Mendelssohn Bartholdy: Elias

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    • Mendelssohn Bartholdy: Elias

      Habe ganz zufällig vor ein paar Tagen ein Stück aus dem "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy kennengelernt, nämlich

      " Denn er hat seinen Engeln befohlen über Dir / daß sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen " , und finde es ganz wunderschön.


      Infos über den " Elias " bei Wiki: "http://de.wikipedia.org/wiki/Elias_%28Mendelssohn%29"

      Zuerst habe ich eine Fassung des Thomanerchores gehört:

      "http://www.youtube.com/watch?v=XSL7XiQbZjo"


      Dann bin ich bei dieser Fassung "hängengeblieben", die mir persönlich noch besser gefällt:

      "http://www.youtube.com/watch?v=7jJZanSXPWM&feature=related"


      Jetzt habe ich folgendes Problem:


      Würde jetzt gerne die CD kaufen von dieser Elias-Aufnahme, (dann könnte ich mir auch den restlichen "Elias" mal anhören), also:

      Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien / Wiener Symphoniker / Johannes Prinz

      bin aber etwas zu blöd dazu, im Internet diese CD zu finden. Auch auf der Website der Wiener Symphoniker habe ich es nicht geschafft.

      Kann mir jemand von Euch "erfahrenen Hasen" da vielleicht weiterhelfen?

      Im Internet gibt es natürlich viele andere Elias-Einspielungen, auch hochgelobte, aber beim "reinhören" von den "Engeln" gefiel mir jetzt das von Wien einfach viel besser...

      ... und wer kennt den Elias? Welche Stellen darin sind noch sehr hörenswert?

      Vielen Dank!

      Schöne Grüße

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • RE: Der "Elias" von Mendelssohn-Bartholdy

      .

      ... und wer kennt den Elias? Welche Stellen darin sind noch sehr hörenswert?


      amamusica :pfeif:


      Hallo amamusica,

      es gibt in der Tat sehr viele wunderschöne Aufnahmen, welche man für sich wählt, ist immer Geschmacksache. Ich habe zwei Aufnahmen, was mir auf der einen nicht gefällt, höre ich mir auf der anderen an.

      Du solltest Dir den Elias ganz anhören, ohne Störung von außen, es ist so ein schönes Werk. Als ich das erste Mal auf dieses Oratorium stieß, waren für mich zunächst die Soli wichtig. Doch als ich das gesamte Werk hörte, war es um mich geschehen, ich wurde ein richtiger Fan.

      Ich habe die Alt-Partien sehr oft gesungen und die Ensemble und Soli sind aus den Konzerten der Belcanto-Solisten einfach nicht wegzudenken.

      Die von dir gewünschte Aufnahme habe ich auch nicht im Netz gefunden, vielleicht ist es eine private Aufnahme, die man nicht öffentlich kaufen kann.
      :wink:
      viele Grüße von musica
    • Liebe Musica,

      (ist ja nett - da haben wir ja ganz ähnliche Namen!)

      vielen Dank für Deine Antwort!

      musica schrieb:

      "Ich habe zwei Aufnahmen, was mir auf der einen nicht gefällt, höre ich mir auf der anderen an."
      ...Könntest Du mir denn verraten, welche zwei Aufnahmen das sind?

      musica schrieb:

      "Doch als ich das gesamte Werk hörte, war es um mich geschehen, ich wurde ein richtiger Fan."
      Ich bin ja ein totaler Fan der Matthäus-Passion von Bach, hatte bislang ja keinen blassen Schimmer, daß es so etwas wie einen "Elias" überhaupt gibt.
      (Habe von so einigem keinen blassen Schimmer, habe nämlich beruflich so rein gar nix mit Musik zu tun)

      Als ich mich etwas mehr über die M-P informiert habe, habe ich auch erfahren, daß der Felix Mendelssohn-Bartholdy ja maßgeblich an der Wiederentdeckung derselben beteiligt war. Er kannte sie in- und auswendig und hat sie ja zum ersten Mal nach fast 130 Jahren wieder (fast) komplett aufgeführt.
      [ falsch, falsch! Es waren nur 87 Jahre, s. folgendes Posting #5 von Bustopher ]

      Kein Wunder, daß auch bei den "Engeln" hier und da und überhaupt die M-P etwas "durchschimmert". Dann dürfte das bei den restlichen Teilen des "Elias" ähnlich sein.
      Kann also sehr gut sein, daß es bei mir genauso sein wird wie bei Dir, Musica.

