Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert

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    • Duke Ellintton : The Duke's D.J. Special AD: 27.03.1959 , NYC.

      Diese CD gab es nur sehr selten hier im Lande als damals als LP zu erwerben. Es war seine bis dahin modernste LP, die der Duke gemacht hatte. Viele Passagen sind recht boppig gehalten, und doch kommen immer wieder die typischen Ellington-Klänge hervor, etwa bei "Frou-Frou", "Moonstone" (Harold Baker) oder "Lullaby for Dreamers" (Johnny Hodges, Britt Woodman).

      Keines der Stücke wurden von ihm zuvor oder anschließend je wieder gespielt, was wirklich sehr bedauerlich war. Seine Band klingt teilweise auch recht hart, was aber eindeutig am Drummer Jimmy Johnson liegt, der 1959 einige Monate Sam Woodyard vertrat, aber auf dem Newport Jazz Festival gemeinsam mit ihm in der Band spielte.

      Seine Solisten bekommen ausreichend Platz, egal ob Clark Terry, Harold Baker, Jimmy Hamilton mal an der Klarinette, aber auch seinem eigenen Stück "Dankworth Castle" am Tenorsax, was er viel rauer und zupackender als die Klarinette spielte.

      Die fetzigen Swing-Stücke hier sind "Fat Mouth", Night Stick" -beide herrlich boppig arrangiert und mit dem brillanten Clark Terry an der Trompete und Paul Gonsalves am Tenorsax, und immer wieder exzellentes Satzspiel von den Trompeten, Posaunen oder Saxophonisten und "Little John's Tune", ebenfalls sehr boppig.

      Wäre jetzt noch Louie Bellson am Schlagzeug gewesen, dürfte das Ergebnis noch eine Spur hochwertiger ausgefallen sein. Johnson spielt mir einfach zu hart auf Dauer. Es ist aber der wirklich einzige Negativpunkt der Prodution. Auch die Spielzeit ist mit rund 30 Minuten recht knapp gehalten.

      Die Arrangements stammen von Jimmy Hamilton (4 Stücke) aus der Band heraus, vom Trompeter Dick Vance (3 Stücke), der 1950/51 schon einmal kurz mit der Band arbeitete, und der viele Jahre für Chick Webb und dann Ella Fitzgerald spielte, Richard Maltby (1 Stück) und drei weiteren Komponisten, deren Namen mir nichts sagen durch den nicht ausgeschriebenen Vornamen. "Frou-Frou" ist nicht von Lester Young (im Booklet steht nur L.Young), das als Info.

      Wer also den Duke mit einer seiner besten Bands mal völlig anders erleben möchte, aber doch puren Ellington zu hören bekommen möchte, sollte hier zugreifen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Senri Kawaguchi Trio live at the 16th Tokyo Jazz Festival (2017)

      Neu

      Senri Kawaguchi - dr :verbeugung1:
      Philippe Saisse - p, keyb
      Armand Sabal-Lecco - b

      Jedesmal, wenn ich Senri Kawaguchi höre, frage ich mich, wo das noch enden soll. Bei diesem Festivalauftritt im September 2017 war sie 20 Jahre alt...

      youtube.com/watch?v=MvEBp2qGHYU
      Kultur ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Wir haben mehr Umsatz als die Lufthansa, auch wenn man gerade das Gefühl hat, Kunst rangiert so zwischen Spaßbad und Puffbesuch.
      (Jan Josef Liefers in der "Berliner Zeitung")
    • Neu

      b-major schrieb:

      Permanentes Mitglied der Sunday Night Band '88/89 - Stichwort Night Music . Ich wiederhol' mich gern : welch eine Band .
      Ja, den Night Music-Links von Dir muss ich unbedingt noch folgen. Allein schon Miles gemeinsam mit David Sanborn!
      Kultur ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Wir haben mehr Umsatz als die Lufthansa, auch wenn man gerade das Gefühl hat, Kunst rangiert so zwischen Spaßbad und Puffbesuch.
      (Jan Josef Liefers in der "Berliner Zeitung")
    • Senri Kawaguchi: Cider - Hard & Sweet (2016)

      Neu

      Passend zu dem Live-Auftritt des Senri Kawaguchi Trios 2017 läuft bei mir nun das in gleicher Besetzung 2016 aufgenommene Studioalbum:



      Senri Kawaguchi - dr
      Philippe Saisse - p, keyb
      Armand Sabal-Lecco - b
      with
      Gumbi Ortiz - perc on 2 tracks
      Kultur ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Wir haben mehr Umsatz als die Lufthansa, auch wenn man gerade das Gefühl hat, Kunst rangiert so zwischen Spaßbad und Puffbesuch.
      (Jan Josef Liefers in der "Berliner Zeitung")
    • Neu

      Gestern noch:



      Masabumi Kikuchi:
      Black Orpheus

      Persönlicher Höreindruck:

