Puccini: La Bohème

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    • Puccini: La Bohème

      Eine für mich beste DVD Aufnahme ist wohl diese hier:



      Wenn Sir Thomas Allen als Marcello mit Maylin Zschau als Musetta auftritt vergisst man gänzlich Mimi und Rudolfo, mit Humor und grandiosen Spieltalent. Ileana Cotrubas ist ein etwas herbe Mimi und Neil Shicoff hat einen schönen Tenor, jedoch sollte diese Oper hier nicht La Bohème heißen, sondern Marcello und Musetta.

      Nicht nur, das Sir Thomas Allen mit Humor spielt und schön singt, sein überschäumendes Bühnentemperament zeigt, wie man es machen kann.

      Die Aufnahme stammt aus der Covent Garden unter Lamberto Gardelli mit schönem Bühnenbild - aber Sir Thomas Allen stellt alles in den Schatten, er hat mit Marylin Zschau als Musetta alle Trümpfe in den Händen - einfach großartig. :juhu: :juhu:

      Leider hat er mir alle Marcellos "verdorben"!

      Liebe Grüße Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • RE: La Bohème

      oper337 schrieb:

      Die Aufnahme stammt aus der Covent Garden unter Lamberto Gardelli mit schönem Bühnenbild - aber Sir Thomas Allen stellt alles in den Schatten, er hat mit Marylin Zschau als Musetta alle Trümpfe in den Händen - einfach großartig. :juhu: :juhu:

      Leider hat er mir alle Marcellos "verdorben"!


      Da stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Thomas Allen ist ein großartiger Marcello. Auch die Inszenierung ist sehr schön.

      Inzwischen gibt es auf DVD eine Boheme mit dem gleichen Bühnenbild aus neuerer Zeit, die mir auch gut gefällt.






      :wink: Ramona
    • PUCCINI: La Bohème

      Der Poet Rodolfo lebt mit seinen Freunden (Schaunard, Marcello und Colline) in einer ärmlichen Wohnung. Sie haben nichts zu heizen, deshalb muss er sogar seine dichterischen Ergüsse opfern, damit sie es warm haben. Als er auf Mimi trifft, die im selben Haus wohnt und eine Flamme für ihre Kerze sucht, ist es um ihn geschehen. Doch leider ist die wunderschöne junge Frau sehr krank..Die rührende Geschichte rund um Mimi und Rodolfo, dem armen Poeten. Sie spielt in Paris, wird aber italienisch gesungen. Besser so? "O süßes Mädchen" klingt auf jeden Fall so melodischer, "runder".

      Die Jahreszeit Winter, wie im Film von Dornhelm repräsentiert, passt wohl wie keine andere zu diesem Werk. Der Schmerz, den die beiden Liebenden empfinden, als Mimi wiederholt zusammenbricht, wird dadurch unterstützt. Das Café Momus, das es in Paris wirklich gibt, wird zum Schauplatz einer Eifersuchtsszene zweier Nebenfiguren: Marcello und Musetta, die ihm ihr Begehren mit der wunderbaren Walzer-Arie "Quando m´ en vo" beweist, so etwas kann sich der Marcello nun wirklich nicht entgehen lassen.

      Die Darsteller müssen auf jeden Fall leiden, lieben und sich fallen lassen können.

      Man nehme für die Titelpartie des Rodolfo Villazón oder einen Piotr Beczala, mir ist Alagna ein wenig zu glatt in der Partie.

      Kleiner Diskussionsanstoß von

      Rosalinde :wink:
    • Zur Oper selbst gibt es auch schon einen Thread, der überraschenderweise (die Oper gehört ja zu den populärsten überhaupt) auf sehr, sehr geringes Echo gestoßen ist: La Bohème
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Cherubino schrieb:

      Zur Oper selbst gibt es auch schon einen Thread [...]
      Danke für den Hinweis, lieber Cherubino. Ich habe beide Threads jetzt zusammengefügt und das Inhaltsverzeichnis entsprechend aktualisiert.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Endlich wieder eine Opernbesprechung.

      Ich habe letzthin wieder eine, zwar MONO Einspielung dieser Oper bekommen, diese da:



      Und möchte nur sagen, eine gefühlvollere Bohéme Einspielung schon länger nicht gehört. Nichts drängt sichauf und alles ist richtig.

      Ferruccio Tagliavini ist ein wirklich wunderbarer Poet Rudolfo mit seinem schönen Tenor, und seine Mimi - Rosanna Carteri eine schlichte und wunderschön singende Stickerin, Giuseppe Taddei als Marcello ein temperamentvoller Marcello und seine Musetta - Elvira Ramilla steht ihm nicht nach.

      Der Größte ist aber Cesare Siepi als Philosoph Coline einzig gut,so eine balsamige Stimme ist heute selten, seine Mantelarie ist ein Juwel. Auch die kleineren Partien u. a. sind hevorragend besetzt.

      Es spielt das Orchester von Radio Turin und es singt auch dessen Chor. Dass diese Aufnahme vom 27. Juli 1952 ist stört keinen Augenblick und Gabriele Santini dirigiert gefühlvoll und dringt direkt in die Partitur ein, wenn man das sagen kann, kein auftrumpfen sonden ein herrlicher Begleiter mit seinem Orchester und Chor.

      Wer Freude an Mono Aufnahmen hat sollte diese nicht vergessen, denn sie ist wirklich hörenswert, nichts drängt sich vor und es wird auch nicht, wie oft heute, eine eindringliche Liebesgeschichte erzählt sondern es singen die kleinen Leute der Bohéme die mit ihrem Leben zufrieden sind. Der Schluss ist aber dann doch eindringlich gut.

      :juhu: :juhu: :wink:
    • La Bohème unter Beecham von 1956

      Ich lese gerade Deinen Beitrag und höre zufällig im Hintergrund La Bohème unter Thomas Beecham. Die Aufnahme ist sicher zuckersüß geraten. Aber Jussi Björling und Victoria de los Angeles (als Rodolfo und Mimi) singen mit einer Innigkeit, die mich immer wieder anrührt. Robert Merrill singt den Marcello. Seine Stimme mischt sich im Duett sehr gut mit der von Björling. Die beiden haben zusammen eine legendäre Duettplatte aufgenommen. Giorgio Tozzi singt die Mantelarie etwas langsam und sie könnte etwas mehr Spannung vertragen. Die Musetta von Lucine Amara sticht nicht ganz so heraus wie die beiden Protagonisten. Das RCA Victor Orchester wurde immer wieder speziell für Aufnahmen zusammengestellt und spielte nicht ständig zusammen. Allerdings hat RCA die Aufnahme im Auftrag von EMI hergestellt. Laut Beiheft wurde die Aufnahme in einem speziellem Mono aufgenommen. Die Stimmen und das Orchester getrennt, damit man später noch an der Balance arbeiten konnte. Beecham sagte, dass er 1920 mit Puccini die Partitur durchgegangen ist und so einige Aufführungshinweise berichtigen und klären konnte. Fraglich bleibt nur, ob die deutlich langsameren Tempi in bezug auf Toscanini, den Dirigenten der Uraufführung, auch von Puccini angeregt wurden.


      Hörenswert, trotz deutschem Text, der Querschnitt von 1961 mit Fritz Wunderlich (Rodolfo), Anneliese Rotheberger (Mimi), Marcel Cordes (Marcello), Gottlob Frick (Colline) und Ruth -Maria Pütz (Musetta). Fritz Wunderlich singt mit schönem Tenor, Anneliese Rothenberger kann da nicht ganz mithalten. Marcel Cordes singt mit prachtvollem Bariton im Duett Wunderlich (Viertes Bild). Cordes stand bei EMI leider immer im Schatten von Metternich und hat nur sehr wenige Aufnahmen gemacht, auch wenn ich gelesen habe, das in den letzten Jahren wieder einige Liveaufnahmen von ihm veröffentlicht wurden. (Ich glaube beim Hamburger Gesangsarchiv). Ruth-Maria Pütz gibt eine Musetta, der man die Extravaganz abnimmt. Besoners mag ich auch die Mantelarie des Colline gesungen von Gottlob Frick, der auch in den Ensembleszenen den ein oder anderen schönen Einwurf singt. Sicher insgesamt eine Bohème, die nicht in Paris, sondern eher in der Provinz spielt, aber wenn die Provinz so strahlt, dann gehe ich gerne dorthin.
      Die Aufnahme gibt es nur noch in dieser Box zu finden:


      Die oft als Referenz genannte Aufnahme von Karajan findet sich auch in meiner Sammlung und sie hat sicher auch ihre Meriten, aber die beiden oben genannten Aufnahmen haben mich immer mehr angesprochen.
    • Siepi Mantelarie

      Der Größte ist aber Cesare Siepi als Philosoph Coline einzig gut, so eine balsamige Stimme ist heute selten, seine Mantelarie ist ein Juwel.


      Ich habe gerade mal bei Youtube ein paar Liveaufnahmen (und wahrscheinlich auch die Aufnahme unter Santini) von Cesare Siepi mit der Mantelarie gehört. Wirklich wunderschön! Vielen Dank für den Tipp.
    • Meine Lieben,

      nun ist La Bohème zwar (z.Zt.) die liebste Puccini-Oper der Capricciosi, aber viel geschrieben wurde dazu nicht. Wie ist das möglich? Sollte man das ändern? Eine für meinen Geschmack bemerkenswerte Aufnahme ist diese 2012 bei den Salzburger Festspielen mitgeschnittene moderne Lesart des noch jungen Regisseurs Damiano Michieletto, gesamter Cast siehe Cover-Rückseite:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/81gP3%2BLaMFL._SL1500_.jpg]

      Die Geschichte ist komplett, konsequent und im wesentlichen ohne logische Ungereimtheiten in die Gegenwart verlegt, z.T. grell bunt, im 2. Bild fast disneymäßig. Stars der Produktion sind Anna Netrebko, die im (gemäßigten) Punk-Look auftritt, aber durchaus gelungen und gar nicht lächerlich und Piotr Beczala, der als eine Art Hipster daherkommt. In diesem Aufzug kommt er, dem teilweise darstellerische Defizite nachgesagt werden, im Übrigen sehr glaubwürdig rüber -- überhaupt, bzgl. Personenführung wurde offenbar sehr detailliert mit allen Sängern gearbeitet. Sängerisch kann ich nicht viel negatives berichten, es sei denn man möchte vielleicht jedes einzelne Detail mit 'zig anderen Aufnahmen vergleichen, da findet sich sicher immer etwas. Als Gesamtpaket aus pfiffigem Regiekonzept, origineller Ausstattung und sehr gutem bis ausgezeichnetem Cast finde ich die Produktion jedenfalls sehr gelungen. Im Übrigen wirkt das Finale hier auf mich nicht ganz so hochemotional wie üblich bei dieser Oper, was je nach Stimmung durchaus angenehm sein kann.

      Diverse Ausschnitte kursieren zum Testen auf Youtube -- also, wer mal etwas andere Bohemiens sehen will ...

      LG, Amaryllis
    • Amaryllis schrieb:

      im 2. Bild fast disneymäßig.
      das ist das einzige Bild, bei dem weiterhin Distanz besteht, bei diesen - ansonsten äußerst beeindruckenden - TV-Mitschnitt..
      szenisch bisher die gelungenste Boheme-Wiedergabe; habe allerdings bisher wenig Vergleichsmöglichkeiten....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      habe allerdings bisher wenig Vergleichsmöglichkeiten....


      Bzgl. "moderner" Deutungen scheinen auch nicht viele Boheme-DVDs auf dem Markt zu sein, es gibt noch diese hier:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/7175dHCTxJL._SL1024_.jpg]

      Da stirbt Mimi gleich zu Beginn im Krankenhaus und dann gibt es Rückblenden etc., fand ich nicht so ganz verlockend.

      Alles andere auf DVD scheint mehr oder weniger traditionell zu sein, oder weiß jemand mehr?

      :wink: Amaryllis
    • Liebe Puccinistinnen und Puccinisten!

      Gestern haben meine Frau und ich Karten für eine Aufführung der La Bohème in Heidelberg erworben; die Neuinszinierung soll herrlich kitschig sein, nicht übermäßig, aber insgesamt schön. Nun, das könnte passen. Und Zeit haben wir auch, unsere Aufführung findet erst am 30.12.2016 statt.

      Da ich keine Aufnahme dieses Werks besitze, könnte ich mir eine Anschaffung vorstellen (es muß ja nicht immer Gesualdo und Lachenmann sein :| ). Nach erster Durchsicht: Allzuviele CD-Aufnahmen (DVD interessiert mich hier weniger) aus der letzten Zeit scheint es überraschenderweise nicht zu geben, da hatte ich mit mehr Auswahl gerechnet.

      Was könnt Ihr denn so empfehlen, wie gesagt, auf CD und gern aus neuerer Zeit (sprich: gute aufnahmetechnische Qualität)? Die Sängerinnen und Sänger sollten ihre Töne treffen, klar. Aber auch das Orchester sollte gut dabei sein (extrem zuckersüß muß nicht zwingend sein, evt. gibt's auch, äh, Debussystisches? :/ ). Gibt's Tips?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Auch in neuerer Zeit nicht übertroffen:



      Oder alternativ, zwar in Mono, aber sehr gut aufgenommen:

      https://www.amazon.de/Boheme-Ga-Los-Angeles/dp/B000026C9T/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1465661856&sr=8-2

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Gurnemanz schrieb:

      Die Sängerinnen und Sänger sollten ihre Töne treffen, klar. Aber auch das Orchester sollte gut dabei sein (extrem zuckersüß muß nicht zwingend sein, evt. gibt's auch, äh, Debussystisches? ). Gibt's Tips?
      es gibt von dem Radiomitschnitt aus München (konzertant) vom 19.03.08 unter de Billy eine offizielle Audio-CD. Dieser Radiomitschnitt war mein Boheme-Einstieg, weil Orchester mit nötiger Härte rüberkommt und eben nicht zerdehnt/sentimentalisiert. Davor glitt La-Boheme-Mucke von mir ab, seit dem nicht mehr. Offizelle Audio-CD vom Radiomitschnitt hab ich mir nie reingezogen.


      Falls du PN rüberwachsen lässt, dann kann ich möglicher Eile abhelfen.

      Bei Youtube gibts Carlos Kleiber in ordentlicher Mono-Quali.
      "www.youtube.com/watch?v=kHAS7r8Pd0k" (szenische Umsetzung finde ich allerdings bescheuert)

      Reclams 2-sprachige Übersetzung.

      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Danke! Karajan soll ja grad bei Puccini ein glückliches Händchen bewiesen haben - habe ich jedenfalls schon öfter gehört. Und die Besetzung ist natürlich hochprominent!

      B. de Billy wäre natürlich ebenfalls zu bedenken...

      :wink: :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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