      In England und Amerika ist der "Elias" anscheinend ohnehin äußerst beliebt - so ganz schlecht KANN das Stück dann eigentlich gar nicht sein.
      Denn man redet doch nur schlecht über die englische Küche, aber über den englische Musikgeschmack? [Blockierte Grafik: http://gmain.asm-network.de/wbb/wcf/images/smilies/kopfkratz.gif]

      Einen schönen Tag noch!

      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
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      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...





    • Peter Schreier
      Elly Ameling
      Annelies Burmeister
      Gwandhausorchester Leipzig
      Rundfunkchor Leipzig





      Arleen Auger
      Gabriele Schreckenbach
      Robert Tear
      Siegmund Nimsbern
      Gächinger Kantorei
      Radio Sinfonieorchester Stuttgart
      Helmut Rilling


      Hallo amamusica,

      ich habe diese beiden Aufnahmen, wobei mir die erste am besten gefällt, die Tempi beider Aufnahmen teilweise unterschiedlich sind.
      viele Grüße von musica
    • amamusica schrieb:

      und hat sie ja zum ersten Mal nach fast 130 Jahren wieder (fast) komplett aufgeführt


      Naja, 87 Jahre sind auch schon genug, wir wollen doch nicht übertreiben... ;+)
      (letzte dokumentierte Aufführung in Leipzig Karfreitag, 23. März 1742, Mendelssohns Aufführung am 11. März 1829. )
      Der Elias ist übrigens eines der meistaufgeführten größeren Chorwerke und auch eines der meistaufgeführten Werke von Mendelssohn.
      Eine Aufnahme mit den von Dir erwähnte Interpreten haben ich nicht gefunden.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • amamusica schrieb:

      Würde jetzt gerne die CD kaufen von dieser Elias-Aufnahme, (dann könnte ich mir auch den restlichen "Elias" mal anhören), also:

      Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien / Wiener Symphoniker / Johannes Prinz

      bin aber etwas zu blöd dazu, im Internet diese CD zu finden.


      Der von Dir genannte Youtube-Ausschnitt entstammt vermutlich einem in Ö1 gesendeten Radiomitschnitt eines Konzerts vom 14.10.2008. Auf CD ist das wohl nie erschienen.


      Die oben von Musica genannte Sawallisch-Aufnahme ist ein Klassiker, insb. auch wegen der Sänger. Wer es etwas schlanker mag, ist mit der Herreweghe-Aufnahme gut bedient:




      Meine Lieblingsstellen sind die immer mehr gesteigerten Anrufungen Baals im Chor, die spöttischen Kommentare des Elias dazu, das Feuerwunder, die recht brutale Aufforderung Greift die Propheten Baals, daß ihrer keiner entrinne, führt sie hinab an den Bach und schlachtet sie daselbst! sowie die dazugehörige Arie Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer. Da hört man den "anderen Mendelssohn", Aber auch die stärker nazarenisch geprägten Teile sind natürlich sehr schön.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Lieber Bustopher,

      bustopher schrieb:

      Naja, 87 Jahre sind auch schon genug, wir wollen doch nicht übertreiben... ;+)
      Danke für die Korrektur!

      Ich muß gestehen, ich hatte das irgendwie so im Kopf, aber natürlich nicht nochmals überprüft, und bei meinem Kopf... 8o

      Außerdem war Rechnen noch nie so richtig meine Stärke...

