Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • Algabal schrieb:

      Achach, ich habe gestern über den Tag auch ein paar Davis-Platten von vor 1965 angehört (u.a. "Miles Ahead", " Milestone", "At Carnegie Hall"). Achach, was soll ich dazu nur sagen? Am besten nix
      Das ist halt viel Melodie und kein Chaos dabei, daher nicht Deine Welt.


      Algabal schrieb:

      Stattdessen höre ich Musik:
      Dann hättest Du bei Miles bleiben sollen, oder Kenny, Freddie oder Lee oder Dizzy oder , oder , oder ....... :D :humor1:
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Zum Tagesschluss diese::



      Pharoah Sanders: Black Unity (1971)
      Pharoah Sanders – Soprano Sax, Tenor Sax, Balafon
      Joe Bonner – Piano
      Stanley Clarke – Bass
      Norman Connors – Drums
      Marvin "Hannibal" Peterson – Trumpet
      Carlos Garnett – Flute, Tenor Sax
      Billy Hart – Drums
      Lawrence Killian – Percussion, Conga, Balafon, Talking Drum
      Cecil McBee – Bass

      Yeah!

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu



      Art Blakey : Soul Finger AD: 12.-13.05.1965 , New York

      Lee Morgan, Freddie Hubbard (Trompeten) - Lucky Thompson (Tenor/Sopransax) - John Hicks (Klavier) - Victor Sproles (Bass) - Art Blakey (Drums)

      Irgend wie ist das ein Album, was sich mir nicht so recht erschließen mag. Art Blakey ist alles , nur kein Soul - oder Bossa-Drummer. Dafür haut er viel zu sehr auf sein Schlagzeug ein. Das mag im Hard Bop gut rüber kommen, aber hier würde ich doch klar einen Drummer bevorzugen, der auch wirklich solche Stücke zu begleiten versteht. Dazu eine auch etwas unausgereifte Rhythmusgruppe, denn weder John Hicks, noch Victor Sproles sind hier "zuhause". Lucky Thompson ist sicher ein mehr aus dem Bop gekommener Mainstream-Swinger, als ein Bossa-Spieler. Das klingt doch sehr steif phasenweise.

      Auch das damals sicher interessanteste Trompeten-Duo Morgan/Hubbard reißen nicht wirklich was hier heraus. Das beste Stück ist auch das ruhigste auf der CD: A Quiet Thing . Hier muss Blakey mal leise begleiten.....Das Stück ist das mit Abstand gelungenste der CD.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Heute im Postkarten gefunden:



      Miles Davis Quintet: In Tokyo (14.07.1964)
      MD (tp), Sam Rivers (ts), Herbie Hancock (p), Ron Carter (b), Tony Williams (dr)

      Das gefällt mir auf Anhieb sehr gut! Mich wundert aber gar nicht, dass Davis sich bald wieder von Sam Rivers getrennt hat - der Mann hatte offenbar zuviel eigenen Kopf, war wahrscheinlich schlicht zu creativ. Vermutlich hat MD auf der Bühne gestanden und nicht kapiert, was für einen genialen Sideman er da hat... Mit Rivers wäre das 2. MDQ aber sicher auch niemals so erfolgreich geworden. Zuviel "Kunst" kommt aus da Rivers Tröte, als dass es breitenwirksam anschlussfähig gewesen wäre. Und für Rivers war es auch gut, dass er nicht bei Davis geblieben ist. So konnten beiden dann eben das machen, was sie tatsächlich konnten. Ohne sich dabei im Wege zu stehen.

      Eine gute Rivers-Platte ist das. Und eine hervorragende Davis-Platte.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Danach diese:



      Sam Rivers: Dimensions und Extensions (1967)
      Sam Rivers (ts, ss, fl), James Spaulding (as, fl), Donald Byrd (tp), Julian Priester (tb), Cecil McBee (b), Steve Ellington (dr)

      :) Das ist eine hervorragende Rivers-Platte, die mit MD wohl nicht möglich gewesen wäre.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Algabal schrieb:

      Eine gute Rivers-Platte ist das. Und eine hervorragende Davis-Platte.
      Es ist vor allem auch eine frühe Rivers-Platte.


