Valery Gergiev

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    • Josquin schrieb:

      Ich würde solch einen unsicheren Kandidaten nicht buchen:
      So ist es. Und Du hast völlig recht damit :


      Josquin schrieb:

      Und schon wieder! Eigentlich eine Frechheit oder ..
      Das wäre bei uns ein absolutes "No Go". Solche Leute werden in der Tat nicht mehr gebucht. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie "gut" sie sein könnten, wenn sie denn pünktlich erscheinen würden. Auch wenn Musiker stark alkoholisiert (oder unter Dorgen stehen) erscheinen, wird das nicht lange gut gehen. Weder die Agenturen, noch die Veranstalter oder die Bandleader und Kollegen wollen solche Leute in der Band haben.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Auch wenn Musiker stark alkoholisiert (oder unter Dorgen stehen) erscheinen, wird das nicht lange gut gehen.
      Alkoholmissbrauch ist in der Musikbranche ja wahrlich keine Seltenheit. Es gibt ja alle möglichen Alkoholgeschichten um prominente und weniger prominente Künstler, deren Namen ich jetzt nicht nenne. Mit Alkohol geht es recht lange gut, aber dann irgendwann doch nicht mehr, wenn man sich nicht rechtzeitig zusammenreißt.

      Zu den Gergiev-News: Ich war nicht im Lohengrin, aber ein Freund schrieb mir zur dritten Aufführung (16. Jänner) unter anderem:
      Gergiev kam 25 Minuten zu spät, Flugzeug pünktlich gelandet und im Stau gesteckt.
      Wenn er schon wegen 4 Tagen nach Hause fliegen muss, so könnte er bei dieser Abendgage (ich schätze 8.000.- oder mehr)
      wohl so anreisen, dass er zu Mittag im Hotel ist und sich in Ruhe vorbereiten kann.
      Gut, beim Auftritt nicht nur von einem sondern von mindesten 20 Buh-Rufern empfangen, ein richtiges Buh-Konzert.
      Daraufhin ist das Vorspiel komplett danebengegangen, jeder Korrepetitor hätte das besser gemacht.
      Auch der Rest des Abends war nicht gerade erbauend, manchmal waren die im Graben so weit auseinander, dass das sogar der
      (Name) gemerkt hat. Und laut war´s...

      und zur vierten (19. Jänner):
      ja, der Name Güttler ist bei mir konnotiert mit schlechtem Dirigat, stammt von 3 mal Ariadne
      mit Stemme, Houtzeel und Burkhard Fritz. Das kann ja nichts werden!
      Auch die anderen Vorstellungen mit ihm haben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen also war ich nach Meyers
      Ankündigung nicht geraden angetan.
      Aber ich muss zugeben, dass er eine grundsolide Leistung abgeliefert hat, ohne Verständigungsprobleme
      zwischen Graben und Bühne, langsamer zwar als Gergiev, aber besser.
      Gut, ein Lohengrin ist auch leichter zu dirigieren als eine Ariadne!

      Ich zweifle nicht an seinen Ausführungen. Warum man den Gergiev noch weiterhin allenthalben beschäftigt, ist mir nicht wirklich klar. Am 10. Jänner hatte ich ihn in Wien im Konzert, und Rimskis Scheherazade war ziemlich schlampig. Da mag Gergievs Talent auch noch so groß sein, aber die Arbeitsüberlastung tut ihm wohl nicht gut.
    • Sadko schrieb:

      Alkoholmissbrauch ist in der Musikbranche ja wahrlich keine Seltenheit. Es gibt ja alle möglichen Alkoholgeschichten um prominente und weniger prominente Künstler, deren Namen ich jetzt nicht nenne. Mit Alkohol geht es recht lange gut, aber dann irgendwann doch nicht mehr, wenn man sich nicht rechtzeitig zusammenreißt.
      Mit Alkohol kann man sich nicht mehr "zusammenreißen", das Spiel ist dann verloren. Ähm, es ist nicht mehr so extrem wie noch vor 10 bis 20 Jahren, das ist zumindest mein persönlicher Eindruck, Kennst Du überhaupt EINEN Künstler, wo Du es selbst schon gesehen hast, dass er/sie zuvor getrunken hat? Ich schon. Inzwischen habe ich aber in den letzten vier Jahren nur zwei Kollegen tatsächlich damit erlebt, ich war davon auch einmal direkt betroffen. Doch er hat es geschafft, nicht vom Stuhl zu fallen und irrsinnigerweise auch hervorragend gespielt. Doch er richtet sich damit nur selbst zugrunde.


