt der Impuls, darüber auch hier bei Capriccio zu schreiben, ja nun nicht gerade automatisch. Zumal das Darüber-Schreiben, also das Sitzen am Computer, einen beim Jazz-Hören stört. Ich möchte aber natürlich ebenso wie Ihr beide, dass der Laden hier am Laufen gehalten wird. Deshalb gern mal wieder ein Beitrag von mir in diesem Thread.

      Bei mir läuft gerade der unvergleichliche Michel Petrucciani in einer geradezu köstlichen Trio-Besetzung:



      Michel Petrucciani - p
      Gary Peacock - b
      Roy Haynes - dr

      rec. live in Karlsruhe 1988
      Danke für den Tipp, lieber music lover! Soeben bestellt. ^^
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)


    • Duke Ellington : DE at the Hurricane 1943, featuring Ben Webster

      Diese CD ist leider in Teilen auch auf der "The Threasury Shows, Vol. 25 drauf. Aufgenommen am 03. und 04.April 1943 und 06.Juni 1943, findet man noch einige Titel mehr auch der Treasury-Reihe. Was sich aber unterscheidet ist die Besetzungsliste. Hier diese CD lässt Taft Jordan (Trompete) für Re Stewart (Kornett) spielen, dazu Sandy Williams (Posaune) für Lawrence Brown. Hier spielen Nat Jones (Altsax/Klarinette) und Jimmy Hamilton (Klarinette und Tenorsax), bei den Treasury-Angaben spielen nicht Taft Jordan und Sandy Williams mit, sondern Stewart und Brown an ihren alten Plätzen. Sax Mallard (Altsax) spielt für Nat Jones und Jimmy Hamilton spielt überhaupt nicht mit, ebenso wenig wie Chauncy Haughton (Klarinette, Alt&Tenorsax). Warum Otto Hardwicke (Altsax) nicht dabei sein soll, ist ebenso unklar. Alle sind aber auch nicht solistisch zu hören, so dass man hier auch keine Antwort bekommt.

      Das Buch "Jazz Records 1942-1980, Vol. 6 , Duke Ellington" von Ole J.Nielsen gibt auch nur unzureichend Klarheit. So spielten am 30.05.1943 Rex Stewart, Lawrence Brown, Otto Hardwicke und Sax Mallard mit, die anderen erwähnten Musiker nicht.

      für den 06.Juni 1943, also das hier entscheidende Date wird nur als Änderung Sandy Williams (Posaune) für Lawrence Brown aufgelistet. Und am 17.Juni 1943 spielt Taft Jordan (Tp) für Stewart (Kornett), Sandy Williams (Tb) für Brown, Jimmy Hamilton (Kl, Ts) und Nat Jones (Kl, As) für Sax Mallard und Hardwicke.

      Fakt ist, dass 1943 in dieser Zeitspanne Lawrence Brown runde drei Wochen Urlaub machte und durch Sandy Williams vertreten worden ist. Ebenfalls einige Zeit abwesend war Rex Stewart gewesen. Für ihn kam Taft Jordan (1915-1981) in die Band, der auch bis Mitte 1947 blieb. Er hatte einen Stil zwischen Roy Eldridge und Rex Stewart und wurde recht oft solistisch eingesetzt, weil er recht feurig spielen konnte. Er sielte zuvor viele Jahre in der Band von Chick Webb, die dann nach dessen Tod von Ella Fitzgerald bis 1942 und mit Teddy McRae als Music Director weitergeführt wurde. 1958 sollte er mit Benny Goodmans Bigband auf der Weltausstellung in Brüssel spielen. Sonst blieb er in seiner relativ kurzen Zeit mit dem Duke eher blass. Seine vermutlich wichtigste Aufnahme-Session machte er bei der Einspielung von "Sketches of Spain" mit Miles Davis und dem Gil Evans Orchestra 1959.

      Otto Hardwicke könnte gesundheitlich gefehlt haben, und einer der weiter gelisteten Saxophonisten wird einen der freien Tenor-Plätze belegt haben, bevor dann Jimmy Jamilton Mitte Juni dann fest in die Band kam. Nat Jones (Altsax, Klarinette) war bis mindestens 27.09.1943 in der Ellington-Band geblieben. Lawrence Brown kam am 27.Juni 1943 wieder zurück. Rex Stewart wird wieder am 08.11.1943 in der Band gelistet. Da mit Dizzy Gillespie, Taft Jordan und Wallace Jones zusammen im Satz. Ray Nance fehlte zu dieser Zeit. Dies lässt auch das Verbleiben von Taft Jordan erklären, der auch teilweise die Soli auf "Take the A-Train" und "Perdido" spielte.