      Algabal schrieb:

      Das gefällt mir auf Anhieb sehr gut! Mich wundert aber gar nicht, dass Davis sich bald wieder von Sam Rivers getrennt hat - der Mann hatte offenbar zuviel eigenen Kopf, war wahrscheinlich schlicht zu creativ. Vermutlich hat MD auf der Bühne gestanden und nicht kapiert, was für einen genialen Sideman er da hat...
      Das ist Deine Variation. Ich denke mal Davis wusste sehr wohl, was er sich da in die Band geholt hatte. Rivers bekam auch relativ wenig solistischen Freiraum von Davis. Meine Meinung ist genau anders herum: Davis wollte Rivers die Freiheiten nicht noch mehr nehmen und ließ ihn gehen. Man muss dazu sagen, dass Miles Davis Wayne Shorter durch eine Einspielung aus dem Jahre 1963 kannte. Er hatte Shorter ja auch richtig abgeworben von Art Blakey. Davis hatte einfach eine sehr genaue Vorstellung davon, was er haben wollte, und auch WEN er haben wollte.

      Es sind gerade diese ca. 15 Monate vor der Zeit mit Wayne Shorter, die zunächst mit George Coleman, dann Sam Rivers eine neue Epoche des Davis-Quintetts anbahnten. So hatte die Rhythmusgruppe Zeit zum Einspielen, um dann bei Shorters Einstieg sofort "da" zu sein.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Miles Davis: Workin' with the MD Quintett AD: 11.05.1956 & 26.10.1956

      Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Red Garland (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)

      Wie toll die Box von Newbie1969 sein wird, kann man an dieser CD hören. Das mag nicht jedem gefallen, ist aber ganz hervorragende Musik, gespielt von Musikern, die Jazz-Geschichte geschrieben haben. Und vor allem konnte man DA John Coltrane noch zuhören, ohne gleich verschreckt zu werden. Ja, da war er noch eher konservativ ausgerichtet. Doch er war auch schon 7-8 Jahre in diversen Bands unterwegs gewesen: in Jimmy Johnsons und Dizzy Gillespies Bigband, bei Earl Bostic und Johnny Hodges etwa.

      Auch hier kann der Bassist Paul Chambers (1935-1969) mit einem langen Solo auf dem gestrichenen Bass glänzen. Mit John Coltrane und Paul Chambers sind zwei Musiker viel zu früh gestorben. Auch er war, wie Coltrane, heroinabhängig. Chambers verstarb an Tuberkulose, die eben von seiner Drogensucht her kam.

      Die Titel "Four" und "Half Nelson" sollten einige Jahre im Repertoire von diversen Davis-Bands bleiben.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Clark Terry : CT and his Orchestra featuring Paul Gonsalves AD: Oct.1959 , Paris

      Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Paul Gonsalves (Tenorsax) - Raymond Fol (Klavier) - Jimmy Woode (Bass) - Sam Woodyard (Drums)

      Das genaue Enstehen dieser CD lässt sich ein wenig eingrenzen. Sie wurde offenbar unmittelbar nach der Europa-Tournee der Ellington-Band gemacht. Am 11.Oktober spielte die Band noch ein Konzert in München, dann gibt es erst wieder im Dezember Aufzeichnungen über ein Konzert, bzw. eine Aufnahme mit der Band. Vermutlich gab der Duke der Band erst einmal Urlaub, so dass die Musiker sich erholen konnten.

      Clark Terry verließ die Band direkt nach der Tournee, um sich der neu gegründeten Bigband von Quincy Jones anzuschließen. Mit ihm ging auch Quentin Jackson, der sich ebenfalls Quincy Jones anschloss. Sam Woodyard war von Juli bis Dezember 1959 kein Mitglied der Ellington-Band. Ihn ersetzte der unbekannte Jimmy Johnson in dieser Zeit. Es gibt sogar Konzerte, bei denen beide Schlagzeug spielten. Es stellt sich daher die Frage, ob hier tatsächlich Woodyard mitwirkte. Johnson ist es mit Sicherheit nicht, da er zu den eher harten und weniger einfühlsam spielenden Drummer war. Hier sitzt aber ein recht subtil wirkender Drummer mit - was wiederum für Sam Woodyard sprechen würde.

