Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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      Rosamunde schrieb:

      ist das hier richtig?
      Aber absolut richtig. Und es ist auch ein tolles Album. Ella in ihren besten Zeiten.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Algabal schrieb:

      Die ist doch überhaupt erst kürzlich auf den Markt gekommen ...
      So ist es. Doch trotzdem ist das Album nicht so "neu" wie man einem das glaubhaft machen lässt. Nein, falsch geschrieben. Es gibt aus dieser Zeit natürlich weitere Live-Alben in der gleichen Besetzung, nämlich mit Paul Smith am Klavier, den vielleicht nicht viele User hier kennen, aber er gehörte damals (und noch weitere Jahrzehnte lang) zu den besten Studio-Pianisten im Jazzbereich, war insgesamt drei Mal Begleiter für Ella gewesen, so auch 1960 auf der Europa-Tournee.

      Bassist Wilfred Middlebrooks kennt im Grunde auch keine Socke, doch er spielte bereits 1955 mit dem damals noch unbekannten Eric Dolphy. Von 1958 bis zum Ende der Tournee 1962 war er bei Ella gewesen. Drummer Stan Levey vereint mehrere ungewöhnliche Eigenschaften in sich: Er war der erste weiße Bop-Drummer gewesen, noch dazu einer der allerersten Bop-Drummer überhaupt, die mit Dizzy und Charlie Parker spielten (bereits 1944), er war Linkshänder und er war auch ein technisch unglaublich versierter Drummer (gut zu hören etwa auf Dizzys Scheibe "For Musicians Only" 1956). Er löste damals Gus Johnson ab für einige Zeit in Ellas Begleitband.

      Und noch eine Überraschung kann ich einbringen: Es fehlt der vierte Mann in Ellas Begleitband: Jim Hall. Er ging nicht mehr mit auf die Tournee, dafür kam anschließend dann Herb Ellis in die Band. Später war dann Joe Pass mit Ella unterwegs zeitweise.

      Damit waren alle Eigenschaften gegeben, um den passenden Background für Ella zu haben.

      Warum das Album damals NICHT veröffentlicht wurde, kann man vielleicht damit erklären, dass 1962 Ellas Album "Mack the Knife-Ella in Berlin" aus dem Jahre 1960 einen weiteren "Grammy" erhielt. Es wäre also strategisch dumm gewesen, nun ein weiteres Album in fast gleicher Besetzung , wiederum aus Berlin, zu veröffentlichen. Und dann blieb es eben in den Archiven liegen. Norman Granz dürfte noch jede Mengen Material für weitere Alben seiner ganzen Künstler haben, bzw. seine Erben.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Maurice schrieb:

      Warum das Album damals NICHT veröffentlicht wurde, kann man vielleicht damit erklären, dass 1962 Ellas Album "Mack the Knife-Ella in Berlin" aus dem Jahre 1960 einen weiteren "Grammy" erhielt. Es wäre also strategisch dumm gewesen, nun ein weiteres Album in fast gleicher Besetzung , wiederum aus Berlin, zu veröffentlichen.
      interessant - danke, Maurice

      Wo hat denn the Gig stattgefunden, auf der the lost Berlin tapes aufgenommen wurden? Weisst Du das? Das ist sowas, wo ich wirklich gerne dabeigewesen wäre...obwohl ich da nicht mehr als a twinkle in my father's eye gewesen bin.

      Ist wirklich super - ich habe es eben wieder an.
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      Rosamunde schrieb:

      Wo hat denn the Gig stattgefunden, auf der the lost Berlin tapes aufgenommen wurden? Weisst Du das?
      In Berlin, im Sportpalast. 25.03.1962
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      DUke Ellington : And his Mother called him Bill AD: 1967

      Heute hat/hätte der großartige Komponist, Arrangeur und Pianist Billy Strayhorn (29.11.1915 - 31.05.1967) Geburtstag. Diese Platte wurde damals zu Ehren von ihm eingespielt. Er war kurze Zeit vorher verstorben an Krebs. Es ist vielleicht Ellingtons bestes Album der letzten Jahre überhaupt. Mir persönlich gefallen zumindest die späteren Alben oftmals nicht mehr so gut als Ganzes. Daran schuld dürfte auch die nun öfter wechselnde Besetzung, aber auch die Disziplinlosigkeit der Band gewesen sein. Vor allem waren die Bassisten nicht mehr so wirklich im Ellington-Flair, bzw. technisch toll, aber keine echten "Bandplayer" mehr gewesen. Auch Drummer Rufus Jones, der sich zuvor einen sehr guten Ruf in den Bands von Maynard Ferguson, Lionel Hampton, Woody Herman und Count Basie erarbeitet hatte, konnte niemals an die subtile Spielweise von Sam Woodyard heranreichen.

      Hier auf der Platte spielt mit Steve Little ein Drummer, der nur kurz bei Ellington war. Little spielt beute noch, ich habe zufällig die Tage ein Video mit ihm gesehen. Die meisten Stücke werden zum Glück noch von Sam Woodyard begleitet. Er verabschiedete sich dann leider von der Band. Jones saß dann bis 1973 am Schlagzeug, dann kam Quentin White (1952-2008), den kein Mensch mehr kennt heute. Er verstarb 2008 bereits im Alter von 56 Jahren an Krebs. Noch fünf Tage zuvor waren fünf ehemalige Kollegen der Ellington-Band bei ihm zu Gast. White spielte dann weiter im Orchester. Zunächst unter der Leitung von Mercer Ellington, ab 1996 dann von Paul Ellington.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)