Strauss: Arabella - Theater Aachen, 22.5. 2011 (Premiere 1.5. 2011)

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    • Strauss: Arabella - Theater Aachen, 22.5. 2011 (Premiere 1.5. 2011)

      Im Hinblick auf Aachen ist die hier schon seit etlichen Jahrzehnten nicht mehr aufgeführte "Arabella" sozusagen die Abschiedsoper für GMD Markus Bosch, der sich (sicherlich verdientermaßen) in der kommenden Saison nach Nürnberg verbessern wird.

      Unerfreulicherweise leidet diese Produktion für meine Begriffe unter einer miserablen, jedwede Sensibilität vermissende Inszenierung (durch Ludger Engels). Für Staubi-Verhältnisse wie die meinigen scheint das, was auf der Bühne geschieht, zunächst einmal gar nicht so inakzeptabel, aber wenn man genauer hinschaut, blickt man auf ein geschmackloses, weitgehend plakatives Konglomerat aus traditionellen und verfremdenden Elementen: Nicht Ihrchen, nicht Ihmchen, kein erkennbarer gedanklich-kritischer Hintergrund, aber auch nix an spezifisch Atmosphärischem, wie es die Musik immer wieder nahelegt. Thema verfehlt!

      Zum Ausgleich dafür konnte man aber gestern erstaunlich gute Sänger(innen) hören. Irina Popova meisterte die Titelrolle, obwohl sie die Arabella rein optisch nicht so sonderlich glaubhaft verkörpern kann, stimmlich auf hohem Niveau, Moritz Gogg überzeugte als besonders warm timbrierter Mandryka, und allen voran zeigte Michaela Maria Mayer in der Partie der Zdenka ihre ungewöhnliche Begabung. Von dieser noch jungen Sängerin, die demnächst Aachen leider zusammen mit Markus Bosch verlässt, wird man mit ziemlicher Sicherheit noch viel hören!

      Auch das Orchester bewältigte seine alles andere als leichte Aufgabe auf einem exzellenten Niveau (trotz minimaler Schwächen im Zusammenspiel nach der zweiten Pause). Dass Markus Bosch seit seinem Amtsantritt hervorragende Arbeit mit einer entsprechend längerfristigen Wirkung geleistet hat, wurde hier wieder einmal besonders deutlich. Nürnberg ist künftig zu beneiden!


      Beste Grüße

      Bernd