      Raymond Fol ist ein ausgezeichneter Pianist, der immer wieder von den Ellington-Musikern herangezogen wurde, wenn sie in Frankreich Aufnahmen machten. Paul Gonsalves und Jimmy Woode gehörten der Ellington-Band auch nach der Tournee weiterhin an. Woode verieß erst ein Jahr später die Band mit dem Ziel Europa.

      Es ist eine grundsolide CD, mit überwiegend neuen Stücken, die Terry oder Fol vermutlich kurz vor der Aufnahme schnell niedergeschrieben haben. Ausnahmen waren Terrys "Serenade to a Bus Seat", Thelonious Monks "Pannonica", Ellingtons "Satin' Doll", "Lonely One" von Babs Gonzales und "Mean to Me". Damit also kein sonst so typisches Ellington-Programm ohne den Duke.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Miles Davis : Quintet/Sextet mit Milt Jackson AD: 05.08.1955

      Miles Davis (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Milt Jackson (Vibes) - Ray Bryant (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Art Taylor (Drums)

      Das Original-Album kam auf Debut Records heraus und hieß "Blue Moods". Es wurde später von Prestige übernommen. Leider wurde das Aufnahmedatum bei Prestige nicht erwähnt , daher musste ich auch nachschauen, damit man es zuordnen kann.

      Es war eine weitaus besser gelungene Session als ca. vier Wochen früher jene mit dem Bassisten Charles Mingus. Besonders Jacky McLean und Milt Jackson waren für Davis offenbar eine größere Inspiration als Posaunist Britt Woodman und Drummer Elvin Jones. Es sollte auch die letzte Einspielung mit Davis' sonst so gerne herangezogenen Bassisten Percy Heath. Im November ging er dann schon mit seinem neuen Quintett ins Studio, und da war Paul Chambers eben dabei.

      Ein insgesamt sehr schönes Album, was auch schon klar in die Hard Bop-Ecke zielte, die Davis kurze Zeit später die kommenden Jahre beglücken sollte.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Algabal schrieb:

      Ich denke das tatsächlich auch. Meine "Version" war wieder nur Polemik.
      Ich kann mal ein wenig aus Peter Wießmüllers Buch "Miles Davis - Sein Leben, Seine Musik Seine Schallplatten" zitieren:

      Es geht dabei um die Aufnahme aus Tokio :

      "Miles hatte zur Auflage gemacht, dass sie nur auf dem japanischen Markt erscheinen darf. Vom musikalischen Standpunkt aus gesehen mag Miles nicht Unrecht gehabt haben, denn die Balance der Gruppe, und nicht zuletzt der Rhythmusgruppe, ist nicht immer ausgeglichen".

      "My Funny Valentine" mit von Davis in der ihm eigenen traumwandlerischen Sicherheit vorgetragen. Von Sam Rivers gibt es sehr schöne Soli in diesem Stück...."

      "In "So What" stimmt dann dafür aber auch alles, die Rhythmusgruppe swing enorm, und Sam Rivers hat sehr viele freie Teile in sein Solo eingeflochten. Leider wird ihm in fast allen Stücken nicht sehr viel Raum gegeben."

      "Walkin'" ....Sam Rivers wirkt neben Miles sehr kontrastreich, aber auch etwas extravagant. Stilistisch passten sie nicht unbedingt zusammen, was vielleicht auch der Grund sein mag, dass sie sich rasch wieder trennten"

      Damit kannst Du durchaus näher liegen an dem was Du geschrieben hast als ich.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Sonny Clark : Leapin' and Lopin' AD: 11.11.1963 , New Jersey

      Tommy Turrentine (Trompete) - Ike Quebec (Tenorsax, 2) - Charles Rouse (Tenorsax) - Sonny Clark (Klavier) - Butch Warren (Bass) - Billy Higgins (Drums)

      Ein sehr schönes Album, vor allem mal mit anderen Musikern, die man sonst nicht ganz so oft hört im Blue Note-Umfeld. Dazu kommen zwei Bonus-Stücke, die nicht auf der Original-LP waren.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Freddie Redd : Six Classic Albums

      Heute CD-Nr.3 :

      "All Star Sessions" - ist eigentlich ein Gene Ammons-Album AD:

      Titel 01 : Striggin' the Jug AD: 28.10.1950

      Genen Ammons (Tenorsax) - Sonny Sitt (Tenorsax) - Junior Mance (Klavier) - Gene Wright (Bass) - Wesley Landers (Drums)