      Kann das sein... daß sich die fast 130 Jahre "Dornröschenschlaf" dann auf die Brandenburgischen Konzerte bezogen? [Blockierte Grafik: http://gmain.asm-network.de/wbb/wcf/images/smilies/kopfkratz.gif]

      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Zwielicht schrieb:

      Der von Dir genannte Youtube-Ausschnitt entstammt vermutlich einem in Ö1 gesendeten Radiomitschnitt eines Konzerts vom 14.10.2008. Auf CD ist das wohl nie erschienen.
      Das wird dann wohl dieses Konzert sein, das mich allerdings nicht so wirklich überzeugt hat:


      Wiener Symphoniker, Dirigent: Johannes Prinz; Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Malin Hartelius, Sopran; Bernarda Fink, Alt; Johannes Chum, Tenor; Thomas Quasthoff, Bass (Aufgenommen 14. Oktober im Großen Musikvereinssaal in Wien)
      (Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround)
      Felix Mendelssohn Bartholdy: "Elias", Oratorium, op. 70

      Schreib mich doch mal per Mail an.



      Es gäbe dann noch am Sonntag eine Möglichkeit, an eine Aufnahme des Elias heranzukommen. BBC überträgt ein Konzert von den Proms mit einer Mammutbesetzung. 300 Sänger oder so ähnlich. Ich vermute, dass die die Orginalfassung des Werkes in Englisch sein wird. Die Besetzung ist jedenfalls ganz interessant:


      Rosemary Joshua (soprano)
      Sarah Connolly (mezzo-soprano)
      Robert Murray (tenor)
      Simon Keenlyside (baritone)

      Taplow Youth Choir
      Ulster Youth Chamber Choir
      Chetham's Chamber Choir
      North East Youth Chorale
      Wroclaw Philharmonic Choir
      Gabrieli Consort & Players
      Paul McCreesh (conductor)

      http://www.bbc.co.uk/programmes/b013xq70
      http://www.bbc.co.uk/programmes/b013xq74
      Es grüßt tribiggi

      Die Träumenden und die Wünschenden halten den feineren Stoff des Lebens in den Händen.
      Franz Kafka
    • Musica hat ja schon zwei Klassiker genannt, die in den Solostimmen sicherlich teilweise sehr gut sind. In der Hinsicht finde ich auch die zweite Einspielung von Rilling mit Christine Schäfer nicht schlecht.



      Die Box mit der Koppelung mit dem "Paulus" gab es aber auch mal billiger. Wenn dir Mendelssohns Elias gefällt, lieber Amamusica, wird dir sein Paulus sicher auch zusagen.

      Mir liegt aber der 'schlankere', historisch informiertere Klang insgesamt mehr.

      Neben der von Bernd schon genannten, sehr guten Herreweghe-Aufnahme, gefällt mir besonders die von Frieder Bernius ausgezeichnet. Die ist etwas kraftvoller als Herreweghe, dennoch sehr transparent durchhörbar und in den Stimmgruppen sehr gut ausbalanciert. Soli-, wie Chorgesang finde ich hier auch sehr gut, besonders Michael Volle ist grandios.



      Im übrigen finde ich die ganze Mendelssohn-CD-Reihe von Bernius höchst verdienstvoll und ganz hervorragend.

      Verglichen mit den Chören bei Herreweghe und Bernius kommen mir die Chöre in den älteren Aufnahmen doch sehr viel schwächer vor.

      :wink: Matthias
    • Liebe Tribiggi,

      danke vielmals, melde mich nachher gerne!

      Oh, und 300 Sänger - BBC, das klingt ja... herrlich opulent! Dann muß ich nur noch zusehen, wie ich an den BBC rankomme... [Blockierte Grafik: http://gmain.asm-network.de/wbb/wcf/images/smilies/kopfkratz.gif]


      Liebe Capricciosi,

      hätte jetzt noch eine weitere Frage hinsichtlich des "Elias":

      Von Mendelssohn-Bartholdy gibt es ja auch noch den "Paulus". Den kennt sicher auch jemand von Euch?

      Wie ist es - verhält es sich mit dem "Paulus" und dem "Elias" so wie mit der "Johannes-Passion" und der "Matthäus-Passion"?

      = Auch schön, natürlich, aber kein Vergleich?


      Danke für Eure Antworten!

      :wink:

      amamusica :pfeif:

      ----------------------

      Lieber Matthias,

      da haben sich unsere Postings ja gerade überschnitten...

      Vielen vielen Dank für die Tips!
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
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    • Paulus wird dir sehr wahrscheinlich auch gefallen.
      Das Stück bezieht sich vielleicht noch demonstrativer auf die protestantische Oratorientradition, u.a. mit einer Instrumental- und einer Choralbearbeitung von "Wachet auf ruft uns die Stimme" und noch einiger weiterer sehr bekannter Choräle. (Ohne die Werke komplett wirklich präsent zu haben, ist der Paulus vielleicht etwas "bachisch-theologischer" und der Elias "händelsch-dramatischer")
      Was beim Paulus gewöhnungsbedürftig (bzw. für mich etwas nervig) ist, ist, dass es hier eine Art "Evangelistin" gibt, d.h. referierende Teile werden von einer Sopranistin vorgetragen.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Den Blomstedt-Elias (mit Sibylla Rubens, Nathalie Stutzmann, James Taylor, Christian Gerhaher) gibt es derzeit für 13 Euro.
      Mit konventionellen Aufnahmen bin ich eigentlich nicht schlecht ausgestattet (Masur, Sawallisch, Rilling, Cambreling), aber wenn der Blomstedt ebenfalls empfehlenswert wäre...



      Wundert mich übrigens, dass nur ziemlich wenige Dirigenten der allerersten Garnitur den Elias/Paulus dirigiert haben. Und auch von den HIP-Dirigenten könnten sich doch mal Gardiner, Harnoncourt und andere an dieses schöne Oratorium ranmachen :boese:
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • ThomasBernhard schrieb:

      Wundert mich übrigens, dass nur ziemlich wenige Dirigenten der allerersten Garnitur den Elias/Paulus dirigiert haben.


      Vermisst Du eine Karajan-Aufnahme? :D

      Ich weiß nicht, ob das ein spezielles Mendelssohn-Problem ist/war. Vielleicht eher ein grundsätzliches Problem mit romantischer Chor-Orchestermusik. Auch die Oratorien von Schumann wurden ja lange von den Dirigenten links liegengelassen. Sawallisch, der anscheinend ein besonderes Faible für diese Musik hat, ist da eine rühmenswerte Ausnahme.

      Warum heute Harnoncourt, Gardiner, Rattle Schumanns Oratorien aufführen und einspielen, die von Mendelssohn aber nicht? Keine Ahnung.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Wieviele Elias-Einspielungen "sollte" es denn angemessener Weise geben? 10, 20, 50?
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Wieviele Elias-Einspielungen "sollte" es denn angemessener Weise geben? 10, 20, 50?


      Es geht ja nicht um die absolute Anzahl von Aufnahmen. Es gibt insgesamt ziemlich viele. Meine Beobachtung bzw. Vermutung (bzw. die von TB) war, dass die romantischen Oratorien - insb. die Werke von Mendelssohn und Schumann - nicht im Repertoire der meisten "berühmten" Dirigenten gewesen sind (Ausnahmen bestätigen die Regel), obwohl sie auf den gesamten Musikbetrieb gerechnet nicht selten aufgeführt wurden. Eher eine Angelegenheit von gehobenen Kantoren, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen.

      Die Schumann-Oratorien haben dabei lange hinter den Mendelssohn-Oratorien zurückgestanden. Bei Schumann gibt es aber in den letzten ca. 15-20 Jahren eine kleine Renaissance in Form von Aufführungen und Einspielungen durch Abbado, Sinopoli, Harnoncourt, Gardiner, Rattle.

      Alle diese genannten Dirigenten haben die Mendelssohn-Oratorien nicht aufgenommen und m.W. auch nicht aufgeführt, obwohl zumindest der Elias das wohl nach wie vor meistgespielte romantische Oratorium sein dürfte, zumindest in Deutschland, wahrscheinlich auch in Großbritannien.

      Muss auch nicht sein, es gibt immerhin Sawallisch, Masur, Cambreling für Freunde hergebrachter Aufführungspraxis, Herreweghe in HIP und Bernius in Halb-HIP. Trotzdem würde mich der Grund interessieren, warum die doch inzwischen sehr vielen Dirigenten, die die auch nicht populärere und unaufwendigere Lobgesang-Sinfonie aufgenommen haben (z.B. Karajan, Abbado, Dohnanyi, Chailly 2x, Ashkenazy), die Oratorien meiden oder gemieden haben.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwei Vermutungen:
      Gerade weil es, als Gardiner u.a. vor 15-20 Jahren sich auf die Romantik ausdehnten, mehr ordentliche Aufnahmen von Elias und Paulus als von Paradies und die Peri oder Faust-Szenen gab, kam erstmal Schumann dran.

      Beim "Lobgesang" ist es der Zwang der Gesamteinspielung.

      Anscheinend sind alle diese Werke, verglichen mit der Missa Solemnis, dem Verdi- oder Brahms-Requiem, nicht so leicht absetzbar und der Markt für eine Neueinspielung wird nicht als aussichtsreich beurteilt, sobald er einigermaßen abgedeckt ist.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Anscheinend sind alle diese Werke, verglichen mit der Missa Solemnis, dem Verdi- oder Brahms-Requiem, nicht so leicht absetzbar und der Markt für eine Neueinspielung wird nicht als aussichtsreich beurteilt, sobald er einigermaßen abgedeckt ist.


      Es wäre interessant, ob es zu dieser Frage statistische Daten gibt :) Es ist schon einigermaßen paradox: Stücke wie "Denn er hat seinen Engeln befohlen" kennen vermutlich sehr viele Klassikhörer, aber sehr wahrscheinlich eine deutlich geringere Zahl das ganze Werk. Dabei ist der Elias ein Werk, das reich an dramatischen, wirkungsvollen Passagen, deren Wirkung man sich eigentlich kaum entziehen kann.

      Auf die McCreesh-Aufnahme bin ich sehr gespannt, obwohl ich mit der Herreweghe-Einspielung sehr zufrieden bin. Sofort kaufen werde ich mir die neue Aufnahme also nicht. Auch die Solisten bei Herreweghe finde ich ausgezeichnet.
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Kater Murr schrieb:

      Zwei Vermutungen:
      Gerade weil es, als Gardiner u.a. vor 15-20 Jahren sich auf die Romantik ausdehnten, mehr ordentliche Aufnahmen von Elias und Paulus als von Paradies und die Peri oder Faust-Szenen gab, kam erstmal Schumann dran.

      Beim "Lobgesang" ist es der Zwang der Gesamteinspielung.

      Anscheinend sind alle diese Werke, verglichen mit der Missa Solemnis, dem Verdi- oder Brahms-Requiem, nicht so leicht absetzbar und der Markt für eine Neueinspielung wird nicht als aussichtsreich beurteilt, sobald er einigermaßen abgedeckt ist.


      Also ich würde behaupten, der "Elias" wird im tatsächlichen Konzertbetrieb viel häufiger aufgeführt als Missa solemnis, Verdi-Requiem oder Brahms-Requiem - vielleicht sogar häufiger als alle drei zusammen.

      In Graz (ca. 270 000 Ew.) gab es, soweit ich weiß (wobei ich meine Erinnerung jetzt auch durch Google-Suchen verifiziert habe), im vergangenen Jahr mindestens sechs Elias-Aufführungen, aber nur einmal Brahms-Requiem und gar nie Missa solemnis und Verdi-Requiem. Und die Eintrittskarten dafür konnten auch abgesetzt werden, wieso sollten sich die Aufnahmen dann schlecht verkaufen? Ganz im Gegenteil, man würde doch normalerweise davon ausgehen, dass Werke, die im Konzertleben präsenter sind, auch auf Aufnahmen ein breiteres Publikum erreichen, oder?

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.