      Sadko schrieb:

      Warum man den Gergiev noch weiterhin allenthalben beschäftigt, ist mir nicht wirklich klar.
      Weil die Verträge bereits lange Zeit zuvor gemacht wurden. Ob sich das bei ihm die nächsten Jahre ändern wird, eben weil er weniger Dirigate bekommen wird dadurch, wage ich zu bezweifeln. Das fällt vermutlich erst in zwei bis vier Jahren auf, da eben Verträge bereits recht lange im voraus zustande gekommen sind.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Hallo Maurice!
      Zu Deinem ersten Absatz: Mit "zusammenreißen" habe ich gemeint, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, wenn man merkt, dass man ein Alkoholproblem hat, und wenn man das schafft (ich kenne in meinem privaten Umfeld mehrere solche Leute), dann ist das Spiel natürlich nicht verloren. Insofern sind wir uns eh einig, denke ich.

      Zu Deinem zweiten Absatz: Ja schon klar, aber der Gergiev ist ja nicht erst seit wenigen Wochen so, sondern seine Arbeitsmoral ist ja schon lang quasi inexistent. Das ändert nichts daran, dass er meiner Meinung nach wirklich Potential hätte, gut zu dirigieren.
    • Maurice schrieb:

      Weil die Verträge bereits lange Zeit zuvor gemacht wurden. Ob sich das bei ihm die nächsten Jahre ändern wird, eben weil er weniger Dirigate bekommen wird dadurch, wage ich zu bezweifeln. Das fällt vermutlich erst in zwei bis vier Jahren auf, da eben Verträge bereits recht lange im voraus zustande gekommen sind.
      bei Verträgen verpflichten sich doch normalerweise (minestens) zwei Seiten, bestimmte Leistungen zu erbringen. Und wenn es dann damit bei einer Seite hapert, hat die andere Seite Reaktionsmöglichkeiten, bis ggf. hin zur Kündigung.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      bei Verträgen verpflichten sich doch normalerweise (minestens) zwei Seiten, bestimmte Leistungen zu erbringen. Und wenn es dann damit bei einer Seite hapert, hat die andere Seite Reaktionsmöglichkeiten, bis ggf. hin zur Kündigung.
      Das weiß ich auch, aber wie willst Du das bei einem Dirigenten regeln? Du kannst das hier nur nach Nichterfüllung machen, und wenn ein Flugzeug Verspätung hat, ist es schwierig, da das eventuell unter "höhere Gewalt" laufen könnte. Inzwischen sollten aber die Orchester oder Opernhäuser die Masche des Herrn Gergiev begriffen haben.

      Einen Vertrag z.B. in Hamburg aufzuheben, weil er in Rom zu spät erschienen ist, lässt sich auch nicht rechtlich erklären. Da bewegt sich alles auf sehr dünnen Eis.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Ich bekomme Gergijews Verhalten ja nun auch schon eine Weile mit. Für mich ist er ein Workaholic. Die Sache mit dem Zuspätkommen, scheint sich ja in letzter Zeit zu häufen. Was für mich als CD-Hörer persönlich schlimmer ist, sind die Auswirkungen auch auf Qualität von CD-Einspielungen. Da gibt es einiges sehr, sehr gutes. Aber gefühlt mindestens die Hälfte kommt mir blutarm, langweilig bis müde daher. Das empfinde ich ganz deutlich z. B. bei seinen Mariinsky-Einspielungen der Schostakowitsch Sinfonien (dagegen viel weniger bei der "Nase"). Wahrscheinlich hat er diese mit diesem Orchester schon hunderttausendmal gespielt, und die Spannung fehlt im Verbund mit seiner Überarbeitung. Ich habe ja hier schon öfters geschrieben, dass er weniger dirigieren sollte. Das würde der Qualität sicherlich gut tun. Hinnehmbar finde ich auch nicht, wenn er "immer" erst mit dem letzten Flieger anreist und sich dann wundert, wenn er mit dem Taxi im Stau steht. Das ist zudem wirklich unprofessionell.

      Nur meine persönliche Auffassung und Meinung...

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      In mir steckt noch ganz viel Zeug hier drin fest, Gefühle und so. --- Nick Tschiller
    • maticus schrieb:

      Die Sache mit dem Zuspätkommen, scheint sich ja in letzter Zeit zu häufen.

      maticus schrieb:

      Hinnehmbar finde ich auch nicht, wenn er "immer" erst mit dem letzten Flieger anreist und sich dann wundert, wenn er mit dem Taxi im Stau steht. Das ist zudem wirklich unprofessionell.
      Nun, bei Tourplänen sind die Zeiten immer sehr eng gesteckt. Das dürfte bei einem Herbert von Karajan auch nicht anders gewesen sein.

      Bitte nicht missverstehen, ich gebe Dir absolut recht, sowas ist auch für mich nicht nachvollziehbar. Ich wollte das psychisch auch überhaupt nicht so haben.


      maticus schrieb:

      Was für mich als CD-Hörer persönlich schlimmer ist, sind die Auswirkungen auch auf Qualität von CD-Einspielungen. Da gibt es einiges sehr, sehr gutes. Aber gefühlt mindestens die Hälfte kommt mir blutarm, langweilig bis müde daher.
      Das kann man doch ganz einfach regeln, indem man seine Einspielungen nicht mehr kauft. Ich brauche von ihm nichts, absolut nichts. Allerdings haben auch andere Dirigenten diese Streuungen teilweise. Nehme mal Sir Simon Rattle oder Andris Nelsons, die haben auch einen engen Tourneeplan, auch denen gelingt eine gewisse Menge an Einspielungen auch nur durchschnittlich, wenn man mal dieses Forum dabei mit einbezieht, und die Kommentare über die Einspielungen der beiden Dirigenten.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Sadko schrieb:

      Gut, ein Lohengrin ist auch leichter zu dirigieren als eine Ariadne!

      Ich zweifle nicht an seinen Ausführungen.

      Zumindest an dem zitierten Satz zweifle ich durchaus.

      Maurice schrieb:

      Nehme mal Sir Simon Rattle oder Andris Nelsons, die haben auch einen engen Tourneeplan

      Da nennst Du zwei Dirigenten in einem Atemzug, die doch sehr unterschiedlich sind. Nelsons scheint ein ähnlicher Workaholic wie Gergiev zu sein, Rattle hingegen gilt gerade nicht als "Reisedirigent", sondern als Dirigent, der sehr gerne mit "seinem" Orchester vor Ort arbeitet.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Da nennst Du zwei Dirigenten in einem Atemzug, die doch sehr unterschiedlich sind. Nelsons scheint ein ähnlicher Workaholic wie Gergiev zu sein, Rattle hingegen gilt gerade nicht als "Reisedirigent", sondern als Dirigent, der sehr gerne mit "seinem" Orchester vor Ort arbeitet.
      Das war auch meine Absicht. Es ändert aber nichts daran, dass deren Terminkalender auch gut gefüllt sind, es hier aber zu klappen scheint, was die Einhaltung der Termine angeht. Mehta, Barenboim, von Karajan waren auch viel unterwegs, und das zu anderen Zeiten (wobei Mehta und Barenboim noch immer aktiv sind), Karajan flog dabei noch oftmals selbst, was auch nicht gerade Entspannung bedeutete, ihm aber nicht wirklich etwas auszumachen schien.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • maticus schrieb:

      Ich bekomme Gergijews Verhalten ja nun auch schon eine Weile mit. Für mich ist er ein Workaholic. Die Sache mit dem Zuspätkommen, scheint sich ja in letzter Zeit zu häufen. Was für mich als CD-Hörer persönlich schlimmer ist, sind die Auswirkungen auch auf Qualität von CD-Einspielungen. Da gibt es einiges sehr, sehr gutes. Aber gefühlt mindestens die Hälfte kommt mir blutarm, langweilig bis müde daher. Das empfinde ich ganz deutlich z. B. bei seinen Mariinsky-Einspielungen der Schostakowitsch Sinfonien (dagegen viel weniger bei der "Nase"). Wahrscheinlich hat er diese mit diesem Orchester schon hunderttausendmal gespielt, und die Spannung fehlt im Verbund mit seiner Überarbeitung. Ich habe ja hier schon öfters geschrieben, dass er weniger dirigieren sollte. Das würde der Qualität sicherlich gut tun. Hinnehmbar finde ich auch nicht, wenn er "immer" erst mit dem letzten Flieger anreist und sich dann wundert, wenn er mit dem Taxi im Stau steht. Das ist zudem wirklich unprofessionell.
      Ich bin zwar nicht oft mit Dir einer Meinung, aber in diesem Punkt stimm ich Dir zu!