      Der aus Tokyo stammende Pianist Masabumi Kikuchi (1939-2015) spielte unter anderem mit Lionel Hampton, Charlie Mariano, Sonny Rollins, Gary Peacock, Miles Davis, Gil Evans und Paul Motian. Der Solokonzert- Livemitschnitt aus der Bunka Kaikan Recital Hall in Tokyo vom 26.10.2012, veröffentlicht posthum im April 2016 von ECM (CD 2459), beginnt wie mit Wolken aus dem Nichts. Kein Konstrukt tut sich da mit dem Steinway Flügel auf, sondern ein Sein. Die Seele der Musik ist sofort da. Zeitlose Klaviermusik ganz im Jetzt geschieht. Es sind insgesamt elf Stücke, zwischen vier und achteinhalb Minuten lang. Part I bis IX werden zwischen V und VI unterbrochen durch das Titelstück, den Jazzstandard Black Orpheus (Manhã de Carnaval) von Luiz Bonfá und Antônio Maria, und abgerundet wird das Album mit der Improvisation Little Abi für die Tochter des Pianisten, die beiden einzigen Beiträge mit explizit fassbar Melodischem im vielfach freitonal Schwebenden. Die berühmte Black Orpheus Melodie leuchtet da mittendrin als sanfter Sonnenstrahl auf. Es sind beseelte Träumereien jenseits von Zeit und Raum, die teilweise ganz tief ins Klavieristische tauchen. Dieses Klavierspiel hat etwas abgeklärt Weises, es muss nichts (mehr) beweisen, es kommt, ist als Substanz da und geht dann einfach wieder, aus völliger Ruhe heraus.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Die SZ muss eine Abhöranlage bei mir installiert haben . Gestern berichten sie über die Bach - Aufnahmen von Augustin Hadelich , die bei mir seit einiger Zeit Probegehört werden , und heute nun über eine CD , die ich erst letzte Woche bekam und über die ich auch noch kein Urteil abgeben werde . Das diese Platte überhaupt noch erschien , ist ein kleines Wunder . Mir war nur bekannt , daß es Sessions gegeben haben soll , deren Tapes dann aber verschwanden . Es geht um den Pianisten Hasaan Ibn Ali , für den ich seit Jahrzehnten die Werbetrommel rühre , mit beschämend wenig Erfolg . ( Zur Klarstellung : ich muss mich nicht schämen) . Seine bislang einzige LP - unter dem Namen von Max Roach veröffentlicht , weil den kannte man ja - ist seit ihrem Erscheinen eine meiner wichtigsten Jazzplatten geblieben . Und jetzt ist ein Band der Acetat-Kopien seiner verloren geglaubten Session mit eigenem Quartett aufgetaucht . Das ich das noch erlebe ! Nun höre ich fleißig , denn ich möchte nicht ein Urteil aus reiner Euphorie abgeben . und überdies ist das schon schweres Zeugs . Eben Hasaan Ibn Ali . Mehr darüber in der heutigen SZ . sueddeutsche.de/kultur/jazz-ha…iederentdeckung-1.5282714

      omnivorerecordings.com/shop/metaphysics/ youtube.com/watch?v=v4MgU8xtFHI

      Näheres :youtube.com/watch?v=3hVXh5splN0 youtube.com/watch?v=fKHxhPEM8lc
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • Neu

      lebendekunst2 schrieb:

      Und hier ein kleiner aber feiner Ersatz für einen Bar Besuch in der heutigen Zeit:
      Die Standards gehen immer noch, auch im Jahre 2021.

      Ich würde da lieber zu den beiden Giganten greifen: Lester Young zusammen mit DEM Swing-Pianisten überhaupt, Teddy Wilson. Da geht bei "All of Me" gleich die Post ab. Für die Bar vermutlich zu schnell, aber für den Jazzer ist das einfach hammergeil.

      youtube.com/watch?v=tDesCGeGLL4
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      lebendekunst2 schrieb:

      Auch deinen Vorschlag habe ich mir heute nach der Arbeit angehört und in vollen Zügen genossen!
      Ich auch. Danke. :D
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Neu

      Algabal schrieb:

      Also, bei mir hattest Du Erfolg.
      Oh ja , ich weiß es wohl , und auch noch bei einem anderen Musikliebenden . Das hat mich wirklich sehr gefreut , macht Gutes zu teilen doch am meisten Spaß . Aber in bald 50 Jahren vielleicht nur halb so viele Mitmenschen für diesen außergewöhnlichen Musiker zu interessieren - also als Missionar hätte ich meine Stellung verloren .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • Neu

      youtube.com/watch?v=7Zdjjmb-3Fc

      Hier mal über Youtube. Ich habe keine Lust den Player anzuwerfen.

      Paul Quinichette - "For Basie" AD: 1957

      Shad Collins (Trompete) - Paul Quinichette (Tenorsax) - Nat Pierce (Klavier) - Freddie Green (Gitarre) - Walter Page (Bass) -Jo Jones (Drums)

      Alle Musiker haben mit Basie gespielt. Nat Pierce galt als der "Weiße Count Basie", und das ist sicher absolut zutreffend. Doch er konnte auch anders spielen, etwa in der Woody Herman-Bigband, mit der er viele Jahre eng verbunden war. Doch sein Stil war immer stark basie-like gewesen. Ich hatte das große Vergnügen, ihn noch live in Frankfurt zu erleben (mit den Woody Herman All Stars).

      Paul Quinichette hatte den Spitznamen "Vize-Pres", weil er Lester Young so sehr ähnelte, dass man ihn mit Young verwechselt hat. Lester Young war das natürlich überhaupt nicht recht, aber dagegen tun konnte er nichts. Quinichette spielte vor allem mehr wie Lester Young etwa um 1945 herum spielte. PQ spielte mit Jay McShann und auch Basie (52/53), also auch im Kansas City-Umfeld, später machte er Aufnahmen mit John Cotrane, Frank Wess, Charlie Rouse,u.a. Saxophonisten.

      Walter Page und Jo Jones haben mit Freddie Green viele Jahre DAS Rhythmus-Team der alten Basie-Band gebildet, also mit Lester Young zusammen. Shad Collins spielte mit Teddy Hill (mit dem blutjungen Dizzy Gillespie und Kenny Clarke übrigens zusammen), Count Basie, Cab Calloway u.a. großen Bigbands.



      Das ist das Cover dazu.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)