      Titel 02: New Blues Up and Down AD: 13.01.1951

      Cal Massey (Trompete) - Chippie Outcalt (Posaune) - Gene Ammons (Tenorsax) - Sonny Stitt (Tenorsax) - Charles Bateman (Klavier) - Gene Wright (Bass) - Teddy Stewart (Drums)

      Titel 03 : A Lover is Blue AD: 28.10.1950

      Gene Ammons (Tenorsax) - Junior Mance (Klavier) - Gene Wright (Bass) - Wesley Landers (Drums)

      Howard McGhee/Freddie Redd : The Music from the Connection AD: 1960 oder 1961

      Howard McGhee (Trompete) - Tina Brooks (Tenorsax) - Freddie Redd (Klavier) - Milt Hinton (Bass) - Osie Johnson (drums)

      Art Farmer : When Farmer met Gryce AD: 26.05.1955

      Art Farmer (Trompete) - Gigi Gryce (Altsax) - Freddie Redd (Klavier) - Addison Farmer (Bass) - Art Taylor (Drums)

      Viel Schreiberei, aber leider ist das Ganze ziemlich chaotisch aufgezogen worden. Doch der Preis und die Musik entschädigen das locker. Eigentlich hatte ich noch das Original-Cover der Farmer/Gryce-CD eingestellt, aber das mag mal wieder nicht.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      @Maurice:
      Danke für den Vorgeschmack auf meine Box, die morgen eintreffen dürfte. :)

      Ach, übrigens: du bist schuld an meiner "Miles"-Mania. :D Wenn du damals nicht dieses großartige Album gepostet hättest ...



      Haut mich heute noch um ... und höre ich nun auch mal wieder. 8)
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
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      Algabal schrieb:

      Heute im Postkasten gefunden:



      Miles Davis Quintet: In Tokyo (14.07.1964)
      MD (tp), Sam Rivers (ts), Herbie Hancock (p), Ron Carter (b), Tony Williams (dr)

      Das gefällt mir auf Anhieb sehr gut! Mich wundert aber gar nicht, dass Davis sich bald wieder von Sam Rivers getrennt hat - der Mann hatte offenbar zuviel eigenen Kopf, war wahrscheinlich schlicht zu creativ. Vermutlich hat MD auf der Bühne gestanden und nicht kapiert, was für einen genialen Sideman er da hat... Mit Rivers wäre das 2. MDQ aber sicher auch niemals so erfolgreich geworden. Zuviel "Kunst" kommt aus da Rivers Tröte, als dass es breitenwirksam anschlussfähig gewesen wäre. Und für Rivers war es auch gut, dass er nicht bei Davis geblieben ist. So konnten beiden dann eben das machen, was sie tatsächlich konnten. Ohne sich dabei im Wege zu stehen.

      Eine gute Rivers-Platte ist das. Und eine hervorragende Davis-Platte.

      Adieu
      Algabal
      Die höre ich grad nochmals. Ist schon sehr geil und für MD-Verhältnisse ist das tatsächlich beinahe Free Jazz. Man höre nur mal die hier performten ( :D ) Version von "Walkin'" (Track 5), bei der Davis daselbst beinahe frei zu improvisieren scheint, oder die richtig bizarre Interpretation von "All of you" , in der Rivers (der hier mal viel Raum hat) das Cool-Jazz-Gedudel seiner Kollegen zunächst aufnimmt, um es dann in einem unglaublichen Solo zu zerlegen und in Grund und Boden zu dekonstruieren, bevor er sich dann daselbst nach kurzem Zwischenspiel der Rhythmusgruppe wieder herunterkühlt. Vielleicht die beste Davis-CD ever (in my ears)? "So what" ist übrigens auch drauf.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Die hab' ich heute auch gehört, mit tw. ähnlichen Erfahrungen. Das fängt schon mit Rivers' Solo im Opener (If I were a Bell) an, wo er sich keinen Deut um die Hardbop-Traditionen schert, dann vor allem Williams (aber auch Hancock) immer mehr auf seine skurrilen (skurril insofern als Erwartungen enttäuschend) Einfälle eingeht und das Stück fast umzukippen droht. Das passiert dann tatsächlich bei Walkin', wo Hancocks Piano nach Rivers' Solo völlig aus den Fugen gerät und zunächst Williams und endlich auch Carter darauf einsteigen und eine völlig veränderte Musik entsteht - das ist wirklich großartig. Rivers' Solo bei All of You ist auch toll. Und Hancock gefällt mir so gut wie kaum jemals!

