Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • music lover schrieb:

      In der 16 CD-Box "Art Pepper - The Complete Galaxy Recordings" (Amazon-ASIN B000025VBA; Cover lässt sich nicht verlinken) findet sich auf den CDs 11 bis 14 ein Komplettmitschnitt der drei Konzerte von Art Pepper im "Maiden Voyage" (Los Angeles) vom 13., 14. und 15. August 1981, der nirgends sonst veröffentlicht ist. Während ich meine Artischocke koche und den Dip dazu zubereite, erfreue ich mich am Spiel dieses Altsaxofon-Meisters an jenen drei Abenden.

      Art Pepper - as, cl
      George Cables - p
      David Williams - b
      Carl Burnett - dr

      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Ich habe damit gerechnet, dass Du wieder einhilfst, lieber Lionel. Mir ist schleierhaft, wie Du das immer schaffst, aber Du schaffst es (im Gegensatz zu mir). Respekt :cincinbier:
      Wenn ein Komponist nicht von sich sagen kann, etwas getan zu haben, was vor ihm noch niemand getan hat, kann er nicht behaupten, überhaupt etwas getan zu haben.
      (Paavo Heininen)
    • Hab in den letzten 14 Tagen einiges an für mich neuem Zeugs gehört, von dem ich hier kurz berichten möchte. Darunter zum Beispiel diese (Besetzungen und sowas spare ich mir grade mal - hab einfach keine Lust das abzupinnen) :



      Maria Faust: Machina (2018)

      Ist das Jazz? Keine Ahnung. In meinen Ohren ist das ziemlich moderne, ziemlich experimentelle und ziemlich tolle Kammermusik. Maria Faust bläst ein sehr geiles Saxophon. Das ganze ist streckenweise ganz schön kakophon, aber immer berührend. Großartige Platte!

      Auf diese:



      Alexandra Grimal: Owls Talk (2009)

      hatte ich mich sehr gefreut. Und war dann einigermaßen enttäuscht. Alexandra Grimal ist eine der interessantesten Sax-Stimmen, die ich in letzter Zeit (von anderen Alben) so kennen gelernt habe - ist ein so zerbrechlicher und zugleich impulsiver Ton auf dem Sax eigentlich möglich? Ja, Frau Grimal beweist das! Aber diese Platte mit drei großen alten Herren des freien Jazz funktioniert in meinen Ohren nicht, irgendwas geht da nicht recht zusammen. Die Platte bietet 13 oderwasweißichwieviele Jazzminiaturen. Alles i-wie toll gespielt, aber völlig unterkühlt, steril, Kühlschrankathmosphärig. Außerdem mag ich Lee Konitz immer noch nicht. Muss ich sicher nochmal anhören. Dazu habe ich aktuell aber wenig Lust. Höre lieber Grimal ohne Peacock/Konitz/Motian und Peacock/Motian ohne Grimal und/oder Konitz.

      Diese:



      Paul Bley: Live in Haarlem (1966)

      ist sehr anstrengend, haut einen (also mich) aber aus den Socken. Das ist Bley in seiner allerwildesten Phase vom Feinsten! Und hier hört man, was für ein toller Drummer Barry Altschul ist! Also: Anhören!!

      Angekommen ist bei mir auch diese (die ich nach einer Empfehlung von garcia geordert und dann ca. 6 Wochen darauf gewartet habe):



      Dave Holland: Extended Play (2000)

      ... aber so richtig ankommen tut sie bisher nicht bei mir (was an mir liegt). Das alles ist gaaaaaaanz großartig, aber es macht mich sowas von wuschig, dass ich gern jemanden verhauen würde. Bisher habe ich nur die erste CD ertragen und musste dann ca. 2 Stunden mit dem Hund gehen (die arme Marla!), um mich abzureagieren. Mal sehen wie das weitergehen kann ...


      So. dann gab es noch diese:



      Edward Vesala/Sound and Fury: Lumi (1986)

      Na, was soll man dazu sagen? Außer, dass es eine Todsünde ist, dass ich die Platte bisher nicht kannte. Also, das IST. Einfach so. Vielleicht eine der 10 bis 15 Jazzplatten des 20.Jahrhunderts? Ich jedenfalls bin hin und weg.

      Das waren erstmal ein paar Eindrücke zu ein paar Platten. Weiteres folgt.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Aber niemanden verhauen aufgrund meiner Tips! :alter1:
      Was macht dich da so wuschig, du hörst doch sonst wesentlich brachialere Musik?


      Die Maria Faust hab ich mir mal bestellt, da sie gebraucht sehr billig ist und das Ganze sehr interessant klingt. Ich brauch musikalisch mal Neuland. Bin sehr gespannt!


