Bachs Orgelwerke - Gesamtaufnahmen

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    • Gurnemanz schrieb:

      Zitat von »robert«
      Obige CD Box von M C Alian finde ich traumhaft schön.

      Ich auch - wobei es aus historisch informierter Sicht womöglich kritische Einwände geben könnte - das zu beurteilen, überschreitet allerdings meine Grenzen.
      Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine so berühmte Organistin wie MC Alain, Bach anders sieht, als seine Landsleute, derer ich nur keine finde, außer vielleicht Karl Richter, der eine Art berechtigtes Heiligtum war, denke ich.
      lg robert
    • Gurnemanz schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Matthias Oberg schrieb:

      Wenn du schreibst, sie lege "ihre Registrierungen ganz auf (französische?) Klangsinnlichkeit aus", macht mich das jedoch auch gegenüber der Erato-Aufnahme etwas skeptisch.
      Danke, lieber Matthias, damit kann ich - selber kein Orgelkenner - schon etwas anfangen. Ob M.-C. Alain nun wirklich "französisch" spielt, kann ich selbst auch nicht beurteilen; da wären wohl weitere Vergleiche nötig.
      Französisch sind die vier verwendeten Orgeln jedenfalls nicht, wie ich inzwischen erfahren habe, sondern anscheinend neobarock, so um 1960-80 herum erbaut. Mit französischer Klangsinnlichkeit haben wir es hier also nicht zu tun.

      robert schrieb:

      Obige CD Box von M C Alian finde ich traumhaft schön.
      Ich auch - wobei es aus historisch informierter Sicht womöglich kritische Einwände geben könnte - das zu beurteilen, überschreitet allerdings meine Grenzen.

      :wink:
      Worin nun eigentlich die Wesenszüge einer französischen Orgeltradition bestehen, darüber mag man streiten. Wenn Klangsinnlichkeit im Einklang mit gemessenen Tempi, vielleicht kontrastreicher Spielweise und deutlichen polyphonen Strukturen gesehen wird (so jedenfalls höre ich MC Alains dritte - diesmal digitale - Gesamtaufnahme), mag man hierin ein wichtiges Merkmal französischer Orgeltradition erblicken können, zumal Alain in direkter Schülergenerationenfolge zu CM Widor steht (Widor - Dupré - Alain), einem der wesentlichen Initiatoren einer sog. französischen Orgeltradition.
    • RE: RE: Bachs Orgelwerke - Gesamtaufnahmen

      Parsifal schrieb:



      Den Stockmeier kenne ich auch und bin hochzufrieden.


      Von Stockmeier (gerade für Bach-Einsteiger) würde ich dringend abraten. Tendenziell langweilige Interpretationen (gerade was die "Schlachtrösser" betrifft) auf klanglich langweiligen Orgeln. (Verschiedene Orgeln der Firma Kreienbrink)

      Das ein oder andere Gute ist natürlich dabei, er spielt meist langsam und man könnte das als "analytisch" bezeichnen... Gefällt mir auch bei einigen Choralbearbeitungen.

      Die brilliant-Aufnahme mit Fagius finde ich wegen der abwechslungsreicheren Registrierungen und der virtuoseren Herangehensweise für Einsteiger wesentlich attraktiver. Für die HIP-Fraktion ist Stockmeier sowieso völlig ungenießbar.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Die "HIP-Fraktion" scheint der Gesamteinspielung von Gerhard Weinberger, CPO (s. o.) relativ zugeneigt zu sein. Der hat auch an einem Buch zum Thema mitgewirkt, das Hildebrandt im Prospero-Forum empfohlen hat:



      Ewald Kooiman, Gerhard Weinberger, Hermann J. Busch: Zur Interpretation der Orgelmusik Johann Sebastian Bachs. Merseburger (1996)

      Hab's über Fernleihe bestellt; vielleicht bin ich nach der Lektüre etwas schlauer... 8+)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Hildebrandt schrieb:

      ThomasBernhard schrieb:

      Tendenziell langweilige Interpretationen (gerade was die "Schlachtrösser" betrifft)...


      .....

      Für meinen Geschmack die Einspielung, die Bachscher Orgelmusik am ehesten neue Feinde beschert.



      Ich picke mir mal ein Schlachtross heraus:
      Wachtet auf, ruft uns die Stimme, BWV 645

      Der eine meint Fagius sei hier authentischer und ehrlicher, und hat damit recht.