      Ben Webster verließ Ende Juli 1943 die Band. Für ihn man zuerst Elmer "Skippy" Williams in die Band, bevor Mitte Mai 1944 Al Sears bis 1949 übernahm, aber Webster nie ersetzen konnte. Dieser kam 1948 wieder zurück in die Band für einige Zeit.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Gestern Abend grub ich mal wieder folgendes Album aus, das ich schon vor Jahrzehnten auf LP besaß - ewig nicht gehört und kein bißchen gealtert:


      Albert Mangelsdorff Quartett live in Tokyo 1971.

      Mangelsdorff tb, Heinz Sauer ts, Günter Lenz b, Ralf Hübner dr.

      Find ich auch heute noch großartig.


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)


    • Ruby Braff : Salute to Bunny AD: 26.03., 03.04. & 12.04.1957, New York

      Ruby Braff (Kornett) - Benny Morton (Posaune) - Pee Wee Russell (Klarinette) - Dick Hafer (Tenorsax) - Nat Pierce (Klavier) - Steve Jordan (Gitarre) - Walter Page (Bass) - Buzzy Drootin (Drums)

      Der großartige Kornettist Ruby Braff (1927-2003( gehört, wie auch Marty Grosz, zu einer Generation von Musikern, die sich dem mehr traditionellen Jazz verschrieben haben, der bei Braff vom Dixieland bis zum Swing geht. Hier spielt er eine Hommage an den Trompeter Bunny Berigan, der bereits sehr früh (1943) an seiner Alkoholsucht und deren Folgen verstarb.

      Ich selbst habe das Einzelalbum, aber das ging mal wieder nicht einzustellen. Egal, diese Doppel-CD kann man ebenso empfehlen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Muggsy Spanier : CD-Nr.2 : Pee Wee Speaks AD: 17.10.1944 - 09.09.1946 - rechts die Ausführung ist noch sehr günstig zu bekommen

      Muggsy Spanier (Kornett) ist immer mit dabei. Auf 20 Titeln spielt Lou McGarity Posaune, sonst Vernon Brown, beide Ex-Benny Goodman-Musiker. Tenorsax spielen Bud Freeman auf 5 Titeln, Boomie Richman auf 9 Titeln, Nick Caiazza auf 3 Titeln (bei denen auch Vernon Brown mitspielt). Pee Wee Russell spielt auf 18 Titeln die Klarinette, Peanuts Hucko auf 5, Baritonsax spielt Ernie Caceres auf 4 Stücken mit.

      Am Klavier kann man Jess Stacy (9 Titel), Gene Schroeder (9 Titel) und Dave Bowman (5 Stücke) hören. Gitarre spielen Hy White (10 Stücke), Eddie Condon (4 Titel), Carl Kress (6 Stücke). Bass sielen Bob Haggart (16 Titel), Bob Casey (2 Stücke) und Herman "Trigger" Alpert (4 Titel). An den Drums sitzen George Wettling (13 Stücke), Joe Grauso (6 Titel) und Charlie Carroll (4 Stücke).
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Neu

      Je häufiger ich sie höre desto toller find ich sie...



      Paul Motian Trio, "Dance" :
      Motian dr, Charles Brackeen ts, ss, David Izenzon b.

      Wobei mir Brackeen bis dato nur undeutlich dem Namen nach und Izanzon überhaupt gar nicht bekannt war - schwere Bildungslücke...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Neu

      garcia schrieb:

      Wobei mir Brackeen bis dato nur undeutlich dem Namen nach und Izanzon überhaupt gar nicht bekannt war - schwere Bildungslücke...
      Nein, nicht unbedingt. Bei David Izenson, so sein offizieller Name, dürfte es auch daran liegen, dass er bereits 1979 verstorben ist, also sehr früh. Etwa ähnlich Jaco Pastorius, der aber über 20 Jahre später geboren wurde, und dadurch auch heute noch in der Szene geläufig ist.

      Charles Brackeen, Jahrgang 1940, ist auch im größeren Rahmen irgendwie nie so bekannt geworden. Jahrgang 1940 passt er genau in die Zeit des Free Jazz hinein, doch ist er dort auch irgendwie "hängen" geblieben, und nicht, wie andere Musiker, doch zumindest zeitweise im um 1975/80 wieder aufkommenden Modern Jazz mit Bezug auf Rhythmus und Tonalität (wenn auch sehr geweitet teilweise) gewechselt. Auch im Bereich des Jazz-Rock hat er sich nie versucht.

      Er war dann mehrere Jahre völlig weg vom Bildschirm, und das zu einer Zeit, als Kollegen von ihn, etwa James Carter (der noch älter als er war) oder Don Byron auf der Szene waren. Man denke an den Film "Kansas City", der mit Carter, Byron, Geri Allen, Ou Dara, James Zollar und Joshua Redman mit erstaunlich modernen Musikern eine trotzdem recht authentische Umsetzung der Musik der 1930-er Jahre schaffen konnten.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)