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Aber niemanden verhauen aufgrund meiner Tips! :alter1:

      Neinnein, keine Sorge - ich bin ein ganz friedlicher Mensch! War nur figurativ ...

      garcia schrieb:

      Was macht dich da so wuschig, du hörst doch sonst wesentlich brachialere Musik?

      Brachial ist das auch nicht - aber als ungeheuer nervös hab ich das empfunden, das hat mich ganz kribbelig gemacht. Aber vieleicht war einfach nur ich nervös und hab das auf die Musik projeziert.


      garcia schrieb:

      Die Maria Faust hab ich mir mal bestellt, da sie gebraucht sehr billig ist und das Ganze sehr interessant klingt. Ich brauch musikalisch mal Neuland. Bin sehr gespannt!

      Und ich bin gespannt, wie's Dir gefallen wird!

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:




      Dave Holland: Extended Play (2000)
      ... aber so richtig ankommen tut sie bisher nicht bei mir (was an mir liegt). Das alles ist gaaaaaaanz großartig,

      Find' ich auch! :D Ich hab' das Quintett ja vor Jahren in eben der Besetzung und etwa demselben Repertoire in Vienne live gehört, war eins meiner Highlights!

      Algabal schrieb:



      Edward Vesala/Sound and Fury: Lumi (1986)

      Na, was soll man dazu sagen? Außer, dass es eine Todsünde ist, dass ich die Platte bisher nicht kannte. Also, das IST. Einfach so. Vielleicht eine der 10 bis 15 Jazzplatten des 20.Jahrhunderts? Ich jedenfalls bin hin und weg.
      Hat mir auch sehr sehr gut gefallen! Danke für den Tipp, den Mann kannte ich bisher gar nicht.

      Algabal schrieb:



      Maria Faust: Machina (2018)
      Läuft hier gerade an und gefällt bisher auch sehr gut.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Wo ich doch gerade bei Algabal's Postings bin... Leg ich doch den zweitbesten Tip rein, den ich in diesem Forum je bekommen habe.



      Daraus Paul Motian, "Le Voyage", mit Charles Brackeen am Sopran- und Tenorsax und David Izenzon am Baß und Motian selbst an den Drums. Eine fast schon gespenstisch großartige Platte, die aus ihrer an sich kargen Besetzung unerhörte Facetten rausholt daß es mir kalt den Rücken runterläuft...

      Aber die ganze Box ist einfach wunderbar.


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Gestern habe ich doch schon nochmal diese gehört:



      Alexandra Grimal, Lee Konitz, Gary Peacock & Paul Motian: Owls Talk (2009)
      Alexandra Grimal (ts, ss), Lee Konitz (as), Gary Peacock (b), Paul Motian (dr)

      Beim zweiten Hören hat sie mir sehr gut gefallen. Es sind tatsächlich ziemlich kleine Miniaturen (es sind 15) freien Zusammenspiels, das längste Stück dauert kaum 5 Minuten, das kürzeste ist wenig länger als 2. Die Musik ist sehr konzentriert ohne irgendwie angespannt zu wirken. Eigentlich wirkt das - trotz aller Konzentriertheit - im Ausdruck sogar recht gelassen. Interessant, wie genau die Musiker (es sind Quartett-Stücke, Duos und Trios) auf einander hören und wie fix sie jeweils die Gedanken eines anderen aufgreifen und transformierend fortspinnen. Das alles passiert halt auf rein zeitlich engstem Raum.
      Das ist eine Platte, die einen vielleicht nicht wirklich „mitreißt“, dafür ist die Musik viel zu zurückgenommen und vielleicht auch zu intellektuell. Aber eine Platte die sehr anregend und einladend zum konzentrierten Zuhören ist. Dann ist da sehr viel auf engstem Raume zu entdecken. So nebenbei sollte man das Album jedenfalls nicht laufen lassen – dann wirkt das vielleicht eher uninteressant bis störend. Werde ich in nächster Zeit ganz sicher öfters hören, wenn mein Kopf dafür klar ist.

      So und jetzt wieder ein paar Eindrücke aus den letzten Wochen:



      Céline Bonacina Trio: Open Heart (2012)

      Wie schon die andere Bonancina-Platte, die ich zuvor gehört hatte: Wirklich gute Musik, die grooved und kickt und rockt und in den Bauch geht. Frau Bonancina bläst ein wirklich tolles, wildes Bariton-Sax und ihre Rhythmusgruppe ist ein richtig treibender Haufen. Die Vocals finde ich allerdings einigermaßen nervig – die hätte es auch gar nicht gebraucht. Also: Das ist schön und gut und macht auch Spaß. Ich glaube aber, dass ich mehr als zwei Bonancina-Alben nicht brauchen werde…

      Dann habe ich diese kennen gelernt:

      Bild geht nicht.

      John Surman Quartet: Stranger than Fiction (1994)

      Ach, ich liebe John Surmans Ton und seine Art zu improvisieren sehr! Das ist sehr cool und sehr warm zugleich, anrührend und dabei irgendwie distanziert, verkopft und mit gehörigen Menge Herzblutstropfen. Charakter der Platte: verhangen und strange.
      Sowas ist wohl schlicht mein jazzmusikalisches Zuhause – wie auch das hier:



      Charlie Haden with Paul Bley and Paul Motian: The Montreal Tapes (07.07.1989)

      Mitschnitt eines Konzert aus einer Reihe sechs Konzerten, in denen Haden zwischen dem 30.06. und 08.07.1989 mit Weggefährten aufgetreten ist. Was Haden/Bley/Motian hier am 07.07.1989 auf die Bühne gebracht haben, ist einfach phänomenal! Da kann und muss man eigentlich nix mehr zu sagen. Hört und staunt!

      So und dann hab ich noch das hier gehört:



      Steve Kuhn: Trance (1975)

      Ziemlich tolle Besetzung (Steve Swallow, Jack DeJohnette, Sue Evans), aber die Musik ist erstmal weit, weit, weit an mir vorbei gegangen. Kennt jemand die und möchte mir empfehlen, das ganz schnell nochmal zu hören? Oder kann die erstmal auf unbestimmte Zeit in den Wiedervorlageordner?

      Das war noch nicht alles, was zuletzt gehört ward, aber für den Moment höre ich mal auf zu erzählen. Bis auf weiteres …

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Das war dieses:



      Ein großartiger Roman, hoch interessant gerade auch für Schostakowitschfans, das ganze Elend des 20.Jahrhunderts aus deutscher wie sowjetischer Sicht auf 1000 staunenswerten Seiten. Ich verdanke diesen Hinweis Doc Stänker und habs bereits zwei Mal gelesen. Schwere Kost, aber ein immenser Genuß.

      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Oh, danke! Werde ich mir dann auch mal zulegen und naklar auch lesen.

      Hier läuft jetzt erstmals diese:



      Miroslav Vitous: Journey’s End (1982)
      Miroslav Vitous (b), John Surman (ss, bars, bcl), John Taylor (p), Jon Chistensen (dr)

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Die Vitous-CD ist nett - nicht mehr und nicht weniger. Jetzt zum Tagesschluss was altes bekanntes von/mit/wegen/aus John Surman:



      Morning Glory (1973)
      John Surman, John Marshall, Terje Rypdal, Chris Laurence, John Taylor, Malcolm Griffiths

      Definitiv NICHT zeitlos, sondern sowas von frühe 1970er. Aber ach, es ist doch was irgendwie Zeitloses an der Platte: Terje Rypdals abgerocktes Gitarrengefrickel mit blödem Stratocastersound hat damals schon genauso genervt wie noch heute. Mir ist das eigentlich viel zu viel Fusion, aber das Saxophonspiel von Surman ist hier einfach richtig geil!

      Alle Jahre gibt es dann mal einen Tag, an dem ich das gut und gerne hören kann. So heute. Und wie gesagt: Das Saxophonspiel von John Surman .... :ohnmacht1:

      Adieu
      Algabal

      p.s. (23:39 Uhr): wenn man sich wieder was eingehört hat, ist das doch ziemlich gut. Also jedenfalls besser als “Bitches Brew”. :P “Norwegian Steel - For us all” bietet betörend organisierten Lärm, der einen fast seelig macht. Und das finale “Hinc Illae Lacrimae” ist richtig, richtig gute Musik! Man muss halt durchhalten (und Herrn Rypdal zu ertragen in der Lage sein).
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Jazzhören ist eine einsame Angelegenheit. ;) Ich suche mir also mal Gesellschaft mit nem Neuzugang:

      Das Bildchen geht wieder nicht. Blöd.

      Alexandra Grimal: Shape (Live at the Sunset, 30. Juni 2008)
      Alexandra Grimal (ts, ss), Antonin Rayon (org, clavinet), Emmanuel Scarpa (dr, perc)

      Wow! - das ist tatsächlich richtig krasser Stoff.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Hier wieder Klaviertrio.

      Jacky Terrasson Trio: Alive

      Jacky Terrassson, piano
      Ugonna Okegwo, bass
      Leon Parker, drums



      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Hier wieder Klaviertrio.
      "So auch hier." Und zwar zwei mit demselben Bassmann und Schlagzeuger in Folge:



      Charlie Haden: The Montreal Tapes, 1. Juli 1989 mit Geri Allen und Paul Motian
      Geri Allen (p), Charlie Haden (b), Paul Motian (dr)



      Charlie Haden: The Montreal Tapes, 3. Juli 1989 mit Gonzalo Rubalcaba und Paul Motian
      Gonzalo Rubalcaba (p), Charlie Haden (b), Paul Motian (dr)

      Zeitlich liegen dazwischen nur 48 Stunden, stilistisch Welten. Das Trio mit Allen (was für eine explosive Phantasie und Kreativität steckte in dieser Frau!) ist eher abstrakt, sehr viel Avantgarde, Kopf und ins experiementelle gewendeter, ja, "Neobebop" - so mein Empfinden. Das Trio mit dem exzellenten und vor Spiellaune strotzenden Gonzalo Rubalcaba ist viel klassischerer Jazz, da ist Swing, viel Drive und viel Freude an der Musik drin, hier Spielen die Jungs richtig "klassische" Soli und Motian zeigt, dass er metrisch spielen und swingen kann - und wie! Das ist klug und modern und richtig gut anhörbar (meine Frau ist mal nicht raus gegangen, wenn ich Musik höre). Wenn man Allen und Rubalcaba nacheinander hört, wähnt man sich in zwei Galaxien: Auf der einen Seite die (de)konstruktivistische Materialzerlegung (Allen), auf der andern Seite süffige Romantik (Rubalcaba). Beides toll!

      Wie ist denn das Jacky Terrassson Trio? Hab nie und nix davon gehört.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Zeitlich liegen dazwischen nur 48 Stunden, stilistisch Welten. Das Trio mit Allen (was für eine explosive Phantasie und Kreativität steckte in dieser Frau!) ist eher abstrakt, sehr viel Avantgarde, Kopf und ins experiementelle gewendeter, ja, "Neobebop" - so mein Empfinden.
      Wobei Geri Allen auch wunderbar swingen, sogar stilistisch Swing spielen kann. Ursprümglich kommt sie aber wohl von der Monk-Ecke her, daher auch das mehr Abstrakte i ihrem Spiel. Sie muss also schon "anders" spielen als viele ihrer Kollegen.


      Algabal schrieb:

      Das Trio mit dem exzellenten und vor Spiellaune strotzenden Gonzalo Rubalcaba ist viel klassischerer Jazz, da ist Swing, viel Drive und viel Freude an der Musik drin, hier Spielen die Jungs richtig "klassische" Soli und Motian zeigt, dass er metrisch spielen und swingen kann - und wie! Das ist klug und modern und richtig gut anhörbar
      Rubalcaba hat als Kubaner ein ganz anderes Verhältnis zum Swing überhaupt. Er war von Hause aus Drummer, daher spielt er auch weitaus percussiver als viele seiner amerikanischen Kollegen. Er durfte übrigens erst mit Wynton Marsalis in den USA auftreten, als die Witwe Dizzy Gillespies interveniert hat. Das ist nun aber auch schon eine Weile her (1993).
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • @Maurice

      Danke für die spannenden Infos! :)

      Gestern Abend hab ich diese hier gehört:



      John Coltrane: My Favorite Things at Newport (1963/1965)

      Die CD enthält zwei Konzerte des John Coltrane Quartetts aus den Jahren 1963 und 1965 mit McCoy Tyner (p), Jimmy Garrison (b) und am Schlagzeug Roy Haynes (1963) bzw. Elvin Jones (1965). Bei beiden Gelegenheiten hat das Quartett eben u.a. "My Favorite Things" gespielt - ansonsten standen andere Stücke auf dem Programm. Ich habe gestern Abend nur das 1963er Konzert angehört, es aber nur bis zur Mitte von MFT geschafft, weil Coltrane mir echt auf die Nerven gegangen ist mit seinen flirrenden Skalenkaskaden auf dem SopranSax. War vielleicht zu spät und ich zu wenig konzentriert...

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Davon:



      Paul Bley: Solemn Meditation (1957)
      Paul Bley (p), Dave Pike (vib), Charlie Haden (b), Lennie McBrowne (dr)

      Die mag ich sehr gern. Bley selbst hat sie ziemlich gehasst (so sagte er mal). Aber was soll’s? Die Musik ist gut und irgendwie relaxed. Feiner Soundtrack für einen Sonntagabend im Spätsommer...

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Und, wie ist es mit Maria Faust so weitergegangen?
      In der einen Hinsicht bleibt es mir etwas zu sehr so einer gewissen "nordischen" Düsternis oder wenigstens melancholischen Stimmung verhaftet, es fehlen Kontrapunkte. Die kommen andererseits gewissermaßen innerhalb der und durch die Soli zustande, vor allem der Bandleaderin, die in der Tat großartig spielt. Aber ich würde mir in der Gesamtanlage mehr Kontraste wünschen.

      Merke mir die Dame aber!
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur