Olymp der irresten Aufnahmen. Orchestermusik

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    • Diese Aufnahme ist wirklich irre. Wer bei Bruckner immer nur gleich an den lieben Gott denkt und weihevolle Klänge, der ist hier schlecht beraten. Solche Wucht und Leidenschaft, ein solches bis zur Weissglut erhitztes Orchesterspiel, gibt es in keiner anderen Bruckneraufnahme. Und Furtwänglers Bruckner 9 - viel gepriessen - ist im Vergleich dazu lasch und langweilig. Abendroth peitscht - vor allem im zeiten Satz - das Leipziger Radioorchester in einem Parforceritt ganz knapp am Abgrund entlang. Man braucht nach dem Hören ein paar Tage, bis sich der Adrenalinspiegel wieder normalisiert hat. Die Liveaufnahme ist aus den frühern 50-er Jahren und was die Klangqualität betrifft mässig. Aber das vergisst man ganz schnell. Eine zeitlang gab es ja auf dem CD Markt eine Abendroth Renaissance, da Berlin Classic vieles wiederveröffentlichte. Das scheint vorbei zu sein. Die 230 Euro (oder sind's Dollar) zu investieren für diese CD lohnt sich auf jeden Fall.
    • Abendroth schrieb:



      Diese Aufnahme ist wirklich irre. Wer bei Bruckner immer nur gleich an den lieben Gott denkt und weihevolle Klänge, der ist hier schlecht beraten. Solche Wucht und Leidenschaft, ein solches bis zur Weissglut erhitztes Orchesterspiel, gibt es in keiner anderen Bruckneraufnahme. Und Furtwänglers Bruckner 9 - viel gepriessen - ist im Vergleich dazu lasch und langweilig. Abendroth peitscht - vor allem im zeiten Satz - das Leipziger Radioorchester in einem Parforceritt ganz knapp am Abgrund entlang. Man braucht nach dem Hören ein paar Tage, bis sich der Adrenalinspiegel wieder normalisiert hat. Die Liveaufnahme ist aus den frühern 50-er Jahren und was die Klangqualität betrifft mässig. Aber das vergisst man ganz schnell. Eine zeitlang gab es ja auf dem CD Markt eine Abendroth Renaissance, da Berlin Classic vieles wiederveröffentlichte. Das scheint vorbei zu sein. Die 230 Euro (oder sind's Dollar) zu investieren für diese CD lohnt sich auf jeden Fall.
      Danke. Diese Beschreibung könnte mich dazu animieren, mir endlich einmal die seit ewigen Zeiten bei mir herumstehende Box "Hermann Abendroth - Die letzten Sinfonien" (Berlin Classics, 7 CDs) anzuhören, die ich mal bei "2001" für nicht viel Geld (ca. 10€) erwerben konnte:

    • Berenice schrieb:

      Hier noch etwas für "Die Kinder aus der Krachmacherstraße" :D

      Georgy Sviridov - "Time, forward" aus der gleichnamigen Filmmusiksuite
      => "https://www.youtube.com/watch?v=pzefrJl12S8"

      Begleitet mich seit 15 Jahren und erzeugt immer wieder angenehme Gänsehaut :love:
      Gibt es meines Wissen aber "nur" mit Vladimir Fedosseyev, daher keine Vergleichsmöglichkeiten...aber besser kann ich mir eh nicht vorstellen :)





      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Hi,
      ich will nun nicht alle hundert Klemp Aufnahmen auflisten, die einzigartig sind :D .
      Sonst kriege ich auch nen Rüffel.

      Aber eine fällt so aus dem Rahmen, dass ich sie zunächst ablehnte und inzwischen einzigartig in ihrer Extase finde!
      Nee, es ist ist nicht Mahler 2 von 1951 mit Frau Ferrier, wo er in 71 Minuten ins Ziel kommt und das Orchester wohl völlig fertig ist.

      Es íst Bruckner 5 von 1957 mit dem Concertgebouw Orchester.
      1957 war (imho) sein bestes Jahr.
      (Von allen, die auf Tonträgern konserviert sind!! Wichtig! Von vor 1945 gibt es ja kaum was, das bißchen vor 1954 ist auch nicht der Rede wert).
      Dieses Konzert, obwohl schlecht in der aufgezeichneten Tonqualität, toppt alles.
      Bruckner 5 in knapp 68 Minuten mit unglaublichen Steigerungen, fast schon eine Raserei!
      Hier gibt es sie.
      [IMG:https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51Typh%2BxWlL._SS500_SS280.jpg]
      Die Aufnahmen von 1967 (NPO Studio und Live) und 1968 zeigen ja einen "Grand old Man", hier ist ein Berserker am Werkeln.
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Doc Stänker schrieb:

      Die Aufnahmen von 1967 (NPO Studio und Live) und 1968 zeigen ja einen "Grand old Man", hier ist ein Berserker am Werkeln.
      Ob sich nun Bruckner einen Berserker als Vollstrecker seiner Werke gewünscht hätte scheint mir doch etwas zweifelhaft. Und: Musik ist keine Olympiade. Hier gewinnt nicht der Schnellste.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Mein "Olymp" ist eine Aufnahme, die ich nur privat habe, da sie nie in der Form auf CD erschienen ist.: ein Konzert aus dem Wiener Musikverein - Ravels "Boléro" mit den Wiener Symphonikern unter Georges Prêtre von 1996.
      Ich glaube, ich habe noch nie den Boléro in diesem Affentempo, dieser Präzision und diesem Affekt gehört. Das war Extase pur! und Erschöpfung am Ende. Musiker, Dirigent, Publikum.

      Hier kann natürlich (leider) nur der mitreden, der das Konzert auch gehört hat oder zufällig einen Mitschnitt hat. Dennoch: für mich "Olymp".
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • Da kann ich auch welche nennen

      1. Karajan Alpensinfonie von Richard Strauss auf DVD Sony erschienen. Das Musikmagazin Evolver hat eine dementsprechende Kritik geschrieben Karjan live schlägt Karajan Studio nicht selten vor allem hier. was hatten die Phillies hier an Solisten Schwalbe, Zöller, Schellenberger, Frau Meyer Hauptmann etc..
      2. Klemperer Mozart Orchesterwerke. wer den wahren Mozart hören will, der muss nur Klemperer sich reinziehen, diese Box in einer wunderbar informativen Rezension der NZZ anschaulich beschrieben.
      3. Schostakowitsch Leningradsymphonie Bernstein Chikago Symphonie Orchester eine Wahnsinnsinterpretation das Leiden der Bevölkerung unter der "Blokada" einerseits und die C Dur Stretta werden so einfühlsam gespielt wie hier
      4. Elgar 2. Symphonie Sinopoli, da bekomme ich immer Gänsehaut
      5. Mahler 6. Kondrashin hart brutal und zupackend,
      6. Mahler 6. Solti Tragik und Dramatik pur Beide Dirigenten steigen schon schnell in den ersten Satz ein, was für eine Wirkung
      7. Mahler 7. Klemperer und Kondrashin ungeschönter Mahler