      Nur der Trompeter ist irgendwie ein Fremkörper in dieser Band ;) . Im Ernst - er schafft es nicht, auf die musikalischen Einfälle der anderen einzugehen, und er spielt selbst nicht so, dass er die anderen zu Einfällen inspiriert, im Gegenteil, er will immer mit Gewalt auf sein Hardbop-Ding zurück. Außerdem spielt er einfach ziemlich schlecht.

      Eine hochinteressante Platte. Die beste Miles-Davis-Platte aber mit Sicherheit nicht.

      ***

      Außerdem habe ich gerade eben auch diese beiden (nach)gehört:



      Zwei ganz phantastische Alben!

      Und jetzt probier ich diese mal:

      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Neu

      Quasimodo schrieb:

      Und Hancock gefällt mir so gut wie kaum jemals!
      Das finde ich auch! Seine Beiträge zu "Walkin'" und "All of you" sind unglaublich, hm, innovativ! Für mich eines der besten Alben, an denen Davis beteiligt war, wenn auch vielleicht kein "typisches" Davis-Album...

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Quasimodo schrieb:

      Nur der Trompeter ist irgendwie ein Fremkörper in dieser Band . Im Ernst - er schafft es nicht, auf die musikalischen Einfälle der anderen einzugehen, und er spielt selbst nicht so, dass er die anderen zu Einfällen inspiriert, im Gegenteil, er will immer mit Gewalt auf sein Hardbop-Ding zurück. Außerdem spielt er einfach ziemlich schlecht.
      Das ist wirklich nicht richtig !! Davis spielt teilweise hervorragend, aber wirklich nicht "ziemlich schlecht". Sei mir bitte nicht böse, aber das kann ich SO nicht unkommentiert stehen lassen. Er ist auch nicht der Fremdkörper in der Band, denn es ist immer noch SEINE Band. Allerdings ist es richtig, dass er, gemessen an Rivers, natürlich weitaus "traditioneller" als jener spielt.

      Es ist sicher richtig, dass die die Generation Hancock/Williams Rivers einfacher folgen kann, das liegt in der Natur der Sache. Ron Carter ist hier der "Anchor Man", der die Band mit seinem Bass überhaupt noch zusammenhält. Doch Davis spielt gerade in "Walkin'" ein famoses Solo. Das ist wirklich klasse, Auch wie er hier "My Funny Valentine" interpretiert ist hervorragend.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Aber es ist schon richtig, dass er (Davis) in dem Set ziemlich verloren und konservativ dasteht und auf die Vorlagen seiner Mitstreiter fast nie eine passende Antwort findet (Ausnahme: sein Intro-Solo in "Walkin'" ). Ich finde Quasimodo hat das sehr treffend formuliert. Davis verharrt, verklebt, erstarrt hier in einer anderen Welt als seine Band, die streckenweise gemeinschaftlich schon in ganz anderen Sphären spielt als ihr Chef. Abgehängt.

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Neu

      Maurice schrieb:

      Davis spielt teilweise hervorragend, aber wirklich nicht "ziemlich schlecht".
      Tja, ich höre eine Unmenge an verrutschten Tönen, miserable Intonation und uninspiriertes Spiel, er geht nicht auf die Band ein und die nicht auf ihn. Bei den Spitzentönen klingt es oft, als probiere er gerade mal aus, was er denn gerade im Moment so hinkriegt. Auf die spielerischen Probleme, die er zu der Zeit hatte, bist Du doch schon mehrfach eingegangen.

      Wie anders spielt er aber z. B. ein dreiviertel Jahr zuvor auf dem oben schon mal erwähnten Album "Miles Davis in Europe" vom Jazzfestival in Antibes; und da meine ich nicht nur sein eigenes Spiel, sondern das Zusammenspiel mit der Band.

      Maurice schrieb:

      Auch wie er hier "My Funny Valentine" interpretiert ist hervorragend.
      Je nun, jeder hört anders. Ich bin froh, dass ich die Platte bei diesem Stück nicht ausgemacht habe, aber da war ich nahe dran!
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur