Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Habe jetzt die letzten Lücken in meinen Beständen der Paul Motian-Discographie geschlossen und gestern diese beide Platten erhalten und gehört:



      Paul Motian and the EBBB: Reincarnation of a Love Bird (1994)
      Paul Motian - drums
      Chris Potter - alto saxophone (left channel)
      Chris Cheek - tenor saxophone (right channel)
      Wolfgang Muthspiel - electric guitar (right channel)
      Kurt Rosenwinkel - electric guitar (left channel)
      Steve Swallow - electric bass
      Don Alias - percussion


      Paul Motian and the EBBB: Play Monk and Powell (1998)
      Paul Motian - drums
      Chris Potter - alto saxophone
      Chris Cheek - tenor saxophone
      Steve Cardenas - electric guitar
      Kurt Rosenwinkel - electric guitar
      Steve Swallow - electric bass

      Die EBBB ist ja nicht gerade mein Favorit unter Motians Projekten - und das bestätigt sich auch hier. Klar Musik und Musiker auf höchstem Niveau, viel Spielfreude und Improvisationswitz. Ist mir aber zu viel Bebop-Gefrickel. Am besten sind die Jungs dort, wo sie Eigenkompositionen spielen und eine sehr eigene Atmosphäre jenseits des schwitzigen geboppes kreieren.

      Gute Scheiben aber nicht so recht my cup of tea.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • b-major schrieb:

      Zu Jutta Hipp befragt , erklärte ich in einem anderen Zusammenhang , daß ihr Album mit Zoot Sims mir nie gefiel , was auch an Sims liegt . Und was die Trio-Aufnahmen aus dem Hickory House angeht : irgendwann habe ich festgestellt, daß mir andere Trios viel besser gefallen . Und genau dieser Eindruck stellte sich eben beim Wiederhören erneut ein . Jutta Hipp ist für mich nicht Kult , sondern eine interessante Fußnote . Aber mehr auch nicht .
      Jetzt muss ich aber mal massiv einschreiten. Sorry, aber das kann man SO nicht stehen lassen.

      Jutta Hipp war die erste deutsche und zweite europäische Künstlerin, die in den USA einen Vertrag mit der legendären Plattenfirma "Blue Note" bekam. Den hat man ihr 1956 nicht für Nothing bekommen. Bereits 1953 wurde bereits in den Staaten ihr Album "NewFaces-Nee Sounds from Germany" verkauft, und ab 1956 ebenfalls von Blue Note vertrieben.

      Hipp, Jahrgang 1925, begann zunächst noch im Stil der großen Swing-Pianisten Teddy Wilson, Fats Waller und Art Tatums, doch mit dem Cool Jazz ging sie in diese Ecke rein. Wer nach dem Kriege mit Hans Kollers Band Dizzy Gillespie begleiten durfte, konnte keine Pappnase sein. Ihr eigenes Quintett hatte Emil Mangelsdorff und Joki Freund mit dabei, damals zwei Asse in Deutschland. Die hätten bestimmt nicht mit ihr gespielt, wenn sie trostloses Mittelmaß gewesen wäre.

      Entscheidend war für sie, dass ihr großer Förderer in den Staaten, Leonard Feather, sich von ihr abgewendet hatte, nachdem sie seine Avancen offenbar abgelehnt hatte. Auch weigerte sie sich, seine Stücke zu spielen. Auch machte sie erneut einen stilistischen Schritt, als sie den Stil Horace Silvers mit in ihr Spiel aufgenommen hat. Das hat sich offenbar nicht positiv auf sie ausgewirkt.

      Als dann auch die wirtschaftliche Situation für Jazzmusiker Ende der 1950-er Jahre sich verschlechtert hatte, tat sie etwas, was viele ihrer Kollegen auch tun mussten, nämlich einen Job außerhalb der Szene anzunehmen.

      Wenn Dir ihr Album mit Zoot Sims nicht gefallen hat, ist das sicher in Ordnung, es WEGEN Zoot Sims nicht gut zu finden lasse ich mal so stehen. Für mich war Zoot Sims damals einer der besten weißen Tenoristen, sogar swingender (falls man sowas messen kann und sollte) als etwa Stan Getz, den ich trotzdem sehr schätze.

      Ich gebe Dir trotzdem recht, dass man über Jutta Hipps Stil streiten kann. Gefallen ist eine Sache, doch deshalb von etwa "Mittelmäßigkeit" zu sprechen (was Du nicht wörtlich getan hast, man es aber Deinem Schreiben nach so deuten dürfte), finde ich nicht zutreffend.

      Es gibt übrigens einen amerikanischen Musiker, der ihr stilistisch nahe gestanden hat - Ronnie Ball - auch er ist weit unterschätzt worden und hat sich Anfang der 1960-er Jahre komplett aus der Szene verabschiedet. Auch seine Karriere hatte im Umfeld des Cool Jazz begonnen, etwa mit Lennie Tristano, Warne Marsh und Lee Konitz gleich mit allen drei Musikern gespielt, die damals diese Welle mit auslösten, doch dann spielte er auch mit Buddy Rich und ab 1959 sogar mit Gene Krupa, der alles andere als ein Cool Jazz-Musiker war.

      Du siehst, man findet durchaus Vergleiche, wenn man sich auch ein wenig auskennt. Das soll keine Kritik an Dir sein, sondern aufzeigen, dass es Musiker gab, die vielleicht einige Zeit wirklich klasse waren, aber dann im Nirwana endeten. Jutta Hipp ist leider auch so ein Fall, Musiker wie Ronnie Ball, der Trompeter Leo Smith (auch ER war bei Blue Note unter Vertrag) und auch etwa Dick Twarzick (ein heute völlig vergessener Pianist), der aber 1955 schon verstorben ist.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Jetzt muss ich aber mal massiv einschreiten. Sorry, aber das kann man SO nicht stehen lassen.
      Lieber Maurice , ob du nun massiv oder wie auch immer einschreitest , es bleibt so stehen .Ich meine genau das , was ich schrieb . Und wenn du da etwas herausliest oder unterstellst , was ich nicht geschrieben oder gemeint habe , so liegt das an deinem Empfinden ( bei anderen hätte ich von ihrer schmutzigen Fantasie geschrieben) . Ich habe schlicht und , wie ich finde , verständlich ausgedrückt , daß ich andere Trios lieber höre . Und ? Ich habe an kein Denkmal gepinkelt . Also lass die Kirche mal schön im Dorf und sorg' für passenden Blumenschmuck , denn morgen ist der Sonntag Exaudi . :)
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • b-major schrieb:

      Ich habe an kein Denkmal gepinkelt
      Ich habe auch keines gebaut.


      b-major schrieb:

      Lieber Maurice , ob du nun massiv oder wie auch immer einschreitest , es bleibt so stehen .Ich meine genau das , was ich schrieb . Und wenn du da etwas herausliest oder unterstellst , was ich nicht geschrieben oder gemeint habe , so liegt das an deinem Empfinden
      Und ich habe dagegen eben auch was geschrieben. Unterstellt habe ich nichts, das habe ich auch geschrieben. Doch positiv gewertet hast Du das Ganze nicht. Und WAS Dir letztendlich nicht gefallen hat, da kam halt auch nichts. Vielleicht wäre es dann verständlicher gewesen?


      b-major schrieb:

      Also lass die Kirche mal schön im Dorf und sorg' für passenden Blimenschmuck
      Das kostet eigentlich 3 Euro ins Phrasenschwein :D Ach, ich sorge für was ich für richtig halte. Und eben für den Einspruch bei Jutta Hipp. Auch ich habe das begründet.


      b-major schrieb:

      Ich habe schlicht und , wie ich finde , verständlich ausgedrückt , daß ich andere Trios lieber höre . Und ?
      Nix und. Dagegen sagt auch niemand was. Doch die Art, wie Du letztendlich das Ganze doch eher abwertend geschrieben hast, fand ich eben nicht so recht angebracht. Auch ich finde andere Trios für MICH persönlich anregender, dagegen kam von meiner Seite auch nichts.

      Ach, ob Sonntag oder nicht, das macht die Jutta weder lebendig, noch würde Dir morgen deren Trio besser gefallen. ;)

      Also, dann zumindest auf das restliche Wochenende:

      :cincinbier:
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Duke Ellington : Hot Summer Dance AD: 22.07.1960

      Am 24.05.1974 ist der große Duke Ellington gestorben. Zu diesem Anlass als Erinnerung an ihn diese CD.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Nochmal Paul Motian and the Electric Bebop Band. Jetzt die hier (die ich von dieser Formation am liebsten mag):



      Holiday for Strings (2002)
      Paul Motian - drums
      Pietro Tonolo - alto saxophone
      Chris Cheek - tenor saxophone
      Steve Cardenas - electric guitar
      Ben Monder - electric guitar
      Anders Christensen - electric bass

      Übliche Besetzung (2 x sax, 2 x g, el-b, dr) aber ein (abgesehen von Motian selbst) völlig verändertes Personal. Und das ist sehr gut so! Kein nervöses Gefrickel mehr, dafür sehr coole, freie aber nicht gekünstelt abstrakte Improvisationen. Großartiges Zusammenspiel der sechs Leutchen. Tolle Scheibe!

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Newbie69 schrieb:

      Happy Birthday, lieber Michael Wollny!!!
      Des einen Freud, des anderen Leid - Happy Birthday, Michael Wollny , aber auch ein trauriger Tag für die Fans von Wardell Gray, dem großartigen Tenorsaxophonisten von ca. 1945-1955.Heute hat er nämlich seinen Todestag.

      youtube.com/watch?v=zuO5aJ_3A9E

      Hier in einer der legendären "Just Jazz-Konzerte" von Gene Norman, der das Gegenstück von JATP = Jazz at the Philharmonic von Norman Granz betrieb. Wobei bei Gene Norman das Ganze weitaus weniger ausartete als bei Granz' Sessions. Hier jene legendäre Aufnahme von "Just you,just Me" mit u.a. Howard McGhee (Trompete), Vic Dickenson (Posaune), Vido Musso (Tenorsax), Arnold Ross (Klavier, er kam aus der Band von Harry James), Harry Babasin (Bass), Barney Kessel (Gitarre), Don Lamond (Drums, Woody Hermans Drummer der First and Second Herd).

      youtube.com/watch?v=u2uMjh2dOSI

      Hier "Little Pony" mit der Count Basie-Bigband con 1951

      youtube.com/watch?v=3oT3vtJD8_M

      "Blue Lou" mit Benny Goodmans Bop-Septett (Doug Mettome (Tp) - Benny Goodman (Cl) - Wardell Gray (Ts) - Buddy Greco (Klavier) - Clyde Lombardi (Bass) - Sonny I(n)goe (Drums)

      youtube.com/watch?v=3IqmBF-o1s4

      Und eine Rarität, nämlich Wardell Gray in der Bigband von 1946 von Earl Hines.

      youtube.com/watch?v=XwyiwgQhBV0

      youtube.com/watch?v=BsTfHhdF0t0

      Und hier zwei legendäre Stücke, die er mit Sexter Gordon zusammen machte. Gray liebte "Tenor-Battles" mit Kollegen, etwa Sonny Stitt oder auch Gene Ammons.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Na , bei Wardell Gray sind wir uns mal wieder einig . Du hättest vielleicht noch ein Beispiel aus seiner letzten Session für das Debut von Frank Morgan (mit u.a. Carl Perkins am Klavier) bringen können , und einer Besetzung , von deren Drogenkonsum die Enkel ihrer Dealer noch heute zehren :

      youtube.com/watch?v=9tJ7T4dptRg
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • b-major schrieb:

      Na , bei Wardell Gray sind wir uns mal wieder einig . Du hättest vielleicht noch ein Beispiel aus seiner letzten Session für das Debut von Frank Morgan (mit u.a. Carl Perkins am Klavier) bringen können , und einer Besetzung , von deren Drogenkonsum die Enkel ihrer Dealer noch heute zehren :
      :megalol:

      Nee, ich musste zum Essen gehen, daher habe ich auf einige Einspielungen verzichtet. :D
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • b-major schrieb:

      irgendwann habe ich festgestellt, daß mir andere Trios viel besser gefallen .
      Höre gerade auch mal wieder die Jutta Hipp-Trio-Aufnahmen aus dem Hickory House aus 1956 und finde die eigentlich sehr, sehr gut. Welche anderen Trios AUS DER ZEIT (also Mittfünfziger) gefallen dir denn "viel besser", werter major? Das würde mich aufrichtig interessieren. Mir fallen da gar nicht so viele gute (und kaum "bessere") ein. Aber ich kenne mich da in diesem Genre ja auch gar nicht gut aus.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Trios AUS DER ZEIT
      Deinem Wunsch komme ich gern nach . Also Bill Evans 'New Jazz Conceptions' ist aus 57. 'Introducing the Elmo Hope Trio' war eine 10" aus 53 , mit Percy Heath und Philly Joe Jones ( später mit den Quintett-Aufnahmen auf einer Blue Note CD ). 1955 & 56 erschienen die 3 Hampton Hawes Trio - Alben ( die dritte ist etwas schwächer ) .Bud Powell hat sehr viel gemacht und galt als Vaterfigur des Trio-Genres .- The Amazing kam- glaube ich- um 55 auf Blue Note raus ..Ebenfalls 55 das Herbie Nichols Trio , die Complete Studio Masters füllen eine Doppel-CD . 1957 erschienen die ersten beiden Mose Allison Alben , nur 2 Tracks mit Gesang .1958 dann die wunderbaren 3 Sounds . Aber mein Favorit zum Schluß : 1955 aufgenommen , aber erst ein Jahr später erschienen : Introducing Carl Perkins mit Leroy Vinegar und Lawrence Marable .- Kann gut sein , daß ich jemanden übersehen habe , aber das sind so meine Trios . Die höre ich immer noch gern , während Jutta Hipp ein wenig ausserhalb meines Geschacks gelangt ist . Ich habe ihre Qualität nie bestritten ,aber mein Geschmack hat sich wohl verändert . Kann auch wieder anders kommen ! Vielleicht gefällt dir ja was von der Auswahl -


      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • Hier wieder Ruhigeres.

      Tord Gustavsen Ensemble: Restored, Returned

      Kristin Asbjörnsen, vocals
      Tord Gustavsen, piano
      Tore Brunborg, sax
      Mats Eilertsen, bass
      Jarle Vespestad, drums



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Algabal schrieb:

      Welche anderen Trios AUS DER ZEIT (also Mittfünfziger) gefallen dir denn "viel besser", werter major? Das würde mich aufrichtig interessieren. Mir fallen da gar nicht so viele gute (und kaum "bessere") ein. Aber ich kenne mich da in diesem Genre ja auch gar nicht gut aus.
      Das damals vermutlich wirklich "beste" Trio dürfte das Oscar Peterson-Trio gewesen sein. Also Oscar Peterson (Klavier) - Ray Brown (Bass) und Herb Ellis (Gitarre). Davon gibt es aus dieser Zeit mehrere Live-Mitschnitte, die wirklich unglaublich gut gewesen sein.

      Man sollte sich aber auch mal mit dem Red Norvo-Trio beschäftigen, was aber mit Red Norvo (Vibes) - Tal Farlow (Gitarre) oder Jimmy Raney (Gitarre) und etwa Red Mitchell (Bass) kammermusikalischen Jazz seit 1950 angeboten hat, der zum Besten gehörte, was man damals hören konnte. 1950 waren es noch Tal Farlow und der Bassist Charles Mingus gewesen. Die Besetzung wechselte immer mal wieder.

      Der Pianist Joe Albany, den die Wenigsten vermutlich kennen, hatte ebenfalls mit Art Davis am Bass und Roy Haynes am Schlagzeug, ein sehr gutes Trio, später mit Warne Marsh (Tenorsax) und Bob Whitlock am Bass.

      Auch Thelonious Monk hatte z.B. bei "Monk plays Duke" ein exzellentes Trio zur Hand.

      Es kommt halt darauf an, ob man sich hier auf die Besetzung Klavier - Bass - Drums festlegen will oder nicht. Ich würde es flexibel sehen, denn eine Trio-Besetzung hat immer ihren Reiz, weil sich hier niemand verstecken kann. Ich spiele selbst gerne im Trio, man muss selbst dabei hellwach sein und bleiben. Es ist wirklich eine sehr große Herausforderung für die Musiker.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Lieber Maurice , da hast du meine Antwort auf Albagals Nachfrage sehr schön erweitert . Wie du bemerkt hast , habe ich mich auf - vergleichbare - Piano/Bass/Drums Trios beschränkt , und den vom Fragesteller vorgegebenen Zeitraum - Mittfünfziger - habe ich "großzügig" mit 1953-1958 bemessen . Und aus diesem Zeitraum steht bei mir nichts anderes ( abgesehen von den Sachen , die ich übersehen habe und die mich irgendwann vielleicht überraschen ) . Das Oscar Peterson Trio in der von mir zugrunde gelegten Besetzung ist ab 1959 dokumentiert . Aber vielleicht fallen dir ja noch einige in diesen Rahmen passende Trios ein - ich habe mich auf mir gefallende = bei mir vorhandene beschränkt .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • Gerade die alte LP gehört - und jetzt würde ich 'Piano Interpretations' als Bud Powell Trio Aufnahme (56) nominieren . ( Gibt sowieso wohl mehrere alben , die Amazing B.P. heißen .)

      Die LP gibt kein Bild her .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
      My mask is my master - K. Ayers (It begins with a blessing but it ends with a curse)
    • b-major schrieb:

      Lieber Maurice , da hast du meine Antwort auf Albagals Nachfrage sehr schön erweitert . Wie du bemerkt hast , habe ich mich auf - vergleichbare - Piano/Bass/Drums Trios beschränkt , und den vom Fragesteller vorgegebenen Zeitraum - Mittfünfziger - habe ich "großzügig" mit 1953-1958 bemessen .
      Klar habe ich das registriert. Es gäbe auch noch Freddie Redd, etwa mit Al McKibbon am Bass und Billy Higgins am Schlagzeug - und als Gegenstück zu den allen hier genannten Trios - das Teddy Wilson Trio mit etwa Milt Hinton oder Al Lucas am Bass und Jo Jones oder Bart Dahlander am Schlagzeug.

      Ebenfalls klasse ist das Trio das Organisten Jimmy Smith mit Thornell Schwarz (Gitarre) und Drummer Dave Bailey. Das war um 1956/57 herum der absolute Hammer, etwa mit der Nummer "The Champ" aus der Bigband von Dizzy Gillespie. Ab 1957 kam dann Kenny Burrell in die Band. Art Blakey, Don Bailey und Philly Joe Jones waren dann die Drummer.


      b-major schrieb:

      Das Oscar Peterson Trio in der von mir zugrunde gelegten Besetzung ist ab 1959 dokumentiert
      Oh, das solltest Du aber mal irgendwann ergänzen. Etwa mit "Live at Zardis" .
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)