      Der andere sagt Stockmeier sei - unbelastet der Ruppigkeiten einer historischen Orgel - wenn auch ein wenig langsamer, so doch immerhin flüssig schreitend.
      Ich kann mir vorstellen, dass gerade Neulinge so leichter einen Zugang zu dieser Musik finden.
      Klar wirkt das auf Dauer weichgespült und vielleicht langweilig, aber wer hört schon das Bachsche Orgelwerk am Stück?
    • Diese Aufnahme wurde noch nicht genannt.

      Simon Preston

      Ich bin mit dieser sehr zufrieden.
      Klangtechnisch erste Sahne und die Interpretation klar und deutlich.
      Mir gefällt sie gut.

      Ich hatte auch die Walcha Aufnahme

      Diese habe ich verschenkt nicht weil ich sie schlecht fand
      nein sie spielte nicht auf meinen Denon CD Playern.
      Komischer Weise auf beiden nicht. Als ich sie umtauschen wollte damals
      spielten die Scheiben auf den anderen Playern. Hatte mich so geärgert das ich sie verschenkt
      habe. Jetzt kaufe ich sie mir nicht mehr auch wenn ich jetzt andere Player habe.
      Gruß Andreas
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • An dieser Stelle folgende Frage an die Experten:

      Welche Stücke sind einem Bach-Orgeleinsteiger für den Anfang zu empfehlen? Ich sitze wie der Ochs vor dem Berg der Einspielungen von Fagius und Hänssler (Diverse Organisten) und finde den Anfang nicht. Ich mag nur gelegentlich aufrauschende und triumphale Orgelmusik, intimere und durchhörbare Stücke reizen mich eher.

      Danke

      Andreas
    • Andreas schrieb:

      An dieser Stelle folgende Frage an die Experten:

      Welche Stücke sind einem Bach-Orgeleinsteiger für den Anfang zu empfehlen? Ich sitze wie der Ochs vor dem Berg der Einspielungen von Fagius und Hänssler (Diverse Organisten) und finde den Anfang nicht. Ich mag nur gelegentlich aufrauschende und triumphale Orgelmusik, intimere und durchhörbare Stücke reizen mich eher.

      Danke

      Andreas

      Hallo

      Ich würde sagen die Triosonaten

      Wunderschöne Musik

      LG von Wismar nach Schwerin
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • Andreas schrieb:

      An dieser Stelle folgende Frage an die Experten:

      Welche Stücke sind einem Bach-Orgeleinsteiger für den Anfang zu empfehlen? Ich sitze wie der Ochs vor dem Berg der Einspielungen von Fagius und Hänssler (Diverse Organisten) und finde den Anfang nicht. Ich mag nur gelegentlich aufrauschende und triumphale Orgelmusik, intimere und durchhörbare Stücke reizen mich eher.


      - Die Triosonaten,
      - evtl. auch Choralsätze wie die "Schübler"-Choräle
      - Die Variationen Vom Himmel Hoch
      - Und, obwohl triumphal, auf jeden Fall das vermutlich berühmteste Präludium-Fugen-Paar Es-Dur BWV 552 anhören (gibt es auch von Schönberg in einer etwas angekitschten Orchesterfassung)

      Kater Murr (kein Experte aber hier ähnliche Präferenzen wie von Dir geäußert)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Welche Stücke sind einem Bach-Orgeleinsteiger für den Anfang zu empfehlen? Ich sitze wie der Ochs vor dem Berg der Einspielungen von Fagius und Hänssler (Diverse Organisten) und finde den Anfang nicht. Ich mag nur gelegentlich aufrauschende und triumphale Orgelmusik, intimere und durchhörbare Stücke reizen mich eher.
      bin kein Experte + will auch keiner sein... wenn du aber nur gelegenlich aufrauschende Orgelmusik magst (was sehr gut nachvollziehbar ist), dann würde ich Bachs Orgelwerke in Bearbeitung für Orchester (von Schönberg, Elgar, Leibowitz etc) bzw. für Klavier (Busoni, Liszt etc.) wählen. Hier + Hier ist schon mal was zum Schnuppern.

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • @ Misstöner: jetzt hör doch auf mit dem scheiss, du spinner.

      Andreas hat schon zwei Gesamtaufnahmen der Orgelwerke, er will einen Rat haben, womit er anfängt.
      Ihm Transkriptionen aufzuschwätzen wird ihm keine Hilfe sein. Mach doch einen Bach-Transkriptionen-thread auf.
      Magst Du die Orgel aus rein antiklerikalen Gründen nicht? Oder welcher verbissene andre Grund treibt dich zu deinen anti-Orgel-Eskapaden?
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • wie kommst du bloß son Scheiss, mit antiklerikal und so ? du ausgeblichener Thomas-Jünger, bleib mal besser ganz locker, gelle ? du kannst doch Andreas unbenommen die Orgeln aufschwätzen, wenn dus unbedingt für nötig hälst ...
      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Deine anti-Orgelfeldzüge hier gehen aber jedem auf den keks.
      :troest: :troest: :troest: :troest: :troest: :troest: :troest: :troest:

      du leidest an Verschwörungstheorienbildung, weil ich mal in ein 3 Postings mich über orgeln mokiere, machst du gleich einen Feldzug draus. Lächerlicher gehts wohl nimmer und du bist noch jeder, das ich nicht lache !!... also nochmal: locker bleiben ok ?
      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Hier gehts jedenfalls weder um die Orgel als Instrument, noch um Transkriptionen!

      Und jetzt als User: Wären wir hier in einem allgemeinen Thread über die Orgel, den ich vielleicht mittelfristig eröffne, würde ich allerdings vermuten, dass Amfortas Orgelklang und Orgelmusik zu wenig und nur sehr einseitig kennt, denn sonst könnte er wohl nicht zu solchen Urteilen kommen. Das betrifft nicht das Nichtgefallen (denn das steht jedem frei), aber die Beschreibungen des Klangs als grob und eintönig.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Hier gehts jedenfalls weder um die Orgel als Instrument, noch um Transkriptionen!
      so ist es. Ich hatte bloß so nebenbei eine kleinen Empfehlung gepostet, aber mich überhaupt nicht über die Orgel als Instrument geäußert. ThomasBernard schwadronierte in diesem Thread mit haltlosen Unterstellungen, die außerdem vom Thema vollständig abweichen. Und diese Äußerung gehört thematisch auch nicht in diesem Thread:
      Und jetzt als User: Wären wir hier in einem allgemeinen Thread über die Orgel, den ich vielleicht mittelfristig eröffne, würde ich allerdings vermuten, dass Amfortas Orgelklang und Orgelmusik zu wenig und nur sehr einseitig kennt, denn sonst könnte er wohl nicht zu solchen Urteilen kommen. Das betrifft nicht das Nichtgefallen (denn das steht jedem
      frei), aber die Beschreibungen des Klangs als grob und eintönig.
      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Meine Empfehlungsliste zum Einstieg in das bach-Orgelwerk.

      Die mit * markierten Stücke sind zwar in Teilaspekten "triumphal" aber das bedeutet bei Bach eigentlich fast nie, dass man von unangenehm aufbrausenden Klangmassen vergewaltigt wird. Die Auswahl der *Stücke ist so gewählt, dass es in allen diesen Werken auch intime Passagen gibt.

      BWV 668 - Vor deinen Thron´tret ich / wenn wir in höchsten Nöten sein // rezeptiongeschichtlich etwas rührselig verkitscht als letzter Choral, der auf dem Sterbebett diktiert worden sei. Trotzdem oder auch gerade desshalb ergreifend.

      BWV 641 - Wenn wir in höchsten Nöten sein - gleicher Choral als Grundlage. Wie alle Choralbearbeitungen des "Orgelbüchleins" eher kompakt, ohne Zwischenspiele. Das Orgelbüchlein enthält viele schöne Choralvorspiele, die es zu entdecken lohnt. Mal sehr meditativ, mal fetzig. Für ersteres Kategorie konsultiere auch: "Ich ruf zu dir", "O Mensch, bewein dein Sünde groß" (BWV 662), fetzig: Ach wie nichtig (644), ...

      BWV 564 Toccata, Adagio und Fuge C-Dur

      BWV 582 * Passacaglia - enorm :juhu:

      BWV 577 * Fuge ("Gigue") - da tanzen die Pfeifen!

      BWV 552 * Präludium und Fuge Es-Dur. :juhu: :juhu:

      BWV 542 * Phantasie g-moll. - Kann man natürlich unangenehm erschlagend registrieren. Lohnt aber auf jeden Fall trotzdem zu geniessen. Die Fuge mit dem Thema "das Kaffeewasser kocht" bildet einen freundlichen Abschluss.

      BWV 653 "An Wasserflüssen Babylon" - ein episches Choralvorspiel im norddeutschen Stil.



      ...Fortsetzung folgt. Muss in die Oper.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.